Seit Jahrtausenden übt Gold eine große Faszination auf uns Menschen aus. Das Edelmetall mit dem satten, warmen Schimmer wurde erstmals in der Jungsteinzeit zu Schmuck verarbeitet und bis heute hat es nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Heute wird Gold in der Schmuckherstellung immer als Legierung verwendet, um seine Eigenschaften zu optimieren, aber auch seine Farbe zu verändern.
Die verschiedenen Goldlegierungen werden mit einem Prägestempel, der Punze, versehen, um damit den Feingehalt an Gold zu kennzeichnen. Dabei gibt es die in Europa gebräuchlichen Angaben des Feingehalts in Teilen von 1000 und die Karat-Angaben, die in Teilen von 24 angegeben werden. In der Tabelle siehst du alle Goldlegierungen mit Karat-Angaben im Überblick sowie die Verwendung dieser Goldart.
Was genau ist eine Punzierung?
Was genau ist eine Punzierung, was eine Punze? Wie sind die gesetzlichen Regelungen? Was bedeutet Feingehalt, Karat und Lot? Warum punzieren Hersteller und werden Punzen auch für Betrug missbraucht?
Die Punzierung im engeren Sinne war und ist vor allem im Schmuckbereich und bei Silberwaren verbreitet. Dabei handelt es sich um eine kleine eingestempelte Prägung an unauffälliger Stelle. Dieser Stempel gibt Auskunft über den Anteil an Edelmetall. Man nennt dies den Feingehalt. Oft auch als Feinheit oder Feingehaltsstempel bezeichnet. Als Werkzeug dient hierzu ein Schlagstempel, auch Punziereisen genannt. Mit einem Hammerschlag wird der Abdruck in die Oberfläche gedrückt.
Eine Punzierung ist also stets ein Negativabdruck, der in einen Gegenstand hinein getrieben wird. Dies kann bei handwerklich hergestellten Stücken auch manuell geschehen durch den Goldschmied, Juwelier oder Uhrmacher. Oft wird auch abgekürzt von der Punze gesprochen. Die Punze kann daher sowohl Stempelabdruck als auch Stempelwerkzeug sein. Punzierungen sind vor allem im Schmuckbereich üblich. Goldpunzierungen geben Auskunft über den Feingehalt an Gold, Silberpunzierungen geben Auskunft über den Feingehalt an Silber.
Lesen Sie auch: Mehr über 21 Karat Gold erfahren
Angaben auf der Punze
Angaben stellen sich dar in Tausendteilen, Karat oder Lot. Alle drei Angaben geben aber immer Auskunft über den Masse-Anteil eines Edelmetalls in einer Legierung, auch Feingehalt oder Feinheit genannt. Die Angabe in Tausendteilen oder Promille wird als dreistellige Zahl angezeigt, teils auch als Nachkomma-Stellen. Promilleangaben sind heute in Deutschland die einzige gesetzlich zulässige Angabe zum Feingehalt. Karat und Lot sind dagegen historische Begriffe.
Karat wurde früher zur Kennzeichnung von Goldlegierungen verwendet, Lot oder Lötigkeit für Silberlegierungen. Im Goldstempel abgekürzt als „K“ oder „Kt“, bei Uhrengehäusen häufig als „C“. Ein Karat entspricht einem vierundzwanzigstel Gewichtsanteil. Beim Silberstempel entspricht ein Lot einem sechzehntel Gewichtsanteil.
Eine Punzierung ist nicht verpflichtend vorgeschrieben. Zudem darf jeder punzieren, es ist kein Qualifikationsnachweis nötig. Wichtigste Vorschrift: Der Feingehalt muss in Tausendteilen (Promille) vom Gewicht angegeben werden. Eine Markierung in Karat ist heute nicht mehr erlaubt, auch wenn Karatangaben bei Gold noch immer verbreitet sind aufgrund der langen historischen Tradition.
Weitere Vorschriften, die das Gesetz beinhaltet, sind erlaubte Toleranzen sowie Untergrenzen. Mit "Geräten" sind etwa Uhren gemeint. Die Toleranz darf bei goldenen Geräten nicht mehr als fünf, bei silbernen Geräten nicht mehr als acht Tausendteile unter dem angegebenen Feingehalt bleiben. Schmuck darf dem Gesetz zufolge in jedem Feingehalt gestempelt werden, dabei darf aber die Fehlergrenze generell zehn Tausendteile nicht überschreiten.
