Taekwondo Stuttgart Hedelfingen Kurse: Eine umfassende Übersicht

Seit 1999 gibt Ramazan Baygün, Träger des fünften DAN im Taekwondo, in seiner Sportschule in Hedelfingen Kurse und bringt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die koreanische Kampfkunst Taekwondo bei. Er hat sich längst in den Oberen Neckarvororten etabliert, 2004 einen Verein gegründet und seitdem Spitzenathleten ausgebildet.

Was ist Taekwondo?

Taekwondo ist eine traditionelle Kampfkunst aus Korea, die sich im Unterschied zu anderen asiatischen Sportarten durch Schnelligkeit und Dynamik sowie deutlich mehr Fußtechniken unterscheidet. Ein elementares Merkmal ist das Verneigen.

Mit der Verneigung wird der Respekt vor den Trainern und den Übungspartnern ausgedrückt, man sammelt und konzentriert sich. Konzentration ist wichtig, ermöglicht sie doch komplexe Bewegungsabläufe und stellt sicher, dass der Trainingspartner nicht verletzt wird. Mit der Verneigung beim Betreten des Trainingsraumes (Dojang) streift man die Alltagssorgen ab und konzentriert sich auf sich und die bevorstehenden Übungen.

Taekwondo ist eine von 5 Kampfsportarten im olympischen Programm. Seit Sydney 2000 ist es Teil der Spiele. Unsere Abteilung ist Mitglied der TUBW (Taekwondo Union Baden-Württemberg) und dadurch auch in der DTU (Deutsche Taekwondo Union) und WT (World Taekwondo). Unser Training unterliegt und orientiert sich an den Regularien der Verbände (u.a.

Arten des Taekwondo-Kampfes

Traditioneller Freikampf (Chayu Taerson)

Bei der traditionellen Variante des Freikampfs gilt es, die Techniken schnell und präzise anzubringen und Angriffe des Gegners meist im Ansatz zu erkennen und wenn möglich zu vereiteln. Der traditionelle Freikampf kann man als Kampf mit dem Partner bezeichnen.

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Das Wörtchen "mit" ist hier entscheidend, denn dies ist kein wirklicher Kampf gegen den Trainingspartner. Beide Übenden nutzen diese Trainingsart als eine Möglichkeit ihre Reaktionen zu schulen, wobei die Techniken meist einige Zentimeter vorm Ziel gestoppt werden, welches eine hohe Herausforderung an die Körperbeherrschung beider Taekwondoka darstellt.

Bestimmte Freikampfregeln gelten universell (für den modernen und den traditionellen Kampf)). Schläge unter die Gürtellinie, Faustschläge zum Gesicht sowie der Angriff zum Rücken sind verboten, da sie ein zu hohes Risiko darstellen und zu bleibenden Schäden oder lebensgefährlichen Verletzungen führen können.

Zur Vorbereitung auf den traditionellen Freikampf und zur Verfeinerung dienen weitere Trainingsübungen wie der 1-Schritt-Kampf (Ilbo-Taeryon), 1:1 oder Freikampf in Zeitlupe. Andere Möglichkeiten sind gewisse Einschränkungen der Regeln, wie z.B. nur ein Parter greift an, oder nur Fausttechniken sind erlaubt oder Fußtechniken.

Eine Ausnahme kann bei Schwarzgurten gemacht werden, denn dann kann der Freikampf auch mit sehr leichtem Kontakt geübt werden.

Moderner Wettkampf

Der moderne Wettkampf wie er z.B. bei den Olympischen Spielen zu sehen ist unterscheidet sich in zwei wesentlichen Aspekten vom traditionellen Chayu Taeryon. Erstens tragen die Sportler Schutzkleidung, weil beim modernen Wettkampf gewisse Zielpunkte am Körper mit voller Härte getroffen werden dürfen und sollen. Der zweite Unterschied sind die Techniken im Vergleich zum traditionellen Taekwondo.

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Bei der modernen Variante kommen die manchmal vereinfachten "Freikampftechniken" vorwiegend zur Geltung. Diese Techniken sind speziell auf den Kampf angepasst, damit sie möglichst schnell, überraschend und hart eingesetzt werden können. Das klassische Beispiel an dieser Stelle ist der Dollyo-Chagi. Dieser wird in diesem Fall nicht mehr mit dem Fußballen getroffen, sondern mit dem Spann (Vorteile: mehr Reichweite, etc.).

