UFC 5 Testbericht: Ein neues Level der Kampfsport-Simulation?

Mit UFC 5 möchte EA Sports die Kampfsport-Simulation auf ein neues Level heben. Dieser Testbericht beleuchtet, ob dies gelungen ist und ob sich das Spiel für Fans der Serie lohnt.

Grafische Präsentation und Atmosphäre

UFC 5 wirft uns direkt nach dem Eröffnungsbildschirm in den Ring und lässt uns ohne Umwege die letzten Minuten eines Schwergewichtskampfs zwischen Jon Jones und Stipe Miocic miterleben. Dieser vermittelt gleich eine genaue Vorstellung dessen, was uns später in den Kämpfen erwarten wird. So überzeugt die Simulation ab der ersten Sekunde mit ihrer grafischen Präsentation.

Wir befinden uns sehr nah am Kampfgeschehen und blicken von der Seite auf die Kampfzone, sodass wir sowohl die Kämpfer als auch das wirklich großartig gestaltete Drumherum gut erkennen können. Durch die Nähe der Kameraperspektive finden wir uns auch emotional direkt im Oktagon wieder und spüren förmlich den Stress und die Anstrengung der Fighter. Besonders beeindruckend ist dabei der Detailgrad der Darstellung, denn wir erkennen nicht nur einzelne Muskelpartien an den austrainierten Oberkörpern, Armen und Beinen der Sportler, sondern können hier auch genaustens die Bein-, Arm- und Gesichtsbehaarung und auch die Schweißtropfen erkennen, die den Körper herunter laufen.

Darüber hinaus spritzen Schweiß und Blut ordentlich nach oben, wenn wir einen Gegner am Kopf treffen und auch die Reaktion von Kopf und Körper auf die eingehenden Schläge und Tritte sieht wirklich hervorragend aus. Dies gilt übrigens auch für das Verhalten der Kleidung, denn die Hosen der Fighter muten verdammt realistisch an, wenn sie mit unseren Bewegungen mit schwingen.

Dieser Eindruck wird von der perfekten Inszenierung außerhalb der Ringbegrenzung noch zusätzlich unterstrichen. So beobachten wir im Hintergrund nicht nur authentische Reaktionen des Publikums, sowohl optische als auch akustische, sondern können auch die Arbeit von Punktrichtern, Trainern und Fotografen verfolgen, die einen großen Teil zur rundum überzeugenden Atmosphäre beitragen. So leuchtet regelmäßig das Blitzlicht der Kameras auf, die Wertungsrichter tippen fleißig auf ihren Laptops herum und die Coaches reagieren mit Gesten und Ausrufen auf das, was sie in der Kampfzone zu sehen bekommen.

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Ergänzend zur grafischen Darbietung passt auch die Kommentarspur sehr gut ins Bild und sorgt für eine glaubhafte und realitätsnahe Untermalung der Kämpfe. Die englische Variante kann hier in Sachen Emotion sogar noch ein gutes Stück mehr begeistern als die sehr solide deutsche Sprachausgabe. Hinzu kommen realistisch platzierte Werbebanner auf dem Ringboden, an der Umrandung sowie auf LED-Panels rund um den Kampfmittelpunkt, die die glaubhafte Szenerie unterstreichen.

Auch um die Kämpfe herum, zum Beispiel bei der Präsentation der Fighter, bei der Einführung durch den Ringsprecher oder auch bei der Siegerehrung am Ende, gibt sich UFC 5 keine Blöße und glänzt mit gelungenen Gesichtsanimationen und Gestiken sowie mit schön inszenierten Jubel- und Glückwunschszenen, die das ganze harmonisch abrunden.

