Karate Gürtel: Reihenfolge und Bedeutung

„Karate-Do beginnt dort, wo die Technik aufhört.“ (Gichin Funakoshi)

Der Karate Gürtel ist ein wichtiges Symbol für den Fortschritt und die Leistung eines Karatekas. Im Karate wird der persönliche „Reifegrad“ eines Karateka durch unterschiedliche Gürtelfarben verdeutlicht.

Die Karate Gürtel spiegeln in der Kampfkunst, den Fortschritt des Karatekas wieder. Ein essenzieller Bestandteil der Karate Ausrüstung ist der Gürtel, der den Fortschritt und die Rangordnung eines Karateka symbolisiert. Die Farben der Gürtel sind dabei nicht nur dekorativ, sondern haben auch eine tiefe Bedeutung.

Je mehr ein Karateka im regelmäßigen Training gelernt, geübt und verinnerlicht hat, desto höher steigt er im Gürtelrangsystem. In diesem werden alle Farbgurtstufen als „Kyu-Grade“ bezeichnet. Um den nächsthöheren Gürtelgrad zu erreichen, müssen spezielle Prüfungen abgelegt werden. Hierbei müssen die Karatekas ihr Können anhand eines Prüfungsprogramms unter Beweis stellen.

Die Reihenfolge der Karategürtel-Farben kennzeichnet den Ausbildungsstand. Es gibt neun Einteilungen für Schüler. Der schwarze Gürtel hat nochmals eigene Einteilungen. Erfahren Sie hier mehr über die Reihenfolge des Karategürtels.

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Neben dem Beherrschen einzelner Karate-Techniken, wird auch das Kata, ein stilisierter Kampf mit einem imaginierten Gegner und das Kumite, ein Kampf mit einem realen Gegner, geprüft.

Im Karate gibt es zudem zwei Arten von Gürtelgraden: Schülergrade (Kyu) und Meistergrade (Dan). Je nach Kampfsportschule kann dabei die farbliche Gestaltung und Bedeutung unterschiedlich sein.

Hier eine mögliche Variante der Farbgestaltung der Schülergrade:

Folgende Gürtelgrade werden unterschieden:

  • Grundstufe
    • 9. Kyu (weißer Gürtel)
    • 8. Kyu (gelber Gürtel)
    • 7. Kyu (oranger Gürtel)
  • Mittelstufe
    • 6. Kyu (grüner Gürtel)
    • 5. Kyu (erster blauer Gürtel)
    • 4. Kyu (zweiter blauer Gürtel)
  • Oberstufe
    • 3. Kyu (erster brauner Gürtel)
    • 2. Kyu (zweiter brauner Gürtel)
    • 1. Kyu (dritter brauner Gürtel)

Die Gürtelfarben geben an, wie fortgeschritten die Schüler:innen sind. Dabei gilt: je dunkler die Gürtelfarbe, umso höher der Rang.

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Schülergrade:

  • Weißer Gürtel 9. Kyu (Kukyu): Der weiße Gürtel ist der Beginn der Karate-Reise. Hier beginnt das Lernen. Das Weiß steht für Reinheit und Klarheit. Geschwindigkeit und Kraft sind erst einmal nebensächlich. Wichtiger ist eine korrekte Ausführung der Techniken. Dein Weißgurt dürfen Sie nicht an jemand anderen überreichen. Er sollte immer in Ihrem Besitz bleiben.
  • Gelber Gürtel 8. Kyu (Hak-kyu): Den gelben Gurt erhalten Sie, wenn Sie bestimmte Einzeltechniken und neue Fußpositionen im Kihon und die Kata Heian Shodan kennen. Die Bewegungsabläufe in den Grundtechniken sind nun flüssiger.
  • Orangener Gürtel 7. Kyu (Nana-Kyu): Mit dem Erhalt des orangenen Gurts ist die Unterstufe der Karate-Hierarchie beendet. Hier beherrschen Sie unter anderem die Kata Heian Nidanun und eine Kombination an Techniken. Orange steht hier für das Feuer und die Wärme der Sonne.
  • Grüner Gürtel 6. Kyu (Rok(u)-kyu): Den grünen Gurt erhalten Sie, wenn Sie immer mehr Kombinationen an Techniken ausführen können. Der Schüler kann schon viel differenzierter und vielseitiger agieren. Der grüne Gürtel steht für Wachstum und Entwicklung.
  • Violetter/Blauer Gürtel 5. Kyu (Go-kyu) und Violetter Gürtel 4. Kyu (Yon-Kyu): Diesen Gurt erhalten Sie, wenn Sie bei der Prüfung nur Kombinationen an Techniken zeigen. "Die Pflanze wächst zum blauen Himmel", heißt es in Japan über diese farbliche Kennzeichnung der Schülerklasse im Karate. Der violette/blaue Gürtel steht für Kraft und Ausdauer.
  • Brauner Gürtel 3/2/1. Kyu (San-Kyu, Ni-kyu, Ik-kyu): Erhalten Sie den braunen Gurt, so können Sie die Kata Tekki Shodan anwenden und auch zum ersten Mal das Bunkai (hier wenden Sie Kata am Gegner an) der Kata Heian Godan vorführen. Die letzten drei Schülergrade, in denen die Farbe Braun aus dem Japanischen übersetzt bedeutet: "Der Baum hat eine starke Rinde. Der braune Gürtel steht für Erfahrung und Reife. Der Karateka ist in der Lage, die Karatetechniken in einer Vielzahl von Situationen anzuwenden.

