Randy „The Ram“ Robinson (Mickey Rourke) hat seine besten Tage hinter sich. Als Wrestler kam er zu großem Ruhm und war in den 80er Jahren der Liebling vieler Fans.
Doch die Zeit liegt lange hinter dem alternden Sportler und nach seiner großen Karriere ging es steil bergab. Jetzt arbeitet er im Lager eines Supermarktes um sich wenigstens ein klein wenig Geld in die Tasche zu stecken, doch das reicht kaum aus, um sich die Miete für den Stellplatz in einer kleinen Wohnwagensiedlung zu leisten.
The Ram ist ganz unten angekommen und blüht nur dann auf, wenn es um seine ereignisreiche Vergangenheit geht, als er als Wrestler Kopfnüsse verteilte.
Doch auch im Alter kann er das Wrestlen nicht lassen und steigt immer wieder für Kämpfe in den Ring. Dabei tritt er gegen mittlerweile auch ziemlich ergraute Kontrahenten an, die schon lange nicht mehr die gefeierten Stars sind, sondern sich mehr schlecht als recht im Ring beweisen.
Die Zuschauer in der kleinen Turnhalle sind vor allem da, um ihre ehemaligen Helden noch ein letztes Mal zu sehen. Darunter befindet sich auch die Stripperin Cassidy (Marisa Tomei). Sie ist der einzige soziale Kontakt, den Randy noch hat und beide beginnen auch außerhalb des Stripclubs eine kleine Liaison.
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Sie motiviert Randy dazu, den Kontakt zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) wieder aufzunehmen, denn durch den Wrestling-Sport war er nicht gerade ein Vorzeige-Vater.
Nach einem Kampf bricht Randy in der Kabine zusammen und muss daraufhin am Herzen operiert werden. Jahrelang pumpte er sich mit Steroiden voll um körperlich immer am Limit zu sein. Das wird ihm jetzt zum Verhängnis.
Die Ärzte raten dem Sportler am besten nie wieder in den Ring zu steigen, denn sein Herz könnte bei den Anstrengungen den Geist aufgeben.
Der Film, der zu 100% auf Mickey Rourke zugeschnitten ist, zeigt zum einen die Halbwelt des Wrestling, eine fast schon unwirkliche Zusammensetzung aus Show, Sport und Schmerzen, in der sich Randy "The Ram" aber heimisch, ja sogar geborgen fühlt.
Für diese Welt musste er allerdings Opfer bringen, sei es sein Gehör, sein Herz oder die Beziehung zu Tochter. Als ihm ein Herzinfarkt aus dieser Geborgenheit reißt und Randy versucht die Wunden der Vergangenheit auszukurieren kommt er bald an seine Schmerzgrenze.
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Mickey Rourke verkörpert diese Rolle mit solch einer Hingabe, Aufopferungsbereitschaft und mit so einer unbeschreiblichen Offenheit dass es einem das Herz zerreißt.
Wenn Randy versucht sich mit seiner Tochter zu versöhnen und er kurz dabei ist Glück und Geborgenheit außerhalb des Wrestling zu finden, gibt er einen Wunsch preis, den er an seine Tochter richtet. "Alles was ich will, ist dass du mich nicht verachtest".
Für kurze Zeit wird dieser Wunsch wahr und auch wenn Randy mit Kittel und Haarnetz im Supermarkt Schinken verkauft, in dieser Zeit strahlt er so viel Liebe, Glück und Würde aus, dass bei einem selbst einen Rausch des Glücks auslöst, aber Randy wird fallen und wird einen Entschluss fassen, den er am Ende vor Publikum benennt.
Ob dieser Entschluss eine Selbstaufgabe oder der einzig richtige Weg ist, muss jeder selbst entscheiden, eins ist aber sicher mit "The Wrestler" hat Mickey Rourke nicht nur ein famoses Comeback hingelegt, sondern sich auch ein darstellerisches Monument erschaffen, dass über all seine Kritiker, Neider und Spötter stehen wird.
Ein ehemaliger Superstar, der Zehntausende zum Kreischen gebracht hat, muss in schäbigen Turnhallen vor ein paar Dutzend Leuten auftreten - er kann einfach nicht loslassen.
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Seine "Karriere" als Wurstverkäufer kann ihm die Liebe und Bewunderung der Fans nicht ersetzen. Er ist eine "Rampen-Sau". Er geht so weit wie er kann, lässt sich mit einem Tacker malträtieren und schlitzt sich mit einer Rasierklinge auf, um den Zuschauern Blut zu bieten.
Ein trauriger und doch schöner Film. Ein großartiger Mickey Rourke, der den Wrestler nicht gespielt sondern gelebt hat. Danke für einen grandiosen und nachdenklichen Film über die Schattenseiten des Kampfsports.
Mickey Rourke schauspielert nicht, er ist und lebt diese Rolle. Man sieht in sein Gesicht und weiß was er fühlt. Man könnte denken Mickey Rourke hätte sein eigenes Leben verfilmt, das ja auch aus Höhen und Tiefen bestand.
Darren Aronofsky drehte The Wrestler in nur 35 Tagen in New Jersey mit einem Budget von sechs Millionen Dollar. Der Film konnte das Sechsfache wieder einspielen.
Einer der Gründe für das für US-Verhältnisse geringe Budget war die Besetzung der Hauptrolle mit Mickey Rourke. Der Schauspieler galt als riskante und schwierige Wahl, weshalb viele Geldgeber absprangen.
