Warum Khabib Nurmagomedov seine MMA-Karriere beendete

Khabib Nurmagomedov zählt zweifellos zu den allerbesten UFC-Kämpfern. Er ist ungeschlagen als UFC-Champion abgetreten.

Der Russe Khabib Nurmagomedov brach nach seinem Sieg über den US-Amerikaner Justin Gaethje nach dessen Aufgabe in Runde zwei in Tränen aufgelöst zusammen. Denn für den 32-Jährigen war es ein immens emotionaler Kampf. Der 29. seiner Karriere. Der zugleich sein letzter gewesen sein wird. Denn Khabib beendete noch im Oktagon seine einmalige Karriere.

Sein abruptes Karriereende direkt nach seinem 29. Kampf erklärt er mit dem Verlust seines Vaters. Im Juli starb sein Vater Abdulmanap, der auch sein Mentor und Trainer gewesen war, mit 57 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion.

Ohne ihn an seiner Seite wollte „The Eagle“ - so sein Kampfname - nicht weitermachen. Das habe er seiner Mutter bereits im Vorfeld des Aufeinandertreffens mit Gaethje in Abu Dhabi versprochen. „Ich habe ihr mein Wort gegeben und das halte ich auch. Das hier war mein letzter Kampf“, sagte Khabib nach dem finalen Sieg. Und so tritt der Leichtgewichts-Champion ungeschlagen ab.

So erklärte Dana White, mächtiger Präsident der UFC: „Man muss darüber nachdenken, ihm den GOAT-Status zu verleihen.“ Zur Erklärung: GOAT steht für „Greatest of all Time“ - also der Beste aller Zeiten.

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Der wie so viele Kontrahenten zuvor letztlich chancenlose Gaethje ließ den Superstar wissen: „Ich hatte noch nicht die Chance, es dir zu sagen. Aber dein Verlust macht mich sehr traurig. Du hast deinen Vater sehr stolz gemacht.“

Besondere Aufmerksamkeit bekam aber eine Social-Media-Botschaft von Conor McGregor, wegen seiner extravaganten Auftritte das Aushängeschild der UFC. Der Ire war Khabib 2018 in Las Vegas bei dessen erster Titelverteidigung ebenfalls unterlegen gewesen und hatte seinen Kontrahenten schon vor dem Kampf bis aufs Blut provoziert.

Nun schlug „The Notorious“ versöhnliche Töne in Richtung Khabib an: „Tolle Leistung. Ich werde weitermachen. Mein Respekt und Beileid wegen deines Vaters. An dich und deine Familie.“

Auch Khabib meldete sich noch einmal über seine Social-Media-Kanäle. Seine Botschaft war aber an seinen Vater gerichtet. „Wenn Allah bei dir ist, kann dich niemand brechen, niemand. Danke für alles, Vater. Du hast mich mein ganzes Leben lang gelehrt, möge Allah dir das bestmögliche Paradies bescheren.“

„Gerade jetzt schmerzt es. Es gibt nicht viele Menschen, die meine Stimmung verbessern könnten“, ließ Khabib nach dem Kampf wissen: „Es liegt an mir. Ich muss jetzt nach Hause gehen und allein damit klar kommen, vor allem weil man diesen Weg allein geht.“

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Am 26.10.2020 verkündete Khabib Nurmagomedov sein Karriereende. Er verzichtet damit freiwillig auf einen Mega-Fight. Dem Russen geht ein unfassbarer Paycheck durch die Lappen.

"Das war mein letzter Kampf. Ich werde ohne meinen Vater nicht mehr in den Ring zurückkehren. Das habe ich meiner Mutter versprochen." Wenige Minuten zuvor hatte der Leichtgewichts-Weltmeister Justin Gaethje in der 2. Runde durch Aufgabe besiegt und damit seinen 29. Sieg im 29. MMA-Kampf gefeiert.

Khabib hält Versprechen an Mutter. Der Sieg gegen die laut ESPN-Statistik Nummer zwei der Leichtgewicht-Division war der Schlusspunkt einer einzigartigen Karriere.

"Ich habe ihr (seiner Mutter, Anm. d. Red.) versprochen, dass das mein letzter Kampf war. Wenn ich mein Wort gebe, halte ich es. Heute möchte ich bekannt geben, dass das mein letzter Fight war."

UFC-Präsident Dana White erklärte, dass sich der Champion vor drei Wochen den Fuß gebrochen hatte und mit zwei gebrochenen Zehen und einem kaputten Knochen im Fuß kämpfte.

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"Das war der Traum meines Vaters. Was soll noch kommen?", schloss Khabib seine Rücktrittserklärung.

Bereits im ersten Duell nahm Khabib mit seiner Kampfbörse (2 Mio. Dollar) und Anteilen an den PPV-Verkäufen insgesamt 50 Millionen Dollar ein, wenige Wochen vor seinem Tod sagte Khabibs Vater: "Wir brauchen die Revanche gegen Conor, aber gebt uns dafür 100 Millionen Dollar."

Er legte in der Nacht auf Sonntag bewusst seine Handschuhe in die Mitte des Rings und erklärte, dass er sowohl McGregor als auch dessen Gegner Poirier bereits bezwungen habe. Er müsse niemandem mehr etwas beweisen, auch aus kommerzieller Sicht nicht.

"Er ist der weltbeste Kämpfer und man muss darüber nachdenken, ob er den GOAT-Status erreicht hat. Wir können glücklich sein, ihn hier kämpfen gesehen zu haben", meinte UFC-Boss White, der das Karriereende seines größten Draws ernst nehmen will.