Semikontakt - Pointfighting

Bei dieser auch als Pointfighting bekannten Disziplin wird nach jedem erfolgreichen Treffer am Körper des Gegners der Kampf kurzzeitig unterbrochen, und die Kämpfer begeben sich wieder in die Ausgangsstellung. Jeder Treffer wird während dieser kurzen Unterbrechung von drei Kampfrichtern bewertet.

Können sich die Kampfrichter nicht auf eine Bewertung einigen, gibt es keinen Punkt, denn die Techniken sollen sauber und eindeutig ausgeführt werden. Letztendlich gewinnt derjenige, dem am meisten Punkte zugesprochen werden.

Semikontaktkämpfe werden häufig auf Matten und nicht im Boxring ausgetragen. Die Größe der Kampffläche variiert zwischen 6 × 6 und 8 × 8 Metern.

Jede saubere Technik, die ein erlaubtes Ziel erreicht und mit leichtem Kontakt trifft, wird je nach Schwierigkeitsgrad mit folgenden Trefferpunkten bewertet (die Punkte können bei verschiedenen Verbänden variieren)

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Leichtkontakt

Beim Leichtkontakt wird meist auf Matten gekämpft. Das Ziel ist es, mehr Treffer als der Gegner zu erzielen. Im Gegensatz zum Semikontakt wird nicht nach jedem erzielten Treffer unterbrochen, sondern weitergekämpft.

Das Tragen von Schutzausrüstung (geschlossene, meist 10 oz Handschuhe bei Männern, 10 oz bei Frauen, Fuß- und Schienbeinschutz, Kopfschutz, Tiefschutz, Brustschutz bei Frauen und natürlich ein Gebissschutz) ist Pflicht.

Leichtkontakt ist technisch und vor allem konditionell sehr fordernd und anspruchsvoll. Jede Runde ist durch jeden Punktrichter einzeln zu bewerten. Die Bewertungen einer Runde sollen nach der Anzahl der tatsächlichen Treffer erfolgen. Außerdem kann nach jeder Runde ein Hilfspunkt für die bessere Technik und Taktik vergeben werden, der sich nach folgenden Kriterien zusammensetzt.

Erfolge der Sportschule Hedelfingen

Bei den württembergischen Meisterschaften belegen die Hedelfinger regelmäßig Treppchenplätze, holen Deutsche-Meister-Titel und mit Patrick Kuzenko hat der Verein sogar einen zweifachen Vize-Jugend-Europameister in seinen Reihen.

Auch Berat Baygün ist trotz seines starken Ergebnisses in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm selbstkritisch: „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, eine Medaille zu gewinnen, aber ich weiß auch, dass ich besser werden muss.“

Auch Berat Baygün und Ekin Günes haben bei den Titelkämpfen in Wuppertal Bronze gewonnen, überraschend insbesondere für Ekin Günes. Der 13-Jährige absolvierte erst sein drittes Turnier in der olympischen Disziplin. Zuvor war er mehrere Jahre in der Technikdisziplin Poomsae aktiv.

Im Oktober ging er dann erstmals bei einem Wettkampf gegen einen Gegner an den Start und qualifizierte sich im Anschluss bei den Landesmeisterschaften prompt für die deutschen Meisterschaften. In der Kategorie „Kadetten, über 65 Kilogramm“ bewies sich der Schüler des Untertürkheimer Wirtemberg-Gymnasiums als wahrer Kämpfer.

Zufrieden ist der Hedelfinger trotzdem: „Ich war selbst überrascht über mein Ergebnis. Das gibt mir viel Motivation für die nächsten Wettkämpfe“, sagt der Youngster, dem vor allem die Atmosphäre in der großen Unihalle gefallen hat.

Als Nächstes möchte sein Filius, der in seiner Heimatstadt Esslingen auch gerne Fußball spielt, bei den baden-württembergischen und danach bei den württembergischen Meisterschaften Gold holen.

