Karat: Die Geschichte hinter "Blumen aus Eis"

Die 1975 in der DDR gegründete Band “Karat” blickt auf eine bewegte Geschichte, auf viele große Hits und auf zahlreiche Fans in Ost und auch West zurück. Wenn etwas symbolisch für die Musik der untergegangenen DDR steht, dann sicherlich die Ostberliner Band Karat.

Genau 40 Jahre ist es her, als KARAT mit ihren Hymnen „Über sieben Brücken“ und „König der Welt“ erstmals einen Siegeszug antraten und mit diesen zwei Songs Platz 1 und 2 der Jahreshitparade anführten. Tonträger und viele weitere Hits wie „Der Blaue Planet“, „Schwanenkönig“ und „Jede Stunde“ später, sind die ersten Erfolge längst zu Klassikern der deutschen Rock- und Popgeschichte geworden.

Es scheint müßig, weil hinreichend bekannt, im Zuge von 45 Jahren KARAT auf die großen Klassiker wie „Schwanenkönig“, „Gewitterregen“, „Magisches Licht“, „Jede Stunde“, „Mich zwingt keiner auf die Knie“ sowie „Blumen aus Eis“ zu verweisen.

Die rockige Bands hat sich mit ihren Hits wie „Gewitterregen“ oder „Schwanenkönig“ nie verbogen und auch nie versucht, sich von der deutschen Sprache zu verabschieden, um mit englischen Texten vielleicht international Karriere zu machen. Die Beharrlichkeit hat sich gelohnt. 12 Millionen Tonträger machen eine deutliche Ansage.

Die Bedeutung von "Blumen aus Eis"

Das Lied "Blumen aus Eis" von Karat thematisiert die Traurigkeit und Zerbrechlichkeit einer unerfüllten Liebe. Die Protagonistin ist eine Frau, die oft nach oben zu den Wolken schaut, was symbolisch für eine Suche nach unerreichbaren Träumen steht.

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Sie ist eine stille Person, deren innere Gefühlswelt von Tränen und einem tiefen Verlangen geprägt ist. Der Vergleich mit Blumen aus Eis verdeutlicht, wie schön und gleichzeitig zerbrechlich ihre Seele ist; trotz ihrer Schönheit wirkt sie kalt und unerreichbar.

Der Sänger beobachtet diese Frau und erkennt, dass sie anders ist als andere - sie bringt ihm Frieden und eine kühlende Berührung, während sie gleichzeitig mit ihrer eigenen Traurigkeit kämpft. Die ständige Wiederholung der Bedürfnisse nach Liebe zeigt, dass der tiefere Wunsch der Frau nicht nur nach Zuneigung, sondern auch nach einer tiefen emotionale Verbindung strebt.

Die vielen Bilder und Vergleiche in den Texten schaffen eine Atmosphären, die den Zuhörer in die innere Welt der Protagonistin eintauchen lassen.

Emotional wurde es noch einmal, als Claudius Dreilich daran erinnerte, wie er als Sohn von Ur-Sänger Herbert Dreilich mit der Band groß geworden und 2004 nach dem Tod des Vaters selbst ans Mikrofon getreten ist, um ‘Karat’ weiter bestehen zu lassen: “46 Jahre, das ist eine lange Zeit voller Erinnerungen und mit vielen tollen Konzerten. Es gab aber auch viel Schatten. ‘Karat’ ist eine Band, die von sehr vielen Schicksalsschlägen gebeutelt wurde.” In der Folge war das nächste Lied auch “für Papi” gedacht - es war der Song “Mich zwingt keiner auf die Knie”.

Ein Titel aber, der lief sofort sauber durch, der klingt auch in der Akustik-Fassung sehr schön. Das ist ‘Blumen aus Eis’. Der darf eh in keinem Konzert von uns fehlen. Einmal haben wir ihn weggelassen. So doll wurden wir noch nie beschimpft.

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Genau bei diesem Song brach das Eis, die Zuhörer im bestuhlten Saal sprangen auf, pfiffen und reckten die Rocker-Fäuste zur Decke. Altersmäßig passte das Publikum zur Band - man ist gemeinsam alt geworden.

Coverversion von Heinz Rudolf Kunze

HEINZ RUDOLF KUNZE hat jahrelang immer mal mit dem Gedanken gespielt, ein Album mit Coverversionen aufzunehmen und dies nun endlich in die Tat umgesetzt. „MEISTERWERKE:VERBEUGUNGEN“ wurde von Swen Meyer produziert.

Als erste Singleauskopplung fiel die Wahl auf „Blumen aus Eis“ von der ostdeutschen Band Karat, die Kunze auch persönlich kennt und schätzt. Die Single stammt aus ihrem 1982 erschienenen Album „Der blaue Planet“, das mit 1.1 Millionen verkauften Exemplaren zum erfolgreichsten Rockalbum der DDR avancierte und sogar in der Bundesrepublik Deutschland 300.000 Exemplare unters Volk brachte.

Heinz Rudolf Kunze hat im Laufe seiner eigenen, nunmehr 35-jährigen Musikerkarriere gerade im Osten enorm viele Fans gewonnen, die ihm bis heute die Treue halten. Während sich in dem engagierten Album von Karat mitunter die Nuklearangst der damaligen Zeit niederschlug, punktet „Blumen aus Eis“ eher mit einer zeitlosen Romantik, die Kunze für seine als erste Singleauskopplung auserkorene Version gekonnt aufgreift.

Ehrfurchtsvoller hätte sich Heinz Rudolf Kunze nicht ein ums andere Mal tief verbeugen können - ohne sich jemals verbiegen zu müssen.

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