Kickboxen ist eine vielseitige Kampfsportart, die Elemente aus verschiedenen Kampfstilen wie Boxen, Karate und Taekwondo kombiniert. Es wird sowohl als Wettkampfsport als auch zur persönlichen Fitness praktiziert. Die umfassende körperliche und geistige Beanspruchung beim Kickboxen begeistert viele Aktive.
Viele Anbieter setzen auf ein kindgerechtes Konzept, das sportliche Bewegung mit Spaß verbindet. In Kombination mit Kindersportkursen können Kinder zusätzlich Kondition und Koordination verbessern. Doch ab welchem Alter ist Kickboxen geeignet und welche Aspekte sollten Eltern berücksichtigen?
Das richtige Einstiegsalter
„Das beste Einstiegsalter dafür ist mit fünf, sechs Jahren“, sagt Kampfsporttrainerin Ana Yagües. Das hängt aber stark von den Voraussetzungen des Kindes ab. „Es gibt Kids, die mit fünf Jahren schon recht groß und kräftig sind. Andererseits sind manche auch mit sechs Jahren noch eher klein und zierlich. Es kann auch sein, dass ein Kind im Alter von sechs Jahren noch sehr zurückhaltend und schüchtern ist, ein Fünfjähriges hingegen schon sehr forsch und mutig agiert.“
Für Kinder ab dem vierten Lebensjahr sei Budo-Turnen ein guter Einstieg. „Dabei lernen die Kleinen viel über Körperkontrolle, beispielsweise, wie man sich richtig nach vorn oder hinten abrollt und fällt, ohne sich wehzutun. Karate und Taekwondo sind für Schüchterne ein guter Anfang. Beides ist weniger körperlich.“
Kickboxen für verschiedene Altersgruppen
Viele Kampfsportschulen bieten spezielle Programme für unterschiedliche Altersgruppen an, um den jeweiligen Bedürfnissen und Entwicklungsstufen der Kinder gerecht zu werden. Hier sind einige Beispiele:
Lesen Sie auch: Ab wann ist Kickboxen für Kinder sinnvoll?
Piccolinos (2-3 Jahre)
Dieses Unterrichtsprogramm für die Kleinsten begeistert Kinder und Eltern gleichermaßen! Von klein an lernen die Jüngsten ihren Körper als funktionale Einheit kennen. Sie lernen, dass Bewegung Spaß und Freude bedeutet.
Unser PICCOLINOS Kindertraining ist Erlebnis-Pädagogik pur. Freude an der Bewegung, Erlernen verschiedener Bewegungskompetenzen, Neues wagen und ausprobieren, vorurteilsfreier Umgang miteinander, Mut, Erlernen von Regeln, Rücksichtnahme, usw. Unser PICCOLINOS fördert die natürliche Bewegungsfreude der Kinder.
Bewegungsspiele und vielseitige Geräte- und Abentuerlandschaften mit den unterschiedlichsten Aufgaben haben dabei großen Aufforderungscharakter und fördern die Koordination und Motorik. Gemeinsam mit unseren Trainern und den Eltern werden die motorischen Fertigkeiten wie Laufen, Klettern, Hüpfen, Springen, Rollen, Balancieren, Schwingen, Werfen und Fangen weiterentwickelt. Grundreflexe um sich in Gefahrensituation zu Schützen werden spielerisch den Kleinsten vermittelt. Diese umfassende Schulung dieser Fertigkeiten schafft Bewegungssicherheit im Alltag.
Lil'Dragon (4-6 Jahre)
Das Lil'Dragon-Programm wurde entwickelt, um die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder von 4-6 Jahren zu fördern, sodass sie zu selbstbewussten Menschen in jedem Lebensbereich heranwachsen. Die frühe Phase im Leben eines Kindes auf eine positive, motivierende und Spaß am Leben vermittelnde Weise zu gestalten, ist eine Aufgabe, die Eltern alleine meist nicht bewältigen können und/oder sollten.
Das Ziel ist es, den Kleinsten eine "Ich kann das ..."-Einstellung zu vermitteln, welche die Kids nicht nur im Sport sondern auch im ganzen Leben begleitet.
