Mixed Martial Arts, oder kurz MMA, ist nicht nur ein aufstrebender Sport, sondern auch eine komplexe, facettenreiche Kunst, die unterschiedliche Disziplinen des Kampfsports vereint. MMA ist die Abkürzung für Mixed Martial Arts, was auf Deutsch übersetzt „gemischte Kampfkünste“ bedeutet. MMA wird oft als der am schnellsten wachsende Sport der Welt bezeichnet. Die Bekanntheit des MMA, die Anzahl der Sportler und der Fans wachsen kontinuierlich.
Die Grundlagen von MMA
Im Kern ist MMA eine Wettkampfsportart, in der man auch mit unkonventionellen Techniken schnell siegreich aus einem Kampf hervorgehen kann. Diese Disziplinen beinhalten sowohl Schlag- und Tritttechniken als auch Bodenkampftechniken, die aus verschiedenen Kampfkünsten stammen.
MMA ist ein harter Wettkampfsport mit klaren Regeln. Du solltest mindestens einen Kampfstil für Striking sowie für Bodenkampf beherrschen. Es erfordert hartes, jahrelanges Training, Disziplin, Kampfgeist und das richtige Mindset. MMA kann viele Fähigkeiten fördern: Kraft, Ausdauer, Koordination, Reaktion, Schnelligkeit, Durchhaltevermögen, mentale Stärke.
Striking
Striking umfasst die Anwendung von Schlag- und Tritttechniken, die sich auf das Zufügen von Schäden an einem Gegner konzentrieren. Es werden Techniken aus dem Boxen, Kickboxen, Muay Thai und anderen Kampfstilen angewendet.
Clinch
Clinch ist eine Position im Standkampf, in der zwei Kämpfer sich eng gegenseitig halten. Es wird oft verwendet, um den Gegner zu kontrollieren, Schläge zu vermeiden und den Übergang in den Bodenkampf oder Submissions vorzubereiten. Das Clinchen ist daher im MMA kein Vorteil.
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Wrestling und Submissions
Den Gegner zu Boden zu „wrestlen“. Submissions konzentrieren sich auf das Erzwingen der Aufgabe eines Gegners, oft durch Gelenkhebel oder Würgetechniken.
MMA Training
MMA-Training ist intensiv und anspruchsvoll. Das technische Training umfasst das Erlernen und Verfeinern von Schlag-, Tritt-, Clinch- und Submissions-Techniken. Zusätzlich zum technischen Training ist das Fitness-Training entscheidend.
Bist du regelmäßig im MMA Training, kann dir auch auf der Straße nicht mehr so viel passieren und du wirst dich im Ernstfall gegen Angreifer verteidigen können. MMA ist eine Mischkampfsportart für jeden Kampfsportinteressierten. Du selbst bestimmst dabei deine Anforderungen.
Die Geschichte von MMA
MMA hat seine Wurzeln in verschiedenen Kulturen und Traditionen. Die Idee, unterschiedliche Kampfstile miteinander zu vergleichen, geht weit zurück. Generell entwickelten sich über die Jahrhunderte hinweg die verschiedensten Kampfstile wie Judo, Karate, Jiu-Jitsu und viele andere. Bei sogenannten Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen Ende des 20. Jahrhunderts sollte ermittelt werden, welche Kampfsportart die beste ist. Nach zahlreichen solcher Vergleichskämpfe, meist zwischen Ringern und Boxern, entwickelte sich das „Shooto“ in Japan.
Die moderne Ära von MMA begann in den 1990er Jahren, mit der Gründung von Organisationen wie der UFC. Davon inspiriert wurde 1993 die Ultimate Fighting Championship (UFC) in den USA gegründet. Diese ist bis heute die größte Veranstaltungsreihe im MMA und prägte die Sportart maßgeblich. In Deutschland kam der Vollkontaktsport ein Jahr später an, als der neu gegründete MMA-Verband Free Fight Association (FFA) die ersten Veranstaltungen initiierte.
