Tim Wiese: Vom Fußballtor zum Wrestling-Ring

Wer hätte das gedacht? Nach einer bewegten Karriere als Fußballtorhüter, die ihn sogar in die Nationalmannschaft führte, sattelte Tim Wiese um und wagte sich in die Welt des Wrestlings. Hier erfahrt ihr alles über Tim Wieses überraschenden Ausflug in den Ring.

Der Anfang einer neuen Karriere

Nach dem unrühmlichen Ende seiner Fußball-Karriere bei 1899 Hoffenheim startete der Ex-Nationalkeeper im Wrestling-Ring durch. In der WWE wollte er sich weltweit einen Namen machen. Am 3. November 2016 trat er unter dem Kampfnamen "The Machine" im Rahmen einer WWE-Deutschland-Tour in einem Schaukampf in München auf.

"The Machine" verkörperte laut Wiese alles, was ihn auszeichnet: Stärke, Mut, Disziplin, Durchschlagskraft. Es sei der Traum jedes Jungen, "The Maschine" genannt zu werden. "Dann ist man einer, der sich durchbeißt und nicht hängen lässt."

Einen Tag vor seinem ersten Kampf lüftete Tim Wiese auf einer Pressekonferenz zur WWE-Tour in Deutschland das Geheimnis um seinen Kampfnamen. "Es gibt nur ein Ziel: Zerstörung. Ich will Gas geben und freue mich darauf", sagte Tim Wiese in Frankfurt am Main.

Zusammen mit seinen Partnern Cesaro und Sheamus trat er gegen das Duo "The Shining Stars" und Bo Dallas an. "Es kann kommen wer will. Ich bin nicht zu schlagen!", gab sich Tim Wiese vor seinem Wrestling-Debüt gewohnt zurückhaltend.

Um im Wrestling-Ring mitzuhalten, musste Wiese Gewicht zulegen. Deshalb hat er eine Zeit lang jeden Tag ein Kilogramm Bisonfleisch gegessen, sagt er. Wiese kämpfte für das Unternehmen WWE, das steht für World Wrestling Entertainment.

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Das Debüt und die Folgen

Was für ein Wrestling-Debüt von Tim Wiese! "Es war ein gutes Debüt. Ich bin froh, dass es so gelaufen ist", sagte Wiese hinterher im ran-Interview. Wie seine Wrestling-Zukunft aussieht, dazu schwieg Tim Wiese noch. Er dürfe nichts sagen. Doch Angst hat er nicht: "Es können alle kommen... alle!"

Das Feedback der Fans war unglaublich. Selbst die, die ihn überhaupt nicht leiden konnten, haben ihm Respekt gezollt, dass er das Ding tatsächlich durchgezogen habe. Die WWE-Kollegen haben ihm zu seinem Auftritt und seiner Show gratuliert und auch Triple H und der damalige WWE-Chef für Deutschland und Europa zählten zu den Gratulanten.

Für die WWE ist Wiese nur ein Instrument. Für Wiese selbst ist es die Bestimmung. Der Ort, wo er sich aufgehoben fühlt, so absurd dieser Abend auch anmutete.

Nach seinem erfolgreichen Debüt als Wrestler kehrte Tim Wiese zu seinen Wurzeln zurück - zumindest für ein Foto. Unter dem Vereinslogo des Kreisligisten ist der Hashtag #TheMachine zu sehen.

Das vorläufige Ende der Wrestling-Karriere

Die Wrestling-Karriere des früheren Fußball-Nationaltorwarts Tim Wiese liegt momentan auf Eis. Nachdem der 35-Jährige sein Debüt beim World Wrestling Entertainment (WWE) gefeiert hatte, wartet "The Machine" auf einen Anschluss-Vertrag.

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Bei der Deutschland-Tour der WWE ist der frühere Bundesliga-Profi nicht dabei. "Man hat mir von der WWE mitgeteilt, dass ich bei der Deutschland-Tour nicht dabei bin, weil ich nicht ins Storytelling passe", sagte Wiese der "Bild"-Zeitung sichtlich frustriert.

Dem früheren Keeper von Werder Bremen und 1899 Hoffenheim liegt ein Angebot vor, sich in den USA zum Wrestler ausbilden zu lassen. "Jetzt warte ich darauf, dass die WWE mir die Details ihres Angebotes noch mitteilt", betonte Wiese. Es scheint, als sei auf dem Weg zur angestrebten Weltkarriere als Wrestler vor allem Geduld und nicht Muskelmasse gefragt.

