Steven Seagal und seine Kampfsportarten

Einleitung

Alle Kampfsportarten üben eine gewisse Faszination bei den Zuschauern aus. Doch Kampfsport heißt nicht gleich Selbstverteidigung. Viele halten sich über Kampfsport fit und sehen es als Freizeitsport oder Hobby.

Kampfsportarten und Selbstverteidigung

Vor allem in den Großstädten kommt es immer wieder vor, dass ältere Menschen oder junge Frauen angepöbelt oder tatsächlich angegriffen werden. Teilweise trauen sich darum manche Personen nicht mehr alleine joggen oder nachts alleine nach Hause zu gehen. Man möchte sich möglichen Tätern nicht hilf- und wehrlos ausliefern. Eine gute Möglichkeit, um Angst vor einem Angriff abzubauen oder im Ernstfall tatsächlich gewappnet zu sein, ist die Selbstverteidigung.

Studien zufolge werden diejenigen weniger angegriffen, die selbstbewusst auftreten. Angreifer suchen in erster Linie nach Opfern, die einen unsicheren Eindruck machen und sich möglicherweise nicht wehren können. Durch jede der angesprochenen Sportarten wird das Selbstbewusstsein gestärkt, doch nicht automatisch die Selbstverteidigung trainiert. Dabei geht es nämlich nicht nur darum, andere Menschen abzuwehren, sondern auch, gefährliche Situationen zu vermeiden. Um sich auf den schlimmsten Fall vorzubereiten, sollte ein adäquates Selbstverteidigungsangebot mit entsprechend ausgebildeten Trainern ausgesucht werden.

Bekannte Kampfsportarten

Dazu gehören vor allem die bekannten Sportarten Kickboxen, Boxen, Karate, Aikido, Taekwondo und Judo.

  • Kickboxen: Beim Kickboxen wird sowohl mit den Armen, als auch mit den Beinen gekämpft. Schnelle und verwirrende Kombinationen von Schlägen mit Fäusten oder Knien gehören dazu. Aber auch die Ellenbogen und der Kopf können eingesetzt werden.
  • Boxen: Um einen gefährlichen Angreifer außer Gefecht zu setzen, ist manchmal nur ein einziger Schlag notwendig. Es braucht reichlich Übung, um einen Faustschlag richtig zu platzieren, schließlich ist dieser beim Boxen die einzig erlaubte Waffe. Ein guter Boxer nutzt deshalb seine Fäuste schneller, härter und akkurater als jeder andere Kampfsportler.
  • Karate: Beim Karate liegt das besondere Augenmerk auf der Angriffsabwehr. Ziel ist es, den direkten und geradlinigen Attacken problemlos auszuweichen. Neben der Abwehr werden gezielte, schnelle und harte Schläge in die empfindlichen Körperregionen des Angreifers trainiert.
  • Aikido: Auch beim Aikido zählt die Verteidigung, nicht der Angriff. Der bekannteste Move ist der Kote Gaeshi, der durch Steven Seagal aus Film und Fernsehen bekannt ist. Richtig, schnell und hart durchgeführt, wird der Angreifer mit dieser „Unterarm Rückgabe“ sofort auf sehr schmerzhafte Art und Weise außer Gefecht gesetzt.
  • Taekwondo: Hierbei wird vor allem auf Schnelligkeit und Dynamik gesetzt. Im Vergleich zu den anderen Kampfsportarten dominieren hier vor allem Fußtechniken, wobei durch diese Sportart auch innere Werte wie Geduld, Selbstdisziplin und Selbstbewusstsein ausgebildet werden sollen.
  • Judo: Wurftechniken, Haltetechniken, Hebeltechniken, Würgetechniken und Falltechniken gehören zum Judo. Die Sportart ist sehr beliebt, aber auch mit viel Üben und Trainieren verbunden. Falsch ausgeübte Techniken können nämlich auch für den Sportler selbst schnell schmerzhaft werden.