Gameplay und Dynamik

Weiterhin ist auch die Dynamik der Kämpfe äußerst gut gelöst. So können sich unsere Gegner und auch wir selbst in eine Art Rausch kämpfen, wenn das sogenannte Grappling-Momentum erhöht wird. Dies passiert durch erfolgreiche Angriffe und Blocks oder auch, wenn es uns gelingt, dem Kampf unser Tempo aufzudrücken, indem wir den Gegner daran hindern, seine Position zu verbessern. Erhöht sich das Momentum, werden unsere Bewegungen schneller und wir sind in der Lage, im Kampf die Oberhand zu gewinnen oder sie eben auch zu verlieren, wenn unser Gegenüber sein Momentum steigert.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Ausdauer, die sich durch unsere Aktionen verringert. Greifen wir vermehrt mit reduzierter Ausdauer an, leert sich der Balken sogar noch schneller, was letztlich dazu führt, dass unsere Angriffe und allgemeinen Bewegungen langsamer und weniger effektiv werden. Schön ist auch, dass wir angezeigt bekommen, wo unsere Treffer landen beziehungsweise wo wir selbst getroffen wurden, was es uns erlaubt, diese Körperbereiche verstärkt zu bearbeiten, um Verletzungen zu verursachen oder eben auch zu schützen, um diese zu verhindern. Die Schläge und Tritte der Kämpfer fühlen sich übrigens sehr wuchtig an und werden optisch richtig ordentlich in Szene gesetzt.

Wo wir schon beim Thema Wumms sind: UFC 5 legt viel Wert auf eine realistische und damit auch sehr schonungslose Darstellung der Verletzungen. So beobachten wir regelmäßig, wie Cuts im Gesicht immer größer werden und jede Menge Blut über Nase und Oberkörper bis hin zum Ringboden tropft. Neben oberflächlichen Verletzungen können aber auch schwerwiegendere Problematiken auftreten, wie Brüche, Schwellungen oder auch Gehirnerschütterungen. Hier ist UFC 5 in Sachen Brutalität schon alles andere als pingelig und damit sicher nichts für die ganz zarten Gemüter.

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Auch die Submissions, wenn unser Gegner am Boden liegt und wir versuchen, ihn am Aufstehen zu hindern und einen verheerenden Finisher auszuführen, sind äußerst eindringlich in Szene gesetzt. Hier gibt es, je nach persönlichem Background, auch unterschiedlich komplexe Steuerungsoptionen, die uns vom arcadigen Spielgefühl mit Assistenz bis hin zum sehr differenzierten Steuerungskonzept, verschiedene Varianten bieten. Dadurch findet jeder Spielertyp, wie auch sonst im Spiel, schnell den perfekten Zugang zum Spiel und kann ohne Frust die Kämpfe erleben - entweder auf Anfängerniveau oder als anspruchsvolle Simulation.

Ergänzend zu den intensiven Submissions können wir, wenn wir den Gegner fixiert haben, auch heftige Bodenangriffe ausführen und ihn auf diese Weise weiter bearbeiten. Hier ist mit geraden Schlägen, Haken und Ellenbogenchecks für ausreichend Abwechslung gesorgt, während wir den am Boden liegenden Widersacher immer weiter in die Enge treiben. Liegen wir selbst am falschen Ende, haben wir die Chance, uns mit Blocks und Kopfbewegungen gegen die Angriffe zu wehren und müssen außerdem versuchen, den richtigen Moment zum Aufrichten abzupassen.

Insgesamt ist die Steuerung von UFC 5 wirklich sehr griffig geraten und lässt uns die unterschiedlichen Aktionen, von verschiedenen Angriffen, über das Ausweichen und Blocken, bis hin zum Nahkampf bei Clinch, Takedown oder Submission nicht nur komfortabel ausführen, sondern diese dank der hochwertigen Animationen und der glaubhaften Inszenierung auch sehr intensiv erleben.

Spielvarianten

Bei der Auswahl an Spielvarianten bietet UFC 5 mehrere, wenn auch nicht übermäßig viele, Möglichkeiten - online wie offline. So können wir im “Jetzt kämpfen” - Modus schnell in ein Match einsteigen und hier entweder gegen die KI oder gegen einen lokalen Mitspieler antreten. Dabei wählen wir neben der Kampfart, wie zum Beispiel Hauptkampf, Titelkampf, Hinterhof oder Kumite, auch die Gewichtsklasse, den Schwierigkeitsgrad sowie den Spielstil aus, also ob wir beispielsweise ein Wettkampf-Erlebnis, eine realistische Simulation oder benutzerdefinierte Einstellungen nutzen möchten.

Abhängig von der gewählten Kampfart stehen uns hier auch unterschiedliche Austragungsorte zur Verfügung, sodass es beim Titel- oder Hauptkampf in die ganz großen Arenen geht, wie den Madison Square Garden, die T-Mobile-Arena oder das Toyota Center. Beim Modus Hinterhof kämpfen wir dagegen tagsüber oder nachts in einem beschaulichen Backyard, wohingegen wir beim Kumite in einem asiatisch angehauchten Gewölbe mit dekorativen Kobras, Fackeln und Trommeln in den Ring steigen.