Viele Menschen glauben, dass ein Karateka mit Schwarzgurt die Kampfkunst beherrscht. Tatsächlich symbolisiert das Erreichen des 1. Dan-Grades nur, dass der Karateka das technische Spektrum beherrscht und nun bereit ist, sich mit dem Geist des Karates zu befassen.

Meistergrade:

  • Schwarzer Gürtel: Diesen Gürtel erhalten Karate Meister. Die Techniken werden immer schwieriger, Kata und Bunkai erhalten mehr Bedeutung. Beim schwarzen Gurt gibt es dann weitere Abstufungen. Hier gibt es insgesamt zehn schwarze Gurte. Der schwarze Gürtel ist übrigens der erste Meistergrad und wird im Karate “Shodan” genannt. Er steht für den Meisterschüler, der die Karatetechniken vollständig beherrscht. Die Dan-Grade stehen übrigens für die weiteren Meistergrade im Karate. Je höher der Dan-Grad, desto erfahrener und versierter ist der Karateka.
    Die Meistergrade sind unterteilt in 1. bis 10. Dan. Der erste Meistergrad. Hier hat das Lernen allerdings noch kein Ende gefunden, denn es gibt noch neun weitere und höherrangige Meistergrade, die durch den schwarzen Gürtel symbolisiert werden. Der höchste Meistergrad ist der 10. Dan, dessen Träger auch an einem rot-weißen Gürtel zu erkennen sein können. Das kann je nach Stilrichtung verschieden sein. Darüber hinaus tragen alle Meister vom 1 bis 10. Bis dorthin ist es ein sehr langer Weg und nur sehr wenige Menschen haben den 10. Dan im Karate zu Lebzeiten erreicht. Es heißt auch, dass dieser Grad posthum, also nach dem Tod des Karateka, ehrenhalber verliehen werden kann, um die Leistung und das Wirken des Meisters zu würdigen.

Ein höherer Gürtelgrad geht nicht nur mit mehr Können in der technischen Ausführung einher. Der Karateka soll sich auch in seiner Persönlichkeit stetig weiterentwickeln.

Der 1928 in Tokio geborene Hidetaka Nishiyama absolvierte seine Prüfung zum 10. Dan im Jahr 2003, also im Alter von 75 Jahren. Mit 15 Jahren hat er begonnen, Karate zu lernen. Er brauchte also 60 Jahre, um vermeintlich das Ziel im Karate Do (Der Weg der leeren Hand) zu erreichen. Vermeintlich heißt hier, dass man nie vergessen darf, dass besonders im Karate immer der Weg das Ziel ist und ein 10. Dan wird nicht bedeuten, dass dessen Träger perfekt ist und nichts mehr hinzulernen kann.

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Die Farben der Karate Gürtel geben dem Karateka ein klares Ziel vor Augen. Der Karate Gürtel ist ein Symbol für den eigenen Fortschritt und die eigenen Fähigkeiten. Karate ist eine Gemeinschaft, die sich durch ihre Werte und Traditionen definiert.

Der Gürtel (Obi) der Schüler:innen soll nicht nur den Anzug (Gi) zusammenhalten, sondern ist auch, wie man weiß, die Rangbezeichnung der Karateka.

Ob du gerade erst mit Karate beginnst oder bereits Erfahrung hast, hier findest du wertvolle Informationen, die dir auf deinem Karate-Weg helfen werden.