Tim Wieses Wrestling-Karriere: Vom Fußballtor zum Ring

Der ehemalige deutsche Nationalgoalie Tim Wiese hat nach seiner Fußballkarriere eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen und sich dem Wrestling zugewandt. Dieser Artikel beleuchtet seine Wrestling-Karriere, von den ersten Schritten bis zu den aktuellen Herausforderungen.

Die Anfänge im Showbusiness

Der ehemalige 6-fache deutsche Nationaltorhüter Tim Wiese, der in seiner Karriere für Fortuna Köln, Kaiserslautern, Bremen und Hoffenheim spielte, glaubte offenbar nicht mehr ernsthaft an eine Rückkehr in den Fussball. Stattdessen wollte der 32-Jährige in die Glitzerwelt des Showbusiness eintauchen.

Bereits im September 2014 unterbreitete ihm der deutsche Ableger der World Wrestling Entertainment (WWE), der grösste Veranstalter von Wrestling-Showkämpfen, die Offerte, als Ringer an offiziellen Kämpfen teilzunehmen. Wiese bedang sich Bedenkzeit aus, ob er auf das Angebot eingehen werde. Jetzt kommuniziert er erstmals, mit der WWE über eine Karriere im Ring Gespräche geführt zu haben.

Am 15. November 2014 wurde Wiese in der Frankfurter Festhalle in eine WWE-Wrestling-Show eingebunden, als er nach einem Team-Match in den Ring stieg und mit den Siegern posierte und jubelte. Offenbar hat ihm die Veranstaltung riesigen Spass gemacht.

Wiese sagt denn auch gegenüber dem deutschen TV-Sender Sky, der Fussball sei vorerst kein Thema mehr: «Für mich ist das jetzt erst mal passé, und das ist auch gut so.» Ob er in einem Jahr eher im Tor oder im Ring anzutreffen sei, weiss Wiese indes immer noch nicht: «Das ist eine gute Frage. Die kann ich selbst nicht beantworten.»

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Die Transformation zum Wrestler

Nach dem Ende seiner Fußballkarriere begann Wiese, sich intensiv dem Kraftsport zu widmen. Er stemmte Gewichte, stopfte Bisonfleisch in sich hinein und sorgte mit Fotos in den sozialen Netzwerken für großes Aufsehen. «Ich habe im Monat 1'000 Euro nur für Fleisch ausgegeben», sagte er einmal.

Wieses Kampfgewicht beträgt mittlerweile 122 Kilogramm bei einer Grösse von 193 cm. Die öffentliche Häme und die Meinung, Wiese sei nur noch ein aufgepumpter, bodybuildender Clown, sowie Ausdrücke wie «Muckibuden-Wiese» prallen an ihm ab. «Darüber lache ich eigentlich nur», sagt er gegenüber Sky. «Das sind doch alles vollgefressene Chipsesser, die zu Hause sitzen, mit 30 immer noch bei der Mutter wohnen und nichts Besseres zu tun haben, als irgendwelche dummen Kommentare zu schreiben.

Im WWE Performance Center in Orlando startete der ehemalige Nationaltorwart sein Training. Hochmotiviert eignet sich der Ex-Kicker im WWE Performance Center das Wrestling-Einmaleins an. Trotz seines Trainingseifers liegt aber noch ein weiter Weg vor Wiese.

Performance-Center-Headcoach Matt Bloom äusserte sich bei "sport1.de" ambivalent: "Er hat hier im Performance Center gut gearbeitet. Zu Hause muss er damit weitermachen. Wenn er weiter trainiert, wird er vorbereitet sein. Wenn nicht, dann weiss ich nicht.

Paul «Triple H» Levesque, einer der Bosse beim Wrestling-Weltverband, äusserte sich in einem Statement wie folgt: «Tim ist hartnäckig. Er äussert weiter lautstark seinen Wunsch, zu beweisen, dass er das Zeug dazu hat, und er hat eine enorme Belastbarkeit und Entschlossenheit an den Tag gelegt, um sich diese Chance zu verschaffen. Das ist seine Gelegenheit auf Worte Taten folgen zu lassen. Wenn in Florida alles gut verläuft, wird er seine Chance im Ring bekommen.»

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Das erste Wrestling-Match

Tim Wieses Wrestling-Karriere begann nach Maß: Ende letzten Jahres trumpfte der muskelbepackte Ex-Torwart in der Münchner Olympiahalle auf und gewann durch ein furioses Finish seinen ersten Kampf. Fans und Kollegen waren aus dem Häuschen und auch der 35-Jährige war sich sicher, dass dies nur der Auftakt zu einer Weltkarriere als Wrestler gewesen sein konnte.

Zusammen mit den Profi-Wrestlern Cesaro und Sheamus kämpfte der 34-jährige Wiese gegen das Tag Team «The Shining Stars» mit Bo Dallas in der Münchner Olympiahalle.

«Wahnsinn! So ein grossartiges Match bei meinem ersten WWE Auftritt», sagte Wiese, der sein letztes Bundesligaspiel Anfang 2013 für Hoffenheim bestritten und sich nach seiner Ausbootung aus dem Profikader dem Bodybuilding gewidmet hatte. «Ich habe hart für diesen Augenblick gearbeitet und kann es kaum erwarten, gemeinsam mit Cesaro und Sheamus in den Ring zu steigen», sagte der bei einer Körpergrösse von 1,93 m mittlerweile 129 kg schwere Wiese.

Herausforderungen und Zukunftspläne

Die WWE verzichtete ausgerechnet bei ihrem Besuch im Heimatland des ehemaligen Werder Torhüters auf den Emporkömmling. "The Machine", wie Wiese sich nennt, ist nicht mit an Bord und wird nicht heißlaufen. "Man hat mir von der WWE (World Wrestling Entertainment) mitgeteilt, dass ich bei der Deutschland-Tour nicht dabei sein werde, weil ich nicht ins Storytelling passe", beklagte sich Wiese in der "Fussball Bild".

Viele deutsche Zuschauer hatten gehofft, den extrovertierten Kämpfer zusammen mit seinen Mitstreitern live vor der eigenen Haustür zu erleben. Wiese: "Schade für meine Fans" "Ich bekomme von meinen Fans jede Woche 50 bis 60 Anfragen, bei welchem Event ich antreten werde. Das kann ich leider nicht sagen", zeigte Wiese sich traurig und fügte an: "Schade für meine Fans."

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Die Verhandlungen über einen Vertrag stocken ebenfalls: "Man hat mir das Angebot gemacht Teil, der WWE zu werden. Mich ausbilden zu lassen und hat mir alle Optionen zugesagt. Jetzt warte ich nur darauf, dass die WWE mir die Details ihres Angebotes noch mitteilt", erklärte Wiese.

«Die Amis wollen, dass ich nach Amerika ziehe und dort trainiere. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.»

Wieses Gewichtsentwicklung

Hier ist eine Tabelle, die Wieses Gewichtsentwicklung im Laufe seiner Karriere zusammenfasst:

Zeitraum Gewicht Bemerkungen
Vor der Wrestling-Karriere Ca. 90-95 kg Idealgewicht als Fußballtorwart
Beginn der Wrestling-Karriere Ca. 120 kg Zunahme durch Krafttraining und Ernährungsumstellung
Aktuell Ca. 122-129 kg Weiteres Muskelwachstum