Um insgesamt acht Goldmedaillen wird in den Karate-Wettbewerben bei Olympia 2021 gekämpft. Damit ist Karate der Premierensport 2021 mit den meisten Wettbewerben.
Wettkampfdisziplinen im Karate
Es gibt sechs verschiedene Wettkämpfe im Kumite - also Vollkontakt-Kämpfen. In jeweils drei Gewichtsklassen kämpfen dann Männer und Frauen um Medaillen.
Gewichtsklassen im Kumite
Folgende Gewichtsklassen gibt es:
- Männer: bis 67 kg, bis 75 kg, ab 75 kg
- Frauen: bis 55 kg, bis 61 kg, ab 61 kg
Kumite-Kämpfe dauern bis zu drei Minuten. Erkämpft sich ein Athlet dabei einen Vorsprung von mindestens acht Punkten, ist der Kampf sofort beendet. Gelingt das keinem der beiden Kämpfer, gewinnt der Athlet, der im Duell mehr Punkte erkämpft hat. Bei Punktgleichheit gewinnt der Kämpfer, der zuerst gepunktet hat, ohne dass sein Gegenüber in der gleichen Aktion ebenfalls punkten konnte (Senshu-Regel).
Punktesystem im Kumite
Gepunktet werden kann durch drei verschiedene Aktionen:
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- 3 Punkte: Ippon - Tritt gegen den Kopf oder Hals des Gegners
- 2 Punkte: Waza-ari - Tritt gegen den Bauch, die Seite, den Rücken oder den Rumpf des Gegners
- 1 Punkt: Yuko - Schlag mit der geschlossenen Hand gegen den Kopf, Hals oder Körper des Gegners
Kata
Die zweite Disziplin, in der es jeweils eine Medaillenentscheidung für Männer und Frauen gibt, ist die Kata. Dabei werden jeweils zwei Athleten abwechselnd Angriffs- oder Abwehrfolgen (Katas) ohne direkten Gegner einzeln vortragen. Eine Jury bewertet dann die technische Ausführung und Kraft und vergibt für jede Kata eine Punktwertung.
Para-Karate
Para-Karate ist die offizielle Bezeichnung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) für das Karate für Menschen mit Behinderung. Der DKV definiert unter dem Begriff Para-Karate das Karate derzeit so, wie es die Behinderten-Sportverbände (Gehörlosen-Sportverband, Virtus und IPC) tun. Das Para-Karate beinhaltet aber nicht nur den Wettkampf-Sport, sondern auch die Vermittlung traditioneller Werte des Karate - nicht zuletzt die Schaffung von Selbstverteidigungs-Möglichkeiten für Menschen mit Handicap. Federführend zuständig für das Para-Karate im internationalen Wettkampfsport ist die WKF.
Im Bereich der Zielstellungen gibt es keine Unterschiede zwischen dem traditionellen Karate und dem Para-Karate: Jeder versucht im Rahmen der Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln.
Karate und die Olympischen Spiele
Karate ist keine olympische Disziplin. Viele Verbände, u.a. die WKF, haben versucht, die Regeln zu verändern, um so den Karatewettkampf populärer und für die Olympischen Spiele geeigneter zu machen. Derartige Veränderungen gab es häufiger in der Geschichte des Karate.
Im August 2002 hat das IOC das Olympische Programm beurteilt und hierbei empfohlen, Karate nicht bei den 29. Olympischen Spielen aufzunehmen. Allerdings wurde festgestellt, dass Karate in Zukunft erneut evaluiert werden kann.
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Bei den Olympischen Spielen 2012 in London werden nur noch 26 statt bislang 28 Sportarten zum Programm gehören. Karate verfehlte die für eine Aufnahme notwendige Zweidrittel-Mehrheit.
Es werden Verhandlungen mit dem IOC mit großen Hoffnungen entgegengesehen.
Chronologie der Ereignisse:
- 2002: Karate wird nicht bei den 29. Olympischen Spielen aufgenommen.
- 2004: Karate wird nicht bei den 30. Olympischen Spielen aufgenommen.
- 2005: Karate verfehlte die für eine Aufnahme notwendige Zweidrittel-Mehrheit für Olympia 2012.
- 2008: Karate ist erneut in die Shortlist der für eine Aufnahme anstehenden Sportarten aufgenommen.
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