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Bevor es losgeht, wählen wir dann noch aus einer großen Auswahl an Optionen unseren bevorzugten Kämpfer aus und können dabei auf Spezialisten aus den Bereichen MMA, Boxen, Ringen oder auch Kickboxen und Jiu-Jitsu zurückgreifen - unter anderem auch auf Legenden wie Mike Tyson, Bruce Lee oder Muhammad Ali, die wir allerdings erst freischalten müssen. Wir dürfen im Übrigen auch mehrere eigene Kämpferinnen und Kämpfer entwerfen und diese natürlich ebenfalls in den unterschiedlichen Spielvarianten nutzen. Hier legen wir unter anderem Attribute wie Name und Herkunft sowie Gewichtsklasse oder Auslage fest und bestimmen außerdem einen passenden Kampfstil sowie einen Look nach unseren Wünschen.

Richtig gut gefallen hat uns hier neben den zahlreichen Einstellungsoptionen für Gesicht, Haare, Körperbehaarung und Oberkörperform auch die Tattoo-Funktion, die uns den Körper äußerst detailliert mit Motiven schmücken lässt und dabei neben vielen unterschiedlichen Körperpartien auch mehrere Ebenen ermöglicht, sodass wir verschiedene Grafiken übereinander legen können. Zusätzliche Outfits, Kämpfer und Emotes lassen sich übrigens im spieleigenen Shop gegen In-Game-Währung oder Echtgeld kaufen, um unsere Fighter noch besser an unsere individuellen Vorlieben anpassen zu können.

Richtig cool ist außerdem der Event-Creator, der uns eigene Turniere oder Events erstellen lässt. Dabei dürfen wir sämtliche Einstellungen selbst vornehmen, von der Anzahl an Kämpfen über den Austragungsort bis hin zum Spielstil oder dem KI-Verhalten. Aber auch im Hinblick auf die Präsentation, also ob es zum Beispiel Zwischensequenzen und Gameplay-Tipps gibt oder auch, ob wir eine vereinfachte Steuerung und andere Hilfestellungen zulassen, können wir alles an unsere Vorstellungen anpassen, ebenso wie die Art der Kameraführung oder auch die Nähe der Kamera zum Ring.

Wer sich online mit anderen messen möchte, kann ebenfalls aus mehreren Möglichkeiten wählen, benötigt hierfür aber natürlich ein entsprechendes Gamepass-Core-Abo, um die Onlinefunktionen nutzen zu können. Neben einer umfassenden Online-Karriere stehen mit den Rang-Meisterschaften, bei denen wir gegen Gegner vergleichbaren Ranges antreten, sowie mit den Blitzkämpfen, bei denen wechselnde Regeln für Abwechslung sorgen, weitere Optionen bereit. Außerdem dürfen wir Freunde zu einem klassischen UFC-Kampf einladen oder uns im Schnellkampf gegen zufällige Onlinemitspieler behaupten und dadurch im Ranking aufsteigen.

Mit den Kampf-Verträgen stehen uns außerdem weitere täglich wechselnde Herausforderungen zur Wahl, in denen wir vorgegebene Einzelkämpfe gegen die KI bestreiten können, um schnell und unkompliziert In-Game-Währung zu verdienen.

Karriere-Modus

Mittelpunkt der Kampfsimulation ist auch in UFC 5 die Karriere, die sich wahlweise mit einer Männer- oder einer Frauendivision starten lässt. Hier erstellen wir, wie bereits oben beschrieben, einen Kämpfer nach unseren Wünschen oder importieren einen bereits über den separaten Charaktereditor kreierten Sportler, den wir auch für die Karriere nutzen wollen.

Sobald wir mit unserem Kämpfer zufrieden sind, beginnt unsere Laufbahn als neues aufstrebendes Talent in einem Backyard Court, wo wir das erste Mal ein Ausrufezeichen für unsere Karriere setzen dürfen. Ist der Kampf gewonnen, können wir anhand der ansprechend inszenierten Zwischensequenzen, die immer wieder für einen passenden Rahmen sorgen, verfolgen, wie unser Talent Schritt für Schritt bekannter wird und seinen Weg in Richtung UFC geht. Die kurzen Clips nehmen uns dabei auch mit hinter die Kulissen und geben beispielsweise Einblicke in die Trainingshalle.

