Wertschätzung von 0,1 Karat Brillanten

Der Preis eines Diamanten wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen die Anzahl der Karat, die Farbe, der Schliff und die Reinheit. Diese Faktoren werden oft als die "4 C's" bezeichnet.

Was ist ein Karat?

Karat ist eine Gewichtsangabe, wobei ein Karat 0,2 Gramm entspricht. Das Gewicht von Diamanten und anderen Edelsteinen wird in Karat ("ct") angegeben. Diese Angabe ist auch häufiger in den Schmuck eingraviert. Ein Diamant mit einem Gewicht von einem Gramm hat demnach 5 Karat.

Es ist wichtig, die Begriffe "Carat" und "Karat" zu unterscheiden. "Carat" (englisch) wird für das Gewicht von Edelsteinen verwendet, während "Karat" (deutsch) die Reinheit von Gold bezeichnet.

Die "4 C's" der Diamantenbewertung

Die "4 C's" sind die wichtigsten Kriterien zur Bestimmung der Qualität und des Wertes eines Diamanten:

  • Carat (Gewicht): Ein Karat entspricht 0,2 Gramm.
  • Color (Farbe): Je farbloser ein Diamant ist, desto wertvoller ist er.
  • Clarity (Reinheit): Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat, desto wertvoller ist er.
  • Cut (Schliff): Der Schliff beeinflusst die Brillanz und das Feuer eines Diamanten.

Reinheit von Diamanten

Die Reinheit der Diamanten spielt eine wichtige Rolle. Lupenreine Diamanten zeigen auch bei zehnfacher Vergrößerung mittels Lupe weder im noch am Diamanten Fehler (Kratzer, Bruchstellen usw.) oder Einschlüsse auf.

Lesen Sie auch: Brillant 0.2 Karat: Leitfaden

Die "Inclusions" werden auch gerne "Piqué" (P1/P2/P3) genannt. Je weniger Einschlüsse ein Diamant hat, desto wertvoller ist er.

Farbe von Diamanten

Ein weiterer wichtiger Bewertungspunkt beim Diamanten verkaufen, ist auch der Farbgrad, der in 11 feine Einstufungen von farblos bis gelb unterteilt ist. Ein Diamant ist umso teurer je farbloser/weißer und damit seltener er ist. Die höchste und seltenste Farbstufe ist die absolute Farblosigkeit (Farbstufe D, früher River).

Schliff von Diamanten

Die Schliffqualität (nicht die Schliff-Form wie z.B. der Brillantschliff) ist ausschlaggebend für die Brillanz und das Feuer eines Diamanten und machen aus ihm erst einen funkelnden und wertvollen, schönen Edelstein.

Die Schliffqualität ergibt sich zum größten Teil aus den Proportionen des Diamanten. Hierbei ist das Verhältnis von Gesamthöhe bzw. Weiterhin sind die Winkel und die Gleichmäßigkeit der angelegten Facetten wichtig. Auch sollte ein Brillant möglichst eine gleichmässige runde Form haben und nicht unrund sein. Die Trennung zwischen Ober- und Unterteil, die Rundiste/Rondiste, sollte möglichst gleichmässig und nicht zu dick bzw. dünn sein. Auch die Spitze, die sog. Kalette, sollte möglichst spitz sein.

Alle diese Kritieren fließen in die Bewertung des Schliffs ein, welcher als Oberbegriff Cut (Schliff) noch um die beiden Unterkriterien Polish (Politur) und Symmetrie ergänzt wird.

Lesen Sie auch: Alles über 0,5 Karat Diamanten

Die drei Teilbereiche werden nach folgendem Schema bewertet:

  • Excellent = Exzellent
  • Very Good = Sehr Gut
  • Good = Gut
  • Fair = Mittel
  • Poor = Gering

Die bestmögliche Graduierung bei Schliff, Politur und Symmetrie ist beim GIA und HRD somit 3x Exzellent.

Diamant oder Brillant?

