Viele Eltern verbinden Kickboxen mit einer Kampfsportart, die Aggressivität fördert, doch das ist ein Irrtum. Kickboxen kann Kindern wichtige Werte wie Respekt und Disziplin vermitteln und ihre Konzentrations-, Koordinations- sowie Konditionsfähigkeit fördern.
Kickboxen verbindet die Elemente Sport, Spiel und Spaß. Wie bei anderen Kampfsportarten werden Kinder spielerisch an die Sportart herangeführt.
Obwohl Kickboxen grundsätzlich zu den härteren Kampfsportarten gehört, besonders bei Wettbewerben und Erwachsenen, können erfahrene Trainer ihr Training an die Bedürfnisse von Kindern anpassen.
Trainingsablauf für Kinder
- Aufwärmtraining: Beginnt meistens mit einem Spiel wie Fußball, Basketball oder Fangen.
- Dehnübungen: Leichte Dehnübungen am Boden wirken sich positiv auf die Sehnen und Muskulatur der Kinder aus und erweitern ihren Horizont im Hinblick auf das Dehnen.
- Sportstunde: Trainer passen das anstrengende Kickbox-Training an die psychischen und physiologischen Bedürfnisse der Kinder an, wodurch es befreiend wirkt und für Abwechslung sorgt. Leichte Übungen zur Stärkung der Muskulatur oder Gruppenspiele sind möglich.
Die kleinen Sportler können mit Gleichaltrigen in Kontakt treten und lernen, auf eine erwachsene Autoritätsperson zu hören. Werte wie Respekt und Disziplin werden auf sanfte Art vermittelt.
Vorteile des Kickboxens für Kinder
- Austoben in einem strukturierten Training
- Verbesserter Schlaf
- Positive Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit in der Schule
Generell eignet sich Kickboxen für Personen jeden Alters, frühestens jedoch ab etwa 6 Jahren. Allerdings setzen manche Sportvereine oder Sportschulen ein Mindestalter von 12 Jahren voraus.
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Manche Kinder fremdeln bis zum fünften Lebensjahr oder haben ein Problem damit, einen weiteren Erwachsenen als Autoritätsperson zu akzeptieren. Deshalb lohnt sich Kickboxen erst für Kinder ab sechs Jahren, da die Techniken für jüngere Kinder anspruchsvoll sein können.
Im Alter von sechs Jahren können die meisten Kinder auch Fahrrad fahren, was im Kickbox-Training aufgrund der Koordinationsfähigkeit und des Gleichgewichtssinns hilfreich sein kann.
Trainer, denen es darum geht, den Kindern die Werte der Sportart und das Kickboxen näher zu bringen, passen ihren Vertrag an die Bedürfnisse der Kleinen an. Eltern müssen nicht einen Jahresvertrag unterschreiben, der nur drei Monate vor Ablauf des Jahres gekündigt werden kann. Das Training für Kinder ist oft günstiger als für Erwachsene.
Es ist ratsam, den Trainer zu fragen, wie er mit dem "Scheitern" der Kinder umgeht und wie er sie motiviert, wenn sie eine Übung nicht meistern können. Eltern sollten sich über den Trainingsablauf informieren und, falls möglich, das erste Training gemeinsam mit dem Kind besuchen oder während des Trainings zuschauen.
Eine Befragung des Kindes nach jedem Training ist empfehlenswert, um ehrliches Interesse zu zeigen, ohne wie eine lästige Kontrolle zu wirken.
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Kickboxen für Kinder ab 7 Jahren
Kickboxen als Kampfsport für Kinder ist in vielen Schulen ab 7 Jahren möglich. Sobald mit dem Partnertraining begonnen wird, wird Schutzausrüstung getragen. Handschutz und ggf. eine Leihausrüstung wird in den ersten Trainingseinheiten gestellt. Langfristig sollte jedes Kind seine eigene Kickboxausrüstung bekommen.
Pointfighting (Semikontakt-Kickboxen)
Das Pointfighting wird auch Semikontakt-Kickboxen genannt. Diese Art des Kickboxens wird in der Regel auf einer viereckigen Mattenfläche ausgeübt. Ziel ist es, den ersten Treffer zu landen, wie im Fechten, anstatt den Gegner K.O. zu schlagen.
Nach jedem wertbaren Treffer wird gestoppt und der Hauptkampfrichter und beide Seitenkampfrichter vergeben die Punkte. Wer am Ende mehr Punkte hat, gewinnt den Kampf. Die ein bis zwei Runden im Amateurbereich dauern in der Regel zwei Minuten. Auf solchen Kickboxturnieren hat man an einem Tag mehrere Kämpfe.
Durch die getragene Schutzausrüstung und das Ziel, schnelle Punkte durch kontrollierten Kontakt zu erzielen, ist Semikontakt-Kickboxen sehr gut für Kinder geeignet. Anders als im Vollkontakt-Kickboxen soll hier niemand K.O. geschlagen werden.
Ausrüstung im Kickboxen
- Kickboxhandschuhe / Boxhandschuhe / Open Hands: Die Kickboxhandschuhe in der Stilrichtung Pointfightung werden auch „Open Hands“ genannt. Ein Klettverschluss hilft beim schnellen Verschließen oder Öffnen der „Open Hands“.
- Fußschützer: Die Fußschützer sind ebenfalls durch einen Klettverschluss zügig zu öffnen und zu verschließen. Genau wie die Handschuhe sind diese leicht abwaschbar oder desinfizierbar. Diese Schützer sind unten offen.
- Tiefschutz für Herren: Der Tiefschutz besteht aus einem elastischen Gurt und einem Schutzbecher. Der Schutzbecher kann in den meisten Fällen herausgenommen werden.
- Tiefschutz für Damen: Die Damen Tiefschützer im Kickboxen haben ebenfalls einen elastischen Bauchgurt. Es ist ein Teil und schützt den gesamten Unterleib.
Weitere Kampfsportarten für Kinder
Neben Kickboxen gibt es auch andere Kampfsportarten, die für Kinder geeignet sind:
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- Judo
- Brazilian Jiu-Jitsu
- Taekwondo
- WingTsun
- Karate
Das Training hilft Kindern beim Abbau von Aggressionen und stärkt sie in Auseinandersetzungen jeder Art. Auch die körperliche Fitness profitiert vom Sport, denn in der Regel werden Muskeln in allen Bereichen des Körpers gefordert. Auf der psychischen Ebene verbessert das Kampftraining Achtsamkeit und Konzentration.