Das Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren entstand 1884 und trat 1888 in Kraft. Mit Änderungen gilt es im Wesentlichen bis heute. Schon kurz nach Gründung des deutschen Kaiserreiches im Jahre 1871 ergab sich die Notwendigkeit, die bis dahin unterschiedlichen Gepflogenheiten der einzelnen Regionen bei der Stempelung zu vereinheitlichen. Im Rahmen dieser gesetzlichen Regelung wurden auch der Reichsgoldstempel und der Reichssilberstempel eingeführt.
Lesen Sie auch: Alles über die Reinheit von 22 Karat Gold
Die Punzierung gibt nicht Auskunft über Anteil und Art anderer Legierungsbestandteile. Das kann aber beim Ankauf von Altgold durchaus relevant sein. So kann etwa Weißgold als weitere Bestandteile neben Silber als auch Palladium enthalten. Silber ist bekanntlich deutlich günstiger als Gold. Aber sowohl der Palladiumpreis wie auch der der Platinpreis standen phasenweise sogar teurer als Gold.
Fälschungen erkennen
Genaugenommen wird ja nicht die Punzierung gefälscht, sondern man stempelt eine irreführende Angabe zum Feingehalt, um ein höherwertiges Produkt vorzugaukeln. Fachkenntnisse vorausgesetzt, ist es nicht allzu schwer, selber zu punzieren. Das hierfür nötige Werkzeug ist ein längliches Stück Werkzeugstahl, an dessen Ende die nötigen Informationen sitzen. Diese Stempelmarkierung wird dann einfach in das Objekt eingeschlagen. Das öffnet missbräuchlichen Anwendungen natürlich Tür und Tor. Da wird schonmal hauchdünn vergoldetes Messing mit einer falschen Punzierung versehen.
Da Gold viel wertvoller ist als Silber, ist es für Betrüger generell attraktiver, eine falsche Goldpunze einzustempeln. Experten können solche Goldfälschungen erkennen. Sie verfügen über Expertenwissen und die nötigen Prüfgeräte. Der Laie hat da aber nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Daher der Rat: Kaufen Sie niemals Gold oder Silber auf der Straße oder von fliegenden Händlern. Auch auf den bekannten Internet-Marktplätzen oder Auktionsportalen werden immer wieder Fälschungen angeboten. Ob Schmuck, Münzen oder Barren: Den besten Schutz bietet der Kauf beim seriösen Fachhändler.
14 Karat Gold im Detail
14-karätiges Gold ist eine in der Schmuckindustrie weit verbreitete Legierung. Die Bezeichnung "14 Karat" bezieht sich auf den Anteil an reinem Gold, der 58,3 % der Gesamtzusammensetzung ausmacht. Der Rest (41,7 %) besteht aus anderen Metallen, häufig Zink oder Silber.
- Magnettest: Echtes 14-karätiges Gold ist nicht magnetisch. Wenn Ihr Schmuck von einem Magneten angezogen wird, enthält er wahrscheinlich kein Gold.
- Säuretest: Eine kleine Menge Säure auf die Oberfläche auftragen und beobachten, ob keine Farbveränderung auftritt.
- Punzierungszertifikate: Stempel wie "14K" oder "585" sind häufig verwendete Punzen.
Der Stempel "585" wird zur Angabe des Reinheitsgrades verwendet. Gold kann verschiedene Farben annehmen, je nach Legierung. Gelbgold, eine der klassischsten Schmuckfarben, bleibt eine zeitlose Wahl. Ja, 14-karätiges Gold ist widerstandsfähig genug für feuchte Umgebungen, auch unter der Dusche.
Lesen Sie auch: Karat-Zahlen und ihre Bedeutung
Verschiedene Goldlegierungen und ihre Verwendung
Eine Goldlegierung für Schmuckstücke sollte das Beste aus zwei Welten vereinen: Als Edelmetall reagiert Gold nur sehr träge und nur mit wenigen Stoffen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es getragen werden kann, ohne anzulaufen und auf die Haut abzufärben. Allerdings ist reines Gold ein sehr weiches Metall und deshalb ohne weitere Beimischungen nicht für die Schmuckfertigung geeignet - der Goldschmuck würde leicht verbiegen und schon von geringen Belastungen Kratzer und Dellen davontragen.