Während der Begriff "Diamant" das Mineral an sich bezeichnet "Brillant" einen besonderen Schliff: den Brillantschliff. Dieser wurde ursprünglich nur bei Diamanten angewendet. Heutzutage werde aber auch andere Minerale und Edelsteine zu Brillanten geschliffen.

Einfluss von Fluoreszenz

Als Fluoreszenz wird das leichte Leuchten bzw. Schimmern eines Diamanten unter UV-Licht (auch Sonnenlicht enthält UV-Licht) bezeichnet. Die meist bläuliche Fluoreszenz (seltener auch gelblich) kann bei starker oder sehr starker Ausprägung und hohen Farbgraden (D bis H) den Wert eines Diamanten negativ beeinflussen.

Ein zu Anlagezwecken gedachter farbloser Diamant sollte idealerweise keine, max. eine schwache Fluoreszenz aufweisen. Bei einem für Schmuckzwecke verwendeten Brillanten ist eine mittlere bis etwas stärkere und somit manchmal (unter UV Licht) sichtbare Fluoreszenz auch ganz interessant und in einigen Ländern (z.B. USA) sogar gesucht.

Lesen Sie auch: Mehr über 0,3-Karat-Diamanten

Diamant-Zertifikate

Als weiterer wichtiger Punkt der preisbildenden Kriterien ist das Zertifikat bzw. die Expertise des Diamanten zu nennen. Ein Zertifikat ist quasi der Pass des Diamanten. In ihm sind neben den genauen Maßen des Diamanten alle identitätsgebenden Merkmale enthalten, mit denen der Diamant zweifelsfrei identifiziert werden kann.

Der Wert eines Zertifikates ist dabei nur so gut, wie der Ruf des ausstellenden Institutes. Da Diamanten weltweit gehandelt werden und ihre Preise ebenso weltweit entstehen, sind auch nur Zertifikate von Diamantinstituten zu empfehlen, welche weltweite Anerkennung geniessen. Diese sind das "GIA - Gemological Institute of America", das "IGI - International Gemological Institute" und der "HRD - Hoge Raad Voor Diamant".

Daher handeln wir auch ausschließlich mit Diamanten, die mit einem Zertifikat dieser Institute ausgestattet sind.

Behandelte Diamanten

Falls Sie in einem Diamant-Zertifikat oder einem Angebotstext einen der Begriffe "color enhanced" (farbbehandelt / farbverbessert) oder "clarity enhanced" (reinheitsbehandelt / reinheitsverbessert) finden, bedeutet dies, dass der Diamant nachträglich behandelt wurde!

Der Wert eines behandelten Diamanten erfährt einen starken Abschlag und ist zur Wertsicherung völlig ungeeignet!

Diamantenpreisliste der IDEX

Eine sehr gute Möglichkeit, sich über den aktuellen Marktpreis von Diamanten zu informieren, bietet die Diamantenpreisliste der IDEX (International Diamond Exchange). Sie soll Ihnen als erste grobe Orientierung für den angemessenen Preis von Diamanten dienen.

Als eine international sehr bedeutende Diamantenbörse, führt die IDEX Angebot und Nachfrage der Diamantenhändler zusammen und sammelt jeden Monat die aktuellen Diamantenverkaufspreise.

Da der genaue Preis eines Diamanten jedoch von vielen einzelnen Faktoren abhängt und diese den Rahmen einer Preisliste schnell unübersichtlich gestalten würde, kann sie nur als Orientierung dienen.

Beispiel zur Berechnung eines Diamantenpreises

Die IDEX (International Diamond Exchange) stellt die Preise für Diamanten im Brillantschliff in Ihrer Diamantenpreisliste in US-Dollar pro Karat und unterteilt den Diamantpreis bei gleicher Qualität (Farbe und Reinheit), in verschiedene Gewichtsklassen z.B. 1,00 ct. bis 1,24 ct. dann 1,25 ct. bis 1,49 ct. usw.

Als Beispiel soll nun ein 1 Karat Diamant Preis ermittelt werden. Dieser Einkaräter-Diamant liegt in der Range 1,00ct. bis 1,24ct. (siehe rechte Diamantenpreisliste oben).

