Russland hat sich im Jahr 2025 weiterhin als eine der führenden Nationen im Mixed Martial Arts (MMA) etabliert. Zahlreiche russische Kämpfer haben in verschiedenen Organisationen Weltmeistertitel errungen und verteidigt.
Erfolgreiche russische MMA-Kämpfer
- Islam Makhachev: Setzte seine Dominanz in der UFC-Leichtgewichtsklasse fort. Bei UFC 311 verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen Renato Moicano und baute seine Siegesserie auf 15 Kämpfe aus.
- Magomed Ankalaev: Krönte sich zum UFC-Halbschwergewichtschampion, nachdem er mehrere Top-Gegner besiegt hatte.
- Usman Nurmagomedov: Cousin von Khabib Nurmagomedov, setzte die Familientradition fort und dominierte die Leichtgewichtsklasse bei Bellator.
- Shamil Musaev: Eroberte den Weltergewichtstitel in der Professional Fighters League (PFL).
- Anatoly Malykhin: Dominierte sowohl die Schwergewichts- als auch die Halbschwergewichtsklasse in der ONE Championship.
Dagestan: Eine Brutstätte für MMA-Kämpfer
Dagestan ist eine russische Bergregion und gilt als absolute Fighter-Fabrik. Dort werden mit gnadenlosen Methoden die brutalsten MMA-Kämpfer der Welt ausgebildet. Statt in die Kita, droppen Eltern ihre Kinder direkt im Gym oder lassen sie gegen Bären ringen. Aber woher kommt dieser Hype um Kampfsport in Dagestan?
Khabib Nurmagomedov im Fokus der Steuerbehörden
Khabib Nurmagomedov gilt als einer der größten MMA-Kämpfer aller Zeiten und dominierte die UFC im Leichtgewicht ungeschlagen über Jahre. Nun hat er offenbar Probleme mit den Steuerbehörden von Kremlchef Wladimir Putin.
Dem ehemaligen Weltmeister im Leichtgewicht des MMA-Kampfsportverbands Ultimate Fighting Championship (UFC) wird vorgeworfen, insgesamt 306 Millionen Rubel (etwa 3,3 Millionen US-Dollar) Steuern nicht ordnungsgemäß gezahlt zu haben. Mehrere private und geschäftliche Konten des Ausnahmesportlers sollen deshalb nun in Russland gesperrt worden sein. Dies berichten unter anderem Mash Media und der in Deutschland blockierte Staatssender RT.
Es heißt, Nurmagomedov habe nach seiner Käfig-Karriere, die er im Jahr 2020 beendete, in Unternehmen investiert und diese schließlich an Verwandte und Partner übertragen. Als die Unternehmen bald darauf geschlossen wurden, soll die russische Steuerbehörde auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam geworden sein. Der Vorwurf an Khabib-Seite: Der aus den Übertragungen angefallene Steueranteil soll zum Kauf von Hotels und Start-ups in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei verwendet worden sein.
Lesen Sie auch: UFC-Legenden
Die eingefrorenen Konten betreffen nicht nur seine persönlichen Finanzen, sondern auch seine wohltätigen Initiativen und seine Promotionfirma Eagle FC. Diese gründete Nurmagomedov im Jahr 2020, nachdem er Gorilla Fighting Champions für eine Million Dollar gekauft hatte.
Nurmagomedov ist einer der erfolgreichsten MMA-Kämpfer aller Zeiten und ging im Jahr 2020 mit einer außergewöhnlichen Bilanz von 29-0 ungeschlagen in den Ruhestand. Während seiner Siegesserie besiegte er Top-Stars wie Conor McGregor, Dustin Poirier und Justin Gaethje. Allein die Kampfgagen des Sportlers summierten sich Medienberichten zufolge im Laufe der Jahre auf mehr als 20 Millionen Dollar.
Jeff Monson: Vom MMA-Kämpfer zum Parlamentarier
Der ehemalige MMA-Star Jeff Monson hat einen Sitz im Parlament der Republik Baschkortostan erhalten. Monson war bei den Regionalwahlen am vergangenen Wochenende als Kandidat der Regierungspartei „Einiges Russland“ angetreten.
Monson erlangte 2018 die doppelte Staatsbürgerschaft, als er durch ein Dekret von Präsident Wladimir Putin den russischen Pass erhielt. Berichten zufolge erklärte Monson bereits im Februar 2023 seine Bereitschaft, auf die amerikanische Staatsbürgerschaft zu verzichten und den Rest seines Lebens in der Russischen Föderation zu verbringen.