Für Schmuckstücke liegt in unserem Kulturkreis dieser „Mittelweg“ bei einem Legierungsanteil zwischen 375er und 750er Gold. 375er Gold eignet sich aufgrund der höheren Härte sehr gut für Alltagsschmuck, der tagtäglich getragen wird. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass wegen des verhältnismäßig geringen Feingoldgehaltes der Schmuck minimal nachdunkeln kann. 585er Gold ist ein guter Mittelweg, wenn man ein wertvolles Stück besitzen möchte, aber dieses auch regelmäßig tragen möchte. Gerade für Eheringe bietet sich diese Legierung an. 750er Gold ist eine sehr hochwertige Goldlegierung, die feine Schmuckstücke ergibt und edle Brillanten und Farbsteine und Goldschmiedekunst vervollkommnet, dabei aber noch widerstandfähig genug gegen übliche Belastungen bleibt. Noch höhere Legierungen werden hauptsächlich in außer-europäischen Kulturkreisen getragen, vornehmlich als Statussymbol.
Farben von Goldlegierungen
Gold ist zunächst einmal ein Element, das in der Natur auch in Reinform vorkommt. Das Edelmetall mit der satt-orangegelben Farbe ist in purer Form allerdings sehr weich - zu weich, um es als Schmuck zu verwenden, denn es würde rasch verformen und durch Kratzer und Abdrücke unansehnlich werden. Deshalb wird Gold für Schmuckstücke immer mit anderen Metallen in einer Schmelze gemischt, um seine Eigenschaften zu optimieren.
- Gelbgold: Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen.
- Roségold: Hier wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
- Rotgold: Enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung.
- Weißgold: Enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
- Graugold: Eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.
Auch innerhalb einer Goldfarbe wie Gelbgold und Roségold gibt es feine, aber sichtbare Unterschiede im Goldton. Allerdings ist jede Legierung eine eigene Rezeptur des Herstellers, da lediglich der Goldgehalt festgeschrieben ist, nicht jedoch das Verhältnis der anderen Materialien. Daher sind die Färbungen der Goldlegierungen auch nicht einheitlich. Ein höherer Feingoldanteil in der Mischung ergibt eine deutlichere Gelbtönung.
Preis von Goldlegierungen
Der verschieden hohe Goldanteil beeinflusst auch den Preis von Goldlegierungen. Für reines Feingold gibt es tagesaktuelle Ankaufspreise (an der Börse gelten hierbei andere Preise als für den Goldschmied, aktuell liegt der Börsenpreis für Feingold bei rund 60 - 70 Euro pro Gramm) und von diesen abhängig ist dann auch der Preis der daraus gefertigten Goldlegierung: Je mehr Feingold enthalten ist, desto teurer ist auch die Legierung.
So sind Schmuckstücke aus 375er Gold auf das Goldgewicht gerechnet günstiger als Schmuck aus 750er Gold, das durch die größere Goldmenge das hochwertigere Material ist. Dennoch eignet sich das 375er Gold gerade aufgrund der hohen Beimischungen anderer Legierungsmetalle hervorragend für Alltagschmuck: Da das Gold sehr hart ist, kann es Tag für Tag getragen werden und ist dabei verhältnismäßig unempfindlich, durch den relativ niedrigen Anschaffungspreis ist auch ein neues Trend-Piece absolut erschwinglich und durch geschickte Legierungstechniken strahlt auch dieser Goldschmuck wunderschön und edel. Die Legierungen mit deutlich höherem Goldanteil bis zu 750er Gold sind deutlich teurer und werden häufig für zeitlose Klassiker, die auch in etlichen Jahren noch stilvoll und edel wirken sollen, verwendet.
Goldstempel und ihre Bedeutung
Der wichtigste Faktor für die Preisermittlung Ihres Goldes ist der Feingehalt, also der tatsächliche Anteil von Gold an Ihrem Schmuckstück. Wie hoch dieser ist, gibt der Feingehaltsstempel an. Der Goldstempel zeigt an, dass es sich um echten Goldschmuck handelt und dass die Verarbeitung nach den geltenden behördlichen Vorschriften durchgeführt wurde. Durch die Angabe des Feingehalts lässt sich zudem ganz einfach der Wert des Goldproduktes ermitteln.
Für den Goldstempel sind auch die Begriffe „Punze“ oder „Punzierung“ gebräuchlich. Diese leiten sich von dem Werkzeug ab, mit dem der Stempel auf dem Goldprodukt angebracht wird. Eine „Punze“ ist ein gerader oder gebogener Metallbolzen, an dessen oberen Ende das gewünschte Stempelzeichen angebracht ist. Wie bei allen anderen Metallen auch wird der Prägestempel durch Hämmern eingeprägt.
