Wrestling ist ein knallharter Sport, bei dem falsch ausgeführte Aktionen zu schweren Verletzungen führen können - oder sogar zum Tod. Zwar sind die Kämpfe choreografiert und abgesprochen, dennoch kann aus der bunten Show plötzlich düstere Realität werden.
Tragische Unfälle im Ring
Darren Drozdov
Darren Drozdovs Wrestling-Karriere war leider nur von kurzer Dauer. 1998 trat er zum ersten Mal für die WWE an, bereits ein Jahr später musste er aufgrund eines Unfalls im Ring seine Karriere beenden.
Es war der 5. Oktober 1999, als er gegen D-Lo Brown antrat. Dieser wollte an Drozdov eine Powerbomb ausführen (dabei hebt ein Wrestler seinen Gegner auf die Schulter hoch und lässt ihn auf den Rücken fallen). Leider ging die Aktion schief, Drozdov landete auf dem Nacken. Die Folge: Querschnittslähmung. Seit diesem Unglück sitzt Darren Drozdov im Rollstuhl.
Owen Hart
Der jüngere Bruder von Bret Hart galt im Geschäft als einer der nettesten, freundlichsten und technisch stärksten Wrestler der Welt. Dennoch sollte das Schicksal am 23. Mai 1999 in Kansas City hart zuschlagen.
Bei einer live im TV übertragenen Großveranstaltung sollte er als „Blue Blazer“ (verkleidet und mit einer Maske) mit einer Sicherung langsam von der Hallendecke in den Ring schweben. Bereits vor dem Ereignis kritisierte er diesen Stunt, willigte jedoch schließlich ein.
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Als es zum geplanten Stunt kommen sollte, verlor Owen Hart (da er eine Maske trug) die Orientierung und löste aus Versehen die Sicherung. Daraufhin stürzte er aus 24 Metern von der Hallendecke herab und prallte auf die Ringecke. Zum Glück übertrug die WWE in diesem Moment einen Werbe-Spot, sodass den TV-Zuschauern (nicht aber den mehr als 16 000 Zuschauern in der Halle) das Drama erspart blieb.
Zwar stürmten sofort die Sanitäter zum Unglücksort, gerettet werden konnte Hart jedoch nicht. Eine Stunde nach dem Unglück überbrachten die WWE-Kommentatoren dem TV-Publikum die Nachricht, dass Owen Hart seinen Verletzungen erlegen ist.
Owen Hart hinterließ eine Ehefrau und zwei Kinder.
„Stone Cold“ Steve Austin
Wir kennen „Stone Cold“ Steve Austin wurde als Biertrinkender Raufbold, der sich mit Gott und der Welt anlegte, Ende der 90er-Jahre zum erfolgreichsten Wrestler aller Zeiten. Doch dieser Weg an die Spitze fand im Sommer 1997 fast frühzeitig ein Ende - durch eine falsch ausgeführte Aktion.
Steve Austin traf beim SummerSlam auf Owen Hart. Vor dem Match einigten sich beide, dass Owen an Austin am Ende des Kampfes einen „Tombstone Piledriver“ ausführen würde - jedoch dabei nicht auf den Knien landen wird, sondern auf seinem Hintern. Nach 16 Minuten kam es zu der spektakulären Aktion - die Steve Austin das Genick brach.
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Da Owen Hart auf dem Hintern landete, krachte Austins Kopf direkt auf den Ringboden.
Zum Glück musste Austin seine Wrestling-Stiefel nach dieser Verletzung nicht an den Nagel hängen. Nach einigen Monaten konnte er sogar wieder in den Ring steigen und seinen Weg zum Wrestling-Olymp fortsetzen. Jedoch sorgte diese Verletzung für jahrelange Schmerzen bei Austin, weswegen er 2003 seine Karriere frühzeitig beenden musste.
Brock Lesnar
Diesen Sonntag steht Brock Lesnar im Hauptkampf von Wrestlemania 31. Doch bei seinem letzten Wrestlemania-Hauptkampf vor genau 12 Jahren brach er sich fast das Genick.
Es war der Höhepunkt der 19. Ausgabe von Wrestlemania, als er gegen Kurt Angle um den WWE-Titel antrat - und Lesnar wollte das Match nach 20 Minuten mit einer besonderen Aktion abschließen: einer „Shooting Star Press“.
Normalerweise sieht man diese waghalsige Aktion nur bei kleinen und leichten Wrestlern, doch der bullige Brock Lesnar hat schon in kleineren Ligen bewiesen, dass auch er die Aktion beherrscht.
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Leider lag Kurt Angle zu weit weg von der Ringecke, sodass Lesnar sehr weit springen musste. Genau das wurde ihm zum Verhängnis.
Zum Glück zog er sich „nur“ eine schwere Gehirnerschütterung zu und konnte das Match sogar nach wenigen Minuten wie vereinbart gewinnen. Wie Lesnar später in seiner Biografie verriet, verlor er für einige Augenblicke komplett die Orientierung und kann sich auch heute nur noch schemenhaft an die Aktion erinnern.
