Grischa: Lodernde Schwingen – Eine Erklärung

„Lodernde Schwingen“ von Leigh Bardugo ist der dritte und somit letzte Band in ihrer „Grischa“-Trilogie. Damit führt Leigh Bardugo eine meiner absoluten Lieblingsreihen zu Ende - und das mit einem Finale, das der „Grischa“-Trilogie würdig ist!

Als absoluter Fan der „Grischa“-Welt habe ich sehnlichst auf dieses Buch gewartet, dem Erscheinungstermin regelrecht entgegen gefiebert. Meine Erwartungen waren nach „Eisige Wellen“ extrem hoch, aber Leigh Bardugo hat mich als Autorin noch nie enttäuscht. Schon nach dem ersten Kapitel war ich wieder voll und ganz in der Geschichte gefangen. Ich liebe Leigh Bardugos Stil, ihre Magie, ihre Welt, die mich auch diesmal wieder mit jeder Faser meines Körpers verzaubert haben. Die Autorin ist für mich ein großes Schreibtalent: Sie schafft es, ihre Leser so stark in ihre Geschichte hineinzuziehen, dass man alles um sich herum vergisst.

Handlung

Tief unter der Erde versteckt sich Alina vor dem Dunklen, der nun endgültig die Macht in Ravka übernommen hat. In einem unterirdischen Versteck suchen Alina und ihre Gefährten Schutz vor dem Dunklen. Doch dort wird Alina von Tag zu Tag schwächer, bis sie die Kraft der Sonne gänzlich zu verlieren droht. Um sie hat sich ein Kult gebildet, der sie als Sonnenkriegerin verehrt - doch in den Höhlen kann Alina ihre Kräfte nicht anrufen. Und die einst mächtige Armee der Grisha ist fast vollständig zerschlagen.

Zusammen mit Maljen und ihren engsten Freunden beschließt Alina, dass sie an die Erdoberfläche zurückkehren müssen. Sie müssen den dritten Kräftemehrer, den Feuervogel, finden, um dem Dunklen in einem alles entscheidenden letzten Kampf gegenüber treten zu können. Um seiner Schreckensherrschaft ein Ende zu setzen. Um dem Volke Rawkas das Licht zurückzugeben. Nicht nur Alina und Maljen werden Opfer bringen müssen.

Alinas letzte Hoffnung gilt nun den magischen Kräften des legendären Feuervogels - und der winzigen Chance, dass ein geächteter Prinz noch leben könnte. Gemeinsam mit Mal macht sich Alina auf die Suche. Doch der Preis für die uralte Magie des Feuervogels könnte alles zerstören, wofür sie so lange gekämpft haben.

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Die Charaktere

Dass Alina eine sehr schwankende Protagonistin ist, hat sie im Verlauf der gesamten Trilogie bereits mehrfach bewiesen. Im ersten Band hat sie noch als sehr unsicheres, unbeholfenes Mädchen agiert, während sie im zweiten Teil durch ihre Fähigkeiten und ihre Macht selbstsicherer und stärker geworden ist. In „Lodernde Schwingen“ muss Alina erneut Rückschläge erleiden. Ihre Kräfte, durch die sie sich identifiziert hat, verweigern sich ihren Befehlen und machen Alina so wehrlos, wie sie einst war. Doch nun trägt sie eine schwere Verantwortung auf ihren Schultern: Die Hoffnung ganz Rawkas ruht auf ihr, der Sonnenkriegerin. Die Menschen verlassen sich auf sie, vergöttern sie sogar. Aber wie soll Alina ihrer Verantwortung gerecht werden, wenn sie nicht einmal über ihre Kräfte verfügen kann? Trotzdem steckt Alina nicht den Kopf in den Sand. Sie flüchtet nicht, wie sie es früher getan hätte. Aus Alina ist längst eine reife und starke Protagonistin geworden, die für Rawka kämpft.

Dass Leigh Bardugo nicht nur eine Weltenzauberin ist, beweist sie vor allem durch ihre genialen Nebencharaktere. In kaum einer anderen Trilogie sind mir so viele Figuren begegnet, zu denen ich mir eigene Romane wünschen würde. Leigh Bardugo schreibt ihren Charakteren keine Rollen auf den Leib. Vielmehr wirkt es so, als hätte sie als Schicksalsschreiberin das Leben der Figuren in ihre Geschichte gelenkt. Vor allem der Dunkle und Nicolai sind Personen, die vor Facetten geradezu strotzen, mit ihren Persönlichkeiten faszinieren, mit ihren Hintergrundgeschichten begeistern.

Entwicklung der Handlung

Die Entwicklung des Handlungsverlaufs von „Lodernde Schwingen“ hat mir wahnsinnig gut gefallen. Nach dem relativ ruhigen Start, der beinahe nahtlos an den Vorgänger anknüpft, zieht Leigh Bardugo das Tempo rasch an. Die Spannung steigert sich, schon bald fallen die ersten Opfer. Doch für Alina muss die Reise weitergehen. Ohne den letzten Kräftemehrer kann sie sich dem Dunklen nicht im alles entscheidenden Kampf stellen. Ehe es im großen Finale um Leben und Tod geht, bietet Leigh Bardugo ihren Lesern einige Überraschungen und Wendungen, die einen mal jubelnd, mal schluchzend, mal bibbernd an den Seiten kleben lassen.

