Bekannte MMA-Kämpfer in Deutschland

Mixed Martial Arts (MMA) hat in Deutschland in den letzten Jahren stetig an Popularität gewonnen. Mit dem Kampfabend am Samstag erreicht MMA in Deutschland nun aber eine andere Gewichtsklasse. Besonders die Ultimate Fighting Championship (UFC) - als größte und prestigeträchtigste MMA-Organisation der Welt - bietet Athleten aus allen Ländern die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu messen.

Die Kampfsportszene schaut an diesem Samstag nach Frankfurt. Im Waldstadion kommen mehr als 58.000 Fans zusammen, um das MMA-Spektakel Eckerlin gegen Jungwirth zu verfolgen.

Dieser Artikel wirft einen Blick auf bekannte deutsche MMA-Kämpfer, die in der UFC gekämpft haben, sowie auf das Event "OKTAGON 57" in Frankfurt und weitere Entwicklungen in der deutschen MMA-Szene.

MMA in Deutschland: Mehr als nur ein Sport

Mixed Martial Arts, kurz MMA, ist eine junge Kampfsportart, die sich Anfang der 1990er in den USA entwickelte. Mittlerweile ist MMA eine eigene Kampfsportkunst, die in vielen Gyms auch in Deutschland trainiert werden kann. Dabei geht es vor allem um die Balance verschiedener Techniken. Als Kern werden Fähigkeiten im Kickboxen, Ringen und Jiu Jitsu angesehen.

Obwohl fast alle Schlag- und Bodenkampftechniken erlaubt sind, gibt es klare Regeln im MMA. So sind etwa Schläge in die Genitalien, Griffe ins Auge oder Kopfstöße verboten. Gekämpft wird in drei oder fünf Runden à fünf Minuten.

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Während weltweit die UFC den MMA-Markt dominiert und bekannte Stars wie Conor McGregor hervorgebracht hat, ist die Sportart in Europa noch kleiner. Aber auch das hat sich in den vergangenen Jahren geändert, vor allem der Promoter Oktagon stellte zuletzt immer größere Events auf die Beine.

Bisher füllten nur Muhammad Ali (1966 gegen Karl Mildenberger) und Wladmir Klitschko (2010 gegen Samuel Peters) die Frankfurter Arena mit Kampfsportevents. Und beide werden von den mindestens 58.000 erwarteten Zuschauern noch deutlich übertroffen. Insgesamt elf Kämpfe stehen auf der sogenannten Fight-Card. Highlight ist das Duell der beiden prominentesten deutschen Oktagon-Kämpfer, Christian Eckerlin und Christian Jungwirth. Dazu gibt es zwei Titelkämpfe, einmal im Mittelgewicht zwischen Champion Patrick Kincl und Kerim Engizek, sowie im Strohgewicht der Frauen zwischen Titelträgerin Katharina Dalisda und Mallory Martin.

Für schwache Nerven ist das natürlich nichts: Beim MMA ist Blut an der Tagesordnung, auch bei Niederschlägen wird - anders als beim Boxen - weitergekämpft. Neben dem Programm im Ring verspricht der Veranstalter auch ein Event um das Stadion. Wie schon beim NFL-Besuch im vergangenen November soll es in einer Fan-Zone verschiedene Essensangebote, spielerische Mitmachaktionen und Infostände geben. Die Zone ist ab 14 Uhr geöffnet, der Kampfabend beginnt um 17 Uhr.

Kontroverse und Hintergründe

Kampfsport hat oft Milieu-Bezüge, da ist die Show in Frankfurt keine Ausnahme. Bei Lokalmatador Eckerlin liest sich die Liste folgendermaßen: Mitglied bei den Hells Angels, Betreiber einer Striptease-Bar und ehemaliges Mitglied der "aktiven" Eintracht-Fanszene. Der 37-Jährige geht mit diesem Lebenswandel offen um, verboten ist das auch alles nicht, dem zwielichten Image widerspricht es aber natürlich nicht.

Ähnlich ist es auch bei Gegner Christian Jungwirth, der in der Hooligan-Szene des VfB Stuttgart aktiv war, bevor er zum MMA-Profi wurde. Über Fehler der Vergangenheit spricht Jungwirth offen, so etwa über einen Spruch des Nazis Rudolf Hess, der einst seine Brust zierte. "Diese Tätowierung war auf jeden Fall eine der größten Blödsinns-Ideen in meinem Leben“, sagte Jungwirth dem SWR dazu. Er habe nicht über die Quelle des Spruchs nachgedacht. "Ich bin mit Ausländern groß geworden, meine Mutter ist Serbin - ich habe mit dieser Ideologie nichts zu tun."