Exotischere Kampfsportarten

Neben den Stars der Branche gibt es aber noch einige weitere Sportarten, die bisher noch auf ihren Durchbruch warten. Zum Teil sind diese auch für die Selbstverteidigung nützlich.

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  • Wing Chun: Wegen seiner kurzen Reichweite ist diese Sportart vor allem für Frauen geeignet. Je näher sich die beiden Kämpfer sind, desto einfacher ist es für den Kleineren, normalerweise Schwächeren von beiden, in die Reichweite des Größeren einzudringen und somit seine Verteidigung zu durchbrechen.
  • Jiu-Jitsu: Das ist wohl der vielseitigste Kampfsport. Der Kämpfer nutzt alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten wie Schlagen, Treten, Werfen, Stoßen und Hebeln, aber auch Beißen oder Würgen, um seinen Angreifer zu besiegen. In der brasilianischen Version gehört auch der harte Kampf auf dem Boden dazu: Wer diesen Kampfsport beherrscht, ist in der Lage, den Arm oder das Bein des Gegners problemlos zu fixieren.
  • Keysi: Diese Sportart ist eine der modernsten. Keysi besteht unter anderem aus Elementen des Jiu-Jitsu und Aikido und nutzt jede potenzielle Waffe in der Nähe. Anstelle von Fußtritten liegt hier die Konzentration auf dem extremen Nahkampf mit Fäusten, Knien und Kopf, aber besonders den Ellbogen.
  • Krav Maga: Auch das Krav Maga ist eine Mischform, bei der simultan angegriffen und verteidigt wird. Sie beinhaltet den Faustkampf des westlichen Boxens, die Tritte des Karate, den Bodenkampf des brasilianischen Jiu-Jitsu, das Werfen und Hebeln des konservativen Jiu-Jitsu, Teile des Wing Chun sowie griechisch-römisches Ringen.

Welche Kampfsportart passt zu mir?

Für Kinder empfiehlt sich vor allem Taekwondo, wobei es hierbei auch sehr viele altersgerecht gestaltete Kurse gibt. Sowohl für jüngere und kleinere Personen als auch für Frauen sind Aikido, Wing Chung und Jiu-Jitsu vorteilhaft, da hierbei die Kraft des Angreifers gegen ihn selbst verwendet wird beziehungsweise die Reichweite eher kurz ist. Gemeinsam mit Karate sind diese Sportarten auch zur Selbstverteidigung einsetzbar, während die anderen eher dem Kampfsportbereich zuzuordnen und auf Angriff ausgelegt sind.

Steven Seagal und Aikido

Schauspieler Steven Seagal (65) ist kein Mann, mit dem man sich gerne anlegen will. Nicht nur, weil er als sehr exzentrisch gilt und Wladimir Putin (65) zu seinen Freunden zählt, sondern auch, weil er ein Meister der Kampfsportart Aikido ist.

Steven Seagal hat den 7. Dan und den Titel eines Shihan im Aikido, das er in Japan erlernte. Seinen ersten Dan erhielt er von Koichi Tohei (10. Dan), der noch unter dem Gründer des Aikido gelernt und als erster Aikidoka überhaupt den 10. Dan verliehen bekam.

Seagal wandte sich jedoch nicht Toheis Aikido-Stil, des Shin-Shin-Toitsu Aikido ("Ki-Aikido") zu, sondern orientierte sich am weltweit größten Dachverband, dem Aikikai. Er trainierte unter mehreren bedeutenden Lehrern, darunter auch Kisshomaru Ueshiba, dem Sohn des Gründers Morihei Ueshiba.

Er eröffnete 1975 ein Dojo in Osaka (Bezirk Yodogawa) und war damit offenbar der erste westliche Ausländer, der ein Aikido-Dojo in Japan eröffnete.