Sabu
Sabu gilt bei Fans und Kritikern als der durchgeknallteste Wrestler aller Zeiten. Seine Spezialität war, sich und seine Gegner durch Tische zu jagen. Unzählige Narben auf seinem ganzen Körper sind Zeugen dieser brutalen Schlachten.
Seine wohl kritischste Verletzung zog er sich 1994 in einem Kampf mit Chris Benoit zu. Durch einen missglückten Move landete Sabu genau auf dem Kopf und brach sich das Genick. Seiner Karriere hat diese Verletzung nicht geschadet - im Gegenteil. Noch heute steigt Sabu für kleinere Ligen in den Ring.
Sid
Sid sorgte in der WWE, WCW und ECW vor allem in den 90er-Jahren für Angst und Schrecken. Doch den schlimmsten Schrecken erlebten die Wrestling-Fans am Abend des 14. Januar 2001, als er in der WCW gegen Scott Steiner antrat.
Auf Anraten der WCW-Bosse sollte Sid einige neue Aktionen zeigen - also sprang er während des Kampfes vom zweiten Seil und trat mit dem rechten Bein ins Gesicht seines Gegners. Nur leider kam das linke Bein nicht auf dem Boden auf, wie es sollte - es knickte weg und brach entzwei.
Sid brach sich das Bein an mehreren Stellen. Einer seiner Knochen stieß sogar durch die Haut. Die Verletzung war so heftig, dass einige TV-Sender die Aktion in ihren Wiederholungen der Show nicht ausstrahlten.
Trotz dieser schlimmen Verletzung stieg Sid nach einer mehrmonatigen Pause wieder in den Ring.
Weitere Tragödien in der Wrestling-Welt
Dino Bravo
Fans, die bereits in den 80er Jahren dabei waren, werden sich an Dino Bravo erinnern. Der gebürtige Italiener (der sich u.a. als stärkster Mann Kanadas ausgab) kämpfte in seinen letzten Jahren vorwiegend in der WWE - unter anderen an der Seite von Earthquake gegen Hulk Hogan und den Ultimate Warrior. 1992 beschloss er seine Wrestling-Stiefel an den Nagel zu hängen. Im März 1993 wurde Bravo in seinem Haus in Quebec erschossen aufgefunden.
Auch wenn die Todesumstände niemals ganz geklärt wurden konnten, so geht man davon aus, dass er in den Fokus der Mafia geriet - da sich Bravo am illegalen Zigaretten-Schmuggel beteiligt haben soll.
Bruiser Brody
Er gilt als einer der Pioniere der Hardcore-Szene: Bruiser Brody mochte es im Ring sehr roh und ungeschliffen. Seine Fehde gegen Skandor Akbar war eine der blutigsten aller Zeiten.
Seine Karriere nahm am 16. Juli 1988 in Puerto Rico ein abruptes Ende. Vor einem Match gegen Dan Spivey rief ihn sein Wrestling-Kollege José Huertas González in den Duschbereich, um sich mit ihm über einige Geschäfte zu unterhalten. Nach wenigen Minuten kam es zu einer Rauferei, kurz darauf waren zwei Schreie zu hören.
Als Tony Atlas den Raum betrat, entdeckt er Brody, der sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. Dann sah er González - mit einem Messer in der Hand. Als die Ärzte zum Unglücksort kommen, schaffen sie es kaum, den schwer verletzten Brody in den Krankenwagen zu heben.
José Huertas González wurde 1988 zunächst wegen Mordes an Bruiser Brody verurteilt, kam jedoch im Januar 1989 wieder frei. Einige Zeugen (darunter auch Tony Atlas) hatten plötzlich ihre Aussagen widerrufen - vermutlich aus Angst.
„Macho Man“ Randy Savage
Der Macho Man war einer der schillerndsten Stars der WWE-Geschichte. Sein Kampf gegen Ricky „The Dragon“ Steamboat bei Wrestlemania 3 gilt noch heute als eines der besten Matches der Wrestling-Geschichte.
2011 führte eine Verkettung von tragischen Umständen zu seinem frühen Tod im Alter von 58 Jahren. Am 20. Mai war er mit seiner Ehefrau in seinem Auto unterwegs, als er hinter dem Steuer einen Herzanfall erlitt und frontal gegen einen Baum fuhr. Während seine Frau überlebte, konnten die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen.
Eddie Guerrero
Eddie Guerrero war einer der populärsten Wrestler aller Zeiten. In seiner Rolle als verschlagener Gauner (der gerne mal betrügt) kämpfte er sich in die Herzen der Fans.
Am 13. November 2005 wurde Eddie Guerrero von seinem Neffen Chavo leblos in seinem Hotelzimmer gefunden - alle wiederbelebenden Maßnahmen blieben erfolglos. Eddie wurde nur 38 Jahre alt. Die offizielle Todesursache wurde als Herzversagen festgesetzt. Sein Herz war zu schwach, um die benötigte Blutmenge zu verarbeiten.
Miss Elizabeth
Sie war die Königin der WWE-Diven, die erste Frau, die in der WWE in den 80er Jahren große Popularität erfuhr, ohne als aktive Wrestlerin in den Ring zu steigen. Ihre Aufgabe war es, an der Seite ihres damaligen Ehemanns „Macho Man“ Randy Savage zu stehen.
