Kickboxer: Die Vergeltung (OT: Kickboxer: Vengeance) ist das Reboot des 80er Jahre Klassikers Kickboxer werden, der in Deutschland unter dem Titel Karate Tiger 3 - Der Kickboxer veröffentlicht wurde.
Handlung von Kickboxer: Die Vergeltung
Nachdem der Karateprofi Eric Sloane (Darren Shahlavi) während einer China-Reise mit einem zwielichtigen Promoter brutal ermordet wird, macht sich Erics Bruder Kurt (Alain Moussi), ebenfall Karateprofi, auf die Suche nach seinem Mörder. Als er erfährt, dass sein Bruder in Thailand von dem brutalen Kickboxer Tong Po (Dave Bautista) ermordet wurde, holt er sich bei dem Lehrer Master Durand (Jean-Claude Van Damme) Hilfe.
Die Besetzung
Die Besetzung von "Kickboxer: Die Vergeltung" setzt sich aus einer Mischung von erfahrenen Schauspielern und Kampfsportlern zusammen:
- Alain Moussi als Kurt Sloane
- Jean-Claude Van Damme als Master Durand
- Dave Bautista als Tong Po
- Gina Carano als zwielichtige Promoterin
- Darren Shahlavi als Eric Sloane
- Michel Qissi als er selbst (Original Tong Po)
- Georges St-Pierre
- T.J. Storm
- Cain Velasquez
- Sara Malakul Lane als Polizistin
Hintergrund & Infos zu Kickboxer: Die Vergeltung
Auf dem Regiestuhl nimmt John Stockwell Platz. Jean-Claude Van Damme spielte in der Originalvorlage den Kickboxer Kurt Sloane, der seinen Bruder, welcher seit einem unfairen Boxkampf im Rollstuhl sitzt, rächen will. Mit knallharten Fäusten schlägt er sich so in Thailand durch, bis er schließlich seinem Rivalen begegnet. Im Remake schlüpft er in die Rolle des Master Durand.
Kurt Sloane (Alain Moussi) und sein Bruder Eric (Darren Shahlavi) leben im kalifornischen Venice bei Los Angeles und sind erstklassige Karatesportler, was Letzterer nicht zuletzt durch die gewonnene Weltmeisterschaft unter Beweis stellt. Dadurch erregt er die Aufmerksamkeit einer zwielichtigen Promoterin (Gina Carano), die es auch schafft, den Champion zu ködern und ihn zu einer Reise zu einem Kampfsport-Event in Asien zu bewegen. Kurts Proteste bleiben ungehört und so verlässt David seine Heimat. Doch schon bald bittet dieser seinen in den USA zurückgebliebenen Bruder mit einem Brief, ihn in Thailand beim großen Finalkampf zu treffen. Als Kurt in Bangkok ankommt, muss er mitansehen, wie sein Bruder getötet wird.
Lesen Sie auch: Schutz und Komfort beim Kickboxen
„Kickboxer“ gehört zu jenen Filmen, mit denen Jean-Claude Van Damme der Durchbruch als Darsteller gelang. In dem Prügel-Actioner von 1989 werden die üblichen Genre-Versatzstücke auf bisweilen ziemlich trashige (man denke an die legendäre Tanzszene), aber auch höchst vergnügliche Art (eben die Tanzszene…) kombiniert. Beim Remake „Kickboxer: Die Vergeltung“ versucht man nun gar nicht erst, aus der simplen Kampf-Orgie mehr zu machen, als sie ist. Produzent und Co-Autor Dimitri Logothetis als treibende Kraft hinter dem Projekt sowie der kurzfristig eingesprungene Regisseur John Stockwell („Blue Crush“) zitieren sich einmal quer durch das Original.
