Blumenkohlohr bei MMA-Kämpfern: Ursachen, Behandlung und Prävention

Das Blumenkohlohr, auch bekannt als Ringerohr oder Brokkoli-Ohr, ist eine Verformung des äußeren Ohres, die häufig bei Kampfsportlern auftritt. Besonders im Boxsport ist die Verformung des Ohrs als Ringerohr bekannt.

Was ist ein Blumenkohlohr?

Unter einem Blumenkohlohr, oft auch Ringerohr genannt, verstehen Mediziner eine aus einem Bluterguss resultierende Verformung des äußeren Ohres, die blumenkohlartig erscheint.

Ein Blumenkohlohr ist eine bleibende Verformung der Ohrmuschel.

Ursachen

Das Blumenkohlohr entsteht durch Blutergüsse in der Ohrmuschel oder Knorpelverletzungen.

Auslöser ist oftmals eine Verletzung im Rahmen diverser Kampfsportarten.

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Ein Blumenkohlohr entsteht durch wiederholte Verletzungen der Ohrmuschel, z. B. durch Schläge oder Reibung beim Kampfsport.

Durch Schläge oder dem Aneinanderreiben der Köpfe, zum Beispiel beim Boxen oder Judo, können Hämatome am Ohr entstehen.

Das Außenohr, auch äußeres Ohr bezeichnet, besteht aus Knorpel, der unter anderem für die Formgebung des Ohres zuständig ist und das Ohr flexibel und beweglich hält. Die um den Knorpel liegende Haut ist von Blutgefäßen durchzogen, die den Knorpel mit Nährstoffen versorgen.

Kommt es nun zu einer Krafteinwirkung auf die Ohrmuschel, beispielsweise durch einen festen Schlag oder starkes Reiben, kann es zur Ansammlung von Blut zwischen Knorpel und Haut kommen.

Bei einem Schlag auf das Ohr kann ein Bluterguss in der Ohrmuschel zwischen Knorpelhaut und Knorpel entstehen.

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Wird die Ohrmuschel bei einer stumpfen Verletzung umgeknickt oder geprellt, platzen diese Blutgefäße auf.

Es bildet sich ein Bluterguss (Hämatom) zwischen dem Knorpel und der Knorpelhaut, welcher nicht abfließen kann und Mediziner als Othämatom bezeichnen.

Wie entsteht ein Blumenkohlohr?

Wenn nach einer Verletzung am Ohr die nötige Behandlung ausbleibt, dann verformt sich die Ohrmuschel dauerhaft zu dem sogenannten Blumenkohlohr.

Ein Blumenkohlohr entsteht durch einen Bluterguss zwischen Knorpelhaut und Knorpel der Ohrmuschel.

Die Flüssigkeit trennt den Knorpel von der Knorpelhaut und daraufhin wird der Knorpel nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und kann sogar bei Nichtbehandlung absterben.

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Bei ausbleibender oder unzureichender Behandlung kommt es im Zuge einer fehlenden Nährstoffversorgung zum Absterben des Knorpels.

Bleibt dieser Bluterguss unbehandelt, wird der Knorpel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt - er kann sich verformen oder sogar teilweise absterben.

Außerdem wird der Bluterguss zunächst durch weiches Bindegewebe, später durch Knorpelgewebe ersetzt.

Durch das Anschwellen des Ohrs, verformt sich der Knorpel, was man schließlich als Blumenkohlohr bezeichnet, und die Verbindung zwischen Haut und Knorpel wird unterbrochen.

Der Knorpel wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und kann im schlimmsten Fall absterben und schrumpfen.

Knorpelgewebe wuchert und bildet blumenkohlähnliche Strukturen.

Verletztes Gewebe wuchert und bildet neuen Knorpel, welcher der Ohrmuschel ein blumenkohlartiges Aussehen verleiht.