Um die Punzen bei Goldschmuck zu bestimmen, müssen Sie sich diese normalerweise sehr genau ansehen. Es hängt auch von der jeweiligen Art des Schmuckes ab. Bei einer Kette findet sich der Feingehaltsstempel gewöhnlich in der Nähe des Verschlusses, bei einem Ring oder einem Armband an der Innenseite. Auch Goldbarren verfügen über einen Feingehaltsstempel.
Auf dem Goldstempel steht der in Promille ausgedrückte Feingehalt der Goldlegierung. Bspw. hat ein Schmuckstück mit einem Feingehalt von 750 Promille einen Goldstempel mit der Einprägung „750/1.000“.
Wurde der Goldschmuck im Ausland, bspw. in der Türkei gekauft, ist es auch möglich, dass auf dem Goldstempel eine Feingehaltsangabe in Karat steht (nicht zu verwechseln mit dem metrischen Karat, der das Gewicht von Diamanten angibt). Dasselbe gilt auch für alte Goldstempel. So war bis 1888 in Deutschland üblich, den Feingehalt in Karat anzugeben.
Solange sie sich an die gesetzlichen Vorgaben halten, dürfen in Deutschland Produzenten, Verkäufer und Importeure selbst den Goldstempel anbringen. Diese sogenannte „Eigenpunzierung“ ist aber nicht in allen Ländern möglich. Bspw. müssen in der Schweiz Gehäuse von goldenen Uhren immer von einer amtlichen Stelle überprüft und gestempelt werden.
Im Gesetz über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren (FeinGehG) ist festgelegt, dass in Deutschland Gold- und Silberwaren mit jedem möglichen Feingehalt produziert und verkauft werden dürfen. Eine gesetzliche Vorschrift für einen Feingehaltsstempel gibt es nicht. Um die Echtheit des Goldschmuckes nach außen zu zeigen, ist es jedoch üblich, dass dieser mit einem Prägestempel versehen wird.
Die auf dem Goldstempel angegebene Zahl darf lediglich um 1 % vom tatsächlichen Feingoldgehalt abweichen.
Bei der Vielzahl an in- und ausländischen Goldstempeln bietet es sich an, ein Lexikon über die verschiedenen Punzen zu erwerben. Das Buch „Goldstempel aus aller Welt“ von Jan Divis ist ein solches Punzen Lexikon. In diesem sind auf knapp 250 Seiten mehr als 1.800 verschiedene Goldstempel und deren Bedeutung abgebildet.
14 Karat Gold: Eine beliebte Wahl
14 Karat Gold ist eine beliebte Wahl in der Welt des Schmucks und hat sich in allen Juweliergeschäften fest etabliert. Ob Sie ein leidenschaftlicher Schmuckliebhaber sind oder einfach Ihr Wissen über die Welt der Metalle erweitern möchten, hier sind Sie richtig.
14-karätiges Gold ist widerstandsfähig genug für feuchte Umgebungen, auch unter der Dusche. Ob 14k Gold für empfindliche Haut geeignet ist, hängt von den Metallen in der Legierung ab.
Verwendung von 14 Karat Gold in Schmuckstücken
14 Karat Gold wird für eine Vielzahl von Schmuckstücken verwendet:
- Verlobungsringe aus 14-karätigem Gold sind klassisch und zeitlos.
- Ohrringe aus 14-karätigem Gold sind sowohl für den täglichen Gebrauch als auch für besondere Anlässe beliebt.
- Ketten und Anhänger aus 14-karätigem Gold sind beliebt, um Hals und Dekolleté zu schmücken.
- Neben Verlobungsringen sind auch modische Ringe aus 14-karätigem Gold sehr beliebt.
Zusammenfassung
Zusammenfassend bietet 14-karätiges Gold eine gute Balance zwischen Reinheit und Haltbarkeit. 14-karätiges Gold ist eine faszinierende Wahl in der Welt des Schmucks. Die exquisite Farbpalette, die von strahlendem Gelb bis zu blendendem Weiß reicht, bietet vielfältige Möglichkeiten für unterschiedliche Geschmäcker und Stile.
Am wichtigsten ist aber immer die persönliche Bedeutung und der ideelle Wert, die dein Lieblingsschmuckstück für dich haben.
