Wie schlägt sich der frühere Nationaltorhüter in der WWE? Hier erfahrt ihr alles rund um Tim Wieses Wrestling-Karriere.
Die Anfänge einer ungewöhnlichen Karriere
Nach dem unrühmlichen Ende seiner Fußball-Karriere bei 1899 Hoffenheim startete der Ex-Nationalkeeper Tim Wiese im Wrestling-Ring durch. In der WWE wollte er sich weltweit einen Namen machen. Tim Wiese (34) trainierte zurzeit in Bremen für seine Wrestling-Karriere, unter anderem mit Kraft- und Ausdauertraining.
Der Ex-Torwart (mittlerweile 120 Kilo schwer) trainierte dabei eine Maske, die Höhenluft simuliert. Es soll den gleichen Effekt haben wie Höhentraining. In höheren Lagen ist der Sauerstoffanteil der Luft geringer. Folge: Der Körper muss eine erhöhte Anpassungsleistung vollbringen. Die wirkt sich später positiv auf die Ausdauer aus. Andere Sportler (z. B. Langläufer) trainieren deshalb oft in der Höhe.
Wieses Trainer Murat Demir zu BILD: „Tim hat die höchste Schwierigkeitsstufe eingestellt, die entspricht 4000 Höhenmetern. So hat er eine Stunde trainiert. Das ist außergewöhnlich. Er ist richtig gut in Schuss. Er ist ein Stier.“
Im November wollte der Ex-Nationaltorwart bei der Deutschland-Tour der WWE (World Wrestling Entertainment) im Ring stehen. Wann sein Kampftraining in den USA dafür beginnt, hielt Wiese geheim.
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Trainer Demir war überzeugt, dass Wiese sich als Wrestler durchsetzt: „Ich glaube fest daran, dass er das Ding rocken wird.
Das WWE-Debüt als "The Machine"
Am 3. November lüftete Tim Wiese auf einer Pressekonferenz zur WWE-Tour in Deutschland das Geheimnis um seinen Kampfnamen. Der ehemalige Fußballer stieg am Donnerstag, 3. November, unter dem Namen "The Machine" in den Wrestling-Ring.
„Es gibt nur ein Ziel: Zerstörung. Ich will Gas geben und freue mich darauf“, sagte Tim Wiese in Frankfurt am Main. Tim Wiese, alias "The Machine", trat am Donnerstag in der Münchner Olympiahalle erstmals als neues Gesicht des Profi-Verbandes WWE in den Wrestling-Ring. Zusammen mit seinen Partnern Cesaro und Sheamus trat er gegen das Duo "The Shining Stars" und Bo Dallas an.
"Es kann kommen wer will. Ich bin nicht zu schlagen!", gab sich Tim Wiese vor seinem Wrestling-Debüt gewohnt zurückhaltend.
Knapp eine Woche nach seinem WWE-Debüt erklärte Tim Wiese die Entstehung seines Wrestling-Namens "The Maschine": Dieser war nicht seine Idee, sondern die der WWE.
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"Er verkörpert alles, was mich auszeichnet: Stärke, Mut, Disziplin, Durchschlagskraft", sagte der Ex-Torwart in einem Interview mit "Sport1". Laut Wiese sei es der Traum jedes Jungen, "The Maschine" genannt zu werden. "Dann ist man einer, der sich durchbeißt und nicht hängen lässt."
Was für Wrestling-Debüt von Tim Wiese! Der ehemalige Nationaltorhüter hat nicht nur die Fans in München begeistert, er hat auch den Kampf mit einem spektakulären Splash beendet.
"Es war ein gutes Debüt. Ich bin froh, dass es so gelaufen ist", sagte Wiese hinterher im ran-Interview. Wie seine Wrestling-Zukunft aussieht, dazu schwieg Tim Wiese noch. Er dürfe nichts sagen. Doch Angst hat er nicht: "Es können alle kommen... alle!"