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Auf Seagal geht auch ein eigener Stil, das Tenshin Aikido zurück, dass eher hart und körperbetont ist und auch Gegenangriffe beinhaltet. Ich selbst trainiere ebenfalls Aikido und bin der Ansicht, man merkt beim Tenshin Aikido, dass Seagal den Japanern aufgrund seiner Größe körperlich überlegen war. Die Techniken sind meiner Ansicht nach nicht gerade subtil und eher ruppig. Über andere Qualifikationen habe ich keine gesicherten Kenntnisse, er soll jedoch auch Karate trainiert haben.

Seine Szenen in denen er seine Kampfsportart zur Schau stellt sind ein echter Hingucker.

Kritik an Steven Seagals Kampfsportfähigkeiten

Steven Seagal ist oft wegen seiner Kampfsportkenntnisse kritisiert worden, aber war er ein echter Kämpfer? Der Amerikaner, der regelmäßig mit seinen Leistungen prahlt, hat sich jedoch viel Kritik an seinem Niveau gefallen lassen müssen. War er wirklich so gut? Seine ehemaligen Gegner berichten.

Gene LeBell

Gene LeBell ist eine echte Kampfsportlegende und hatte unter anderem Chuck Norris und Ronda Rousey als Schüler. Nach seiner Umschulung zum Koordinator von Kampfszenen in Actionfilmen traf er 1991 bei den Dreharbeiten zu "Out for Justice" auf Steven Seagal. Bei einem gemeinsamen Training versicherte der Schauspieler, dass "Judo Gene" ihn nicht erwürgen könne.

Dies ist ihm auch gelungen. Laut den an diesem Tag anwesenden Teams soll sich Seagal während der Submission sogar in die Hose gemacht haben. Eine Anekdote, die LeBell selbst in einem Interview mit Ariel Helwani kommentiert hat: Wenn sich ein Typ schmutzig macht, kann man ihn nicht kritisieren, denn das kann passieren. Steven Seagal ist ein sehr bemerkenswerter Kampfkünstler. Ich habe nichts gegen ihn. Ich persönlich glaube nicht, dass er diesen Mixed Martial Artists beigebracht hat, wie man einen Kampf gewinnt. Aber er hat viel für die Kampfkünste getan.

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Anderson Silva

Ein weiterer Mann, der mit Steven Seagal zu tun gehabt hat, ist Anderson Silva gewesen. Der Brasilianer, ein ehemaliger UFC-Champion, hat einige Zeit mit dem Amerikaner verbracht, vor dessen Kampf gegen Vitor Belfort, den er durch einen herrlichen Frontkick gewonnen hat. Dieser Kick ist von dem Komiker selbst als sein Verdienst anerkannt worden. Doch der Athlet hat in einem Interview mit WHOA TV die Dinge richtig gestellt: Ich habe diesen Tritt schon vorher geübt. Ich habe schon vor langer Zeit angefangen, Mixed Martial Arts zu trainieren. Seagal hat mir die Bewegung gezeigt, aber ich habe mein ganzes Leben lang hart für diesen Kick gearbeitet. Seagal ist ein guter Mann, kein Trainer. Er ist ein guter Mensch, das ist alles.

Steven Seagal als Schauspieler

"Hard to Kill", "Zum Töten freigegeben", "Today You Die", "Halbtot - Half Past Dead", "Driven to Kill - Zur Rache verdammt": Die Liste an martialischen Filmtiteln im Lebenslauf von Steven Seagal (70) scheint unendlich lang. Mit wenigen Ausnahmen, etwa "Einsame Entscheidung" von 1996, gilt das Motto: Kennst du einen, kennst du sie alle. Bislang zeigte der Star, der am 10. April 70 Jahre alt wird, wenig Interesse daran, diesem Ruf zu entkommen.

Sein bislang letzter Film von 2019 hört auf den Namen "Beyond the Law", sprich: Die Leinwand-Rache eines Seagal steht auch über 30 Jahre nach seinem Debütfilm "Above the Law" immer noch jenseits des Gesetzes.

Was ich bei Seagal immer doof fand (neben seiner Schauspielkunst ), ist die dominante Art seiner Kämpfe. Will sagen er nimmt 100 Gegner auseinander ohne mehr als ne kleine Schramme abzukriegen.