Karat bei Diamanten erklärt

Der Edelstein Diamant gilt weltweit als Zeichen für Liebe und Ewigkeit. Vom Diamantring existieren unzählige Varianten und Spielarten. Nicht umsonst ist der Diamantring-Solitär die beliebteste Verlobungsring-Art der Welt. Umfragen bestätigen: die meisten Frauen sagen, ja. Muss es tatsächlich ein Solitärring zur Verlobung sein?

Im großen Angebot der Diamantringe sticht der Solitärring besonders hervor. Der einzelne Diamant transportiert das wunderschöne Symbol für die Liebe zur einzigartigen und unersetzlichen Partnerin. Die Bezeichnung Solitär für den Solitärring geht aus dem französischen Wort „solitaire“ - zu deutsch „einzeln“ - hervor. Der einzelne Diamant wird dabei von einer Krappenfassung gehalten. Gefasst in der Krappenfassung erhält der Diamant eine einzigartige Ausstrahlung, da der Diamant durch die auch seitlich eintreffenden Lichtstrahlen ein Maximum an Brillanz erhält.

Was bedeutet Karat bei Diamanten?

Das Gewicht bei Diamanten wird in Karat angegeben. 1 Karat entspricht 0,20 Gramm. Hierbei spricht man auch vom metrischen Karat. Das metrische Karat ist eine Maßeinheit für die Masse von Edelsteinen. Die Karatangabe gibt also nur Auskunft über das Gewicht eines Diamanten und nicht - wie oft angenommen - über seine Größe. Wie viel Karat ein Diamant hat, kann man mit einer Diamantwaage bestimmen. Bei geschliffenen Diamanten wie Brillanten lässt sich die Karatzahl auch durch Vermessen ermitteln.

Die Karatzahl gehört neben der Farbe, dem Schliff und dem Reinheitsgrad zu den wichtigsten Kriterien, wenn es darum geht, den Wert eines Diamanten zu bestimmen. Die Größe kann hingegen trügerisch sein, da der Schliff den Edelstein für das menschliche Auge oft größer oder kleiner erscheinen lässt, als er tatsächlich ist.

Karat vs. Karat bei Gold

Die Maßeinheit für Diamanten ist jedoch nicht mit der Maßeinheit für Gold zu verwechseln. Bei Gold drückt Karat nicht das Gewicht, sondern den Anteil des reinen Goldes aus. Das Karat ist eine Maßeinheit für den Feingehalt bei Gold. Es bezeichnet den Goldanteil in einer Legierung, ausgedrückt in 1/24-Gewichtsanteilen. 24 Karat entsprechen reinem Gold. Bei 8 Karat beträgt der reine Goldanteil 1/3 des Gesamtgewichts.

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Heute ist es üblich, den Reingehalt in Promille (Tausendstel) anzugeben. Deshalb wird Gold mit 24 Karat auch mit „999,9“ bezeichnet (999,9 von 1.000) und umgangssprachlich „Four Nine Fine“ genannt. Da es aus technischen Gründen praktisch ausgeschlossen ist, mögliche Verunreinigungen vollständig zu eliminieren, wird für 24-karätiges Gold eine Reinheit von 99,99 Prozent angegeben.

Woher kommt das Wort Karat?

Karat entstammt dem griechischen Wort Keration und bedeutet „Johannisbrotbaum“. Das Besondere dieses Baums: Jeder ausgewachsene Samenkern der Schote hat das gleiche Gewicht von rund 0,2 Gramm. Die Samenkörner dienten früher als Gewichtseinheit für Edelsteine, insbesondere für Diamanten. Das Gewicht eines Karats entspricht daher 0,2 Gramm.

Was bedeutet Karat bei Brillanten?

Ein Brillant ist ein Diamant mit einem speziellen Schliff, der Brillantschliff heißt und um 1910 entwickelt wurde. Der rund geschliffene Diamant mit mindestens 57 Facetten (Flächen) wird als Brillant bezeichnet. Erst seit 20. Jahrhundert stehen die technischen Möglichkeiten für einen besonders exakten Diamantschliff zur Verfügung. Die bekanntesten und meist verkauften Diamanten zeichnen sich durch den klassischen, runden Brillantschliff aus. Wie unterschiedlich die Qualität von Schliffen sein kann, sieht man selbst mit ungeübtem Auge beim Blick in die Schmuckauslage eines beliebigen Juweliers.

Experten verweisen darauf, dass sich der Schliff eines Diamanten über seine Brillanz und sein Feuer bestimmt. Mit Brillanz ist die Reflexion des Lichtes und mit Feuer die Brechung des Lichtes in seine einzelnen Regenbogenfarben gemeint. Wie bei Diamanten wird der Wert von Brillanten in Karat gemessen. 1 Karat entspricht 0,20 Gramm. Kleine Diamanten werden in Punkten gemessen, wobei 1 Punkt dem hundertsten Teil eines Karats entspricht.

Brillanten, die gleich viel wiegen, können verschieden groß wirken, je nachdem wie sie proportioniert sind. Die (vermeintliche) Größe ist bei der Karatzahl nicht relevant, entscheidend ist das Gewicht.

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Diamant und Zirkonia

Zirkonia ist eine Diamant-Imitation, die zur Schmuckherstellung verwendet wird. Bei guter Verarbeitung ähnelt Zirkonia einem echten Diamanten auf den ersten Blick sehr. Das Material Zirkonia wird künstlich hergestellt und ist wesentlich preiswerter als ein echter Diamant. Das Material Zirkonia ist dem echten Diamanten in seiner Härte bei weitem unterlegen und geht demnach wesentlich schneller zu Bruch oder wird trübe.

