„Hatsuun Jindo“ - „Lass die Wolken ziehen, gehe deinen Weg“.
Seit mehr als sechzig Jahren ist Karate bzw. Karate-Do in Europa als äußerst harte Form der Selbstverteidigung bekannt und Anfängern dieser Sportart wird häufig unterstellt, eine Art Schlägertyp zu sein.
Unterstützt wird diese öffentliche Meinung durch brutale Szenen in Filmen - zumeist aus fernöstlicher Billigproduktion -, wo "Gut" und "Böse" gegeneinander antreten sowie durch Demonstrationen, bei welchen das Zerschlagen harter Gegenstände durch die Handkante dominiert.
Karate ist eine Kampfkunst und ein faszinierender sowie moderner Kampfsport aus Japan. Karate ist dynamisch und diszipliniert, kontrolliert und voller Energie. Karate ist sanft und kraftvoll zugleich, elegant und attraktiv. Karate ist viel mehr als nur ein Sport ... Karate ist lebensbegleitend!
Ursprung und Philosophie des Karate
Karate entwickelte sich aus dem chinesischen Kung-Fu heraus auf den südlich von Japan gelegenen Ryukyu-Inseln, deren Hauptinsel Okinawa ist. Die Bewohner dieser heute zu Japan gehörenden Inseln standen mit dem chinesischen Festland in regem Handelsaustausch.
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Den Weg nach Japan fand es durch Funakoshi, der einen wesentlichen Anteil an der Neudefinition der Inhalte und Kriterien der Kampfkunst hatte und später den Namen "Karate-Do" einführte.
Karate-Do spiegelt bis heute die fernöstliche Philosophie wider. "Karate-do" bedeutet übersetzt "der Weg der leeren Hand". Wörtlich heißt das: Der Karateka (Karatekämpfer) ist unbewaffnet, seine Hand ist leer. Das "Kara" (leer) ist auch ein ethischer Anspruch. Im Training und im Wettkampf wird dieser hohe ethische Anspruch konkret: Nicht Sieg oder Niederlage sind das eigentliche Ziel, sondern die Entwicklung und Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit durch Selbstbeherrschung und extreme Konzentration.
„Karate ni sente nashi!“ - „Es gibt keinen (ersten) Angriff im Karate!“. Dieser Ausspruch macht deutlich, dass das Karate Do eine friedliche Kampfkunst ist, die über die körperliche Ertüchtigung hinaus, ausschließlich der Selbstverteidigung dient.
Die Bedeutung des Karate-Do
Der Begriff Karate-Do bezieht sich vor allem auf den Prozeß des nie endenden Lernens, des Strebens nach einer letztlich nicht erreichbaren Perfektion. Dies gilt sowohl für die Technik als auch für die damit notwendig verbundene geistige Haltung als einer untrennbaren Einheit. Der Weg ist also das Ziel. Karate ist also diese ständige Suche nach mehr eigener Perfektion und nach dem eigenen Weg (= DO).
Training ist ein mühsamer Kampf gegen sich selbst und seine eigene Unzulänglichkeit.
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Karate ist also diese ständige Suche nach mehr eigener Perfektion und nach dem eigenen Weg (= DO).
Ein Ziel im Karate ist das Streben nach körperlicher und geistiger Perfektion. "Das Gefühl, wenn das Können eine neue Stufe erreicht hat, durchrieselt einen warm. (Sensei Hideo Ochi, 9. Dan)
Beim Karate Training wird nicht nur der Körper trainiert, sondern auch die Persönlichkeit entwickelt.
Karateist für den Menschen:
- fördert die Persönlichkeit
- tut dem Körper gut
- hält ihn fit und gesund
Werte und Prinzipien im Karate
Selbstverteidigung, Selbstbehauptung ebenso Respekt und Achtung des Trainingspartners, Etikette und Traditionen sowie Fairness sind Werte unseres Trainings.
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Förderung von Körper und Geist ist ein toller Ausgleich zum Alltag und baut Stress ab. Karate kennt keine Altersgrenze!
Die Spezialisierung auf die "eine Technik", welche Erfolg verspricht, ein Training, das nur jenes umfasst, was "in" oder angenehm ist, führt zu einer Verarmung des Karate und wird auf Dauer nicht zur eigenen Charakterbildung im positiven Sinne beitragen.