Lesen Sie auch: Thai Kickbox Studios Hannover
Kickbox Minis (5-7 Jahre)
Das Kickboxtraining für die „Minis“ ist speziell für Kinder zwischen 5 Jahren und 7 Jahren geeignet. Die Trainingsinhalte sind den besonderen Anforderungen dieser Altersklassen angepasst. Zu den Trainingszielen der Kinder gehören u.a. die Entwicklung von sportmotorischen Fertigkeiten wie Kraft, Koordination, Schnelligkeit und sowie die kickbox-spezifische Technik. Zusätzlich entwickeln die kleinen Kickboxer ein gesundes Maß an Regeln wie Fairness, Teamgeist, Höflichkeit und Respekt kennen. Die Kinder entwickeln Selbstvertrauen!
Üben sich im Kickboxen, lernen Sie schon früh einen gesunden Umgang mit ihrem Körper und ihren Gefühlen. Aggressionen und ungerechtes Verhalten haben bei uns nicht lange Bestand. Stück für Stück eröffnet ein speziell geschultes Trainerteam den Kindern die spannende Welt des Kampfsports.
Nicht der Wettkampf steht im Vordergrund, sondern das spielerische Erlernen der Grundtechniken bildet zusammen mit kindgerechten Bewegungs- und Koordinationsübungen den Inhalt der Übungsstunden. Der Spaß steht bei aller Disziplin an erster Stelle, denn die Kinder müssen immer wieder neu motiviert werden. Besonders talentierte Kinder trainieren separat für den Wettkampf und werden hierfür speziell vorbereitet.
Kickboxen for Kids (8-12 Jahre)
Hier stehen Gewaltprävention und Selbstbehauptung im Vordergrund. Unser Kickbox Kids Training (8-12 Jahre) ist unser spezielles Angebot für Kinder im Kickboxen. Wir bieten Ihren Kindern eine sinnvolle Freizeitgestaltung, vermitteln durch den Sport Freude am Leben und fördern eine allgemein positive Entwicklung Ihres Kindes.
Der Alltag von Kindern wird immer häufiger von Bewegungsarmut geprägt. Das liegt zum einen daran, dass der Schulsport einen immer geringeren Stellenwert einnimmt und zum anderen an der zuhause vorgelebten Bewegungslosigkeit. Computer und Spielekonsolen, für die es mit wenigen Ausnahmen nur Spiele im Sitzen gibt, tun ihr übriges.
Lesen Sie auch: Kickboxen lernen in Limburg
Kickboxing Teens (13-17 Jahre)
Beim Kickbox-Jugendtraining kommen alle Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren zusammen, die Spaß am Kickboxen haben und diesen spannungsgeladenen Sport erlernen möchten. Unser Ziel ist es, den Jugendlichen dort weiterzubringen, wo der Lehrplan der Schule aufhört. Sport und Bewegung sollen nicht nur als Pflicht gesehen werden, sondern als Quelle der Freude und des lebenslangen Engagements für eine gesunde Lebensweise.
In unseren Kursen erlernen die Jugendlichen nicht nur das Kickboxprogramm, sondern auch allgemeine sportliche Übungen - vom Aufwärmen vor der Trainingseinheit bis hin zum wettkampforientierten Training, inklusive Beweglichkeit und Kräftigung. Unser Kickboxunterricht dient auch als Ventil für den Stress und Druck, den Jugendliche im Alltag erfahren. Oft können Ärger in der Schule oder im Freundeskreis zu schlechter Laune und aggressiver Stimmung führen.
Anstatt diese Emotionen zu unterdrücken, bieten wir ihnen die Möglichkeit, sie auf positive Weise zu kanalisieren und in konstruktiver Weise abzubauen. In der Fit & Sicher Akademie Umbach heißen wir alle Jugendlichen herzlich willkommen, unabhängig von ihrer körperlichen Erscheinung oder individuellen Merkmalen. Hier wird jeder so akzeptiert, wie er ist - sei es klein oder groß, dick oder dünn, mit Brille oder ohne.
Unser Jugend-Kickboxtraining bietet eine einzigartige Möglichkeit, Techniken zu erlernen, über sich selbst hinauszuwachsen und die Kraft der Gruppendynamik zu erfahren. Jeder kann staunen, wie viel Spaß Sport in einer Gruppe von coolen Jugendlichen machen kann. Komm vorbei und erlebe selbst, wie das Kickbox-Jugendtraining in der Fit & Sicher Akademie Umbach dein Leben bereichern kann.