Hier dienen sie zum Beispiel auch als Überleitung zu den gelungenen Sparring-Challenges, denn wir sind im Rahmen der Karriere nicht nur im Boxring, sondern auch im Trainingsbereich unterwegs, wo wir am Sandsack oder mit einem Sparring-Partner an unserer Technik arbeiten. So lernen wir Jabs, Haken und Uppercuts, Blocks und Ausweichbewegungen oder auch den Einsatz von Takedowns und unterschiedlichen Positionen, passend zum gewünschten Effekt, wodurch sich auch eine Vielzahl an Tastenkombinationen und möglichen Aktionen im Ring ergibt. Gerade aufgrund der großartigen Tutorials ist die Karriere eigentlich der perfekte Einstieg für alle UFC-Neulinge, die die Steuerung noch nicht verinnerlicht haben.

Mit unserem Fortschritt in der Karriere verdienen wir im Übrigen nicht nur Geld und Entwicklungspunkte, sondern verbessern beispielsweise auch nach und nach unsere Technik. Während wir unser Geld dafür einsetzen können, erlittene Verletzungen ordentlich zu behandeln oder renommierte Kämpfer für Trainingssessions anzuheuern, lassen sich mithilfe der Entwicklungspunkte Attribute wiederherstellen, die uns eine Verletzung gekostet hat, oder auch direkt vor dem Kampf einzelne Werte optimieren. Durch den Zuwachs an Fans gelingt es uns hingegen, schrittweise einen Hype um unsere Person aufzubauen, was dann auch zu besseren Verkaufszahlen führt.

Sonderlich viel Tiefgang oder Überraschungen sollte man bei der Geschichte allerdings nicht erwarten, dennoch ist der Story-Rahmen gut gelungen und gibt dem Karrieremodus eine professionelle Optik und außerdem ein gewisses Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu den übrigen Spielvarianten. Alles in allem hetzen wir aber ziemlich von Kampf zu Training zu Kampf und haben dadurch nie wirklich Gelegenheit, eine echte Verbindung zu unserem Charakter aufzubauen. Die teilweise ziemlich bescheidene Lippensynchronität und die recht emotionslosen Gesichter sind ebenfalls immer wieder kleinere Stimmungsdämpfer.

Frostbite Engine und Präsentation

Mehr als drei Jahre ist es her, dass UFC 4 auf den Markt kam. Das Spiel wurde von EA SPORTS kontinuierlich weiterentwickelt und u.a. Die Werbetrommel zu EA SPORTS UFC 5 wurde mit diversen Videos, die über normale Trailer hinaus gingen, in den letzten Wochen gerührt. Dabei immer wieder im Fokus: der Umstieg auf die hauseigene Frostbite Engine, die das Spiel noch realistischer darstellen soll. In eindrucksvollen Clips wurden uns die neuen Inhalte präsentiert.

Bei der Präsentation und Grafik waren wir sehr gespannt, wie UFC 5 am Ende aussehen wird. Als Testsystem fungierte bei mir die Xbox Series X. Die Frostbite Engine wurde in den Vordergrund der Promotion für das Spiel gestellt und natürlich erwarteten wir da dann auch grafische Sprünge nach vorne - wobei man anmerken muss, dass UFC 4 auch heute noch gut aussieht. Letztlich stellte sich hier auch schnell etwas Ernüchterung ein. Die meisten Fighter sehen ihren Ebenbildern natürlich wie aus dem Gesicht geschnitten aus, doch sobald die Einzüge vorbei sind, bei denen die Frostbite Engine wirklich die Muskeln spielen lässt, sind die Unterschiede zu UFC 4 wirklich marginal.

Die Visualisierungen bzw. das Treffer-Feedback hat man in UFC 5 auf jeden Fall verbessert. Schläge haben - wenn sie denn voll treffen - richtigen Impact und werden mit leichten Bildschirmeffekten sehr gut in Szene gesetzt. Diese wirken auch keineswegs aufdringlich oder störend, sondern fügen sich gut ins Gesamtbild ein. Die imposanten Knockout-Kameras im Kinostil setzen der Präsentation dann wirklich die Krone auf - so macht es Spaß, das Finish des Matches noch einmal präsentiert zu bekommen. Einzig die Soundeffekte dabei empfand ich im Test als etwas drüber.