Einkarat Diamanten dieser Größe/dieses Gewichts kosten in der höchsten Qualität der Farbe D und der Reinheit IF 27.130 USD pro Karat (siehe rote Markierung). Dieser Diamant 1 Karat Preis ist bei einem Einkaräter mit bspw. 1,03 Karat dann mit dem Faktor 1,03 zu multiplizieren. Unser Beispiel 1 Karat Diamant Preis liegt somit für einen Einkaräter mit 1,03 Karat bei 27.943,90 USD oder anders formuliert, hat der 1 Karat Diamant einen Wert von 27.943,90 USD.

In Euro umgerechnet: Sollte der aktuelle Dollar-/Eurokurs bspw. bei 1,20 liegen, teilen Sie 27.943,90 USD durch 1,20 und erhalten mit 23.286,58 Euro den 1 Karat Diamant Wert für unseren Beispieldiamanten.

Nicht berücksichtigt sind hier die Mwst.

Diamanten als Wertanlage

Auch Anleger kaufen Diamanten als Wertanlage, da sie knappe Güter sind und die Förderung zunehmend erschwert ist. Langfristig ist der Diamantenpreis immer gestiegen. Das liegt daran, dass die weltweite Diamantenproduktion, die Nachfrage nach Diamanten, welche zu Schmuck- und Anlagezwecken geeignet sind, meist nicht decken kann.

Wichtiger Hinweis: Diese Aussage gilt selbstverständlich nur für natürliche Diamanten.

Der Diamantenpreis für einen Einkaräter-Diamant in der besten Qualität lag 1960 bei ca. 2.700 $ und kostete 2010 bereits ca. 25.000 $!

Die Diamantenvorräte bzw. Diamantenvorkommen sind endlich (begrenzt). Ähnlich anderen Rohstoffen, wie z.B. Rohöl, Gold, seltene Erden, sind auch Diamanten nicht unendlich zu fördern, da ihre Vorkommen immer geringer werden.

Einige ehemals ergiebige Diamantenminen sind erschöpft und geschlossen bzw. werden nicht weiter abgebaut. Eine der weltweit größten und bekanntesten Diamantenminen, die ARGYL-Mine aus Australien, wurde Ende 2020 geschlossen!

Das heißt, dass das Angebot in der Zukunft weiter abnehmen wird. Gleichzeitig wird die weltweite Nachfrage nach Diamanten ständig zunehmen, da immer mehr ehemalige Schwellenländer heute zu den Industrieländer zählen und die Nachfrage nach Diamanten von dort immer weiter angetrieben wird.

Der Einfluss von Farbe und Reinheit auf den Preis

Die folgende Aufstellung zeigt den Einfluss von Farbe und Reinheit auf den Preis von Diamanten und soll Ihnen als grober Leitfaden dienen. Maßstab bzw. Ausgangspunkt ist hier der Diamant mit den bestmöglichen Werten in Farbe (D) und Reinheit (IF) oben links mit 100%. Gemessen an seinem Wert/Preis werden für die anderen Diamant-Qualitäten entsprechende Abschläge vorgenommen.

Ein Diamant in Farbe G und Reinheit VS2 sollte somit einen Preis von nur noch 30% haben (minus 70%). Bei einem angenommenen Preis für einen Einkaräter Brillant in Farbe D und Reinheit IF von 22.000,00 Euro ergibt sich somit ein rein rechnerischer Preis von 6.600,00 Euro für unseren Beispieldiamanten in Farbe G und Reinheit VS2 (22.000 ./.

Wo kann man Diamanten verkaufen?

Diamanten können Sie bei einem seriösen Edelsteinhändler online, sowie im Geschäft verkaufen. Hierbei ist auf kompetente Beratung zu achten, da der Verkaufspreis je nach Farbe, Form, Schliff und Reinheit sehr unterschiedlich ist.

Häufig werden Diamanten angekauft, wenn Kunden Gold verkaufen wollen - selbstverständlich werden wir neben den Diamanten auch die Schmuckstücke bewerten, in denen die Diamanten eingefasst sind.