Als die WWE zu Beginn auf ihn zukam, stellten sie ihm folgendes Konzept vor: Sie wollten in Deutschland zukünftig mit lokalen Helden arbeiten. Also mit Typen, die bereits eine erfolgreiche Karriere hinter sich gebracht hatten und einen hohen Bekanntheitsgrad bei den Menschen besaßen.

Ein Punkt war ihm von Beginn an wichtig und den habe ich auch deutlich gemacht: Er wollte nicht nach Amerika ziehen oder 200 bis 250 Tage, so wie viele anderen Wrestler, durch die Welt tingeln. Seine Familie steht an erster Stelle und unsere Heimat ist Bremen.

Wiese sagte, er habe nie eine offizielle und ehrliche Antwort bekommen. Immer nur dieses Rumgeeier. Die WWE in Deutschland ist für ihn Amateur-Liga und die WWE in den USA verhält sich so wie ihr Präsident (Donald Trump, Anm. d. Red.). Von all dem sind die Athleten ausgenommen. Die sind definitiv Profis und haben seinen vollen Respekt.

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Wiese: Wrestling in Deutschland wäre total sein Ding gewesen. Darauf hatte er richtig Bock und die deutschen Wrestling-Fans sind großartig. Man hätte aus diesem Land eine Wrestling-Hochburg machen können.

Ausflüge in andere Sportarten

Zusammen mit Weltmeister Michael van Gerwen hat Wrestler Tim Wiese die Promi-Darts-WM gewonnen. Das Duo setzte sich im Finale gegen Darts-Profi Peter Wright und Fußball-Legende Lothar Matthäus durch.

"Ich werde alles dafür tun und trainiere jetzt schon sehr viel, um das Ding zu reißen. Und noch mehr gefällt mir, dass mich mit Michael van Gerwen die aktuelle Nummer Eins im Darts als Teampartner unterstützt", gibt sich Wiese motiviert.

Am 10. Mai tauschte Tim Wiese Hantel und Wrestling-Outfit gegen Rasenmäher und Arbeitskleidung. Gegen Youtuber JP Kraemer trat "The Machine" im "Duell der Maschinen" an. Für die Einrichtung kamen - trotz Wieses knapper Niederlage - schlussendlich 20.000 Euro zusammen.

Comeback im Fußballtor

Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese kehrte nach seinem Wrestling-Abenteuer tatsächlich zwischen die Pfosten zurück - in der Kreisliga Nord Schwaben! Der bayerische Klub SSV Dillingen bestätigte auf seiner Homepage, dass der 35-Jährige am 1. April im Kreisligaderby gegen Haunsheim sein Debüt geben wird.

Am 1. April gab Tim Wiese sein Comeback - nicht im Ring, sondern im Tor: Für den Kreisligisten SSV Dillingen wird der Kultkeeper das erste Mal seit mehr als drei Jahren wieder ein Fußballfeld als Torwart betreten. Auf der Pressekonferenz vor seiner Rückkehr in den Kasten zeigte sich der heutige Wrestler hochmotiviert: "Das wird keine Spaßveranstaltung. Hut ab vor der Qualität im Team. Ich bin fit und hoffe, dass wir drei Punkte holen."

Ganz wie in alten Zeiten, ist das Dress des 35-Jährigen komplett pink. Die Rückennummer von "The Machine": 99. Wiese bestritt 2013 sein bisher letztes Spiel als Torwart, damals noch für die TSG Hoffenheim in der Bundesliga.

Distanzierung von Werder Bremen

Werder Bremen hat sich von Ex-Keeper Tim Wiese distanziert, nachdem Fotos des 40-Jährigen mit mutmaßlichen Neonazis in den sozialen Medien aufgetaucht waren. Wiese soll bei einem Bundesliga-Spiel im März 2023 eine Kellnerin rassistisch beleidigt haben.

Bereits vor dem nun verhandelten Vorfall in der Loge hatte Werder seinen einstigen Fanliebling zumindest zeitweise aus der Traditionsmannschaft verbannt - nachdem der heute 42-Jährige einige Male mit Personen aus dem rechten Milieu auf Bildern zu sehen war. Wiese versicherte jedoch in einem Interview, dass er "nicht einem politisch extremen Lager angehörig" sei und das auch niemals sein werde. "Weder rechts noch links."

Wiese sagte: "Ich bin ein großer Freund von Multikulti und ich lebe das auch tagtäglich in meinem Freundeskreis. Rechtes Gedankengut oder rassistische Verhaltensweisen sind mir völlig fremd."