In der Welt des Schmucks ist Gold seit jeher ein Symbol für Reichtum und Eleganz. Da reines Gold für die Schmuckherstellung zu weich ist, werden Goldlegierungen verwendet, die nicht nur die Stärke, sondern auch die Farbpalette des Edelmetalls erweitern. Eine Goldlegierung besteht aus Gold und einem oder mehreren anderen Metallen. Die Zusammensetzung bestimmt dabei nicht nur die Farbe des Endprodukts, sondern auch dessen Dichte und Haltbarkeit.
Was ist Karat?
Karat (abgekürzt kt oder C) ist ein traditioneller Begriff, der im Schmuckbereich verwendet wird, um den Goldanteil in einer Legierung anzugeben. Karat ist eine Maßeinheit für den Feingehalt von Gold. Sie gibt den Goldgehalt einer Legierung in 1/24-Teilen an. So entspricht reines Gold zu 24/24 Gewichtsanteilen aus Feingold (24 Karat). 8-karätiges Gold dagegen besteht beispielsweise nur zu 8/24 Anteilen und damit zu 33,3% aus reinem Gold.
Je mehr Gold in der Legierung vorhanden ist, desto höher die Karatzahl. 24 Karat ist die höchste Karatzahl und steht für Gold mit einer Reinheit von 99,9%, also 999er Gold. Die niedrigste gängige Karat-Angabe ist 8 Karat und steht für 333er Gold, das vor allem in Deutschland zu finden ist.
Allerdings wird Karat auch als Gewichtseinheit verwendet. So steht 1 Karat für 0,2 Gramm und wird auch als metrisches Karat bezeichnet. Diese Angabe bezieht sich meist auf Edelsteine, wie Diamanten und wird abgekürzt als „ct“ angegeben.
Karat und Feingehalt
Der Feingehalt oder auch Feinheit bezeichnet den Anteil eines Edelmetalls in einer Legierung, angegeben in Tausendteilen (Promille) des Gesamtgewichts. Zum Beispiel bedeutet 585er Gold, dass der Goldanteil 585 Promille des Gesamtgewichts beträgt.
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Sowohl Karat als auch Feingehalt beschreiben den Anteil von reinem Gold in einer Legierung. Während der Feingehalt in Tausendteilen (Promille) angegeben wird, erfolgt die Karat-Angabe in 24er Teilen. Beide Werte sind relative Angaben, die grundsätzlich ineinander umgerechnet werden können.
Laut § 5 des Gesetzes über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren muss der Reinheitsgrad auch bei Schmuck in Promille angegeben werden. Bei Münzen und Barren wird der Goldanteil traditionell immer in Promille ausgewiesen.
Umrechnung von Karat in Feingehalt
Die Karatangaben lassen sich also ganz einfach in die ebenso gebräuchlichen Angaben in tausendstel Feingehalt der Goldlegierungen umrechnen. Allerdings ist die Umrechnung von Feingehalt in Karat nicht immer mathematisch exakt. Zum Beispiel entspricht 585er Gold genau genommen 14,04 Karat und nicht exakt 14 Karat. Nur 9 Karat, 18 Karat und 21 Karat lassen sich genau umrechnen.
Wenn die Punzierung nur eine Karat-Angabe enthält, können Sie in der Goldtabelle nachsehen, welcher Karat-Wert welcher Feinheit in Promille entspricht. Um den reinen Goldanteil in Gramm zu berechnen, multiplizieren Sie das Gesamtgewicht mit dem entsprechenden Promille-Wert.
Bedeutung von Karat für die Wertbestimmung
Die Angaben zu Karat oder Feingehalt geben den Anteil des reinen Goldes in einer Legierung an, auch bekannt als Reinheitsgrad. Diese Werte informieren über die Goldqualität und ermöglichen eine grobe Wertbestimmung von Goldprodukten. Der Goldgehalt wird bei Schmuckstücken durch eine Punzierung angezeigt - ein kleiner Stempel an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks.
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Je höher der Karatgehalt, desto mehr reines Gold enthält das Stück, was es wertvoller macht. Obwohl 24-Karat-Gold das reinste ist, wird es aufgrund seiner Weichheit seltener für alltägliche Schmuckstücke verwendet. Im Gegensatz dazu sind 18- und 14-Karat-Goldstücke erschwinglicher, langlebiger und dennoch edel.