Symptome

Das Blumenkohlohr ist durch eine sichtbare, aber oftmals schmerzlose Schwellung gekennzeichnet, die Betroffene oft als kosmetisches Problem empfinden.

Manche Menschen empfinden die Verformung der Ohrmuschel als störend.

Nur selten bilden sich Narben.

Auch Komplikationen wie Infektionen oder Risse der Ohrmuschel sind selten.

In schwerwiegenden Fällen, wenn der durch den Bluterguss hervorgerufene Druck auf das Mittel- und Innenohr zu stark ist, kann sich eine Symptomatik in Form von Schwerhörigkeit und Tinnitus bis zum vollständigen Hörverlust zeigen.

Neben den kosmetischen Verformungen kann das Blumenkohlohr auch zu einer Hörbeeinträchtigung führen.

Diagnose

Kommen Menschen mit Verdacht auf ein Blumenkohlohr in die Praxis, befragen Ärztinnen und Ärzte sie zunächst in einem Gespräch (Anamnese), ob es kürzlich einen Unfall oder einen Schlag auf das Ohr gab.

Behandlung

Wer allerdings schon länger mit einem Blumenkohlohr lebt und sich dieses wieder richten lassen möchte, kann sich mit einer ästhetischen Operation helfen lassen.

Eine erste Behandlung ist beim Hausarzt oder dem HNO-Arzt möglich.

Konservative Behandlung

Frische Blutergüsse am Ohr können durch Punktion und einen Druckverband behandelt werden.

Damit sich der Bluterguss nicht ausbreitet, ist es wichtig, ihn sofort zu kühlen und etwa mithilfe eines Kompressionsverbands zusammenzudrücken.

Schmerzmittel können die akuten Beschwerden lindern.

Aus kleineren Blutergüssen saugen Ärztinnen und Ärzte mit einer Nadel überschüssiges Blut ab.

Dies geschieht unter lokaler Betäubung.

Dieser setzt eine Punktion und lässt das Blut abfließen.

Danach legt er einen Druckverband an, damit sich der Knorpel nicht verformt.

Das bedeutet, dass dieser das Blut, das sich zwischen Haut und Knorpel angesammelt hat, mittels einer Hohlnadel (Kanüle) entfernt.

Operative Behandlung

Ist der Bluterguss größer oder besteht er bereits seit mehr als zwei Tagen, ist häufig ein operativer Eingriff nötig.

Dabei entfernt die Ärztin oder der Arzt unter lokaler Betäubung flüssiges und geronnenes Blut.

Dadurch kann sich die Knorpelhaut wieder an den Knorpel anlegen und ihn über die Blutgefäße mit frischem Blut versorgen.

Unterstützend legt man einen Kompressionsverband an.

Bei einer besonders schweren Verletzung muss das Othämatom mit Hilfe einer Operation gerichtet werden.

Dazu entfernt der Chirurg über einen Schnitt den verknöcherten Bluterguss und bringt den Knorpel wieder in seine richtige Form.

Ist der Knorpel noch nicht abgestorben, folglich hat sich noch kein Blumenkohlohr ausgebildet, besteht die Möglichkeit der Knorpelfensterung, bei der der Chirurg ein kleines Fenster in die Ohrmuschel schneidet.

Daraufhin kann das angestaute Blut durch diese kleine Öffnung abfließen.

Ist der Knorpel jedoch bereits abgestorben, ein Blumenkohlohr ist dementsprechend schon entstanden, muss eine Rekonstruktion des Ohres erfolgen.

Bei schwerwiegenden Fällen ist jedoch eine Operation notwendig, die in Form einer Knorpelfensterung erfolgen kann.

Bei Anwendung der Knorpelfensterung kann die Operation unter örtlicher Betäubung ambulant erfolgen.

Der Chirurg setzt auf der Ohrmuschelrückseite einen Hautschnitt, sodass über ein angelegtes Knorpelfenster das Blut abfließen kann.