MMA: Ab welchem Alter ist dieser Kampfsport erlaubt und sinnvoll?

Mixed Martial Arts (MMA) ist eine Vollkontaktsportart, die verschiedene Kampfstile vereint. In Deutschland ist MMA eine relativ junge Sportart, die trotz wachsender Popularität mit Vorurteilen und Kritik zu kämpfen hat. Marcus Wortmeier, Veranstalter von MMA-Kämpfen in Deutschland, setzt sich für ein positives Image der Disziplin ein.

Was ist MMA?

Mixed Martial Arts steht dafür, dass möglichst viele Kampfstile in einer Vollkontaktsportart vereint werden und dabei wenig Beschränkungen in Bezug auf Regeln gelten. Dazu zählen das Schlagen, Treten, Werfen, Clinchen, sogar Kopfstöße und der Bodenkampf. Die Schlag- und Tritttechniken entstammen dabei hauptsächlich dem Taekwondo, Muay Thai, Boxen, Kickboxen und Karate.

Ursprünge und Entwicklung

Generell entwickelten sich über die Jahrhunderte hinweg die verschiedensten Kampfstile wie Judo, Karate, Jiu-Jitsu und viele andere. Bei sogenannten Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen Ende des 20. Jahrhunderts sollte ermittelt werden, welche Kampfsportart die beste ist. Nach zahlreichen solcher Vergleichskämpfe, meist zwischen Ringern und Boxern, entwickelte sich das „Shooto“ in Japan. Davon inspiriert wurde 1993 die Ultimate Fighting Championship (UFC) in den USA gegründet. Diese ist bis heute die größte Veranstaltungsreihe im MMA und prägte die Sportart maßgeblich.

Regeln und Bestimmungen

Die Kämpfer werden bei der UFC in zehn verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Die Frauen kämpfen vom Strohgewicht bis zum Federgewicht, während die Männer vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht aktiv sind. Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen. Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so zu in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden.

Dass bei einem MMA-Kampf alles erlaubt sei, ist ein Vorurteil. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner im Genitalbereich zu attackieren, zu beißen, an Nase und Ohr zu reißen oder in die Augen zu stechen. Insgesamt gibt es 31 Fouls, die zur Strafe oder dem Punktabzug bis hin zur Disqualifikation führen können.

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Jugendschutz und MMA: Eine kritische Betrachtung

Das Hauptargument der Gegner einer Ausstrahlung ist der Jugendschutz. Kritiker führen an, dass das Anschauen von Kampf-Szenen, wo auch noch weiter auf den Gegner eingeschlagen werden darf, wenn dieser bereits wehrlos am Boden liegt, jugendgefährdend ist.

Wortmeier befürwortet, MMA-Kämpfe im Internet erst ab 18 Jahren zugänglich zu machen. Die Realität sieht nun so aus, dass im Prinzip jeder Jugendliche sich im Netz MMA-Kämpfe anschauen kann, auf Youtube oder in den von Ihnen erwähnten Streams der UFC, ohne dass das Alter kontrolliert wird.

Viele MMA-Trainer in Deutschland sind auch in der Jugendarbeit tätig. Sie arbeiten mit Jugendlichen, die es im Leben nicht ganz so einfach hatten, die von der Straße kommen und dann zum Beispiel durch Box,- oder Karate-Training einen geregelten Tagesablauf bekommen. Der Kampfsport ist da glaube ich schon ein guter Filter für einige Leute.

MMA-Veranstaltungen und Altersbeschränkungen

Einlass ist ab 18 Jahren, wie strikt wird das gehandhabt? Es gibt keine Ausnahmen. Wobei das in der Regel ein Entgegenkommen gegenüber der Stadt ist, denn eigentlich ist unser Event nicht genehmigungspflichtig. Um aber nicht mit dem Jugendschutz etc. zu kollidieren, haben einige Städte den Wunsch, dass der Eintritt erst ab 18 ist und dem kommen wir nach.

Trotzdem gibt es auch andere Meinungen. In den USA trainieren auch viele Kinder MMA und treten in Kämpfen gegeneinander an. Wortmeier sagt dazu, dass er nicht beurteilen kann, ob die in der Reife sind, ob sie den Entwicklungsstand haben. Unter 18 ist derjenige nicht geschäftsfähig, in dem Fall würden wir das auch nicht machen.

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Ab welchem Alter mit Kampfsport beginnen?

Die Frage nach dem richtigen Einstiegsalter für Kampfsport, insbesondere für Kinder, beschäftigt viele Eltern. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jede Kampfsportart für jedes Alter gleich geeignet ist.