Wie schon im Vorgänger ist das Spiel auf deutschen Konsolen erstmal standardmäßig auch mit deutschen Kommentatoren eingestellt. Die Qualität dieser möchten wir auch dieses Jahr wieder nicht beurteilen, da der erste Schritt ins Menü führte, um die englischen Kollegen zu aktivieren. Diese machen auch wieder einen passend guten Job. Wie schon in UFC 4 hat auch in UFC 5 die Einstellung der Kommentatorensprache keine Auswirkung auf die Sprachausgabe in der Karriere: diese bleibt dabei deutsch.

In Sachen Präsentation setzt UFC 5 wirklich noch mal eine Schippe gegenüber UFC 4 drauf. Die Stärken spielt das Spiel hier aber vor allem in Einzügen und Zwischensequenzen aus, wo es dank der Frostbite Engine wirklich hervorragend aussieht.

Verletzungen und Realismus

Verletzungen spielen im fünften Teil der Serie eine größere Rolle, denn Kämpfe können nun auch von den Ärzten am Octagon unterbrochen und sogar abgebrochen werden, wenn sie feststellen, dass der Fighter nicht mehr weitermachen kann. Ein neuer bzw. stark überarbeiteter Aspekt sind die Verletzungen der Fighter. Schwellungen im Gesicht, Probleme am Körper, den Armen oder den Beinen - all das spielt nun eine gewichtige Rolle und kann sogar - wie bereits angesprochen - dazu führen, dass der Arzt am Octagon in selbiges steigt, den Fighter untersucht und den Kampf vorzeitig abbricht, da eine Verletzung vorliegt.

Das ist sehr interessant und meiner Ansicht nach auch fair gelöst. Man merkt eben schon, wann die Treffer sitzen und bekommt auch dank der neuen Grafikengine visuell schnell dargestellt, dass da gerade wirklich ein Auge zuschwillt und Gefahr besteht, dass der Kampf gleich zu Ende ist. Mit dem Umstieg auf die Frostbyte-Engine sind die Kämpfe noch realistischer und teilweise erschreckend echt geworden. Spätestens wenn der Kampf abgebrochen wird und der Ringarzt eine klaffende, blutende Wunde zum Anlass nimmt, einen technischen K.O. auszusprechen, sitzt man sprachlos vor dem Fernseher.

Gameplay im Detail

In Sachen Gameplay versprachen die Entwickler in den diversen Videos vorab, dass es sich durch die Frostbite Engine und Tweaks am Gameplay an sich besser spielen wird denn je zuvor - realistischer, aber auch für den Spieler mit mehr Feedback, d.h. Ein ausführliches Tutorial gibt euch die Möglichkeit, in die recht komplexe Steuerung des Spiels einzutauchen, aber auch Anfänger und „Buttonsmasher“ können Spaß mit dem Spiel haben, wenn sie sich auf den Kampf im Stehen beschränken und das Ground Grappling mehr oder minder links liegen lassen. Bei Submissions hat man erneut Änderungen vorgenommen und sie komplett simplifiziert. Es gibt keine umständlichen Minigames mehr, sondern man kann sich rein mit dem rechten Stick in der richtigen Position in eine Submission manövrieren und den Gegner zur Aufgabe zwingen, sollte der entsprechende Körperteil schon so bearbeitet sein, dass ihm oder ihr keine andere Wahl bleibt als abzuklopfen.

Die Ausdauer spielt natürlich auch weiterhin eine Rolle. Spammt ihr endlos Moves, ist euer Fighter schnell am Ende und hat kaum noch eine Chance, überhaupt Attacken durchzubringen und auch das Blocken wird immer kniffliger. Allerdings kam es mir beim Zocken so vor als würde die Ausdauer in UFC 5 deutlich langsamer Sinken als in den Vorgängern, sodass man hier doch etwas mehr verzeiht.

Schwierigkeitsgrad

Was die Schwierigkeit angeht, ist UFC 5 meiner Meinung nach wieder recht gut ausbalanciert.

Spielmodi

In Sachen Spielmodi ist UFC 5 auf dem Niveau des Vorgängers. Ultimate Team bleibt weiterhin außen vor und spielt keine Rolle mehr in der UFC Serie und ansonsten bekommt man die Modi, die man bereits kennt.