"Nicht der Sieg über den Gegner ist das oberste Ziel, sondern richtiges Verständnis und Gebrauch von Karate sowie die Entfaltung der eigenen Möglichkeiten". (JKA - Japan Karate Association).
Nimmt man die Forderungen ernst, bedeutet dies, den individuellen Weg und den Platz des einzelnen in der Gruppe jederzeit zu achten. Es darf keinen Vergleich besserer oder schlechterer Karatekas geben. Das Sportliche kann nicht im Vordergrund stehen, ebenso wenig das auf dem Weg erreichte Ziel der Fähigkeit zur Selbstverteidigung.
Im allgemeinen steht ein sportliches und kommerzielles Interesse der Kampfsportschulen im Vordergrund. Versprechen, auch die Philosophie vermitteln zu können, bleiben häufig Lippenbekenntnisse.
Leider sehen viele Leute in den asiatischen Kampfkünsten in erster Linie die Sportart und nicht die Kunst der Selbstvervollkommnung. Insofern verbietet es sich von selbst, daß Karate olympische Disziplin sein könnte. Auch die Einteilung in Gewichtsklassen erscheint nicht sinnvoll.
Das Training sollte jedem offen bleiben, so daß Anfänger und Fortgeschrittene, Alte und Junge, Frauen und Männer einander gegenüberstehen können. Dies ist jedoch ohne eine durch die Geisteshaltung kontrollierte Technik nicht möglich.
Durch das An- und Abgrüßungsritual vor und nach dem Training gewinnen die Räumlichkeiten den Charakter eines Dojos. Ruhe und ermöglicht die Konzentration, die für die Ausführung der Techniken erforderlich ist.
Die 5 Dōjōkun
Verdeutlicht werden diese Aspekte auch durch die 5 Dōjōkun (Regeln für das Training der Kampfkünste), welche von Teruya Kanga Sakugawa entworfen wurden:
- HITOSU, JINKAKU KANSEI NI TSUTOMURU KOTO
Es ist wichtig, nach der Vervollkommnung Deines Charakters zu streben - HITOSU, MAKOTO NO MICHI O MAMORU KOTO
Es ist wichtig, dass Du in Redlichkeit, Ehrlichkeit und Treue den Weg verteidigst - HITOSU, DORYOKU NO SEISHIN O YASHINAU KOTO
Es ist wichtig, dass Du die Bemühungen um die richtige Geisteshaltung pflegst - HITOSU, REIGI O OMONZURU KOTO
Es ist wichtig, auf Respekt, Anstand und Höflichkeit größtes Gewicht zu legen - HITOSU, KEKKI NO YU O IMASHIMURU KOTO
Es ist wichtig, die Kampfbereitschaft und den ungestümen Mut zu zügeln
Daneben gibt es noch die 20 Shōtō Nijū Kun (die 20 Regeln von Shōtō ), welche das Verhalten eines Karatekas verdeutlichen sollen. Sie wurden von Gichin Funakoshi entworfen:
Karatedo wa rei ni hajimari, rei ni owaru koto wo wasuruna.Vergiss nie: Karate beginnt mit rei und endet mit rei. (rei bedeutet: Respekt, Höflichkeit)
Karate beginnt mit rei und endet mit rei!
Karate als Breitensport
Für viele Menschen aller Altersstufen ist es die besondere Vielfältigkeit dieses Sports, die den idealen Ausgleich zu Studium, Beruf und Alltagsstress bietet. Karate fördert die individuellen körperlichen Fähigkeiten und ist somit als lebensbegleitende Sportart optimal geeignet.
In Partnerübungen wird die richtige Ausführung und die richtige Distanz der Techniken erlernt. Karatetechniken zum Partner sind so zu beherrschen, dass es zu keiner Trefferwirkung kommt. Der Respekt vor der Gesundheit des Partners ist ein zentrales Element des Trainings.
Langfristig entsteht durch regelmäßiges Üben ein neues Körpergefühl für Distanz, Genauigkeit, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Spannung und Entspannung.