Empfehlungen nach Altersgruppen

  • Frühes Kindesalter (3 - 5 Jahre): Zu früh für klassischen Kampfsport. Stattdessen sind in diesem Alter allgemeine motorische Übungen und spielerische Bewegungsformen sinnvoller.
  • Grundschulalter (ab 5/6 Jahren): Ab etwa 5/6 Jahren ist Judo eine hervorragende Einstiegssportart.
  • Spätes Grundschulalter und frühe Jugend (ab 7/8 Jahren): Ab etwa 7/8 Jahren können Kinder mit Kickboxen oder Boxen beginnen.

Es ist wichtig, den Einstieg in den Kampfsport altersgerecht zu gestalten. Während einige Schulen sehr frühe Programme anbieten, ist es ratsam, mit strukturiertem Kampfsporttraining nicht vor dem Grundschulalter zu beginnen. Letztendlich sollte die Entscheidung unter Berücksichtigung der Reife des Kindes, seiner Interessen und der Qualität des angebotenen individuellen Trainings getroffen werden.

Die Rolle der Eltern und Trainer

Es kommt immer auf das Kind oder Jugendlichen an. Beim Training würde ich kein Alter ansetzen. Für Wettkämpfe würde ich 18 Jahre sagen, dies würde ich aber für alle Vollkontakt Wettkämpfe sagen. Es kommt doch drauf an ab welcher geistigen Reife ein Verantwortungsvoller Umgang mit dem Erlernten und ein vernünftiges Verarbeiten des gesehenen zu erwarten ist.

Ein erfahrener Trainer, der speziell für Kindertraining ausgebildet ist, ist unerlässlich. Das Training sollte neben körperlichen Aspekten auch Werte wie Respekt und Disziplin vermitteln.

Alternativen und Basissportarten

Bis 12 am besten nur Grappling ausüben (Judo, Ringen, BJJ). Das ist eine sehr gute Bewegungsschule, ist gutes auspowern, und befriedigt den "Raufdrang". Striking erst ab 12, und VK viel später (16, 18?). Bis 18 Jahren sind 2 Basissportarten, die im MMA erfolgversprechend sind, besser, als mit mma anzufangen. Auf eine Sportart sollte unbedingt der Focus gelegt werden.

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MMA als Spiegelbild der Gesellschaft

MMA ist insofern ein Spiegelbild der Gesellschaft, als dass wir aus jeder Gesellschaftsschicht Besucher bzw. Im Mittelpunkt unseres Sportkonzeptes für Kinder und Jugendliche steht die motorische, koordinative und soziale Schulung. Deswegen achten wir besonders auf gute Umgangsformen und gegenseitigen Respekt.

Ausrüstung und Sicherheit

Eine gute Vorbereitung sorgt für Sicherheit und Spaß beim Training. Hier finden Sie eine umfassende Liste der wichtigsten Dinge, die Ihr Kind für das Training dabei haben sollte, wenn es bei uns angemeldet ist:

  • Passende Sportkleidung
  • Saubere Badeschlappen
  • Handtuch
  • Wasserflasche
  • Springseil
  • Bandagen
  • Boxhandschuhe
  • Mundschutz
  • Tiefschutz (für Jungen)
  • Schienbeinschoner
  • Sporttasche
  • Ersatzkleidung

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Ausrüstungsgegenstände sofort für das erste Training nötig sind. Erkundigen Sie sich am besten vorab beim Trainer, welche Ausrüstung für Anfänger unbedingt erforderlich ist.

Probetraining für Kinder

Im Combat Club Cologne bieten wir den Kids die Möglichkeit eine Probestunde zu besuchen. Unser Angebot an Probetraining ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen, die faszinierende Welt des Kampfsports unverbindlich zu entdecken. Während dieses Probetrainings haben die Kids die Chance, die grundlegenden Techniken und Übungen auszuprobieren und herauszufinden, ob ihnen der Sport gefällt und zu ihren Interessen passt.

Für die Eltern bietet das Probetraining ebenfalls wertvolle Einblicke. Sie haben die Möglichkeit, sich mit den Trainern des Combat Club vertraut zu machen, die eine zentrale Rolle im Training und in der Betreuung der Kinder spielen. Außerdem können sie die Trainingsumgebung kennenlernen und beurteilen, ob sie den Sicherheits- und Qualitätsstandards entspricht, die sie für ihr Kind erwarten.

Altersgruppe Empfohlene Kampfsportarten Hinweise
3-5 Jahre Kein klassischer Kampfsport Fokus auf motorische Übungen und spielerische Bewegungsformen
5-6 Jahre Judo Fördert Körperbeherrschung und Respekt
7-8 Jahre Kickboxen, Boxen Altersgerechte Übungen ohne Vollkontakt, Fokus auf Technik und Fitness