Judo, was wörtlich "sanfter Weg" bedeutet, ist eine japanische Kampfsportart und Selbstverteidigung, die im späten 19. Jahrhundert von Dr. Jigoro Kano entwickelt wurde. Ziel ist es, den Wettkampf durch bewertete Griff- und Wurftechniken zu gewinnen. Judo ist nicht nur eine sportliche Betätigung, sondern auch eine Philosophie, die körperliche und geistige Disziplin fördert.
Die Grundlagen des Judo
Der moderne Kampfsport wurde von dem Japaner Dr. Jigaro Kano, langjähriges IOC-Mitglied, Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu-Jitsu entwickelt und erfreute sich bald auch in Europa großer Beliebtheit. Wichtig war ihm, dass auf harte & gefährliche Tritt- & Schlagtechniken verzichtet wurde. Judo ist eine Kampfsportart, die durch die olympischen Sommerspiele besonders bekannt geworden ist. Auch in Filmen wird der Sport gerne gezeigt und es gibt viele, die sich den Kampf und die freundliche Verbeugung vor und nach dem Kampf gerne ansehen.
Ziel des Wettkampfes ist es, den Gegner innerhalb der Kampfzone (9 x 9 m) auf den Rücken zu werfen. Je nachdem wie erfolgreich ein Wurf war, bekommt der Judokämpfer eine Wertung:
- Ippon: höchste Punktzahl, der Kampf ist sofort gewonnen.
- Wazari: ein halbes Ippon, bei zwei Wazari ist der Kampf auch gewonnen.
- Yuko und Koka: mit diesen kleinen Wertungen - Yuko ist höher als Koka - kann man nicht vorzeitig gewinnen.
Erzielt keiner der Kämpfer vor Ablauf der Kampfzeit ein Ippon, gewinnt der Kämpfer, der die höchste Wertung gesammelt hat, ohne Rücksicht darauf, wieviele Wertungen insgesamt vorhanden sind. Beendet ist der Kampf auch durch Aufgabe, durch einen Festhaltegriff (25 Sekunden) oder wenn der Erfolg einer Würgetechnik oder eines Armhebels für den Kampfrichter klar ersichtlich ist. Die Wertung wird offen angezeigt. Die Kampfdauer beträgt maximal fünf Minuten, die "Kampfsprache" ist Japanisch.
Die Gewichtsklassen im Judo
Vom Superleichtgewicht bis zur offenen KlasseNicht nur die Kampffläche und die Ausstattung der Anlage inklusive des Judogi als notwendigen Kampfanzuges der Teilnehmer ist für den Judosport Grundvoraussetzung, es dürfen auch nicht alle gegen alle kämpfen. Für Frauen und Männer gilt, dass mit dem Superleichtgewicht die Staffelung der Gewichtsklassen beginnt. Auch die Männer beginnen mit dem Superleichtgewicht, wobei natürlich andere Gewichtsangaben berücksichtigt werden. Die Gewichtsklassen haben sich im Laufe der Zeit so etabliert, wie sie nun festgeschrieben sind, aber das war ein Prozess, der wohl nie enden wird, weil etwa bei den olympischen Sommerspielen immer wieder am Gewicht gedreht wurde.
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Die Frauen kämpfen seit Barcelona 1992 in ebenfalls sieben Gewichtsklassen um Medaillen. Für Frauen gibt es die folgenden Gewichtsklassen:
- Superleichtgewicht (48 kg)
- Halbleichtgewicht (52 kg)
- Leichtgewicht (57 kg)
- Halbmittelgewicht (63 kg)
- Mittelgewicht (70 kg)
- Halbschwergewicht (78 kg)
- Schwergewicht (+78 kg)
Die Halbleichtgewicht Gewichtsklasse
Die Halbleichtgewicht Gewichtsklasse ist eine der sieben Gewichtsklassen im Judo für Frauen. In dieser Klasse treten Athletinnen an, die bis zu 52 Kilogramm wiegen. Diese Gewichtsklasse erfordert von den Athletinnen eine Kombination aus Schnelligkeit, Technik und taktischem Geschick. Die Kämpferinnen müssen in der Lage sein, ihre Gegnerinnen sowohl im Stand als auch am Boden zu kontrollieren und zu besiegen.
Olympische Spiele und Judo
Bei den Olympischen Spielen in Tokyo 1964 wurden erstmals auch Judowettbewerbe ausgetragen, ursprünglich in drei Gewichtsklassen. 1972 wurde Judo dauerhaft in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen. Medaillen vergeben. Judo war die erste asiatische Kampfsportart, die ins olympische Programm aufgenommen wurde.
Die Wettkämpfe im Judo sind bei den Olympischen Spielen in verschiedene Klassen eingeteilt. Sowohl bei den Männern als auch den Frauen sind es jeweils sieben, vom Superleichtgewicht bis zum Schwergewicht.
Wertungen und Regeln im Judo
Sobald die ein Meter breite rote Warnfläche betreten wird, muss innerhalb von ca. fünf Sekunden ein Angriff ausgeführt werden. Man muss mit Hilfe von Wurf (Nage-Waza) bzw. Grifftechniken (Katame-Waza) Punkte erzielen. Punkte vergibt der Mattenrichter. Maximale Wettkampfzeit sind 5 Minuten (bei Frauen 4 Minuten). Bei einem Wurf aus dem Stand gibt es einen vollen Punkt (Ippon), worauf der Kampf vorzeitig beendet ist.
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Ebenso vor-zeitige Beendigung bei mindestens 25 Sekunden Festhalten am Boden (Kesa-gatame) und durch Aufgabe oder wenn ein Erfolg durch eine bestimmte Technik klar ersichtlich ist. Hat der Kämpfer schon eine große Wertung genügen auch schon 20 Sekunden. Ein halber Punkt für eine nicht ganz vollendete Wurftechnik (Waza-Ari) oder ein Festhalten von mindestens 25 Sekunden. Die Wettkampfsprache ist Japanisch. Kampf-beginn heißt "Hajime" und Unterbrechung "Mate".
Gürtelgrade im Judo
Die Judoka werden nach ihrem Kenntnisstand und ihrer Erfahrung in die Grade Kyu (Schüler) und Dan (Meister) eingeteilt. Der höchstmögliche Grad ist der 12. Kano, dem einzigen Shihan (Doktor), verliehen wurde. Daneben wurde der rote Gurt für den 10. Dan bisher an 13 Männer vergeben. achten Dan rot-weiß, vom neunten bis elften Dan rot, und der Gurt des zwölften Dan ist weiß. dritter Kyu grün, vierter Kyu orange, fünfter Kyu gelb und sechster Kyu weiß.
Die Kampffläche
Das Spielfeld ist eine quadratische Matte ("Tatami") - 16 x 16 Meter. Das Feld wird unterteilt in eine Wettkampffläche von 10x10 Meter und eine Sicherheitsfläche von 3 Meter.
Techniken im Judo
Bei den Wurftechniken handelt es um sich Techniken, bei denen der Gegner zu Fall gebracht oder zu Boden geworfen wird. Bei allen Techniken sollten die Prinzipien des Judo nicht vernachlässigt werden ("rationellster Einsatz der Energie" und "Nachgiebigkeit"). ist die Ausnutzung der Situation und der Kraft des Gegners.
Organisationen und Verbände
1948 wurde die „Europäische Judo-Union" mit Sitz in Ostermundingen (Schweiz) ins Leben gerufen. Dachorganisation ist die „International Judo Federation" (IJF; gegründet 1954 in Zürich, Sitz in Tokyo).
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