Berlin, die pulsierende Metropole, ist ein Schauplatz für unvergessliche Wrestling-Events. Am 4. Oktober 2004 wurde am Kottbusser Tor der Festsaal Kreuzberg eröffnet.
Die Anfänge des Festsaals Kreuzberg
In den Nullerjahren bildet der Festsaal mit den umliegenden Clubs eine magische Ausgehmeile. „Es gab den Monarch, das West Germany, die Paloma Bar und den Festsaal. Wenn du wolltest, konntest du von einem Club zum anderen ziehen.
Der „alte“ Festsaal Kreuzberg wird ein Fixpunkt im Berliner Nachtleben. Der Ort strahlt für viele Wohnzimmeratmosphäre und -wärme aus, mit seiner kleinen Empore und dem Holzgeländer, dem rötlichen Anstrich, der vergleichsweise kleinen Bühne. Häufig ist der Raum prall gefüllt, ob bei Noisekonzerten, Soulpartys, politischen Diskussionen oder zur Kür der „50 schönsten Rapper Berlins“.
20 bewegte Jahre hat der Festsaal Kreuzberg nun hinter sich - und eine große Zäsur: Im Juli 2013 brennt der Saal nahe des Kotti aufgrund eines technischen Defekts aus und muss schließen. Nach dem Brand entsteht ein Vakuum - am Kottbusser Tor und in der Berliner Clublandschaft.
Die Betreiber wollen eigentlich an alter Stelle neu eröffnen, nach Sanierung des Gebäudes, das die Flammen knapp überlebt hat. Sie starten ein erfolgreiches Crowdfunding, bezahlen davon Architekten, die den Wiederaufbau planen. Doch 2014 platzt der Deal mit dem Vermieter. Zwei Jahre darauf muss das von Prenzlauer Berg auf das Arena-Gelände umgezogene White Trash Insolvenz anmelden.
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Neue Mieter werden gesucht. „Uns war nicht klar, ob wir noch mal die Energie aufbringen können, einen Club neu aufzubauen“, sagt er heute. Aber es gelingt. Anfang 2017 feiern sie Wiedereröffnung. Heute liegt er wenige Meter hinter der Bezirksgrenze auf dem Arena-Gelände in Treptow.
Mittlerweile ist von Swieykowski am Flutgraben angekommen. Er sitzt im weiträumigen begrünten Biergarten des Festsaals, vor sich eine Schorle. Unter einem Pavillon baumelt eine Discokugel. Seit der Neueröffnung finden auch größere, mehrtägige Events im Festsaal statt, NGOs mieten den Saal, kürzlich lud die taz-Genossenschaft hier zur Hauptversammlung.
Wrestling-Veranstaltungen im Festsaal Kreuzberg
Am Wochenende feiert ihre German Wrestling Federation (GWF) ihr 24-jähriges Bestehen - mit einem Turnier im Festsaal Kreuzberg. In den Festsaal Kreuzberg passen zwar maximal 500 Zuschauer, doch viele Fans verfolgen die Matches im Internet.
Die Shows der Berliner seien zwar ebenso aberwitzig wie bei der größeren US-Konkurrenz. Im Gegensatz zu den internationalen Stars würden jedoch bei der GWF Figuren auftreten, wie sie das Publikum aus dem eigenen Leben kennt.
Die Zuschauer halten den Atem an, wenn die muskulösen Athleten durch die Luft fliegen. Die Frage, ob die Kämpfe echt sind, stellt sich heute niemand mehr. Dem Publikum ist bewusst, dass es eine Show sieht - es will gut unterhalten werden.
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GWF Legacy
Erlebe die Jubiläumsshow der German Wrestling Federation (GWF) - GWF Legacy 28! Seit 28 Jahren liefern wir den Fans in Deutschland und Europa die beste Wrestling-Action. Dieses Jahr feiern wir unser Jubiläum und möchten es gebührend mit unserer spektakulären Wrestling-Show in Berlin zelebrieren. Bei GWF Legacy 28 treffen die besten Athleten aus Europa aufeinander, um sich in packenden Kämpfen zu messen. Mit außergewöhnlichen Kostümen und einer einzigartigen Atmosphäre wird dieser Abend unvergesslich.
