Karate Tiger 5 – König der Kickboxer: Inhalt und Hintergrundinformationen

Shamrock Media veröffentlichte im Mai dieses Jahres den Actionfilm „Karate Tiger 5 - König der Kickboxer (1990)“, mit Loren Avedon, Keith Cooke, Billy Blanks und Jerry Trimble, in der Standard Variante im Scanavo Case auf Blu-ray.

Der Film ist ein unterhaltsames Relikt seiner Zeit mit den üblichen Stärken und Schwächen damaliger Genreproduktionen sowie starken Kampfszenen und zwei gut aufgelegten Hauptdarstellern.

Handlung

Jakes Bruder Sean gewinnt die Kickboxing Championship Thailands. Kurz darauf wird er auf offener Straße von dem Verlierer Khan brutal ermordet.

Damals war Jake 14 Jahre alt, jetzt, 10 Jahre später, ist er einer der besten Undercover-Agenten in New York.

Jake erhält von Interpol den Auftrag, in Bangkok eine illegale Filmproduktion aufzuspüren, die bei Kampfszenen Menschen real sterben läßt.

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Zuerst lehnt Jake den Auftrag ab, doch als er auf ihm überlassenen Probebändern den gnadenlosen Kämpfer und Killer Khan (Billy Blanks) wieder erkennt, der vor 10 Jahren seinen Bruder getötet hatte, reist er als Undercover Ermittler ins thailändische Bangkok um der Bande das Handwerk zu legen und sich an Khan zu rächen.

Jake lernt den Produzenten der "Todesfilme" kennen und erhält die Chance, mitzuspielen.

Gleich bei der ersten Kampfszene steht er Khan, dem Mörder seines Bruders, Auge in Auge gegenüber. Es wird ein Kampf auf Leben und Tod...

FBI-Undercoveragent Jake Donahue soll in Thailand einen Filmemacher überführen, der Kämpfe dreht, in denen tatsächlich Menschen umkommen. Der Kickboxer Khan, der die Hauptrolle in diesen Filmen spielt, hat zudem vor Jahren Jakes Bruder getötet.

Zwar geht Jake keinem Kampf aus dem Weg und ist bereits ein guter Kickboxer, doch er muss sich noch einem speziellen Training bei Meister Prang unterziehen.

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Als Kind muß Jake mitansehen, wie sein Bruder von dem Killer Khan mit bloßen Fäusten getötet wird. Zehn Jahre später ist Jake Undercovercop in New York und bekommt den Auftrag, eine Gruppe von ruchlosen Verbrechern aufzuspüren, die ihr Geld mit Filmen, in denen Leute tatsächlich getötet werden, verdienen. Ihr Killer ist Khan. Von dem ehemaligen Kickbox-Champion Prang läßt sich Jake trainieren. Danach stellt er sich Khan, getarnt als ahnungsloser Tourist. Doch die skrupellosen Killer wissen Bescheid: Sie haben Prang getötet und Jakes Geliebte Molly gekidnapt. Mit verzweifelter Wut im Bauch erledigt Jake den Mörder seines Bruders und hebt das Verbrechernest aus.

Hintergrundinformationen

Als Anhänger von klassischen Martial-Arts Filmen der 80er bzw. 90er Jahre könnte Ihnen der Name allerdings ein Begriff sein, Avedons Fäuste wirbelten nämlich in zahlreichen Kampfsportfilmen der Jahrgänge 1986 bis 1999.

Seine Markenzeichen: Begrenzt talentiertes Schauspiel trifft auf hervorragende Kampfsportfähigkeiten mit Anabolika fremdem Körperbau und einer sympathisch natürlichen Ausstrahlung.

Seine wohl bekanntesten Rollen spielte er als kampferprobter Titelheld in drei unterschiedlichen Vertretern der No Retreat, no Surrender Reihe, welche in Deutschland unter den folgenden Titeln vermarktet wurden: Karate Tiger 2 - Raging Thunder (1986); Kick-Boxer 2 - Blood Brothers (1989) und der mir vorliegende, über weite Strecken unterhaltsame Karate Tiger 5 - König der Kick-Boxer (1990), der Genrefans solides Fratzengeballere für zwischendurch bietet.

Auf dem Regiestuhl nahm wie schon im direkten Vorgänger Lucas Lowe Platz, während Drehbuchautor Keith W. Strandberg dieses Mal eine nicht ganz so alltägliche Geschichte lieferte, welche selbstverständlich, wie sollte es auch anders sein, mit spartenüblichen, klischeehaften Subplots erweitert wurde.

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Der eigenwillige New Yorker Drogencop Jake Donahue (Loren Avedon) soll auf Anweisung seines Captains O' Day (Richard Jaecket) in Thailand die Machenschaften von illegalen Filmproduzenten stoppen, die Full Contact Actionfilme mit echten menschlichen Todesopfern drehen um ein perverses Publikum zu bedienen.