Zirkonia eignet sich besonders für Modeschmuck, der einen nicht ein Leben lang begleiten soll, sondern nur für eine kürzere Periode bestimmt ist. Für Schmuckstücke, die einen ein Leben lang begleiten werden, sollte die Wahl unbedingt auf einen echten Diamanten fallen. Mit einer Mohshärte von 10 ist der Diamant der härteste natürliche Edelstein. Ideal für besondere Schmuckstücke wie zum Beispiel einem Verlobungsring. Diamanten funkeln ein Leben lang und verlieren ihr Strahlen nie. An einem Diamant wird seine Besitzerin ein Leben lang Freude haben.

Die Geschichte des Karatgewichts

Warum wird das Gewicht eines Diamanten in Karat gemessen? Ist die Verwendung von internationalen Maßeinheiten wie dem Kilogramm oder seinen Ableitungen nicht besser geeignet, um das Gewicht von etwas so Kostspieligem zu beschreiben? Warum nicht die Verwendung von Unzen; eine Maßeinheit, die wir aus alltäglichen Anwendungen kennen? Der geschichtliche Hintergrund hierzu ist ziemlich interessant.

Das Wort Karat stammt eigentlich von Johannisbrot ab, was vom Johannisbrotbaum stammt, der essbare Schoten produziert. Johannisbrotkerne, die ein gleichmäßiges Gewicht haben, wurden in alten Zeiten von Händlern als Wiege-Referenz verwendet Hierbei muss berücksichtigt werden, dass dies eine Zeit war, als es noch keine Hightech-Waagen gab. Damals entsprach ein Karat dem Gewicht eines Johannisbrotkerns und der Handel wurde auf der Grundlage dieser einfachen Schätzung abgewickelt.

Die Johannisbrotkerne variierten in ihren Größen und jeder verwendete unterschiedliche Referenzen, je nachdem, in welchem Teil der Welt man sich befand. Also konnte es in den 1890er Jahren vorkommen, dass bei einem Kauf von einen "Ein-Karat"-Diamanten, das Gewicht tatsächlich zwischen 0,94 und 1,06 metrischen Karat variieren konnte! Das war eine enorme Unsicherheit, wenn man bedenkt, welch große Summen für einen einzelnen Stein bezahlt werden.

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Seit der Antike hat sich viel verändert. Während hochempfindliche elektronische Wiegegeräte die Johannisbrotkerne ersetzt haben, blieb die Industrie jedoch bei der Bezeichnung von Karat, um das Gewicht eines Diamanten zu beschreiben.

Warum wird das Karatgewicht eines Diamanten als wichtigster Faktor wahrgenommen?

Der Grund dafür ist, dass die Größe eines Diamanten direkt mit dem Wert und der Wertigkeit des Schmuckstücks korrespondiert. In vielen Gesellschaftsschichten ist sie ein Hinweis auf den Status und Reichtum einer Person. Darüber hinaus sind die meisten von uns durch die Massenmedien und Werbekampagnen darauf konditioniert worden zu glauben, dass größer immer besser ist und sich daher auch besser verkaufen lassen.

Es ist kein Zufall, dass die meisten Diamanten auf dem Markt so geschliffen werden, dass sie so viel Rohgewicht wie möglich behalten - auf Kosten von Brillanz und Schönheit. Der Großteil der Steine wird normalerweise auf eine Größe wie 0,50 oder 1,00 Karat geschliffen wird. Meistens wird dies durch Kompromisse bei der Schliffqualität erreicht, da die Schleifer bestrebt sind, so viel Rohmaterial wie möglich zu erhalten. Bevor man den Schwerpunt auf die Karatgröße eines Diamanten sollten auch andere Faktoren wie Schliff, Farbe und Reinheit berücksichtigt werden.

Das Verhältnis zwischen Karatgewicht und mm-Maßen

Anhand der physischen Abmessungen eines Diamanten kann man das Karatgewicht des Steins annähernd bestimmen. Ebenso kann man umgekehrt die physischen Abmessungen in mm schätzen, sofern das Karatgewicht eines ideal geschliffenen Steins bekannt ist. Informationen wie diese sind nützlich, wenn Sie die Spezifikationen für den Einbau in eine Fassung herausfinden müssen.

Noch wichtiger ist, dass man anhand der relativen mm-Messung im Vergleich zum Karatgewicht erkennen kann, ob der Stein richtig geschliffen wurde. Grundsätzlich werden die optischen Eigenschaften eines Diamanten durch die Gesetze der Physik und des Lichts bestimmt. Wenn es um den Schliff von Diamanten geht, muss ein ideal geschliffener runder Brillant innerhalb einer bestimmten Reihe von Parametern und Proportionen liegen.

Beispielsweise bei einem runden Diamanten von 1 Karat, welcher im Idealfall perfekten Proportionen geschliffen wurde, hat der resultierende Stein eine Länge und Breite von 6,50 mm x 6,50 mm.

Karatgewicht oder Schliff: Was ist wichtiger?

Das Karatgewicht ist ohne Zweifel eines der wichtigsten Kriterien, die Käufer beim Kauf eines Diamanten berücksichtigen. In Verbindung mit seinem Schliff würde die Karatgröße eines Diamanten den physischen Durchmesser (die Größe von oben) beeinflussen, den ein Betrachter sieht.

Es stellt sich also die Frage: Was ist wichtiger? Sollte man einen Diamanten mit mehr Karat oder einen besser geschliffenen Diamanten kaufen? Ist das Streben nach mehr Karat besser auf Kosten der Schliffqualität? Nach Meinung von Experten ist der Schliff wichtiger, weil er bestimmt, wie brillant der Diamant ist und wie schön er insgesamt ist. Ein kleinerer, gut geschliffener Diamant würde visuell besser aussehen als ein größerer, der schlecht geschliffen ist.