Am 1. Mai 2003 brach Elizabeth neben Lex Luger beim gemeinsamen Abendbrot zusammen. Er rief sofort den Notarzt, im Krankenhaus konnten die Ärzte nur ihren Tod feststellen. Als Ursache wurde ein tödlicher Mix aus Alkohol und Schmerzmitteln festgestellt.
Die Tragödie der Familie Von Erich
Die Familie der Von Erichs war real - und von vielen Tragödien gezeichnet. Jack Adkisson leitete in Texas in den 80er Jahren eine eigene Liga, die WCCW. Fünf seiner sechs Söhne wurden selber zu Wrestlern und erlangten einen riesigen Bekanntheitsgrad. Der sechste Sohn kam bereits im Alter von sechs Jahren bei einem Stromunfall ins Leben.
- David: Er wurde als einer der kommenden Superstars gehandelt. Im Alter von 25 Jahren verstarb David im Schlaf. Todesursache: eine verschleppte Magen-Darm-Entzündung.
- Mike: Eigentlich wollte Mike kein Wrestler werden, sondern Kameramann. Am 12. April 1987 setzte er im Alter von 23 Jahren seinem Leben mit einem Mix aus Medikamenten und Alkohol ein Ende.
- Chris: Im Alter von 22 Jahren nahm er sich am 12. September 1991 mit einem Kopfschuss das Leben.
- Kerry: Nachdem er wegen Drogenbesitzes auch noch verhaftet wurde, beging er im Alter von 33 Jahren auf der Farm seines Vaters Selbstmord.
- Kevin: Als einziger der Von Erich-Söhne lebt Kevin noch.
Chris Benoit
Der gebürtige Kanadier war zu Lebzeiten einer der technisch besten Wrestler der Welt. Als Benoit am 24. Juli 2007 zur WWE-Veranstaltung nicht auftauchte, sorgten sich die Offiziellen und Wrestlerkollegen um das Wohlergehen von Chris Benoit und alarmierten die Polizei.
Diese machte am folgenden Tag im Wohnhaus der Familie eine schreckliche Entdeckung: Chris Benoit, seine Ehefrau Nancy und ihr gemeinsamer Sohn Daniel waren tot. Wie die Ermittler bekannt gaben, beging Chris Benoit selbst die Tat. So habe er am Freitag zunächst seine Frau erdrosselt, am folgenden Samstag sein Kind erstickt, bevor er sich am Sonntag in seinem Keller das Leben nahm.
Untersuchungen ergaben, dass Chris’ Gehirn zum Zeitpunkt des Todes den Zustand eines 85-jährigen Alzheimer-Patienten aufwies - als Folge von etlichen Gehirnerschütterungen, die Benoit im Laufe seiner Karriere erlitten hatte.
Brian Pillman
Noch zu Zeiten seiner aktiven Football-Karriere begannen Pillmans Probleme mit Alkohol und Drogen. Am 5. Oktober 1997 hätte Brian Pillman ein Match gegen Dude Love bestreiten sollen, doch er erschien nicht zu der Veranstaltung. Die Polizei wurde zu seinem Hotel geschickt und fand den leblosen Körper des Wrestlers. Als Todesursache wurde Herzversagen genannt, verursacht durch Medikamentensucht und eine angeborene Herzschwäche.
Mitsuharu Misawa
Mitsuharu Misawa war einer der größten, besten und populärsten Showkämpfer aller Zeiten, ein Mythos. Bei einem Kampf seiner Liga Pro Wrestling NOAH wurde er am 13. Juni 2009 bei einer missglückten Aktion faktisch innerlich enthauptet.
Bei einem Tag-Team-Match in Hiroshima landete er bei einem Suplex seines Gegners Akitoshi Saito auf dem Kopf und starb an den Folgen des Unfalls, fünf Tage vor seinem 47. Geburtstag.
Weitere verstorbene Wrestling-Stars
Viele Stars der 80er- und 90er-Jahre sind tot, sie wurden kaum älter als 50 Jahre. Hier eine Auflistung weiterer verstorbener Wrestling-Stars:
- Broderick Shepherd alias Australian Suicide (32)
- Hulk Hogan (71)
- Ultimate Warrior (54)
- Yokozuna (34)
- Davey Boy Smith (39)
- Umaga (36)
- Crash Holly
- Test
- Shad Gaspard
Ihre Geschichten spiegeln den Wandel einer Branche - und den Preis, den einige für Ruhm, Risiko und körperliche Belastung zahlten.
| Name | Todesursache | Alter |
|---|---|---|
| Owen Hart | Sturz von der Hallendecke | 34 |
| Bruiser Brody | Ermordung | 42 |
| Randy Savage | Herzinfarkt | 58 |
| Eddie Guerrero | Herzversagen | 38 |
| Chris Benoit | Mord und Selbstmord | 40 |
| Brian Pillman | Herzversagen | 35 |
| Mitsuharu Misawa | Unfall im Ring | 46 |
| Yokozuna | Lungenödem | 34 |