Karate zur Selbstverteidigung
Viele Anfänger beginnen mit Karate unter dem Aspekt der Selbstverteidigung. Sich waffenlos mit effektiven Techniken wehren zu können, begeistert viele. Das Erlernen von Karate fördert Körperbeherrschung und Koordinationsfähigkeit sowie die allgemeine Fitness. Diese am Partner erlernten Fähigkeiten wirken sich positiv auf das Selbstvertrauen aus und tragen dazu bei, die eigene Angst zu überwinden und in bedrohlichen Situationen angemessen reagieren zu können. Dieser psychologische Effekt ist von entscheidendem Vorteil und kann helfen, eine körperliche Auseinandersetzung zu vermeiden.
Karate als Wettkampfsport
Im „Kumite“, dem Freikampf, ist es das Ziel, Punkte gegenüber dem Gegner mit überzeugenden Angriffs- und Abwehrtechniken zu erreichen. Auch hier darf es keine Trefferwirkung geben. Gutes Augenmaß, Kampfgeist, Schnelligkeit und taktisches Können zeichnen den guten Kämpfer aus.
Die „Kata“, die eine stilisierte Form eines Kampfes gegen mehrere imaginäre Gegner darstellt, wird nach Kriterien wie Rhythmus, Ausdruck und technisches Können bewertet. Kata in verschiedenen Schwierigkeitsgraden bieten eine reiche Auswahl.
Karate zur Meditation
Karate war aufgrund seiner Entstehungsgeschichte im Fernen Osten stets auch mit den meditativen Aspekten des Zen-Buddhismus verknüpft. Daher wird auch oft von „Karate-Do“ als „Kampfkunst“ gesprochen. Die Fähigkeit, sich auf sein Inneres konzentrieren zu können, ist auch im sportlichen Karate ein wichtiger Lerninhalt.
Die wichtigsten Aspekte des Karate
- Selbstverteidigung: Einer der Hauptzwecke des Karate ist die Fähigkeit, sich in gefährlichen oder bedrohlichen Situationen verteidigen zu können.
- Körperliche Fitness: Karate fördert Kraft, Flexibilität, Ausdauer und Koordination.
- Mentale Disziplin: Karate betont die Bedeutung von geistiger Disziplin, Konzentration und Ausdauer.
Karate für verschiedene Altersgruppen
- Kinder: Karate kann Kindern helfen, ihre Koordination, Flexibilität und Kraft zu verbessern.
- Erwachsene: Erwachsene profitieren von Karate durch verbesserte Fitness, Stressabbau und das Erlernen effektiver Selbstverteidigungstechniken.
- Senioren: Auch ältere Menschen können von Karate profitieren, da es modifizierbar ist, um ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten zu berücksichtigen.
Karate ist somit eine sehr inklusive Aktivität, die auf die Bedürfnisse und Ziele verschiedener Personen zugeschnitten werden kann. Unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichen Fähigkeiten gibt es im Karate oft einen Weg, der jedem Einzelnen entspricht.
Ist Karate eine geeignete Sportart für mich?
Grundsätzlich kann jeder diese Sportart betreiben, der Spaß an Bewegung und Kampfsport hat. Das Alter spielt überhaupt keine Rolle! Schon Kids ab 6 Jahren können bei uns starten. Und auch im höheren Alter ist ein Start jederzeit möglich, denn im Karate gibt es keine Würfe und Hebel, die die Gelenke strapazieren.
Es sind weder Vorkenntnisse nötig, noch musst du bereits durchtrainiert und fit zu uns kommen. Jeder kann in der gewünschten Intensität und Häufigkeit trainieren, jeder kann mithalten.
Schon bald wirst du merken, dass sich deine körperliche Leistungsfähigkeit enorm verbessert - in jeder Hinsicht!
Karate verbessert deine Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit und schult gleichzeitig Respekt, Geduld, Konzentration und Selbstdisziplin.
Am besten, du probierst es ohne Risiko aus. Nur so kannst du rausfinden, ob Karate die richtige Sportart für dich ist. Melde dich gleich zum Probetraining an und schnupper 3 x völlig kostenlos und unverbindlich bei uns rein!
Wie kann ich starten?
Am besten meldest du dich zum Probetraining an oder kommst montags oder mittwochs zu uns ins Training (Trainingszeiten rechts im Kasten). Dann kannst du 3 x kostenlos und unverbindlich mittrainieren und dich dann entscheiden, ob du weitermachst oder nicht. Leichte Sportkleidung reicht am Anfang völlig aus, Schuhe brauchst du keine, da wir barfuß trainieren.
