Floorball Verband Niedersachsen: Informationen und Hintergründe zum wachsenden Sport

Floorball, auch bekannt als Unihockey, erobert die Welt im Sturm, und Deutschland macht mit. Aber was genau ist Floorball eigentlich? Es ist eine der am schnellsten wachsenden Mannschaftssportarten weltweit, mit knapp 2 Millionen Mitgliedern.

Die Popularität von Floorball in Deutschland

In Deutschland erlebt Floorball seit einigen Jahren einen bundesweiten Boom. Floorball Deutschland vereint als Dachverband über 10.000 lizenzierte Spieler mit Vereinen in jeder Region, von den Nationalmannschaften und Bundesligen bis zum Breiten- und Schulsport. Im Jahr 2014 hatte der Floorball Verband Deutschland knapp 10.000 lizenzierte Spieler. 2015 wurde der Verband dann mit 10.961 Mitgliedern in den DOSB aufgenommen und hatte 2017 knapp 12.000 Mitglieder. Besonders bei den männlichen 7- bis 14-Jährigen ist der Sport sehr beliebt, hier zählt der DOSB knapp 3.200 Mitglieder, ein Wachstum lässt sich aber in allen Altersgruppen feststellen.

Unterschiede zu anderen Hockeysportarten

Obwohl Hockey und Floorball beide zur Hockeyfamilie gehören, gibt es wesentliche Unterschiede. Hockey ist schon seit 1908 eine Disziplin der Olympischen Spiele, bei der 11 Spieler von jeder Mannschaft gleichzeitig auf dem Spielfeld stehen. Beim Floorball gibt es verschiedene Varianten, in denen 3-6 Spieler von jeder Mannschaft auf dem Spielfeld stehen. Bei den professionellen Wettbewerben wird jedoch mit 5 Spielern und einem Torwart von jeder Mannschaft auf dem Spielfeld gespielt. Spieler dürfen beim Floorball beispielsweise auch hinter dem Tor spielen, genau wie man es auch vom Eishockey kennt. Der Ball ist nur im Aus, wenn er über die 50 cm hohe Bande fliegt, die das Spielfeld umkreist. Also anders als beim Eishockey, wo der Ball im Aus ist, wenn er über die Linie kommt, wie man es auch vom Handball oder Fußball kennt.

Gründe für die wachsende Beliebtheit

Es gibt mehrere Gründe, die ausschlaggebend dafür sein könnten, dass Floorball in Deutschland immer beliebter wird. Einer davon könnte sein, dass selbst die größte Floorballbahn nur halb so groß ist, wie die beim Hockey und damit genau so groß ist, wie eine Handballbahn. Damit kommen wesentlich mehr Hallen in Frage, wo der Sport betrieben werden kann. Dem Eishockey hat Floorball voraus, dass es auf ganz normalem Untergrund gespielt werden kann. Außerdem erfordert es nur 6 Spieler, um eine Mannschaft zu gründen. Die Sportart ist darüber hinaus wesentlich ungefährlicher als Eishockey, da hier nur ein sehr leichter Stock mit einem Plastikhals verwendet wird, der nur dafür gemacht ist, den Ball zu spielen. Körperkontakt und Tackling sind verboten.

Floorball ist für alle Altersklassen extrem einfach zu erlernen, garantiert für Kinder sowie Jugendliche eine Menge Spaß und regelmäßige Erfolgserlebnisse, fördert aber dennoch die körperliche Motorik, Fitness und den Teamgeist.

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Die Regeln und das Spielfeld

Floorball oder auch Unihockey genannt ist eine Indoor Mannschaftssportart. Jeder Spieler hat einen Unihockeystock. Ziel des Spiels ist es, den kleinen, löchrigen, hohlen Plastikball mit dem Stock in das Tor des Gegners zu schießen. Die Regeln unterscheiden sich im Unihockey zwischen Groß- und Kleinfeld. In Deutschland wird in regionalen und überregionalen Meisterschaften, wie auch in den meisten Vereinen, im Kleinfeld gespielt. Die "Großfeld- Variante" wird als Königsklasse dieser Sportart bezeichnet und wird seit vielen Jahren in Ländern wie z.B. Schweden, Norwegen und der Schweiz mit großer Publikumsresonanz gespielt. Seit einigen Jahren gibt es auch in Deutschland eine Bundesliga, in der ausschließlich Großfeld gespielt wird.

Die Größe des Spielfelds entspricht beim Großfeld der eines Handballfeldes und beträgt 40 x 20 Meter. Beim Kleinfeld ist es etwas kleiner, und zwar 28 x 14 Meter. Dementsprechend kann der Sport, egal ob Groß- oder Kleinfeld, hervorragend drinnen gespielt werden. Das Spielfeld ist von einer 50 cm hohen Bande umgeben, die als Sturzraum dient. Die Banden dürfen außerdem aktiv für Pässe genutzt werden. Die Ecken des Spielfeldes sind abgerundet. Zum Auswechseln der Spieler stehen sogenannte "Auswechselzonen" zur Verfügung. An jedem Ende des Spielfelds steht ein Tor, welches bei der Großfeld, wie auch bei der Kleinfeld Variante 115 x 160 x 65 cm groß ist. Das Tor ist von einem 3 x 4,5 Meter großem "Torraum" umgeben, das markiert, wie weit der Torwart der Torwart den Ball mit den Händen berühren darf, ähnlich wie beim Fußball. Beim Großfeld ist dieser etwas größer, nämlich 4 x 5 Meter. Dem Tor vorgelagert ist ein Schutzraum, welcher von den Feldspielern nicht betreten werden darf. Er misst 1 x 2,50 m. Das Tor an sich ähnelt einem Eishockeytor und genau wie beim Eishockey steht das Tor ein Stück von der hinteren Bande entfernt - 2,35 Meter beim Kleinfeld und 2,85 Meter beim Großfeld, um genau zu sein.