Die Produktionsfirma wollte die Hauptrolle in The Wrestler mit Nicolas Cage besetzen, doch Darren Aronofsky bestand auf Mickey Rourke.
The Wrestler feierte seine Premiere auf dem Filmfest in Venedig und gewann den Goldenen Löwen als bester Film.
Darren Aronofsky sagte in Interviews, dass The Wrestler und Black Swan als ein und dasselbe Projekt begannen. Er plante eigentlich einen Film über eine Beziehung zwischen einer Ballerina und einem Wrestler zu drehen.
Die Songs Sweet Child O’ Mine von den Guns N’ Roses und The Wrestler von Bruce Springsteen wurden für den Film umsonst zur Verfügung gestellt, da das Budget so knapp bemessen war.
Die Szenen im Supermarkt waren zum größten Teil improvisiert. Darren Aronofsky ließ die Kamera laufen, während Mickey Rourke hinter der Theke stand und echte Kunden des Supermarkts bediente.
Hier eine Übersicht der wichtigsten Schauspieler und ihrer Rollen in "The Wrestler":
| Schauspieler | Rolle |
|---|---|
| Mickey Rourke | Randy "The Ram" Robinson |
| Marisa Tomei | Cassidy |
| Evan Rachel Wood | Stephanie |
| Mark Margolis | Lenny |
Die Qualität diese Filmes beruht auf der Ensembelleistung! Sicher zuerst durch Mickey Rourke's Leistung, die hauptsächlich auf Sparsamkeit im Besten Sinne beruht. Dies lässt den Menschen Randy 'The Ram' Robinson wirklich leben!
Auch die Darstellung der Stripperin Cassidy durch Marisa Tomei ist mehr als beeindruckend. Überhaupt wirken die Menschen in diesem Movie sehr lebendig.
Aber auch Kamera, Regie und die weiteren Darsteller liefern Beeindruckendes. Die Kamera dokumentiert, ohne den Blick zu verstellen oder Dinge zu beschönigen. Aber trotzdem liefert sie keine Figur im voyeuristischen Sinne aus.
Es ist schon beeindruckend, mit welchem Mut zur ausgestellten Hässlichkeit die Kamera in Detail-Aufnahmen rücksichtslos über den alternden, verbrauchten Körper Randys fährt - und damit immer auch Mickey Rourke zur Schau gestellt wird.
Obwohl The Wrestler ohne ausgiebige stilistische Spielereien wie in Darren Aronofskys Vorgängerfilmen Pi - Der Film und Requiem for a Dream auskommt, ist der Film auf den zweiten Blick gar nicht so weit entfernt vom restlichen Oeuvre des Regisseurs.
Der Film erzählt eine Geschichte von einem schmutzigen Boulevard der Dämmerung, von den Hinterhöfen des Ruhms. Man kann nicht umhin, »The Wrestler« mit einem anderen Film zu vergleichen: mit »JCVD« von Mabrouk El Mechri, der auch dieses Jahr in die Kinos kommt.
Darin feiert eine andere Diva des Machismo der achtziger Jahre ein sympathisches Comeback: Jean- Claude Van Damme, »the muscles from Brussels«.
Aber während El Mechris Film verspielt und selbstironisch daherkommt, hat Darren Aranofsky, dessen letztes Werk der überambitionierte »The Fountain« war, einen beinahe geradlinigen Film gedreht, leicht verfremdet durch die melancholische Stimmung des Danach.
Nur einen Manierismus erlaubt er sich: Er zeigt den Wrestler Randy immer wieder von hinten, den breiten Rücken, auf den ein Kruzifix tätowiert ist.
Die Parallelen zwischen Rourke und dem von ihm verkörperten Randy sind unübersehbar. Man vergesse Robert De Niro als Jake La Motta.
Die Einsamkeit des Profi-Ringers Randy beginnt, wenn er die Familie der Wrestler verlassen hat. Dann fährt er zurück in den Trailerpark, wo er einen Wohnwagen bewohnt, dessen Miete er gerade so bezahlen kann.
Seine Einsamkeit wird noch größer, als er nach einer Herzattacke das Wrestling aufgeben muss. Er bleibt aber ein Performer, auch wenn er hinter dem Tresen der Supermarkt-Fleischabteilung jobbt.
Zwei Frauen sind es, die Randy vielleicht helfen könnten, aus seiner Isolation herauszufinden. Da ist seine Tochter Stephanie, eine Studentin, die er seit Jahren nicht gesehen und wahrscheinlich ein Leben lang vernachlässigt hat.
Die zweite Frau, die Randy immer wieder aufsucht, ist Cassidy, eine Stripperin in einer schmuddeligen Bar am Rande der Stadt. Man wünscht sich so sehr, dass Randy mit ihr zusammenkommen würde.
Auch sie, nicht mehr die Jüngste, arbeitet mit ihrem Körper, mit der Show der Emotionen. Ihre Persönlichkeit bleibt verbarrikadiert.
Es ist hier zu großen Teilen der extrem überzeugenden Darbietung Mickey Rourkes geschuldet, dass The Wrestler durchweg zu überzeugen weiß und nie in Kitsch abzudriften droht.
Hier zeigt sich auch die einzige Diskrepanz des Films, da es alle Darsteller gekonnt verstehen, ihrem Spiel leise Nuancen beizufügen und auch ohne Worte ein gehöriges Maß an Gefühl und Emotion zu transportieren, wohingegen Aronofskys Darstellungsweise zuweilen eher nach der Holzhammer-Methode zu funktionieren scheint und Offensichtliches noch zusätzlich zu betonen versucht.