„Lodernde Schwingen“ steht seinen Vorgängern in nichts nach. „Lodernde Schwingen“ hat mich ab der ersten Seite wieder begeistert, mich mit Irrungen und Wirrungen an den Worten kleben lassen. Leigh Bardugo hat die Handlung mit vielen Hintergrundinformationen verfeinert und für eine gehörige Portion Spannung gesorgt. „Lodernde Schwingen“ hat mich partout nicht losgelassen! Bis zur letzten Seite war ich nicht mehr Teil der Realität, sondern des grandiosen „Grischa“-Universums, das sich kein Fantasy-Fan entgehen lassen sollte.

Das Grisha-Universum

Entdecken Mit ihren Büchern rund um das Grisha-Universum entführt uns Leigh Bardugo in eine Welt voller Magie, fabelhaften Charakteren und einem einzigartigen Nervenkitzel. Passend untermalt von der Verfilmung als großes Serienevent “Shadow and Bone” von Netflix, erscheint jetzt am 16. März 2023 die zweite Staffel.

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Wer sich, so wie ich, nach der letzten Seite noch nicht aus dem magischen und faszinierenden Grischa-Universum verabschieden will, darf nun erleichtert sein und sich freuen! Denn Leigh Bardugo schreibt bereits an einer neuen Reihe, die die Geschichte von Alina zwar nicht fortführen, aber dennoch in der gleichen Welt spielen wird. Neue Charaktere werden im Fokus der Handlung stehen, die wir an neue Schauplätze begleiten werden dürfen - und vielleicht dürfen wir uns sogar über den einen oder anderen Gastauftritt freuen.

Die Welt von Ravka

Das Land Ravka ist der Haupthandlungsort der Grisha-Trilogie und der King-of-Scars-Dilogie und wird von einem Zaren regiert. Der Zarensitz und die Hauptstadt liegen in Ost-Ravka, das durch die Schattenflur von West-Ravka abgeschnitten ist. Die Schattenflur, die West- und Ost-Ravka teilt, ist eine Region aus Dunkelheit, die nicht einfach durchquert werden kann, weil in ihr Monster wohnen.

Die Grisha

In Ravka gibt es magisch begabte Personen, die Grisha. Korporalkis können Körper manipulieren und tragen eine rote Kefta. Ätheralkis können verschiedene Elemente kontrollieren und ihre Kefta-Farbe ist Blau. Materialki können unterschiedliche Materialien manipulieren und die Farbe ihrer Kefta ist Purpur.

Wichtige Charaktere

  • Alina Starkov: Wurde in einer kleinen Siedlung geboren. Ihre Familie wurde während der Kriege getötet, den größten Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in einem Waisenhaus. Als sie 16 wird, werden Alina und ihr bester Freund Mal zu Soldaten der Ersten Armee ausgebildet.
  • Malyen Oretsev: Verbrachte den Großteil seiner Kindheit im Waisenhaus von Keramzin, wo er Alina kennenlernte, mit der ihn seither eine unzertrennliche Freundschaft verbindet. Er zeigte früh eine Begabung als Fährtenleser, und wird später darin ausgebildet.
  • Der Dunkle: Ist ehrgeizig und machthungrig. Er führt die magisch begabten Grisha der Zweiten Armee an. Sein oberstes Anliegen ist es, die Grisha von Sklaverei und Unterdrückung zu befreien, und dafür ist ihm jedes Mittel recht.
  • Nikolai Lantsov: Ist der neue Zar von Ravka.
  • Zoya Nazyalensky: Ist eine mächtige Grisha im Dienst von Nikolai.
  • Nina Zenik: Ist eine Entherzerin aus Ravka, die sich den Krähen in Ketterdam angeschlossen hatte.
  • Genya Safin: Kämpft ebenfalls auf der Seite des neuen Zars von Ravka. Sie ist eine mächtige Bildnerin und hat im Kampf gegen den Dunklen ein Auge verloren.

Fazit

Mit „Lodernde Schwingen“ endet die Grisha-Trilogie von Leigh Bardugo. Bereits die ersten beiden Bände haben mir sehr gefallen und der Cliffhanger am Ende von „Eisige Wellen“ hat mich quasi dazu gezwungen, sofort weiterzulesen. Doch auch wenn ich mich schon sehr auf die Lektüre gefreut habe, wusste ich auch, dass Alinas Geschichte damit beendet ist. Ich empfand also Vorfreude auf das Finale als auch Wehmut, dass mir nur noch wenige Seiten bis zum Ende der High Fantasy-Reihe bleiben.

Auch dieser Band konnte mich wieder beeindrucken, auch wenn das Ende nicht ganz meinen Vorstellungen entsprochen hat. Nachdem mich "Grisha - Goldene Flammen" und "Grisha - Eisige Wellen" schon angefixt hatten, war ich heilfroh, gleich den dritten und letzten Band zur Hand zu haben.

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