„Ich habe meinen amerikanischen Pass dem US-Konsulat in Istanbul übergeben. Aufgrund der Politik dieses Landes habe ich auf die US-Staatsbürgerschaft verzichtet“, sagte Monson der russischen Nachrichtenagentur TASS im vergangenen Mai. „Jetzt bin ich kein Amerikaner mehr, ich bin nur noch Russe“, fügte er hinzu.
Lesen Sie auch: Blumenkohlohr vorbeugen
Er gehört nun zu den 87 Mitgliedern der Regierungspartei, die in die Staatsversammlung von Baschkortostan gewählt wurden.
Dorobshokh Nabotov: Ein aufstrebender Stern
Dorobshokh Nabotov (*31. Januar 1999) ist ein ungeschlagener MMA-Kämpfer aus Tadschikistan. Der 25-Jährige tritt im Leichtgewicht an und trainiert in Tscheljabinsk, Russland, als Mitglied des Teams REM 93.
Ein Wendepunkt in Nabotovs Karriere war die Pressekonferenz zu UFC 308 im Oktober 2024 in Abu Dhabi. In einer mutigen Aktion bat er öffentlich UFC-Präsident Dana White um einen Vertrag. Beeindruckt von seiner Entschlossenheit lud White ihn ein, im Dezember 2024 bei einer Veranstaltung von Chan Sung Jung ("The Korean Zombie") in Korea anzutreten.
Khamzat Chimaev: Triumph und Kontroverse
Zum ersten Mal ist ein Tschetschene Champion in der weltweit größten MMA-Organisation UFC geworden. Das Aufeinandertreffen der beiden bei dem Event UFC 319 am vergangenen Samstag in Chicago war nicht nur das von Titelträger und Herausforderer, sondern das von zwei physisch Unaufhaltbaren.
Die US-amerikanische und weltweit größte MMA-Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC) verkaufte den Kampf als „Keine Ruhe vor dem Sturm“ - und behielt recht. Was folgte, war eine beeindruckende, 25-minütige Machtdemonstration des Tschetschenen. Keine Runde verging, ohne dass er du Plessis spielend leicht zu Boden brachte und dort dominierte. Nach fünf Runden stand der Sieger fest und um Chimaevs Hüften prangte der goldene UFC-Gürtel, auf den er seit 2018 hinarbeitet. Doch während man sich sportlich für den 31-Jährigen freuen kann, ist das politisch keineswegs der Fall.
Lesen Sie auch: Gehälter und Preisgelder bei Oktagon MMA
Ihr Anführer, der „Bluthund“ Ramsan Kadyrow, ist ein von Putin offiziös installierter Machthaber, der erbarmungslos und islamistisch regiert. Viele Kämpfer werden in seinem eigenen „Fight Club Akhmat“ ausgebildet, kämpfen später in den größten Ligen und erreichen dadurch die größtmögliche Plattform für den Diktator.
Der Sieg und bereits die Vorbereitungen von Chimaev wurden auf dem Instagram-Kanal des Clubs erwartungsgemäß und mit hoher Reichweite verbreitet. Und auch der MMA-Kämpfer zeigt sich auf seinen Kanälen mit dem Diktator, seinen Söhnen und bewirbt tschetschenische und russische Bauprojekte.
Deswegen stören den UFC-Präsidenten Dana White seine Verbindungen zu Kadyrow auch nicht. Die Moral weicht bekanntlich dem Kapital.
Beziehungen zwischen Putin und MMA-Kämpfern
Im Jahr 2019 empfing Russlands Präsident Wladimir Putin den damaligen UFC-Weltmeister Khabib Nurmagomedow in Moskau. Grundsätzlich pflegt die Regierung von Wladimir Putin ein enges Verhältnis zu den erfolgreichen Sportlern der Teilrepublik Dagestan.
Nachdem Nurmagomedow den wohl am meisten beachteten Kampf seiner Karriere gegen MMA-Superstar Conor McGregor im Jahr 2018 gewonnen hatte, sendete Putin nicht nur persönliche Glückwünsche. Laut UFC-Präsident Dana White soll Russlands Präsidenten dem damaligen Champion sogar 20 Millionen Dollar überwiesen haben, als Anerkennung seiner sportlichen Leistung.
