Die Ursprünge des Wrestlings
Bereits im 19. Jahrhundert wurde Wrestling in den USA, wo man es zur Unterscheidung vom traditionellen Ringen als "Pro Wrestling" bezeichnet, vor allem auf Jahrmärkten veranstaltet. Der erste Titel wurde bereits 1880 vergeben. Einen bedeutenden Schritt machte die Sportart im Jahr 1929, als die erste landesweite Organisation gegründet wurde.
Die WWE: Eine globale Macht
Die WWE (World Wrestling Entertainment) ist die unangefochtene, weltweit führende Wrestling-Organisation. Sie wurde 1952 unter dem Namen Capitol Wrestling Federation gegründet und später in WWWF und schließlich 1979 in WWF umbenannt. Seit 1999 ist die WWE an der New Yorker Börse notiert.
Die WWE hat eine eigene App, die bereits mehr als 10,3 Millionen Mal heruntergeladen wurde.
Frauen im Wrestling
Obwohl männliche Stars wie Hulk Hogan und John Cena die Wrestling-Welt dominieren, spielen Frauen seit den Anfängen eine wichtige Rolle. In den vergangenen 20 Jahren sind die weiblichen Wrestlerinnen immer mehr in den Vordergrund gerückt. In der WWE werden die Frauen als Diven bezeichnet.
Inszenierung und Ablauf
Vor den Kämpfen wird den Wrestlern mitgeteilt, wer am Ende als Sieger hervorgehen soll. Jedoch sind nur die wenigsten Kämpfe komplett choreografiert. Meistens wird den Beteiligten lediglich die End-Sequenz mitgeteilt, an die sich die Teilnehmer strikt zu halten haben. Für den Rest sind die Wrestler selbst verantwortlich.
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Die Beteiligten besprechen vor den Matches den groben Ablauf: Wann bestimmte Aktionen gezeigt werden. Den Rest „besprechen“ die Wrestler während des Kampfes (möglichst leise, damit niemand im Publikum etwas hört). Niemand wird also überrascht, wenn ein Muskelberg plötzlich aus der Ringecke angeflogen kommt!
Wrestling als Seifenoper
Wrestling wird oft mit einer Seifenoper verglichen. Die Kämpfe sind in komplexe Geschichten eingebunden, die im und außerhalb des Rings erzählt werden - über Kämpfe, Interviews, Backstage-Segmente. Dabei wird dem Zuschauer suggeriert, dass alles echt wäre.
So verraten sich beste Freunde wegen einer Frau, zwei Brüder bekriegen sich oder mehrere Wrestler schließen sich zusammen um die WWE zu terrorisieren. Es fehden zumeist ein „Guter“ (im Fachjargon „Babyface“) und ein Bösewicht („Heel“) gegeneinander. Am Ende gewinnt aber nicht immer der Gute!
Schauspieltalent und Gimmicks
Ein Wrestler muss nicht nur athletisch sein, sondern auch schauspielern können, um seine Rolle (das sogenannte „Gimmick“) glaubhaft darzustellen. Mit der Erhöhung des Showfaktors Ende der 80er Jahre wurden auch die Gimmicks immer verrückter und comic-hafter. Zu einem Gimmick gehört eine exklusive Einzugsmusik sowie oft auch eigene Sprüche (sogenannte „Catchphrases“), die nur von diesem Gimmick benutzt werden.
Heutzutage legt die WWE mehr Wert auf Realismus. Jeder Wrestler besitzt dabei auch einen „Finishing Move“ - eine Aktion, die nur er zeigt um das Match zu beenden.
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Die WWE-Championship
Die höchste Krone der Wrestling-Welt ist die WWE-Championship - ein Gürtel, wie beim Boxen. Im Gegensatz zum Boxen gibt es beim Wrestling aber keine Gewichtsklassen. Ein 200 Kilogramm schwerer Kampfkoloss tritt also auch gegen einen 80 Kilogramm schwere Hühnerbrust an.
Wie gewinnt man einen Kampf?
Ähnlich wie beim klassischen Ringen besiegt man den Gegner, in dem man in mit den Schultern auf den Ringboden drückt. Schafft man dies für drei Sekunden, ist der Kampf beendet. Ein Wrestler verliert aber auch, wenn er dem Ringrichter signalisiert, dass er aufgeben möchte.
Regeln und Match-Arten
Es gibt Regeln, die jedoch von Match zu Match verschieden sind. In einem normalen Kampf dürfen keine Gegenstände benutzt werden und ein Wrestler darf sich nicht länger als neun Sekunden außerhalb des Ringes aufhalten. Aktionen in den Ringseilen, in die Haare greifen sowie Tiefschläge sind ebenfalls verboten und können zu einer Disqualifikation führen.