Vorteile des Kickboxens für Kinder und Jugendliche
Kickboxen bietet zahlreiche Vorteile für Kinder und Jugendliche, sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger Ebene:
- Verbesserung der körperlichen Fitness: Kickboxen fördert Ausdauer, Kraft, Flexibilität und Koordination.
- Stärkung des Selbstbewusstseins: Durch das Erlernen von Selbstverteidigungstechniken und das Überwinden von Herausforderungen gewinnen Kinder und Jugendliche Vertrauen in ihre Fähigkeiten.
- Abbau von Aggressionen: Kickboxen bietet eine Möglichkeit, Stress und Aggressionen auf positive Weise abzubauen.
- Förderung von Disziplin und Respekt: Im Kickboxen lernen Kinder und Jugendliche, Regeln zu befolgen, fair zu sein und ihre Trainingspartner zu respektieren.
- Verbesserung der Konzentration: Um die Techniken des Kickboxens zu erlernen und anzuwenden, ist Konzentration erforderlich.
- Selbstverteidigung: Neben den sportlichen Aspekten lernen Kinder und Jugendliche, sich in Gefahrensituationen zu verteidigen.
Sicherheitsaspekte
Wie bei jeder Sportart gibt es auch beim Kickboxen ein Verletzungsrisiko. Um dieses zu minimieren, ist es wichtig, dass das Training von qualifizierten Trainern geleitet wird und dass die Kinder und Jugendlichen die richtige Schutzausrüstung tragen. Dazu gehören:
- Zahnschutz: Schützt die Zähne vor Verletzungen.
- Schienbeinschoner: Verhindern Verletzungen an den Schienbeinen.
- Handschuhe: Schützen die Hände und Handgelenke.
- Kopfschutz: Reduziert das Risiko von Kopfverletzungen.
Die Trainer sollten darauf achten, dass die Kinder und Jugendlichen die Techniken korrekt ausführen und dass das Sparring (Übungskämpfe) kontrolliert und sicher durchgeführt wird. Wutausbrüche lassen Kinder zum Beispiel sofort jegliche Konzentration und Technik vergessen.
Während des Unterrichts gibt es klare Regeln: „Wer nach einem gewonnenen Kampf prahlt oder seinen Gegner gar auslacht, den lassen wir danach mit unserem Mat-Forcer, also dem besten aus der Riege, kämpfen. Es ist von vornherein klar, dass man gegen den nicht gewinnen kann.“ Demut und Respekt sind für die wettkampferprobte Lehrerin wichtige Werkzeuge im Kampfsport: „Wir sind vor einem Kampf Freunde und hinterher sind wir es auch wieder.“
Es sei wichtig für die Kinder zu erfahren, wie es ist, sich mit einem stärkeren oder größeren Gegner zu messen. Daher werden die kleinen Sportler in den Gruppen immer wieder mit anderen Partnern zusammengewürfelt: „Der Kampf mit einem körperlich überlegenen Kind trainiert nicht nur die eigene Stärke und Technik, sondern man lernt auch, dass man nicht immer gewinnen kann und wie es sich anfühlt zu verlieren. Das bringt für die jungen Menschen automatisch mehr Respekt vor jeder weiteren Auseinandersetzung mit sich.“
Es sei ein gutes Training, im Kampf gegen einen stärkeren Gegner auch mal am Boden zu liegen: „Gerade beim Brazilian Jiu-Jitsu steht sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen der Selbstverteidigungsaspekt im Vordergrund. Dazu gehört die Erfahrung, in einer anscheinend aussichtslosen Situation nicht in Angst oder Panik zu verfallen, sondern dem ausgeübten Druck standzuhalten.“ Was man beim Kampfsport nicht lernt, ist, sich zu prügeln.
Weitere Kampfsportarten für Kinder
Neben Kickboxen gibt es noch viele andere Kampfsportarten, die für Kinder geeignet sind. Hier eine kleine Auswahl:
- Judo: Das Prinzip hinter dieser Kampfsportart: Siegen durch Nachgeben. Dabei machen sich die Judokas, so heißen die Schüler, die Angriffswucht des Gegners zunutze und leiten die Energie in Hebel und Würfe um. Diese Techniken machen den Sport auch für Kinder und zarte Frauen ideal: Mit dem richtigen Ansatz kann ein Leichtgewicht mühelos einen doppelt so schweren Gegner zu Fall bringen. Judo ist auch keine Sache der Größe: Es gibt spezielle Techniken für große und kleine Kämpferinnen.
