Mixed Martial Arts (MMA) erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit, doch die Akzeptanz und rechtliche Lage variieren stark von Land zu Land. In der Schweiz befindet sich MMA zwar auf dem Vormarsch, es gibt aber noch viele Vorurteile gegenüber dieser Kampfsportart.
MMA in der Schweiz: Auf dem Vormarsch, aber mit Vorurteilen
Im Vergleich zu Russland, wo es 20.000 aktive Amateur-Kämpfer gibt, sind es in der Schweiz nur etwa 300 MMA-Fighter, die in den letzten fünf Jahren an Wettkämpfen teilgenommen haben. Steven Jencic, Verbandspräsident von SAMMAF (Swiss Amateur MMA Federation), betont, dass MMA in der Schweiz und Europa im Vergleich zu Russland und den USA noch in den Kinderschuhen steckt.
Herausforderungen und Chancen
Um MMA in der Schweiz populärer zu machen, bedarf es finanzieller Unterstützung. Es ist jedoch schwierig, Sponsoren zu finden, da viele Menschen ein falsches Bild von MMA haben. Sie denken, es sei ein Strassenkampf, bei dem man einen Wehrlosen angreift. Tatsächlich ist MMA eine komplexe Mischung verschiedener Kampfsportarten, die Raffinesse und jahrelanges Training erfordert.
Trotz dieser Herausforderungen gibt es in der Schweiz heute rund 25 Clubs, die sich primär auf MMA spezialisiert haben. Zum Aufschwung in den letzten Jahren haben vor allem Conor McGregor und Volkan Oezdemir beigetragen. Oezdemir ist eine Art «symbolischer Türöffner» für MMA-Sportler in der Schweiz, da er gezeigt hat, dass man es in relativ kurzer Zeit mit guter Leistung und gutem Marketing bis nach ganz oben bringen kann.
Bare-Knuckle-Boxen: Eine umstrittene Sportart
Mit zunehmender Beliebtheit der Mixed Martial Arts wuchs auch das Interesse an professionellen Bare-Knuckle-Meisterschaften. Das Bare-Knuckle-Boxen ist eine Sportart, die ohne Boxhandschuhe praktiziert wird. Im Gegensatz zum klassischen Boxen stellt diese Art des Boxens ein erhöhtes Verletzungsrisiko dar.
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Rechtliche Zulässigkeit und Sicherheitsmassnahmen
Die heutige rechtliche Zulässigkeit von Bare-Knuckle-Boxen variiert von Land zu Land. In einigen Ländern ist es verboten, in anderen Ländern möglicherweise unter bestimmten Auflagen erlaubt. Für Veranstaltungen oder Ligen, die Bare-Knuckle-Boxen anbieten, sind strenge Sicherheitsmassnahmen und spezielle Genehmigungen erforderlich, um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Risiken und Kritik
Aktuell sind Wettkämpfe in mehreren Ländern nicht mehr erlaubt wegen der hohen Verletzungsgefahr. Jedoch werden die Kämpfe oft illegal im Untergrund durchgeführt, wie zum Beispiel in England, Irland, USA, Deutschland oder Polen. Der Tod des ehemaligen MMA-Kämpfers Justin Thornton bei einem Wettkampf der Bare Knuckle Fighting Championship (BKFC) hat die Sicherheitsbedenken verstärkt und zu Kritik an der Sportart geführt.
Das Dilemma des Kämpfers: Geld verdienen oder Leidenschaft ausleben?
Die Sinnhaftigkeit von Kampfsportarten wird häufig hinterfragt. Selbst ein gefeierter MMA-Kämpfer wie Stuart Austin will eigentlich gar nicht im Ring stehen. Er hasst es, zu kämpfen, tut es aber trotzdem, weil er damit vernünftiges Geld verdienen kann. Austin vergleicht seine Situation mit einem gewöhnlichen Angestellten, der auch nicht immer gerne zur Arbeit geht, aber es tut, weil er gut darin ist und Geld verdienen kann.
MMA in den Medien und der Politik
Die amerikanische Mixed-Martial-Arts-Veranstalter UFC hat den Sport durch Show ergänzt. Die einstige Randsportart ist zu einem Vehikel der Macht geworden. Die UFC hängt in den USA eng mit dem Aufstieg von Donald Trump zusammen. In Russland macht sich Präsident Wladimir Putin MMA zunutze, um Russland als Staat des starken Mannes zu inszenieren.
Training und Vorbereitung
MMA-Kämpfer wie Daniel Konrad trainieren hart für ihren Erfolg. MMA ist eine Kampfsportart, die Elemente aus verschiedenen Disziplinen wie Boxen, Ringen, Judo, Karate, Muay Thai und Brazilian Jiu-Jitsu kombiniert. Das Training umfasst intensive Methoden wie den «Shark Tank», bei dem ein Kämpfer kontinuierlich gegen frische Trainingspartner antritt.
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Beim Bare-Knuckle-Boxen ist es wichtig, die grundlegenden Angriffs- und Verteidigungstechniken zu beherrschen. Weitere wichtige Aspekte sind Konditionstraining, Stärkung und Abhärtung der Hände sowie Fussarbeit und Beweglichkeit.
MMA in Taiwan: Ein Schweizer TV-Star im Käfig
Emmanuel Mbondo Binyet ist ein Schweizer TV-Star in Taiwan und ein erfolgreicher MMA-Kämpfer. Er kombiniert sein Studium der Strömungsmechanik mit seiner Leidenschaft für den Kampfsport. Binyet schätzt an MMA, dass es die Kampfsportart ist, die am wenigsten Regeln kennt.
Die Rolle der Frau im Kampfsport
Schon in der Vergangenheit war das Boxen nicht nur ein Männersport. In London gab es eine Underground-Bare-Knuckle-Boxszene für Frauen, in der sie gegeneinander um Ruhm, Reichtum oder Überleben kämpften. Heute ist Bare-Knuckle-Boxen auch bei Frauen immer beliebter. Bekannte Namen wie Paige VanZant und Britain Hart sind in den Ring der Bare Knuckle Fighting Championship getreten.
| Merkmal | MMA | Bare-Knuckle-Boxen |
|---|---|---|
| Ausrüstung | Leichte Handschuhe, Mundschutz, Tiefschutz | Keine Handschuhe |
| Techniken | Schlag-, Tritt-, Wurf- und Grifftechniken | Hauptsächlich Schläge mit den Fäusten |
| Verletzungsrisiko | Hoch, aber durch Regeln und Schutzausrüstung minimiert | Sehr hoch, da keine Handschuhe getragen werden |
| Rechtliche Zulässigkeit | In vielen Ländern legal, aber oft reguliert | In einigen Ländern verboten, in anderen unter Auflagen erlaubt |
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