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"Die persönlichen Geschichten und Hintergründe der Kämpfer sind Teil ihrer individuellen Reisen, aber sie definieren nicht die Werte und die Mission von OKTAGON MMA", sagt der Promoter auf Nachfrage. Man glaube fest an die Möglichkeit einer zweiten Chance und gerade der Sport habe vielen eine entscheidende Wende gegeben. "Der Käfig hat mein Leben gerettet", sagte etwa Jungwirth.

"Der König von Deutschland", diesen fiktiven Titel hat sich der Promoter für das Duell Eckerlin gegen Jungwirth ausgedacht. Aber wer holt sich denn nun den Sieg? Auf dem Papier spricht fast alles für Eckerlin. Der Frankfurter ist der versiertere Kämpfer, hat mehr Siege per K.o. oder Submission (Aufgabegriff) und ist entsprechend der Favorit. Doch unterschätzen sollte man Jungwirth nicht. Der selbsternannte "Unsterbliche Kelte" hat einen starken Willen und eine herausragende Kondition. Zudem hat er sich in seinen letzten Gefechten auch technisch verbessert, wie die Kollegen vom SWR betonen, die Jungwirth in einer sehenswerten Doku-Serie begleiten.

Deutsche MMA-Kämpfer in der UFC

Im Folgenden werden einige der erfolgreichsten deutschen Kämpfer in der UFC vorgestellt:

  1. Dennis Siver: Geboren in Russland, aufgewachsen in Deutschland, trat ab 2007 in der UFC an. Bekannt für sein vielseitiges Striking und seine spektakulären Spinning-Kicks.
  2. Ottman Azaitar: Aufgewachsen in Köln, debütierte 2019 in der UFC. Bekannt für seinen explosiven Kampfstil und seine Knockout-Power.
  3. Nasrat Haqparast: In Afghanistan geboren, in Hamburg aufgewachsen. Bekannt für seinen aggressiven Boxstil und soliden Bodenkampf.
  4. Abusupiyan “Abus” Magomedov: In Dagestan geboren, besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Sorgte bei seinem UFC-Debüt 2022 mit einem spektakulären K.o. für Aufsehen.
  5. Nick Hein: Ehemaliger Polizeibeamter aus Köln, startete 2014 in der UFC. Bekannt für seinen zähen und disziplinierten Kampfstil.

Obwohl Deutschland bislang keinen UFC-Champion hervorgebracht hat, haben diese Kämpfer bewiesen, dass deutsches MMA-Potenzial auf der größten Bühne des Sports existiert. Dennis Siver ebnete als Pionier den Weg für viele andere, während aufstrebende Talente wie Ottman Azaitar, Nasrat Haqparast und Abus Magomedov zeigen, dass der Traum vom UFC-Gold für deutsche Athleten längst nicht unerreichbar ist.

OKTAGON 57 in Frankfurt

Bei „OKTAGON 57″ in Frankfurt kam es abseits der Kämpfe zu einer überraschenden Ankündigung von Stephan Pütz. Der bislang erfolgreichste deutsche Kämpfer in der MMA-Geschichte hat im Rahmen der Veranstaltung „OKTAGON 57″ in der Frankfurter Festhalle sein Karriereende angekündigt.

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„Ich glaube viele von euch warten auf Neuigkeiten, wie es weitergeht. Der MMA-Sport hat sich sensationell entwickelt. Ich bin sehr stolz darauf, ein Teil davon gewesen zu sein“, erklärte der 36-Jährige.

„Ich möchte allen Menschen danken, die an diesem Prozess beteiligt waren. Ich möchte heute verkünden, dass ich meine Handschuhe niederlegen werde. Ich will meine Karriere nicht unnötig in die Länge ziehen.“

Der Frankfurter bestritt während seiner Laufbahn 27 Kämpfe, 22 davon konnte er für sich entscheiden. So war er unter anderem Champion bei M1-Global.

Bei OKTAGON 57 feierte indes Christian Eckerlin gegen Miroslav Broz einen Sieg durch Technischen K.o. in der zweiten Runde. Nach dem Fight wurde zudem der wohl größte Kampf der deutschen MMA-Historie verkündet. So kämpft Eckerlin am 12.

Weitere Bekannte Deutsche MMA Kämpfer

  • Jarjis Danho: Der 32-Jährige ist der erste Schwergewichtler aus Deutschland in der UFC. Seinen ersten Profikampf gewann Danho nach nur zehn Sekunden.
  • Yessin Ayari: Seit April steht der Weltergewichtler bei der UFC unter Vertrag. In Hamburg feierte der Nürnberger sein Debüt gegen den englischen Veteranen Jim Wallhead.
  • Peter Sobotta: Ayaris Mentor tritt selbst gegen Nicolas Dalby aus Dänemark an. Ein alter Bekannter.
  • Abubakr Sabirov: Ein herausragender Athlet mit Wurzeln in Tadschikistan, widmet sein Leben seit frühester Kindheit dem Kampfsport.