Eigentlich sollte Stephen Fung ("Tai Chi Hero", "Tai Chi Zero") mit dem Actioner sein Hollywood-Debüt geben. Eigentlich waren die Action-Stars Tony Jaa und Scott Adkins für Rollen eingeplant. Adkins sollte Eric Sloane, den Bruder der Hauptfigur spielen. Er sagte aber ab, weil ihm die Rolle zu klein war und ihm nicht die Möglichkeit gab, seine Kampfsport-Fähigkeiten zu zeigen. Tony Jaa war derweil in einem frühen Stadium als Mentor der Hauptfigur eingeplant.
In "Kickboxer" von 1989 spielte Jean-Claude Van Dammes Trainingspartner Michel Qissi den bösen Hünen Tong Po. Im Remake ist er ebenfalls kurz zu sehen.
Der Kult geht weiter
Jeder, der auch nur ansatzweise auf Martial-Arts-Filme und/oder Jean Claude Van Damme steht, wird diesen Streifen kennen: „Der Kickboxer“. Erzählt wird in „Kickboxer“ die simple, aber höchst effektive Geschichte der Gebrüder Sloan. Eric, Heißsporn und Karate-Weltmeister, wird zu einem Titelkampf nach Thailand eingeladen. Sein Gegner: Tong Po, ein Meister im Muay Thai, der Eric in den Rollstuhl prügelt. Erics Bruder Kurt ist nicht bereit, diese Schmach hinzunehmen. Die Folge sind absolut ikonische Szenen, die aus heutiger Sicht vor allem trashig rüberkommen. Aber zu der Zeit, als beispielsweise ich den Film zum ersten Mal sah, waren ebenjene Momente absolut kultig und mutierten mal eben zum Schulhofgesprächsthema Nummer 1. Damals, als Action noch cool war.
Nicht einmal „Hot Shots 2“ konnte einen Bogen um den „Kickboxer“ machen und variierte die Sequenz, in der Van Damme und Tong Po ihre mit Hanf umwickelten Hände in Wachs und dann in Glas versenkten, indem er das Glas durch Schokolinsen ersetzt. „Der Kickboxer“ ist Kult! Punkt.
Lesen Sie auch: Der Kultfilm "Kickboxer"
So sehr, dass man tatsächlich auf die Idee kam, diesen Film für ein neues Publikum neu aufzulegen. So wird alles ein wenig zwingender umgesetzt. Beispielsweise segnet Eric in „Kickboxer - Die Vergeltung“ bei dem Kampf gegen Tong Po vollends das Zeitliche. Was freilich Kurts Rachegelüste überproportional ansteigen lässt. Eine Underground-Fighting-Szene wird etabliert. Eine ermittelnde Polizistin wird eingeführt. Dazu kommen Parkour-Kämpfer, ein Fight auf den Rücken von Elefanten, viel mehr Thailand-Lokalkolorit und ordentlich Fanservice.
„Kickboxer - Die Vergeltung“ ist sich sichtlich bewusst, auf was für einen Kult er hier aufbaut. Highlight ist dahingehend natürlich das Mitwirken von Jean Claude Van Damme („Harte Ziele“), der die Rolle des Trainers von Kurt übernimmt und in dieser ein paar tolle Fights absolvieren darf. Doch auch als weiser Lehrer macht er viel Spaß. Bringt etwas Augenzwinkern in die abgefahrenen Trainingsmethoden, bei denen natürlich auch Palmen gekickt werden. Und Baseballschläger. Und es wird unter Wasser Fahrrad gefahren. So wirklich ernst kann man das nicht nehmen, aber das Training Kurts ist enorm kurzweilig montiert und macht richtig Spaß. Dabei steuert natürlich alles auf den großen Showdown zu. Er wird sogar hoch gelevelt. Beginnt also als „simpler“ Vollkontaktsport, zollt dann dem „Glashandschuh-Finish“ des Originals Respekt und geht in einen Schwertkampf über. Vor allem bei letzterem wirken sowohl Tong-Po-Darsteller Dave Bautista als auch Kurt-Darsteller Alain Moussi etwas überfordert, im restlichen Fight geben sie sich aber amtlich Saures.