Die trashige, morbide Filmmafia Snuff Thematik bringt tatsächlich so etwas wie frischen Wind in das teilweise ein bisschen ausgelutscht wirkende No Retreat, no Surrender Franchise und konnte zumindest bei mir den wahrgenommenen Unterhaltungswert spürbar anheben, obgleich in Filmmitte die interessante Haupthandlung durch tiefes greifen in die Klischeemottenkiste zu sehr in den Hintergrund gerückt wird.

Bagateller Füllstoff wie zum Beispiel die schmalzig anbandelnde Romanze zwischen Jake und Molly oder der intensivierte Umgang mit Prangs Alkoholproblem erhalten meiner Meinung nach zu viel Aufmerksamkeit und sorgen für die ein oder andere fleischig zähe Filmpassage.

Nichtsdestotrotz sorgt der überwiegende Anteil des B-Action Streifens mit zahlreichen, geschickt verteilten sowie gefällig choreographierten Martial-Arts Kämpfen für mächtig Laune und die flott inszenierten Fights werden durch einen heroisch stimmungsvollen Soundtrack mit vereinzelt angebrachten, blutigen Gewaltspitzen passend unterstrichen.

Die technische Wertigkeit der realisierten Actionmomente ist gemäß B-Movie Anspruchsdenken Anno 1990 als gelungen zu betiteln und kann sich auch heute in Anbetracht des stolzen Filmalters noch ohne wenn und aber sehen lassen, obgleich der Film natürlich nicht mehr ganz mit aktuellen Genrereferenzen wie beispielsweise The Raid mithalten kann.

Nebenbei bietet King of the Kickboxers motivierende Trainingssequenzen in bester Rocky Manier, die dank ungewöhnlichen Übungsinhalten mit emotionsgeladener Visualisierung gut zu unterhalten wissen.

Werbetechnisch lebt King of the Kickboxers in erster Linie von der in B-Movie Fankreisen herrschenden Strahlkraft seiner Zugpferde Loren Avedon und Billy Blanks.

Klar ist, mit einem Oscar wird es wohl für beide auch im nächsten Leben nichts mehr werden, den Anforderungen einen unterhaltsamen B-Movie Actioner zu tragen, können sie allerdings ohne Probleme vollumfänglich gerecht werden.

Sie werden es kaum glauben, Anfang der 90er Jahre kamen solch kostengünstig produzierte B-Action Vehikel noch in die deutschen Kinos. Karate Tiger 5 startete am 17. Januar 1991 und das in einer 1,5 Minütigen geschnittenen FSK 18 Fassung, welche später auch den Weg in die einheimischen Videotheken fand.

Am 18. Oktober 2019 war es dann soweit: Shamrock Media beglückte endlich auch den deutschen Markt mit einer offiziellen Uncut Version in hervorragender HD Qualität.

Verfügbarkeit

  • Karate Tiger 5 - König der Kickboxer (DVD)
  • Karate Tiger 5 - König der Kickboxer - Limited Edition [Blu-ray]
  • Karate Tiger 5 - König der Kickboxer - Mediabook - Limitiert / Cover A (+ DVD) [Blu-ray]
  • Karate Tiger 5 - König der Kickboxer - Mediabook - Limitiert / Cover B (+ DVD) [Blu-ray]

Besetzung

  • Loren Avedon als Jake Donahue
  • Richard Jaeckel als Capt. O’Day
  • Don Stroud als Anderson
  • Billy Blanks als Khan
  • Sherrie Rose als Molly
  • William Long Jr. als Big Boss
  • David Michael Sterling als Mr. McKinney
  • Keith Cooke als Prang
  • Ong Soo Han als Thasi
  • Jerry Trimble als Drug Dealer
  • William Long als Big Boss
  • Bruce Fontaine als Dan Handel
  • Patrick Shuck als Young Jake
  • John Kay als Mr. Director
  • Michael Depasquale Jr. als Sean Donahue
  • Vincent Lyn als Warehouse Fighter #1
  • Steve Tartalia als Warehouse Fighter #2
  • Dean Harrington als Radioman
  • Juan Ruiz als Ring Fighter

Crew

  • Regie: Lucas Lowe
  • Drehbuch: Keith W. Strandberg
  • Produktion: Ng See-Yuen, Keith W. Strandberg, Boonlert Setthamongkol

Weitere Informationen

  • Internationaler Kinostart: 02.11.1990 (CDN)
  • Deutscher Kinostart: 17.01.1991
  • Original-Kinostart: 09.08.1991 (USA)
  • Originalsprache: Englisch
  • Folgt auf Karate Tiger IV - Best of the Best
  • Gefolgt von Karate Tiger 6 - Entscheidung in Rio