Von Gold träumt auch Ramazan Baygün. Und zwar auf der ganz großen Bühne. „Mich reizt es, die Kinder an den Leistungssport heranzuführen und sie zu begleiten. Mein Traum ist, dass dann einer oder eine bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille holt“, sagt der ausgebildete Sportfachwirt.

Die Gemeinschaft in der Sportschule

Die Sportschule in der Ruiter Straße ist mehr als nur eine Trainingshalle. „Dort treffen sich auch die Eltern der Kinder und Jugendlichen während des Trainings. Es hat sich so etwas wie eine Familie gegründet. Wir leisten Integrationsarbeit“, erzählt Baygün im Rahmen der Bezirksbeiratssitzung.

In der Sportschule in der Ruiter Straße hat er einen Aufenthaltsraum mit Stühlen und Tischen, einem Kaffeeautomaten und gemütlichen Sitzecken eingerichtet. Dort würden nicht nur die jungen Taekwondo-Sportlerinnen und -Sportler vor und nach dem Training noch verweilen, sondern auch die Eltern. „Sie begleiten ihre Kinder, schauen ihnen zu und kommen auch mit anderen Eltern ins Gespräch. Dadurch haben sich über Kulturgrenzen hinweg Freundschaften innerhalb der Familien gebildet“, erzählt Baygün.

Er versteht seine Vereinsarbeit nicht nur als reine Technik- oder Krafttraining. „Unsere Stärke ist, dass wir viele Kinder bereits vom Grundschulalter betreuen, sie behutsam Gürtel und Gürtel weiterentwickeln, aber auch in die Gemeinschaft integrieren.“

Yoga-Kurse als Ergänzung

Durch regelmäßiges Üben der Yogapositionen entwickelt der Mensch ein gesundes Gleichgewicht von Flexibilität, Kraft, Ausdauer und Stabilität. Für den aktiven Menschen von heute bietet dies eine Möglichkeit Stresssymptome zu verringern, gelassener zu werden und Haltungsfehler auszugleichen.

  • Yoga 2: eine Vinyasa Yogastunde - ein dynamischer Yogastil, bei dem die einzelnen Körperstellungen (Asanas) durch fließende, teilweise spielerische Bewegungssequenzen (Vinyasas) miteinander verbunden werden. Dabei wird jede Bewegung vom Atem begleitet.
  • Yin Yoga: eine moderne Form des Hatha Yoga mit Elemente aus dem Daoismus. Der Fokus liegt auf Yin, der weiblichen, ausgleichenden Energie, die zur Ruhe kommen lässt. Während in dynamischen Yogastilen eher Wert auf die Aktivierung bestimmter Muskelpartien gelegt wird, wirkt Yin Yoga auf Bindegewebe und Faszien. Man darf ganz passiv sein.
  • Yoga 3: eine Yoga Mixstunde, eine bunte Mischung aus verschiedenen Yogastilen.

Herausforderungen und Zukunftspläne

Die Sportschule Hedelfingen in der Ruiter Straße musste bis zum Jahresende ihre Trainingshalle räumen, da der Mietervertrag gekündigt wurde. Seit 1999 gibt der Sportfachwirt und Gewaltpräventionstrainer in der Sportschule Hedelfingen Kurse, bringt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die koreanische Kampfkunst Taekwondo bei.

Bezirksvorsteher Kai Freier hat den Kontakt zum Amt für Sport und Bewegung aufgebaut. Auf die Schnelle konnten jedoch keine geeigneten Räume gefunden werden. „Uns reicht ein etwa 120 Quadratmeter großer Raum für Training und Kurse. Schön wäre es, wenn wir davor noch einen Vorraum hätten“, berichtet Baygün.

Wer geeignete Trainingsflächen anbieten könnte, darf sich gerne bei Ramazan Baygün von der Sportschule Hedelfingen unter der Telefonnummer 213 09 299 oder der Mobilfunknummer unter 0160 369 12 32 melden.

