Kampfsport erfreut sich bei vielen Sportlern großer Beliebtheit, wobei jede Disziplin ihre eigenen Regeln hat. Dieser Artikel befasst sich mit Boxen und Mixed Martial Arts (MMA) und erläutert die Unterschiede zwischen diesen beiden Sportarten. Neben einigen Gemeinsamkeiten gibt es nämlich auch viele Unterschiede.
Kampfsport vs. Kampfkunst
Die Unterschiede zwischen Kampfsport und Kampfkunst lassen sich leicht erklären:
- Kampfsportarten sind meist auf Bereiche wie Beine, Kopf und Oberkörper fixiert.
- Kampfkünste hingegen beziehen auch Bereiche für den Straßenkampf ein, wie z.B. Augen, Hals und Unterleib.
- Kampfkünste haben meist einen starken traditionellen Hintergrund und sind stark mit Werten und Geschichte verknüpft.
Aus der Geschichte lässt sich ableiten, dass sich der Kampfsport aus der Kampfkunst entwickelt hat. Bei den alten Kriegskünsten suchte man nach Möglichkeiten, die Techniken auch für friedliche Zwecke zu verwenden, woraus sich dann der Kampfsport entwickelte.
Bekannte Kampfkünste: Kung Fu, Aikido, Wing Chun, Kempo, Taekwondo
Bekannte Kampfsportarten: MMA (Mixed Martial Arts), Boxen, Kickboxen, Ringen, Wrestling
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Was ist MMA?
MMA ist im weiten Sinne eine Sportart, in der Techniken aus unterschiedlichen Kampfsportarten vereint werden. Im engen Sinne handelt es sich um einen Vollkontaktsport, der in der Tradition der Vale Tudo Championship steht. Der Kampf findet im Stand sowie am Boden statt, für den stehenden Kampf hat sich schnell ergeben, dass Kickboxen oder Thaiboxen zu den effektivsten Disziplinen gehören. Der Bodenkampf ist ein weiteres wichtiges Element, weil die Kämpfer schnell in den Clinch gehen und sich zu Boden werfen. Hier werden Techniken aus dem Brazilian Jiu-Jitsu und dem Ringen angewendet.
Die Entwicklung hängt mit den ehemaligen Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen zusammen, die in Japan und den USA organisiert wurden. Ziel der Wettkämpfe war es, die besten Kämpfer, aber auch die besten Kampfsportarten zu entdecken. So kam es, dass Vertreter unterschiedlichster Stile an den Turnieren teilgenommen haben. Besonders häufig vertreten waren Brazilian Jiu-Jitsu, Jiu Jitsu, Karate, Taekwondo, Luta Livre und Muay Thai.
Im Mixed Martial Arts sind zumeist diejenigen erfolgreich, die sehr vielseitig ausgebildet sind. Viele Sportler stammen ursprünglich aus dem Taekwondo, Jiu-Jitsu, Kickboxen oder auch aus dem Muay Thai.
MMA vs. Kickboxen
Der Unterschied zwischen MMA und Kickboxen bzw. K1 liegt in den Handlungsmöglichkeiten. Beim MMA werden viele Kampfsportarten gemischt, um im Clinch, am Boden und im Stand stets eine praktikable Lösung parat zu haben. Kickboxing/K1 ist auf Schläge, Stöße und Tritte begrenzt. Beim MMA sind Ellbogenstöße, Takedowns und Submissions erlaubt, was im Kickboxen nicht der Fall ist.
Regeln und Techniken
Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Boxsport und MMA sind die Regeln. Im MMA sind deutlich mehr Dinge erlaubt. So sind zum Beispiel Angriffe auf den Genitalbereich oder das Beißen des Gegners verboten. Im Boxsport gibt es dagegen deutlich mehr Regeln. Zum Beispiel darf nicht getreten werden und Takedows werden unterbrochen. Beides kann sogar einen Punktabzug zur Folge haben.
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Wie bereits erwähnt, vereint MMA mehrere Sportarten. Dadurch kommen auch viele unterschiedliche Schläge und Tritte zum Einsatz.
Vor- und Nachteile
- MMA: vielseitiger, kombiniert verschiedene Kampfsportarten, Training im Stehen und am Boden.
- Boxen: bessere Fuß- und Kopfbewegungen, nützlich in Selbstverteidigungssituationen, da die meisten Konfrontationen im Stehen beginnen.
MMA lehrt dich, deine Schwächen zu erkennen und gibt dir Hinweise, wie du sie verbessern kannst, damit du dich zu einem vielseitigen Kämpfer entwickeln kannst. Dadurch wirst du zu einem stärkeren Kämpfer.
Effektivität und Selbstverteidigung
Wenn man sich selber verteidigen muss, ist Kickboxen die effektivste Wahl. Kickboxen und MMA sind unglaublich effektiv in der Selbstverteidigung. Kombiniert sind sie noch besser, da sie eine ganzheitliche Selbstverteidigung ermöglichen.
Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.
Training und Fitness
Es gibt kaum Sportarten, die so viele Kalorien verbrennen und so viel Kondition aufbauen wie Kickboxen und MMA.
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Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness. Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen.
Wo kann man trainieren?
Kampfsportvereine gibt es auch in eurer Stadt. Als Anfänger startet man nicht mit Wettkampfsport und auch nicht im Vollkontakt. Daher müsst ihr keine Sorgen oder Ängste haben.
Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw.
Zusammenfassung der Unterschiede
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Unterschiede zwischen Boxen und MMA zusammenfasst:
| Merkmal | Boxen | MMA |
|---|---|---|
| Erlaubte Techniken | Schläge mit Fäusten | Schläge, Tritte, Würfe, Bodenkampf |
| Handschuhe | Größere, schützende Handschuhe | Kleinere, offene Handschuhe |
| Regeln | Strengere Regeln, kein Treten, keine Takedowns | Weniger Regeln, mehr Freiheit in den Techniken |
| Kampfdistanz | Hauptsächlich Stehen | Stehen und Bodenkampf |