Spielablauf und Ausrüstung

Ein Spiel hat 3 Spielabschnitte à 20 Minuten mit zwei 10 - minütigen Pausen. Die Zeit wird beim Großfeld effektiv gemessen, was bedeutet, dass die Zeit bei Unterbrechungen durch Fouls o.ä. Jedes Team hat 1 Timeout per Spiel. Die beiden Mannschaften bestehen jeweils aus 3 Feldspielern im Kleinfeld und 5 im Großfeld und einem Torwart. Zu jedem Spiel dürfen sich 14 Spieler jeder Mannschaft anmelden. Der Torwart ist mit einem Helm, Handschuhen und Bein-, Ellenbogen- und Brustpolstern geschützt. Allerdings darf seine Ausrüstung nicht seine Abwehrfläche vergrößern.

Ein Floorball-Ball ist ein hohler, gelöcherter Plastik-Ball (26 Löcher insgesamt). In der Regel ist er weiß. Außerdem hat er einen Durchmesser von 72 mm und wiegt 23 Gramm. Ein Unihockeystock ist wesentlich kleiner als ein Eishockeystock, besteht aber auch aus einem Schaft und einer Schaufel. Der Schaft ist in der Regel aus Kohlenstofffaser, Glasfaser oder Verbundwerkstoff. Als Rechtshänder sollte der Schaft in der Regel nach rechts zeigen, da mit dieser Seite ausgeholt und geschossen wird. Beim Unihockeystock redet man oft vom "Flex-Wert". Dieser Wert gibt die Elastizität des Stocks an. Der härteste Stock hat einen Flex-Wert von 23 mm, der weichste einen von 36 mm. Die Schaufel am Ende des Stocks darf maximal 30 cm gekrümmt sein und hat im Gegensatz zum Eishockeyschläger Löcher. Der Stock sollte dem Spieler ca. bis zum Bauchnabel gehen. Es darf jederzeit und unbegrenzt oft gewechselt werden. Der Torwart darf auch gegen einen Feldspieler ausgewechselt werden.

Wichtige Spielsituationen

  • Bully: Ein Bully wird immer dann vorgenommen, wenn ein Spielabschnitt beginnt oder ein Tor gefallen ist.
  • Einschlag: Der Ball ist im Aus, wenn er das Spielfeld verlässt oder Gegenstände über dem Spielfeld berührt.
  • Freischlag: Bei einem Vergehen, wird dem betroffenem Team ein Freischlag zugesprochen.
  • Strafschuss: Wenn ein Vergehen so schwerwiegend war, dass ein Team eine direkte Torchance bekommen soll, wird ein Strafschuss zugesprochen.

Zeitstrafen

Genau wie in anderen Sportarten können im Floorball Zeitstrafen verhängt werden, wenn das Vergehen des Spielers dementsprechend schwerwiegend war. Wenn eine Zeitstrafe verhängt wird, muss der bestrafte Spieler das Spielfeld verlassen und darf nicht ersetzt werden. Das Team spielt also mit einem Spieler weniger. Je Team darf nicht mehr als eine Zeitstrafe gleichzeitig gemessen werden. Muss allerdings mehr als ein Spieler gleichzeitig eine Zeitstrafe absitzen, darf das Team dennoch mit drei Spielern spielen. Im Floorball wird eine Zeitstrafe erst verhängt, wenn das "unschuldige" Team nicht mehr in Kontrolle des Balles ist. Wenn ein Team ein Tor erzielt, währen sie in der Überzahl sind, wird eine 2-Minuten Strafe der gegnerischen Mannschaft aufgehoben. Dies gilt nicht für 5-Minuten Strafen. Ein Spieler kann auch eine 10-Minuten Strafe für unsportliches Verhalten erhalten, u.a. Eine persönliche 10-Minuten Strafe zieht immer eine 2 Minuten-Strafe für das Team nach sich. Nach 2 Minuten darf also wieder ein anderer Spieler aufs Feld, um den fehlenden Spieler zu ersetzen.

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Floorball-Verbände in Deutschland

Floorball ist in Deutschland in den letzten Jahren stetig gewachsen. Es gibt insgesamt 12 Landesverbände mit über 192 Vereinen die alle unter dem Dachverband "Floorball-Verband Deutschland e.V." verwaltet werden. Es gibt also reichlich Möglichkeiten, Floorball in Deutschland zu spielen.

  • Floorball-Verband Baden-Württemberg e.V.
  • Floorball Verband Berlin-Brandenburg e. V.
  • Bremer Floorball Bund e. V.
  • Floorball Bund Hamburg e. V.
  • Floorball Verband Niedersachsen e. V.
  • Nordrhein-Westfälischer Floorball Verband e. V.
  • Floorball Verband Sachsen e. V.
  • Floorball Verband Sachsen-Anhalt e. V.
  • Floorballverband Schleswig-Holstein e. V.

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