Was Schüler und Eltern sagen

  • „Hier bekommen wir wirklich den Kopf frei von der Arbeit."
  • „In den zahlreichen Trainings, Camps und Veranstaltungen die meine 2 Söhne und ich zusammen besuchten, erlebten wir tolle sportlichen Herausforderungen und auch wertvolle Begegnungen mit vielen neuen Menschen, die uns bereichernde Momente schenkten. Das alles motivierte mich, über mich selbst hinauszuwachsen und kontinuierlich an meinen Fähigkeiten zu arbeiten."
  • „Ich bin Selbstbewusst geworden und hab Selbstvertrauen in mir geschaffen, wovon ich als kleines Kind nur träumen konnte. Ich denke dass ohne JUNGDO ich nicht der Mensch wäre der ich heute bin. Was ich am meisten hier gelernt habe ist mich selber zu lieben, zu akzeptieren und auch mal Fehler machen zu dürfen. Diese Erfahrungen, die ich bei JUNGDO gemacht habe und noch machen werde, sind unglaublich wertvoll, denn so etwas lernen wir nicht in der Schule oder am Arbeitsplatz."
  • „JUNGDO Taekwondo ist für mich die ideale Möglichkeit zur Erhaltung und Steigerung meiner körperlichen, geistigen und mentalen Fitness. Das Praktizieren ermöglicht es mir meinen Körper intensiver zu spüren. Es gibt mir Leichtigkeit mit gleichzeitiger Bodenhaftung - wie fliegen und sicher landen - ."
  • „Als Mama von 3 Kindern habe ich hier einen tollen Ausgleich zum Alltag gefunden. Ich begann 2019 mit Taekwondo, weil ich meinen bisherigen Sport - Softball - aufgegeben habe, um am Wochenende wieder mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können, und aber gleichzeitig fit zu bleiben. Da ich schon zwei von meinen Töchtern zu JUNGDO geschickt hatte, damit sie lernen, sich als Mädchen zu verteidigen, wusste ich immerhin in etwa, was ich zu erwarten hatte. Ich gehe mehrmals die Woche ins Training. Insgesamt kann ich sagen, dass ich so fit und kräftig wie jetzt noch nie in meinem Leben war. Was sich durch das Training geändert hat, ist meine Einstellung zu meinem Körper, und die Einschränkungen, die ich ihm durch ungesunde Ernährung oder Lebensweise zugemutet habe. Im Training macht sich alles sofort körperlich bemerkbar."
  • „Das Training macht mir einfach Spaß. Und ich mag die Kicks und Tornado-Liegestütz."
  • „Am Anfang hatte ich nur den Wunsch, coolen Kampfsport zu lernen. Heute bin ich sehr froh, dass wir uns für JUNGDO Taekwondo entschieden haben, denn ich habe neben Kampfsport viele nützliche Dinge für das alltägliche Leben auf meinem Weg zum Schwarzgurt erfahren dürfen und verstanden und dazu viele nette Menschen kennen gelernt. Als Weissgurt konnte ich mir damals gar nicht vorstellen, jetzt da zu sein, wo ich bin."
  • „Zuerst habe ich meine Tochter angemeldet. Ich wollte, dass sie Selbstvertrauen bekommt und Selbstverteidigung lernt. Anfangs wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich selber anzumelden. Als ich dann aber immer öfter beim Training zugeschaut habe, hat mich die Faszination gepackt. Ich dachte, warum Zeit mit warten verschwenden, wenn ich mit trainieren kann. Also habe ich mich angemeldet nach 17 Jahren ohne sportliches Hobby."
  • „Ich bin unendlich dankbar, dass meine Eltern mich hier angemeldet haben. Ich habe so viele Freunde kennengelernt und das Taekwondo ist wie mein 2. Zuhause."
  • „Als Pianist und Profimusiker bin ich viel auf Konzerten und Partys unterwegs. Ich muss gesund und fit sein. Und Selbstverteidigung zu können ist sehr sinnvoll."
  • „Mein Chi wurde durch das JUNGDO Training erstaunlich schnell gesteigert. Blockaden wurden gelöst und das Chi konnte wieder harmonisch fließen (gemeint ist die gefühlte Lebensenergie, Vitalität). Ich bin dadurch stärker, konzentrierter und ausgeglichener als Mama und Frau in meinem Alltag. Sich selbst verteidigen zu können finde ich wichtig und dazu macht das Training viel Spaß."