Verschiedene Goldlegierungen und ihre Verwendung
Die Goldlegierungen 333, 375, 585, 750 und 925 sind in der Schmuckindustrie besonders verbreitet. Die Zahlen geben den Goldgehalt in Tausendteilen an. So enthält die Goldlegierung 333 33,3 % Gold, entsprechend 8 Karat. Die Goldlegierung 375 enthält 37,5% Gold, was auch als 9 Karat bekannt ist. Die Goldlegierung 585, oft als 14 Karat verkauft, besteht zu 58,5% aus Gold. Bei der Goldlegierung 750, entsprechend 18 Karat, erhöht sich der Goldanteil auf 75%. Die Goldlegierung 925 ist eigentlich als Sterlingsilber bekannt und enthält 92,5% Silber und 7,5% andere Metalle, meist Kupfer.
Hier ist eine Tabelle, die die gängigsten Karatzahlen und ihre entsprechenden Feingehalte zusammenfasst:
| Karat | Feingehalt (Promille) | Goldanteil (%) | Verwendung |
|---|---|---|---|
| 24 Karat | 999 | 99,9 | Anlagegold, Sammlerstücke |
| 22 Karat | 916 | 91,6 | Traditioneller Schmuck (z.B. in Indien) |
| 18 Karat | 750 | 75 | Hochwertiger Schmuck |
| 14 Karat | 585 | 58,5 | Alltagsschmuck, kratzfest |
| 10 Karat | 417 | 41,7 | Preisgünstiger Schmuck |
| 8 Karat | 333 | 33,3 | Günstiger Schmuck |
Farben von Goldlegierungen
Die Farbe der Legierung wird durch die beigemischten Metalle bestimmt. Kupfer verleiht beispielsweise eine rötliche Färbung, was bei Roségold oder Rotgold der Fall ist. Palladium oder Silber erzeugen hingegen eine weiße Farbe, die in Weißgoldlegierungen zu finden ist. Es gibt sogar exotischere Farben wie Grün- und Blaugold, die durch das Zufügen von speziellen Metalllegierungen wie Kadmium erreicht werden.
Weißgold wird oft mit Rhodium beschichtet, um seinen Glanz und seine Haltbarkeit zu erhöhen. Rhodium ist das wertvollste Metall in der Schmuckbranche und verleiht Schmuckstücken ein spiegelähnliches, weißes Finish.
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925er Gold: Was steckt dahinter?
925er Gold ist eine irreführende Bezeichnung, da es eigentlich kein echtes Gold beschreibt, sondern auf 925er Silber (Sterlingsilber) hinweist, das in der Regel mit einer dünnen Goldschicht überzogen ist. Der Begriff „925“ bezieht sich auf den Silberanteil in der Legierung, nicht auf Gold. Genauer gesagt, besteht 925er Silber aus 92,5 % reinem Silber und 7,5 % anderen Metallen, meist Kupfer, um das Material widerstandsfähiger zu machen.
925er Gold wird häufig in der Schmuckindustrie verwendet, um Schmuckstücke anzubieten, die das Aussehen von Gold haben, aber deutlich günstiger sind. Diese Schmuckstücke bestehen hauptsächlich aus Sterlingsilber und sind mit einer Goldplattierung (Goldauflage) oder PVD-Beschichtung versehen. Die Goldauflage kann in verschiedenen Karatwerten vorliegen, wie zum Beispiel 14K oder 18K, und bestimmt den Goldgehalt der Plattierung.
Wichtige Unterschiede
- 925er Gold: Bezieht sich auf vergoldetes Sterlingsilber.
- Echtes Gold: Wird durch Karat oder Feingehalt (z. B. 750er für 18K-Gold) beschrieben, wobei der Goldanteil im Material angegeben wird.
Da die Goldauflage bei 925er-Schmuck nur eine dünne Schicht darstellt, kann sie sich im Laufe der Zeit abnutzen, besonders bei häufigem Tragen.
Die Wahl der richtigen Goldlegierung
Die Wahl der richtigen Goldlegierung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter persönliche Vorlieben, Budget und Verwendungszweck des Schmuckstücks. Eine höhere Karatzahl steht nicht nur für einen größeren Goldanteil, sondern auch für ein weicheres Material, das mit Sorgfalt behandelt werden sollte. Legierungen mit einem niedrigeren Goldanteil sind tendenziell härter und widerstandsfähiger.
Bei der Wahl der richtigen Goldlegierung für Eheringe sollte das Paar eine Legierung wählen, die ihre persönliche Geschichte und ihre Werte widerspiegelt. Ob die Wahl auf klassisches Gelbgold, elegantes Weißgold oder romantisches Roségold fällt - die Goldlegierung sollte die Beziehung und die individuellen Vorlieben widerspiegeln.