Neben den normalen Matches gibt es jede Menge Sonderkämpfe:
- Tag Team: Teams aus je zwei Wrestlern kämpfen gegeneinander
- Käfig: Das Spektakel findet in einem oben offenen Käfig statt
- Hell In A Cell: Ein viel größererer Käfig, der oben geschlossen ist
- Table Match: Wer zuerst seinen Gegner durch einen Tisch haut, gewinnt
- Ladder Match: Wer zuerst mittels einer Leiter den Titel (der unter der Hallendecke hängt) ergreift, gewinnt
- Extreme Rules: Keine Regeln, alles ist erlaubt
- Triple Threat: Drei Superstars kämpfen gegeneinander
- Fatal 4 Way: Vier Superstars hauen sich gegenseitig die Birne ein
- TLC (Table/Ladder/Chairs): Stühle, Tische und Leitern sind erlaubt
- Lebendig begraben: Wer seinen Gegner zuerst in ein offenes Grab werfen kann, gewinnt
- Inferno Match: Der Ring steht in Flammen
Verletzungen und Gefahren
Ja, wenn der Zuschauer den Eindruck hat, dass ein Wrestler hart auf den Boden geflogen ist - dann ist er auch hart auf den Boden geflogen. Damit sich die körperlichen Schäden in Grenzen halten, ist eine gut ausgebildete Muskulatur nötig. Schläge und Tritte werden jedoch so ausgeführt, dass sich die Beteiligten nicht weh tun, bzw. versuchen sie es. Auch wenn die Wrestler die Aktionen beherrschen, kann es auch zu (teils schweren) Verletzungen kommen.
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Falsch ausgeführte Aktionen können schnell zu lebensgefährlichen Verletzungen führen. Daher appellieren alle Wrestling-Organisationen dauerhaft, die Moves niemals nachzumachen, da zu einer perfekten und sicheren Ausführung, jahrelanges Training von Nöten ist.
Die größten Stars
In den 50er, 60er und 70er Jahren dominierten Männer wie Buddy Rogers, Bob Backlund, Ric Flair oder Bruno Sammartino die Wrestling-Szene vor allem im Osten der USA. Als Hulk Hogan 1984 zur WWE zurückkehrte, setzte die WWE alles auf ihn und baute das gesamte Marketing um den blonden Hünen herum. Mit Stars wie „Stone Cold“ Steve Austin, The Rock und dem Undertaker ging die WWE als Sieger aus dem Ring und erzielte die höchsten Einschaltquoten in ihrer Geschichte.
Wrestlemania: Der Superbowl des Wrestlings
Einmal im Jahr trifft sich die Wrestling-Welt zu einem einzigartigen Event: Wrestlemania! Diese mehr als vierstündige Monster-Show ist das Highlight des Wrestling-Jahres. Die erste Ausgabe fand 1985 im weltberühmten New Yorker Madison Square Garden statt und sollte über das Schicksal der Firma entscheiden, da „Wrestlemania“ die erste Wrestling-Show war, die man nur im Pay-TV oder im Kino sehen konnte.
Wo kann man Wrestling sehen?
In Deutschland überträgt SKY die Shows der WWE. Die Großveranstaltungen werden live übertragen (gegen Extrakosten), genau wie „RAW.“ Die aufgezeichnete Show „Smackdown“ wird in Deutschland sogar früher ausgestrahlt als in den USA (aufgrund der Zeitverschiebung). Der Spartensender „Pro 7 Fun“ zeigt einmal pro Woche die Sendung „Superstars“, Eurosport zeigt Montags zwei Sendungen (mit aktuellen und alten Kämpfen).
Grundlegende Wrestling-Begriffe
Die Wrestling-Regeln sind schnell erklärt. Wrestling ist eine beliebte Sportart, die vor allem durch Showkämpfe der WWE bekannt ist. Durch ihren Unterhaltungscharakter werden die Regeln schnell zur Nebensache.
- Moves: Das sind die taktischen Kampfanwendungen, die ein Wrestler im Match einsetzt, um zu gewinnen.
- Rope: Dabei handelt es sich um die Schnur des Wrestlingrings.
- Pinfall: Das Ziel beim Wrestling. Ein Wrestler will einen anderen zu Boden bringen, bis der Referee bis drei gezählt hat.
- Submission: Die Aufgabe eines Wrestlers durch mehrfaches Klopfen z. B. auf den Boden.
- Countout: Der Zeitraum, wie lange ein Wrestler sich im Außenbereich Wrestlingrings aufhalten darf.
- Tagteam-Match: Dies ist ein Match, bei dem nicht nur ein Wrestler gegen einen anderen antritt, sondern Teams gebildet werden.
- No Holds Barred-/Hardcore-Match: Eine Form der Stipulation.
Die Grundregeln einfach erklärt
Wrestling als Schaukampf ist eine vorgeschriebene Show, die wie ein Film gescripted ist. Dennoch folgt jeder Kampf grundsätzlichen Regeln. Es gewinnt derjenige Wrestler oder das Tagteam in einem Match, der oder die es schafft bzw. schaffen, einen Pinfall zu machen. Die Schultern des Gegners müssen dabei im Ring auf den Boden gedrückt werden, bis der Referee bis drei gezählt hat. Außerhalb des Rings kann nicht gewonnen werden. Im Ring führt das Festhalten an der Schnur zu einem Ropebreak, d. h. Generell sind keine Waffen oder Gegenstände im Match erlaubt. Es darf auch nicht in die Weichteile geschlagen werden. In jedem Fall hat der Schiedsrichter das letztes Wort. Da Wrestling auch Unterhaltung ist, kann selbst der Referee ausgeknockt werden, damit dieser illegitime Moves nicht mitbekommt.