Karriere-Modus: Detaillierte Analyse

Auch in UFC 5 darf ein Karrieremodus natürlich nicht fehlen. Entweder ihr importiert euch einen bereits vorhandenen Fighter oder ihr erstellt jemand neues, mit dem ihr dann eure Reise beginnt. Die Karriere kann sowohl mit männlichen als auch mit weiblichen Kämpfern gespielt werden. Zu Beginn werdet ihr zur Social Media Sensation, da ihr einen imposanten Sieg in einem Hinterhof-Kampf einfahrt. Ab diesem Punkt hat sich die Karriere nicht grundlegend verändert und gerade zu Beginn durchlauft ihr viele, viele Trainings, die euch als Tutorial dienen, um die verschiedenen Gameplay-Aspekte des Spiels kennenzulernen. Diese Trainings könnt ihr auch überspringen, wenn ihr bereits firm mit dem Spiel seid. Für Neulinge sicherlich ganz interessant.

Wir müssen aber zugeben, dass es doch ziemlich zäh wirkte und man letztlich an der Karriere nur marginale Änderungen vorgenommen hat.

Der Karrieremodus ist die große Enttäuschung bei UFC 5. Es gibt zwar kleine Verbesserungen im Menü, doch eine neue Story fehlt vergebens. Mal wieder muss man sich vom Hinterhof hoch kämpfen zum UFC-Champion.

Fazit

Alles in allem ist UFC 5 aber der neue König unter den MMA Spielen von EA SPORTS. Entsprechend werten wir es gegenüber dem Vorgänger auch leicht auf. Gespannt sind wir jetzt, wie das Spiel in den nächsten Wochen und Monaten von EA SPORTS versorgt wird. Bis dato hat die UFC Serie immer wieder Verbesserungen basierend auf Community-Feedback erhalten und bekam sogar kostenlose DLC Fighter.

Noch nie hatten wir das Gefühl, dass UFC innerhalb der Serie so wenig Fortschritte gemacht hat wie dieses Mal. Das klingt jetzt nach vernichtender Kritik, so ist es jedoch nicht gemeint, denn UFC 4 war ein hervorragendes Spiel und auch UFC 5 ist wieder ein hervorragendes Spiel. Sieht man allerdings von kleineren Tweaks hier und da, etwas Adjustierungen drüben und dort ab, spielt es sich mehr wie ein UFC 4.5 als wie wirklich UFC 5. Die Frostbite Engine beschert dem Spiel eine wirklich eindrucksvolle Präsentation in Zwischensequenzen, grafisch ist das Spiel damit über jeden Zweifel erhaben, darüber müssen wir nicht reden. Sobald der Fight dann aber beginnt, sieht es nahezu 1:1 aus wie UFC 4. Gerade mit Blick darauf, dass UFC 5 jetzt nur noch für die Current-Gen, also PlayStation 5 und Xbox Series S|X erscheint, schon ein kleiner Wermutstropfen. Performance Probleme gibt es dieses Jahr jedoch absolut keine.

UFC 5 bietet ein mehr als ordentliches Paket für Kampfsportfans und überzeugt dabei nicht nur mit einer kleinen aber feinen Auswahl an Spielmodi. Gerade auch die sichtbar aufpolierte Präsentation im Ring, die in Sachen Brutalität, Intensität und Atmosphäre wahrlich kein Blatt vor den Mund nimmt, kann rundum überzeugen und liefert spannende und eindringliche Kampfevents, sowohl in großen Arenen als auch im Backyard nebenan. Die Steuerung findet, auch dank verschiedener optionaler Hilfestellungen und Vereinfachungsoptionen, die richtige Balance zwischen Arcade und Simulation und lässt Anfänger und Veteranen gleichermaßen Spaß an den Kämpfen haben. Das Herzstück, die Karriere, ist zwar solide inszeniert und mit zahlreichen Zwischensequenzen hübsch in Szene gesetzt, für den ganz großen Wow-Moment fehlt es dann aber doch ein wenig an Spektakel und auch an Tiefgang, denn letztlich hetzen wir mehr oder weniger von Training zu Event. Sehr gut gefallen haben uns dagegen die umfassenden Möglichkeiten im Hinblick auf das Erstellen von Charakteren und Turnieren, wo wir uns kreativ austoben und ein Spielerlebnis nach unseren Wünschen schaffen dürfen.