Michael Dudikoff und seine Kampfsportarten: Eine Analyse seiner Actionrollen

Michael Dudikoff, ein Name, der in den 1980er Jahren zum Synonym für Actionhelden wurde, erlangte vor allem durch seine Rolle in der "American Ninja"-Reihe Kultstatus. Doch welche Kampfsportarten prägten seine Karriere, und wie trugen sie zu seinem Erfolg bei?

Der Aufstieg zum Actionhelden

Nachdem die „Cannon Studios“ Anfang bis Mitte der 80er Jahre mit der sogenannten „Ninja“-Trilogie große Erfolge auf dem Videomarkt feiern konnten, wollten die zwei Cannon Bosse Menahem Golan und Yoram Globus die Gewinne weiter maximieren.

Gemeinsam mit Regisseur Sam Firstenberg, der 1983 mit „Die Rückkehr der Ninja“ den Ninja-Streifen schlechthin inszenierte und damit nachfolgende Filme der Wurfstern-Werfer maßgeblich beeinflusste, suchten die Produzenten einen passenden Hauptdarsteller. Die Anforderungen an den gesuchten Hauptdarsteller waren eigentlich recht einfach. Er sollte einerseits wortkarg und breitschultrig sein und andererseits einen gewissen James Dean-Look haben.

Unter den zahlreichen Bewerbern befand sich auch „Karate Tiger“-Star Kurt McKinney, allerdings wurde dieser mit der Begründung er wäre zu jung abgelehnt. Nachdem über 400 Schauspieler für die Titelrolle näher angeschaut wurden, entschied letztendlich Menahem Golan den jungen Kalifornier Michael Dudikoff - vornehmlich wegen seines James Dean-Looks - zu nehmen.

Und das obwohl Dudikoff keine Kampfkunstausbildung hatte. Für die weiteren tragenden Rollen wurden unter anderen der hauptberuflich als Stuntman arbeitende Steve James und die attraktive Jungdarstellerin Judie Aronson verpflichtet.

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Nachdem der Cast stand begannen umgehend die Dreharbeiten, die aus Kostengründen auf den Philippinen stattfanden. Regisseur Sam Firstenberg nutzte die Location auch perfekt und ließ die 1 Millionen $ Produktion wesentlich teurer aussehen.

Mit der Tagline „Die tödlichste Kunst des Orients befindet sich jetzt in den Händen eines Amerikaners“ legte die Cannon Produktion ein mehr als ordentliches Startwochenende hin und belegte mit Einspiel von 3,2 Millionen US-$ Platz 4 der amerikanischen Kinocharts. Was für eine so kleine Produktion ohne namhaften Star überaus beachtlich war.

Am Ende spielte der Film mit knapp 10,5 Millionen US-$ allein in Nordamerika über das 10-fache der Produktionskosten ein. Auch in Deutschland überraschte der Streifen an den Kinokassen.

So lockte „American Fighter“, wie der Film in Deutschland heißt, knapp 300.000 Besucher vor die Leinwände. Seinen Kult errang der B-Klopper aber erst auf dem damals regelrecht brodelnden Videomarkt.

Kampfsport in "American Ninja"

In den 1980er Jahren bestimmte das Label Cannon, den B-Action-Markt und bescherte unter anderem Chuck Norris, Jean-Claude Van Damme und Sylvester Stallone zahlreiche Hits. Mit dem Low Budget-Ninja-Streifen „American Fighter“ (der im Original sinniger Weise „American Ninja“ heißt) verhalfen sie dem ehemaligen Iron Man-Sieger Michael Dudikoff zu seiner bis heute bekanntesten Rolle.

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Dudikoff erfüllt als westlicher Ninja den Kindheitstraum vieler Jungen. Ansonsten ist es trashig, es gibt stark inszenierte Action-Szenen und es wird von Anfang bis Ende gute Unterhaltung geboten.

Die "American Fighter"-Reihe

Nach dem Sensationserfolg des ersten Films war diese Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Ebenfalls wenig überraschend kehrte Sam Firstenberg auf den Regiestuhl zurück.

Auch wenn die Handlung exakt so dämlich ist, wie sie sich liest und vom Schema fast ein Remake des Vorgängers vorliegt, hat auch diese Fortsetzung ihre Highlights zu bieten. Die (Neben-)Charaktere sind fast identisch (statt hübsche Tochter des Colonels, hübsche Tochter eines entführten Wissenschaftlers/statt Waffenschieber jetzt Drogendealer), die Dialoge sind teils schmerzhaft („Der amerikanische Ninja konnte fliehen. Er kann kämpfen wie ein Ninja.“) und die Gegner fallen doch sehr leicht.

Zum Glück entscheidet sich Firstenberg erneut für eine überaus ironische Inszenierung, die er mit einer ganzen Reihe markiger One-Liner von Curtis Jackson aufpeppt.

Nach dem zweiten Teil hatten Hauptdarsteller Michael Dudikoff und Regisseur Sam Firstenberg genug vom Kampf gegen die Ninjas und lehnten einen weiteren Film ab. Cedric Sundstorm führte bei diesem Teil Regie und Ex-Model David Bradley gab als amerikanischer Ninja sein Schauspieldebüt.

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Gut ein Jahr nach dem unsäglich schwachen dritten Film bekamen David Bradley und Cedric Sundstorm die Chance, eine besser Fortsetzung zu drehen, die sie zweifelsohne liefern. Da die Ninja-Erzählungen aber wieder aus der Mode waren, wurde „American Fighter IV“ zum finanziellen Desaster, was durchaus nicht verdient war.

Weitere Actionrollen und Kampfsportarten

Wie auch Charles Bronson, Chuck Norris und Jean-Claude Van Damme arbeitet Michael Dudikoff vor allem für das Action-Label "Cannon Films". Der Schauspieler ist in diversen Filmen, meistens Low-Budget-Produktionen wie der "American Ninja"-Reihe, "River of Death", "In Her Defence" und "The Silencer", zu sehen.

Dabei spielt Michael Dudikoff fast immer den unerschrockenen Helden. Seine private Leidenschaft ist der Kampfsport Jiu-Jitsu - einer der Gründe, weshalb der Schauspieler in den 1980ern so schnell zum Actionhelden avanciert.

Night Hunter

Dreckig, roh, brutal und straff inszeniert, mit toller Atmosphäre aufwartend und mit passenden Darstellern, guter Musik und einigen zupackenden Actionszenen gesegnet, ist „Night Hunter“ eines DER ultimativen Highlights des 80er Jahre Kinos und zugleich mühelos Dudikoffs bester Film.