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Bekannte MMA-Kämpfer
Jon „Bones“ Jones wird in der bekanntesten MMA Liga, der UFC, derzeit auf dem ersten Platz im Schwergewicht MMA gelistet. Für viele MMA-Fans zählen aber auch Namen wie Conor McGregor, Anderson Silva, der ungeschlagene Khabib oder Max Holloway zu den besten der Welt.
Regeln und Vorschriften
In der UFC, bei Bellator und anderen, großen MMA Events werden 4 Oz Handschuhe verwendet, was 112 Gramm entspricht (1 Unze = 28 Gramm). Fürs Training verwenden wir keine 4 Oz Handschuhe, sondern mindestens 8 Oz. Grundsätzlich verboten sind Kopfstöße, Schläge und Tritte gegen den Hals, Hinterkopf oder die Wirbelsäule. An den Haaren ziehen und Bisse sind nicht erlaubt, ebenso Tritte und Kniestöße gegen den Kopf sobald sich der Gegner am Boden befindet. Je nach Veranstalter gelten ggf.
Die Kämpfer werden bei der UFC in zehn verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Die Frauen kämpfen vom Strohgewicht bis zum Federgewicht, während die Männer vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht aktiv sind. Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen. Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so zu in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden.
Dass bei einem MMA-Kampf alles erlaubt sei, ist ein Vorurteil. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner im Genitalbereich zu attackieren, zu beißen, an Nase und Ohr zu reißen oder in die Augen zu stechen. Insgesamt gibt es 31 Fouls, die zur Strafe oder dem Punktabzug bis hin zur Disqualifikation führen können.
MMA vs. Boxen
Zunächst einmal sei gesagt, dass MMA viele unterschiedliche Kampfsportarten miteinander kombiniert. Daher finden sich auch Elemente aus dem Boxsport wieder. Dennoch unterscheiden sich die beiden Sportarten in vielen Punkten. Im Boxsport tragen die Sportler deutlich größere Handschuhe. Dadurch können sie die Haltung so auslegen, dass sie sich sozusagen hinter diesen verstecken. Im MMA ist das so nicht möglich. Daher muss eine andere Haltung eingenommen werden. Im Boxsport gehen die Angriffe immer nur von den Händen aus. Beim MMA können dagegen auch die Beine für den Angriff genutzt werden. Zudem sind auch Takedowns erlaubt. All das müssen die Kämpfer beachten und sich so aufstellen, dass sie dem Gegner eine möglichst geringe Angriffsfläche bieten.
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Wenn einer der Kämpfer immer wieder den Schlägen oder Tritten des Gegners ausweicht, kann dieser zum Beispiel versuchen, ihn auf den Boden zu befördern und einen Haltegriff anzusetzen. Wesentlicher Unterschied : MMA meistens im Octagon. Boxen immer im Boxring.
Die Zukunft von MMA
Heutzutage ist MMA mehr als nur ein Nischensport. MMA ist nicht nur ein physischer Wettkampf; es beinhaltet auch geistige und ethische Aspekte. MMA ist ein komplexer und vielseitiger Kampfsport, der weit mehr als nur einen physischen Wettkampf darstellt. Die Verschmelzung von Techniken, Philosophie, Geschichte und Kultur macht MMA zu einer einzigartigen Disziplin, die in der modernen Kampfsportwelt weiterhin an Bedeutung gewinnt. Der Weg zum Erfolg im MMA ist hart und erfordert Engagement, Disziplin, Leidensfähigkeit und ein tiefes Verständnis für die Kampfkünste.
Um ein gesundes Wachstum in die richtige Richtung zu ermöglichen, benötigt es eine demokratische Organisation, die die Entwicklung des Sports national und international reguliert. So wurde die IMMAF, heute der größte MMA Verband der Welt mit mehr als 60 Nationalverbänden, in Stockholm am 29. Um den Sport in Deutschland national zu regulieren, wurde die GEMMAF, ein eingetragener und gemeinnütziger Verein, im Mai 2014 gegründet und ist seitdem der offizielle Vertreter der IMMAF in Deutschland. Olympische Sportart zu sein, ist die höchst mögliche Form der Anerkennung für einen Sport, weshalb wir genau diesen Status anstreben.
