Vitali Klitschko, geboren am 19. Juli 1971 in Belowodsk, Kirgisische SSR, ist eine lebende Legende des Schwergewichtsboxens und ein ebenso engagierter Politiker. Seine beeindruckende Karriere begann jedoch nicht im Boxring, sondern im Kickboxen.
Frühe Jahre und Erfolge im Kickboxen
Als Kinder wuchsen die Brüder in der Sowjetunion auf. Da der Vater Soldat war, wechselten die späteren Weltmeister im Schwergewicht sehr häufig den Wohnort sowie die Schule. Schon als Kinder lernten die Klitschkos, sich diszipliniert und loyal zu verhalten. Dennoch unterstützten sie Vitali dabei, sich als Jugendlicher dem Kickboxen zu widmen, obwohl westliche Kampfsportarten in der Sowjetunion zunächst verboten waren.
Nach dem Umzug nach Kiew 1985 widmete sich Vitali Klitschko verstärkt dem Kickboxen. Er wurde in die sowjetische Junioren-Nationalmannschaft aufgenommen und konnte verschiedene Turniererfolge erzielen. Durch den Antritt des Armeedienstes wurde Vitali Klitschkos sportliche Laufbahn vorübergehend unterbrochen. Im "Zentralen Sportklub der Armee" nahm er das Training wieder auf und fokussierte sich weiterhin auf das Kickboxen, betrieb nebenher aber auch klassisches Boxtraining.
Als Armeesportler gewann Vitali Klitschko 1991 die Kickbox-Weltmeisterschaft in Paris. Insgesamt konnte Vitali Klitschko sechs Weltmeistertitel im Kickboxen gewinnen, zwei als Amateur-Kickboxer und vier als Profi-Sportler.
Die einzige K.o.-Niederlage im Kickboxen
Allerdings musste Vitali Klitschko beim Kickboxen auch die einzige K.o.-Niederlage seiner Sportler-Karriere einstecken. Bei den Europameisterschaften 1992 erlitt er in der bulgarischen Stadt Warna seinen ersten und einzigen K.o. und verlor im Finale gegen seinen Konkurrenten Pelé Reid.
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Der Wechsel zum Boxen
Das große Geld jedoch steckte im klassischen Boxen. Also wurde umgelernt. Seinen kleinen Bruder nahm der Ukrainer gleich mit zum Boxtraining. Mitte der 90er Jahre gelangen gute Platzierungen bei Welt- und Europameisterschaften, weshalb zunächst Vitali in den olympischen Kader der Ukraine berufen wurde.
Die ersten Erfolge im Amateurboxen ließen nicht lange auf sich warten: Vitali Klitschko siegte in 195 Begegnungen, darunter 80 Mal vorzeitig. Gleichzeitig musste er lediglich 15 Niederlagen in seinem Steckbrief vermerken. Der schnelle Aufstieg eröffnete ihm 1996 die Olympiateilnahme in Atlanta. Da ihm kurz zuvor die Einnahme eines Steroids nachgewiesen wird, reist schließlich sein jüngerer Bruder Wladimir Klitschko in die USA und gewinnt anstelle von Vitali die Goldmedaille im Schwergewicht.
Daraufhin entschieden sich die Klitschkos dazu, zu den Profis zu wechseln. Der legendäre sowie verrufene Promoter Don King streckte auch sogleich seine Fühler nach den ausgesprochen talentierten Osteuropäern aus und bewies damit einmal mehr einen guten Riecher.
Profikarriere im Boxen
Die Profikarriere von Vitali Klitschko begann im Jahr 1996. Seinen ersten großen Titel gewinnt er bei den Europameisterschaften 1998. Im Jahr 1999 folgt der WM-Titel der WBO, als er seinen Gegner Herbie Hide im Kampf K.o. schlägt. Den WBO-Gürtel verliert er aber kurze Zeit später unerwartet an den US-Amerikaner Chris Byrd. Dafür holt Vitali Klitschko im Jahr 2004 aber den WBC-Titel nach Hause, als er gegen Corrie Sanders gewinnt.
Bis 2008 muss Vitali Klitschko daraufhin wegen gesundheitlicher Probleme eine Zwangspause einlegen. Mit dem Gewinn des WBC-Titels 2008 gelingt ihm schließlich ein fulminantes Comeback. Fortan halten beide Klitschko-Brüder WM-Titel im Schwergewicht, was boxhistorisch noch nie zuvor vorkommt.
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Seinen 2008 erkämpften Weltmeistertitel verteidigt Vitali Klitschko gegen neun Herausforderer bis zum September 2012. Nach dem Sieg gegen Manuel Charr in seinem letzten Kampf beendet er seine Karriere als amtierender Boxweltmeister.
Zusammenfassend verlor Vitali in seiner gesamten Profilaufbahn nur zwei Kämpfe. Sowohl im Kampf gegen Byrd als auch im Fight mit Lewis wurde der Heißsporn lediglich von einer Verletzung ausgebremst.
Die Klitschko-Dominanz
Gut ein Jahrzehnt lang herrschte eine komplette Klitschko-Dominanz in der Welt des internationalen Boxens. Zwischen 2004 und 2015 gelang es niemandem, einen der beiden Brüder zu besiegen.
Vitali Klitschko beweist, dass Sportler auch was im Kopf haben können. Nachdem er seine Sportler-Karriere beendete, ruht er sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern engagiert sich politisch in seiner Heimat, der Ukraine.
Politische Karriere
Andere große Aufgaben warteten mittlerweile auf ihn. Vitali Klitschko engagiert sich in seiner Heimat politisch und wird im Dezember 2012 zum Vorsitzenden der neu gegründeten Partei UDAR (heute Block Petro Poroschenko) gewählt. Seit dem 25. Mai 2014 ist Vitali außerdem Bürgermeister von Kiew - Hauptstadt und größte Metropole der Ukraine. Im November 2020 wird er als Bürgermeister wiedergewählt. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine setzt er sich ebenfalls für sein Volk ein.
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Vitali Klitschko wurde bei dieser Farbrevolution eine zentrale Figur. 2010 gründete er die pro-westliche Partei UDAR und wurde 2014 erstmals zum Bürgermeister von Kiew gewählt. 2015 wurde der ehemalige Profi-Sportler zum Vorsitzenden des Block Poroschenko ernannt, die Partei ist ein Zusammenschluss aus der UDAR und dem Block Petro Poroschenko. Unterstützt wurde Klitschko unter anderem von Angela Merkel und der Konrad-Adenauer-Stiftung.
| Name | Vitali Klitschko |
|---|---|
| Geburtsort | Belowodsk |
| Geburtstag | 19.07.1971 |
| Größe | 2,01m |
| Aktuelle Position | Bürgermeister von Kiew |
Abschließend lässt sich sagen, dass Vitali Klitschko nicht nur ein außergewöhnlicher Sportler, sondern auch eine beeindruckende Persönlichkeit ist, die sich mit Mut und Entschlossenheit für ihr Land einsetzt.