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GWF World Cup 2025
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GWF Chaos City 8
Am Sonntag, den 8. Oktober 2023, verwandelt sich der Festsaal Kreuzberg in einen Schauplatz für ein unvergessliches Wrestling-Event. Die besten Wrestler Europas werden in den Ring steigen und um den Sieg ringen. Erleben Sie die besten Wrestler Europas wie Metehan, Toni Harting, Mike D. Vecchio, Pascal Spalter und viele mehr live in Aktion. Die GWF Chaos City 8 wird Sie begeistern und in ihren Bann ziehen.
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Pascal Spalter: Ein Berliner Wrestler
Es kracht gewaltig, als Pascal Spalter den schwarzen Klappstuhl auf den Kopf seines Gegners schlägt und sich die Sitzfläche aus der Metallfassung löst. Der Getroffene taumelt nach vorne und fällt auf die Knie. Spalter greift zu einem weiteren Klappstuhl. „Auf die Fresse, auf die Fresse“, grölen die Zuschauer.
Während Berliner Hipster nebenan auf der Terrasse eines Technoclubs tanzen, schlagen sich muskulöse Männer in der dunklen Halle des Festsaals Kreuzberg die Köpfe ein. Oder besser: Sie tun so, als ob. Beim Wrestling ist alles nur inszeniert - sogar die Schmerzen. Es geht nicht ums Gewinnen oder Verlieren, es geht um die Emotionen der Zuschauer. Der Wrestler Pascal Spalter genießt das. „Dieser Moment, wenn ich im Ring stehe und mit den Emotionen der Menschen spiele“, sagt der Berliner. „Dafür mache ich Wrestling.“
Spalter zieht einen Vergleich zum Fußball: „Wir alle lieben es, wenn unser Lieblingsteam in der letzten Minute gewinnt, weil es ein spannendes Spiel ist. Beim Wrestling kann jedes Match so gebaut werden.“
Pascal Spalter bastelt noch an seiner Geschichte als Wrestler. Der 28-Jährige war früher einer der Guten, nun ist er einer der Bösen. Auf jeden Fall ist er einer der erfolgreichsten und bekanntesten Wrestler Deutschlands. Er wird für Kämpfe in ganz Europa gebucht. „Held der Hauptstadt“ nennen ihn seine Fans.
Seine Leidenschaft für Wrestling entdeckt Spalter als kleiner Junge auf dem Dachboden seiner Großeltern. Dort findet er Kartons mit Videokassetten, auf denen sein älterer Cousin US-amerikanische Wrestling-Shows aufgezeichnet hat. Spalter guckt sie alle. „Es hat mich irgendwie fasziniert“, sagt er.
Mit 15 Jahren nimmt er das erste Mal am Wrestling-Training in Brandenburg teil, wenig später tritt er bei Shows in Erkner und Henningsdorf auf. Vor allem durch eine Rolle als Schauspieler bei der bekannten TV-Serie „Berlin - Tag und Nacht“ wächst seine Bekanntheit und er wird öfter als Wrestler gebucht. „Wenn ich bestimme, wann die Menschen jubeln oder buhen, macht es Spaß“, sagt er. Zudem bekommt Spalter für einen Auftritt etwa 500 Euro, es ist ein guter Nebenjob.
Unter der Woche arbeitet er in der Marketingabteilung einer kleinen Firma in Teltow. Der 1,90 Meter große Berliner hat einen Bachelorabschluss in Marketingkommunikation, ein freundliches Lächeln und ernährt sich vegan. Als er in einer goldenen Trainingsjacke zu lauter Drum-’n’-Base-Musik in den Ring tritt und ihn der schlaksige Ansager als „Mann der Zeitgeschichte“ ankündigt, tönen Wechselgesänge durch die Halle. „Pascal“ ruft die eine Seite, „Spalter“ die andere. Manche rufen stattdessen „Scheißer“.