Und auch McGregor fand nach dem Sieg gegen Gaethje bemerkenswerte Worte für seinen Rivalen: "Tolle Leistung. Ich werde weitermachen."

Wenige Monate nach dem Tod seines Vaters kehrte UFC-Superstar Khabib Nurmagomedov zurück. Für den schwersten Kampf seines Lebens sollte er "Papas Plan" folgen.

Nurmagomedovs Kampfbilanz stand bei unglaublichen 28 Siegen und null Niederlagen, er schlug schon Ikone Conor McGregor - doch ein schmerzhafter Verlust machte den Fight am Samstag zur wohl größten Herausforderung in seiner Karriere.

Am 3. Juli starb Vater Abdulmanap Nurmagomedov, den Khabib immer als seine besten Freund bezeichnete, im Alter von 57 Jahren nach einer Corona-Infektion und Herzkomplikationen in einem Moskauer Krankenhaus.

Die Mission Titelverteidigung gegen Gaethje ging Nurmagomedov im Gedenken an seinen Vater an. Vor über einem Jahr, am 7. September 2019, stand Nurmagomedov bei UFC 242 in Abu Dhabi Dustin Poirier gegenüber. Damals zum ersten und einzigen Mal in seiner UFC-Karriere in seiner Ecke: Vater Abdulmanap. Wegen Visa-Problemen konnte dieser nie an der Seite seines Sohnes sein - einen der wichtigsten Siege überhaupt erlebte der Papa aber hautnah mit.

Er wisse nicht, wie es sich anfühlen wird, jetzt wieder zum Octagon zu marschieren, sagte Khabib zuletzt: "Physisch fühle ich mich großartig. Mental auch. Aber das wird zum ersten Mal eine harte Situation für mich, wenn ich in den Käfig steige."

Mit ihrer Kampftaktik unter diesem Namen werden Nurmagomedov und Headcoach Mendez den Vater ehren - indem der Junior genau das umsetzt, was ihm Abdulmanap ein Leben lang beigebracht hat: den Fight am Boden.

Darum hat sich auch das kurze Kommando "Bring ihn zu Boden! Papas Plan" beim Duo bereits im Sparring vor dem Gaethje-Fight eingebürgert.

"Ich werde nach vorne gehen, Druck aufbauen und ihn müde machen", erklärte Nurmagomedov bei DAZN seine Taktik gegen Gaethje, der mit bereits fünf Knockouts bei UFC seine Stärken eher im Stand hat: "Ich möchte ihn einfach zur Aufgabe zwingen. Erst mache ich ihn müde und dann zwinge ich ihn zur Aufgabe."

Der 32-jährige Russe sank anschließend in der Mitte des Achtecks auf die Knie, vergrub sein Gesicht in den Armbeugen und weinte. Als Nurmagomedov aufstand, zog er seine Handschuhe aus und sagte: "Das ist mein letzter Kampf in der UFC".

Zuletzt hatte noch im Raum gestanden, ob Nurmagomedov in den kommenden Monaten gegen Konkurrent Georges St-Pierre antreten würde. Daraus wird nun aber wohl nichts mehr. Wenn er seiner Mutter sein Wort gebe, "muss ich dem auch folgen".

Nurmagomedov hat in seiner Karriere 29 Kämpfe bestritten und alle gewonnen, darunter auch gegen MMA-Star Connor McGregor. 13 Siege holte er innerhalb von acht Jahren, achtmal gewann er durch Knockout.

Im Moment des Sieges wurde Khabib Nurmagomedov schlagartig todtraurig. Er lief in die Ringmitte und sank zu Boden. Sekunden zuvor hatte er seinem Gegner mit einem Würgegriff die Luft geraubt. Nun kauerte der Russe mitten im Käfig und weinte. Die Emotionen ließen seine Muskeln zittern.

Es war die Szene des Abends, an dem Nurmagomedov auch in seinem letzten Kampf ungeschlagen bleiben sollte. Kurz nach der Verteidigung des Leichtgewicht-Titels bei der Ultimate Fighting Championship (UFC) verkündete der Kampfsport-Superstar überraschend sein Karriereende.

In Abu Dhabi zwang der 32 Jahre alte Kämpfer am Samstagabend Justin Gaethje in der zweiten Runde zur Aufgabe. Bereits in der ersten Runde hatte Nurmagomedov seinen amerikanischen Gegner am Rande einer Niederlage. Für ihn war es der 29. Sieg im 29. Duell.

Kurz nach der Siegerehrung knüpfte er seine Handschuhe auf und griff zum Mikrofon. „Das war mein letzter Kampf. Ich werde ohne meinen Vater nicht mehr in den Ring zurückkehren“, sagte er in einer emotionalen Rede. „Ich habe es meiner Mutter versprochen, dass es mein letzter Kampf wird. Und wenn ich mein Wort gebe, muss ich mich daran halten.“

Sein Vater Abdulmanap Nurmagomedov, der jahrelang auch sein Trainer gewesen war, starb im Juli mit 57 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion. Mit ihm verband Nurmagomedov eine besondere Beziehung.

Zuletzt hatte Nurmagomedov noch über einen möglichen Kampf gegen UFC-Star Georges St-Pierre gesprochen. Daraus wird nichts. Im Gegensatz zu McGregor, der bereits zweimal zurückgetreten ist, ist Nurmagomedovs Entscheidung offensichtlich unumstößlich.

So unumstößlich wie Nurmagomedov selbst. Unbesiegt kehrte er nun in seine Heimat Dagestan zurück. Laut „Forbes“ soll er allein im Jahr 2019 16,5 Millionen Dollar verdient haben.