Hier darf vor allem Alain Moussi („Wolves“) einige coole Moves raushauen. Allgemein kann der zwar einige Kicks von Van Damme toll nachahmen, ansonsten ist er aber deutlich der Tony-Jaa- und Scott-Adkins-Abteilung zuzurechnen. Der Typ hat eine wahnsinnige Körperbeherrschung und eine enorm elegante Anmutung. Dazu kommt, dass er rein äußerlich einen ähnlichen Milchbubi abgibt wie Van Damme im Original. Allerdings kann er etwas besser spielen als Van Damme damals. Bautista („Spectre“) darf derweil seinen Tong Po herrlich souverän anlegen. Wenn Kurt und Co. nach amtlichen Flugkicks an ihm abprallen wie an einer Mauer, ist das schon ein krasser Überlegenheitsbeweis. In Sachen Fitness macht dem WWE-Superstar sowieso keiner etwas vor und in den Muay-Thai-Choreografien macht er eine starke Figur. Einzig die Bedrohlichkeit Tong Pos aus dem Original kann er nicht so wirklich aufbauen.
Die Damenriege wird derweil von Gina Carano und sexy Sara Malakul Lane befeuert. Schade ist, dass Regisseur John Stockwell seine „In the Blood“-Heldin Carano nicht fighten lässt. Sie darf nur ein intrigantes Miststück von einer Fight-Promoterin geben und ausschließlich dekorativ in der Gegend herumstehen. Lane („Shark Lake“) ergeht es nicht viel besser, aber zumindest hat ihre Rolle der Polizistin, in der sie wieder einmal ihren prachtvollen Vorbau präsentieren darf, Sinn für den Film.
In technischer Hinsicht ist „Kickboxer - Die Vergeltung“ absolut sauber in Szene gesetzt. John Stockwell präsentiert einige tolle Landschaftsbilder des Schauplatzes Thailand und lässt seinen Film immer mal wieder ins Güldene kippen. Die gebotenen Schauplätze sind funktional, gerade die Showdown-Arena macht aber nicht so viel her. Vor allem im Vergleich zum Original. Dafür ist beispielsweise die Festungsanlage, in der Tong Po residiert, schön abgehoben. Stockwell selbst lässt seinen Film niemals zur Ruhe kommen, macht ordentlich Tempo und setzt immer wieder auf kleinere Martial-Arts-Scharmützel, die in deutlich höherer Schlagzahl aufkommen als im Van-Damme-Original.
Lesen Sie auch: Analyse: Shaolin-Kung Fu gegen Kickboxen
Den größten Lacher hebt sich Stockwell für den Abspann auf. Im Split-Screen-Verfahren tanzt hier Moussi den legendären Tanz von Van Damme nach und imitiert den Belgier geradezu perfekt. Da bleibt wahrlich kein Fan-Auge trocken. Selbiges erspähte kurz zuvor einen weiteren Grund zur Freude. Denn in einer wundervoll getimten Szene raunzt hier Original-Tong-Po-Darsteller Michel Qissi Van Damme an, ob er ihn etwa vergessen habe, was der mit einem wundervoll verwirrten Blick quittiert.
Kurzum: Es fällt schwer, „Kickboxer - Die Vergeltung“ irgendetwas übel zu nehmen. Dieser Film ist stellenweise purer Fanservice und stimmt einen mehr als wundervoll nostalgisch. Selbst die Nok-Su-Kow-Rufe (in der deutschen Fassung leider blöd synchronisiert) ertönen irgendwann und verursachen beim wissenden Zuschauer eine Gänsehaut. Gleichzeitig ist der Film angenehm modern und flott in Szene gesetzt, bietet tolle Schauplätze, sympathische Darsteller, sehr feine Action mit zeitgemäßen Einsprengseln und eine Story, die auch neue Generationen von Martial-Arts-Fans mitreißen sollte. Modernisierung absolut gelungen.
