Schlagkraftmessgerät Test UFC: Trainingsmethoden und Ausrüstung im Kampfsport

Im Kampfsport geht es darum, Schlag- und Tritttechniken immer wieder zu verbessern und zu modifizieren, um bei einem echten Kampf der bessere zu sein.

Dafür wird mit Boxsäcken, Punchingbälle, Dummies und weiteren Trainingsgeräten trainiert.

Da es sich dabei aber nicht um einen echten Sparringpartner handelt, fehlen mitunter bestimmte Reize, die durch die Reaktion einer realen Person ausgelöst werden.

Trainingspratzen beziehungsweise Handpratzen sind wohl das ultimativste Trainingsgerät für Boxer, Kickboxer und andere Kampfsportarten.

Denn damit kannst Du Schlagkombinationen ausführen und dabei Deine Zielgenauigkeit, Schlaghärte, Schnelligkeit und Schlagfolge am lebenden Objekt trainieren.

Anders als bei Übungskämpfen, bei denen normalerweise vor dem Auftreffen des Schlags oder Tritts die Ausführung abgestoppt wird, kannst Du beim Pratzentraining Tritte und Schläge voll durchziehen.

Auch das Reaktionsvermögen und das Timing bekommen durch das Training mit Handpratzen mehr Effektivität.

Nach einiger Zeit stellt sich auch ein gutes Distanzgefühl ein.

Ein großer Vorteil vom Pratzentraining ist, dass es Dir dabei hilft, die Hemmungen vor dem richtigen Zuschlagen zu verlieren.

Handpratzen dienen dazu, Deine Reaktion auf optische und taktile Reize zu verbessern, Deinen Ausdauer und Kondition auszubauen und die Kombinationen der verschiedenen Angriffstechniken zu trainieren und zu modifizieren.

Gleichzeitig hilft es Dir dabei, gezielter auf die Bewegungen des Gegners zu reagieren.

Wenn Du als Anfänger mit den Pratzen trainierst, wird sich gerne mit dem Sparringpartner auf ein Kommando geeinigt, wann Du genau auf die Pratzen schlagen oder treten sollst.

Wenn Du Deinen Rhythmus gefunden hast siehst Du genau, wann Dein Trainingspartner die Handpratzen hebt.

Schließlich gibt es später bei einem Zweikampf im Ring keine Ankündigung, wie sich Dein Gegner verteidigen will.

Darüber hinaus trainierst Du mit Trainingspratzen Deine Kraft und Ausdauer.

Dein Trainingspartner kann Dir einen bestimmten Bewegungsablauf oder Rhythmus vorgeben, dem Du nun folgen musst.

Zugleich bestimmst Du aber die Schnelligkeit Deiner Schläge selber.

Dabei kann er defensiv handeln oder in die Rolle von einem echten Sparringpartner schlüpfen.

So werden Haken und Schläge unter noch größerem Druck vorgegeben.

Auch Feinheiten von Kampftechniken lassen sich über das Training mit Handpratzen klären und schulen.

Materialien und Ausführungen von Handpratzen

Gerade beim Kampfsport werden die Handpratzen beim Training stark beansprucht.

Daher sollten sie sehr widerstandsfähig, aber auch flexibel sein, damit sie nicht reißen.

Echtes Leder erfüllt die Ansprüche auf jeden Fall und ist aufgrund seiner Hochwertigkeit bei Handpratzen im höheren Preissegment sehr weit verbreitet.

Es gibt verschiedene Hersteller, die ihr eigenes Kunstleder entwickelt haben.

Boxpads aus Skintex oder Maya-Hide-Leder sind zum Beispiel weit verbreitet.

Deutlich preisgünstiger sind Handpratzen, die aus Vinyl-Materialien hergestellt sind.

An die Qualität von PU-Leder kann dieses Material allerdings nicht heranreichen.

Es verschleißt deutlich schneller.

Wenn Dein Weg Richtung Wettkampf geht, solltest Du unbedingt vom Sandsack auf Handpratzen umsteigen.

Damit lässt sich das Training abwechslungsreicher und flexibler gestalten, Du reagierst besser auf Deinen Gegner und schulst gleichzeitig Deine Reflexe.