- Brazilian Jiu-Jitsu: Der Mix aus Ringen und Bodenkampf wird auch als „Schach auf der Matte“ bezeichnet. Der Name ist Programm: Brazilian Jiu-Jitsu ist sehr gut geeignet, um zu lernen, den Gegner oder Angreifer zu kontrollieren, ohne ihn zu verletzen. Tritte und Schläge sind tabu. Mit den effizienten Hebeltechniken und dem richtigen Einsatz des Körpergewichts können sich selbst weniger kräftige Kinder gegen stärkere Angreifer durchsetzen.
- Taekwondo: Die koreanische Kampfkunst lebt vom gezielten Einsatz von Fuß (tae) und Hand (kwon). Der Stil ist auf Schnelligkeit, Dynamik und Beintechniken ausgelegt. Im Training werden häufige Angriffe und wirksame Gegenreaktionen durchgespielt. Die Techniken helfen, Schläge und Tritte gezielt abzuwehren. Dadurch entsteht Zeit für eine Flucht oder einen Gegenangriff.
- Karate: Das japanische Wort bedeutet „Leere Hand“, denn es wird in der Regel ohne Waffen gekämpft. Der Fokus liegt auf Schnelligkeit, Geschicklichkeit - und Gelassenheit: Denn nur wer bei einem Angriff nicht in Angst oder Panik verfällt, kann sich auch effektiv zur Wehr setzen. Der Unterricht lehrt neben technischen Fertigkeiten auch psychologische Inhalte zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung.
- Krav Maga Kids: Das Kämpfen mit dem Angreifer spielt im Krav Maga Kids eine untergeordnete Rolle. Weit wichtiger ist es, Gefahren zu erkennen, gefahrenträchtige Situationen zu vermeiden sowie falsches, Übergriffe möglicherweise provozierendes Auftreten zu unterlassen. Prävention und Schutz vor sexuellem Missbrauch sind nur Teilziele des Selbstverteidigungsunterrichts, denn weit häufiger werden Kinder von Gleichaltrigen angegriffen, geschlagen, gequält und gemobbt.
- Boxen Kids: Experten sind der Meinung, dass Boxen die Hand-Augen-Koordination bei Kindern erheblich verbessert. Dies ist eine wertvolle Fähigkeit für alle Kinder, da sie ihnen in vielen verschiedenen Bereichen ihres Lebens helfen kann.
- Ringen for Kids: Bei uns lernen sie dies, mit Regeln und Fairness zu tun. Das Training umfasst nicht nur reine Techniken des Ringens. Wir fangen ganz spielerisch mit einfachen Übungen an. Dazu gehörten vor allem Turnübungen und alles, was mit dem Entdecken des eigenen Körpergefühls zu tun hat. Es wird die Koordination geschult und Berührungsängste werden beim Üben mit dem Partner abgebaut.
- MMA Kids: Mixed Martial Arts - Ein moderner Wettkampfsport, der speziell für Kinder entwickelt wurde. Der Sport legt großen Wert auf die Vermittlung von Ethik, Respekt, Disziplin und Fairness. Kinder lernen, wie wichtig es ist, Regeln zu achten, sowohl im Sport als auch im täglichen Leben.
Zusammenfassung der Altersempfehlungen
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Altersempfehlungen für die verschiedenen Kickbox-Programme und andere Kampfsportarten:
| Programm/Kampfsportart | Altersempfehlung |
|---|---|
| Piccolinos | 2-3 Jahre |
| Lil'Dragon | 4-6 Jahre |
| Kickbox Minis | 5-7 Jahre |
| Kickboxen for Kids | 8-12 Jahre |
| Kickboxing Teens | 13-17 Jahre |
| Budo-Turnen | Ab 4 Jahren |
Die Entscheidung, ob ein Kind mit dem Kickboxen oder einer anderen Kampfsportart beginnen soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter, die körperliche und geistige Reife des Kindes sowie die Qualität des Trainingsprogramms. Eltern sollten sich vorab gut informieren und gegebenenfalls ein Probetraining vereinbaren, um herauszufinden, ob die Sportart für ihr Kind geeignet ist.