Gemeinsam mit 400 Menschen drängt sie sich um den Kampfring. In der Reihe vor ihr sitzt ein Punk mit grüngefärbten Haaren, an der Wand dahinter lehnt eine ältere Dame mit Weißweinglas in der Hand. Das Publikum, ein Querschnitt der Berliner Bevölkerung, will Teil der Show sein.
Nach dem Kampf sagt Spalter, dass ihn auch solche Äußerungen freuen. „Eine Emotion ist eine Emotion“, sagt er, als er verschwitzt auf einem Klappstuhl hinter der Bühne sitzt. Spalter zitiert einen Satz aus der Werbebranche, wonach schlechte PR auch immer gute PR sei. Er greift sich an den Nacken. „Irgendwie habe ich mich eben verspannt“, sagt er. Kein Wunder - mehrmals ist er mit dem Rücken schwungvoll auf den Ringboden geprallt.
Damit das so bleibt, trainiert er ungefähr einmal pro Woche bei Ahmed Chaer in der Wrestling-Schule in Neukölln.
Die Chaer-Brüder und die German Wrestling Federation
Die Chaer-Brüder bilden ihre Athleten in ihrer Wrestlingschule in der Neuköllner Kopfstraße im Rollbergkiez aus. Darunter sind viele Jugendliche. Doch bevor die Anfänger - „Rookies“ genannt - ihren ersten Auftritt haben, müssen sie viele andere Aufgaben übernehmen: etwa den Ring aufbauen oder die Kamera bedienen. So sollen alle lernen, worauf es ankommt. „Du musst dein Geschäft kennen“, sagt Ahmed Chaer.
Als die Chaer-Brüder Mitte der 1990er Jahre mit dem Wrestling begannen, galten sie als Außenseiter. Damals dominierte die „Catch Wrestling Association“ (CWA) das deutsche Geschäft. Hussen erzählt von fragwürdigen Methoden: Wer in Deutschland eine unabhängige Show veranstalten wollte, habe die CWA um Erlaubnis bitten und einen Teil der Erlöse abgeben müssen. Ohne diese „Lizenz“ sei Ärger programmiert gewesen.
Dass die Jungs aus Neukölln, deren Vater aus dem Libanon gekommen war, es anfangs so schwer hatten, habe auch damit zu tun gehabt, dass „die ein bisschen Angst vor uns hatten“. Und Ahmed ergänzt: „Weil wir für sie die Kanaken waren.“ Rassismus sei damals in der Szene sehr verbreitet gewesen.
In der Regel gehen sie aber noch anderen Tätigkeiten nach. Sein Bruder ergänzt: „Das gibt es in Deutschland aber nicht.“ Je bekannter der Wrestler sei, desto mehr Geld könne er verlangen. Die Rookies bekämen zunächst nur eine „Aufwandsentschädigung“ von 50 Euro pro Auftritt. Wer bereits eigene Fans anziehe, könne 500 Euro verlangen. Seltener seien Gagen von bis 1000 Euro. Der Wrestler „Pascal Spalter“ habe eine bessere Verhandlungsbasis, weil er durch Auftritte in TV-Serien wie „Berlin - Tag und Nacht“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ überregional populär sei, sagt Ahmed Chaer.
Wer im Ring Schläge einstecken und halsbrecherische Sprünge vollführen kann, der schafft das auch vor der Kamera. Das dachten sich die Chaers vor einigen Jahren und begannen, Wrestler als Stuntmen zu vermitteln. GWF-Athleten waren seither unter anderem im „Tatort“ zu sehen oder in den Serien „4 Blocks“ und „Dogs of Berlin“.
Ahmed Chaer hat derweil ein Fernstudium zum Drehbuchautor abgeschlossen. Außerdem arbeitet er als Stunt-Koordinator für Produktionsfirmen. Das Ziel der Chaer-Brüder ist es, mittelfristig eine eigene Serie ins deutsche Fernsehen zu bringen.
Eine regelmäßige TV-Show könnte dem Wrestling auch in Deutschland wieder ein breiteres Publikum verschaffen.