Pläne und Hindernisse
Die WWE plante mit ihm als deutsches Zugpferd. Dabei wollte die populärste Wrestling-Liga der Welt seiner Aussage nach eigentlich auf ihn bauen: "Ich sollte der Local Hero für Deutschland werden. Doch der Plan wurde nie in die Tat umgesetzt.
Die WWE verwehrte Wiese, direkt in den Hauptshows "Raw" oder "Smackdown" aufzutreten. Stattdessen hätte er erst im Trainingszentrum ackern müssen, um sich dafür zu empfehlen.
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Das schien Wiese überrascht zu haben: "Nach München hieß es plötzlich, ich müsste nach Orlando ziehen, um dort eine mehrjährige Ausbildung zum Wrestler zu absolvieren."
Für den Ex-Nationaltorhüter, der mit seiner Familie in Bremen wohnt, war das aber keine Option: "Von Beginn an war allen Beteiligten klar, dass das für mich schon aus familiären Gründen nicht infrage kommt."
Die Amis wollten, dass ich für drei Jahre in die USA komme. Damit war ich nicht einverstanden.
Aus Sicht von WWE wäre der nächste Schritt gewesen, dass Wiese einen Vertrag unterschreibt und im WWE Performance Center in Orlando anheuert, um in den USA durchzustarten.
Das Ende der WWE-Karriere
Das war’s wohl endgültig mit der Wrestling-Karriere: Ex-Nationaltorwart Tim Wiese hat nach seinem einmaligen Auftritt in der WWE mit der Liga abgeschlossen. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt der Ex-Nationaltorhüter: "Das Thema liegt auf Eis, was ich sehr bedauere."
Über ein Jahr ist es her, seit Tim Wiese (36) in der WWE (World Wrestling Entertainment) als "The Machine" sein Debüt gegeben hat. Doch es scheint bei diesem einmaligen Auftritt zu bleiben.
Seitdem hörte man aber von Wiese, dem Wrestler, nur wenig. Vor Kurzem hatte er zwar einen Gastauftritt in einer deutschen Wrestling-Liga, in der WWE trat er aber seit seinem Debüt aber nicht mehr auf.
Nun hat Tim Wiese in der "Bild" den Grund erklärt, weshalb er nicht dabei ist: "Man hat mir von der WWE mitgeteilt, dass ich bei der Deutschland-Tour nicht dabei bin, weil ich nicht ins Storytelling passe."
Andere Projekte
Der Ex-Nationaltorhüter hat inzwischen schon sein nächstes Projekt im Visier. Am 6. Januar 2018 nimmt er an der "Promi-Darts-WM" auf ProSieben teil - als Titelverteidiger. 2017 gewann er die Show an der Seite des Weltranglisten-Ersten Michael van Gerwen.
Auch wenn’s mit einem Wrestling-Titel nicht geklappt hat, diesen Show-Titel kann Wiese keiner mehr nehmen.
Am 10. Mai tauschte Tim Wiese Hantel und Wrestling-Outfit gegen Rasenmäher und Arbeitskleidung. Gegen Youtuber JP Kraemer trat "The Machine" im "Duell der Maschinen" an. Wiese und Kraemer sollten sich bei verschiedenen Gartenarbeiten messen.
Wiese bestritt 2013 sein bisher letztes Spiel als Torwart, damals noch für die TSG Hoffenheim in der Bundesliga.
Tabelle: Tim Wieses Karriere-Highlights
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2014 | Show-Auftritt bei der WWE-Serie in Frankfurt/Main |
| 2016 | WWE-Debüt als "The Machine" in München |
| 2017 | Gewinn der "Promi-Darts-WM" |
Update vom 18.10.2022: Werder Bremen hat sich von Ex-Keeper Tim Wiese distanziert, nachdem Fotos des 40-Jährigen mit mutmaßlichen Neonazis in den sozialen Medien aufgetaucht waren.