Wichtig ist aber beim Pratzentraining, dass Dein Sparringpartner eine gewisse Erfahrung mitbringt und genau weiß, welche Schläge oder Tritte noch verbesserungswürdig sind.

Gleichzeitig wird Dein Gespür für Distanz geschult und Du entwickelst ausgeklügelte Schlag- und Trittkombinationen.

Außerdem lernst Du auch, die Winkel beim nächsten Tritt oder Schlag besser einzuschätzen.

Das Pratzentraining ist also deutlich vielseitiger und wesentlich interessanter, als wenn Du einen einfachen Sandsack beziehungsweise Boxsack verwendest.

Verschiedene Pratzentrainingsarten

Es gibt verschiedenste Formen von Pratzentraining.

Einige Trainer sind für ihre eigenen Stile bekannt, bei denen ganz verschiedene Aspekte trainiert werden.

Kampfsportler und Trainer können mit den Pratzen eine ganze Palette verschiedener Trainingsarten ausführen.

Um Dir die unterschiedlichen Aspekte etwas näher zu bringen, haben wir nachfolgend für Dich verschiedene Pratzentrainingsarten kurz zusammengefasst:

  • Gleichzeitig offensiv und defensiv trainieren: Am häufigsten wird beim Pratzentraining das gleichzeitige Üben von verschiedenen Offensiv- und Defensivbewegungen durchgeführt.
  • Power Punches - ausschließlich offensiv: Wenn offensive Trainingseinheiten durchgeführt werden, wird dem Kampfsportler weitestgehend die Entscheidung überlassen, was er mit seinen Kombinationen anfängt.
  • Ausschließlich defensiv: Wenn Dein Trainingspartner ausschließlich selbst schlägt, bist Du dazu gezwungen, Deine defensiven Ausweichmanöver zu verbessern und Deine Reaktionen zu steigern.
  • Rhythmus-Übungen: Rhythmus-Sequenzen sind essentiell, um Deine Koordination zu verbessern und schnellere Reflexe aufzubauen.
  • Präzisionsübungen: Wenn Dein Sparringpartner ganz zufällig die Handpratzen ausrichtet, ohne dass Du darüber Bescheid weißt, in welcher Position oder mit welchem Schlag Du die Pratzen treffen sollst, trainierst Du Deine Treffsicherheit.
  • Situationsabhängiges Training: Ein Pratzentraining, bei dem Dein Trainer verschiedene Kampfstile nachahmt, hilft Dir dabei, Dich auf unterschiedliche Gegner vorzubereiten.

Zusätzliche Ausrüstung und Sicherheitshinweise

Neben den Pratzen selbst solltest Du natürlich ein Paar Handschuhe oder die passenden Bandagen für den jeweiligen Kampfsport besitzen.

Bei Sportarten mit Tritten und Kicks sind zusätzlich Schienbeinschoner und Fußschützer notwendig.

Die Pratzen selbst dürfen nicht einfach von Anfängern gehalten werden, da ein solches Training umfassende Kenntnisse in der Handhabung erfordert.

Außerdem musst Du auf den Kampfsportler reagieren können und ihm selbst Abwechslung beim Training mit dem Pad bieten.

Anfänger laufen häufig Gefahr, sich zu verletzen, falls die Pratzen unsauber gehalten werden.

Kosten und Kaufmöglichkeiten

Einfache Handpratzen bekommst Du schon ab 20 bis 50 Euro.

Sie sind relativ klein und werden nur an den Händen getragen.

Die günstigen Modelle haben teilweise keine richtige Aufnahme für die Handfläche, sodass die Polster recht unbequem sitzen.

Für größere Pratzen, die auch den Unterarm mit abdecken, musst Du mit etwa 50 Euro rechnen.

Auch andere größere Schlagpolster bewegen sich preislich in diesem Rahmen.

Achte dabei stets auf eine gute Qualität, eine hochwertige Verarbeitung und vor allem einen bequemen Sitz.

Nur so halten Du und die Pratzen ein längeres Training aus.

Wünschst Du Dir Handpratzen aus Leder, musst Du etwas tiefer in die Tasche greifen.