Kofi Kingstons Weg zum WWE Champion: Eine Achterbahnfahrt der Emotionen

Kofi Kingston war zweifellos der WWE-Aufsteiger des Jahres. Seine Karriere wurde durch die sogenannte "Kofimania" beflügelt, die ihn schließlich zum Gewinn des WWE Championship Titels bei Wrestlemania 35 führte.

Der Aufstieg zur "Kofimania"

Es war eine der größten Erfolgsgeschichten im Wrestling-Jahr 2019: Nach jahrelanger harter Arbeit errang Kofi Kingston bei Wrestlemania 35 die WWE Championship gegen Daniel Bryan. Es war ein fantastisches Match, das von der Geschichte, dem Talent und den Emotionen lebte.

Die Demontage als Champion

Kingston beklagte sich nicht und trug seine Demontage als Champion ebenso mit Fassung wie sein langes Warten zuvor. Niemals im Lauf seiner Karriere fiel er durch öffentliche Beschwerden in eigener Sache auf, Position bezog er lieber bei größeren Anliegen wie seiner Unterstützung für die Black-Lives-Matter-Bewegung.

Kofi Kingstons Karriere vor dem Titelgewinn

Kofi Nahaje Sarkodie-Mensah, wie er eigentlich heißt, steht seit 2006 unter WWE-Vertrag. Nachdem der gebürtige Ghanaer und Absolvent des Boston College im Jahr zuvor sein Wrestling-Training aufgenommen hatte, dauerte es kein Jahr, bis WWE auf sein athletisches Talent aufmerksam geworden war.

Kingston gewann das Publikum mit einem innovativen Spektakel-Stil schnell für sich, er schien dabei jedoch an Grenzen zu stoßen: Immer wieder zwar gewann er die Sekundärtitel der Liga, begeisterte bei Leitermatches und Royal Rumbles mit kreativen Einlagen, doch ins Zentrum der Shows, in die "Main Events" rückte er nie dauerhaft.

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Zwar half ihm die 2015 gegründete Formation The New Day wurde mit seinen Partnern und Freunden Xavier Woods und Big E, auch außerhalb des Rings als unterhaltsamer Charakter zu sich zu finden. Dennoch sah es lange Zeit so aus, als ob seine Mitgliedschaft in der Kult-Gruppierung sein größtes Vermächtnis bleiben würde.

Der Wendepunkt: "Kofi-Mania"

Mit herausragenden Vorstellungen weckte Kingston bei den Fans den Wunsch, ihn als Champ zu sehen, eine hörbare Euphoriewelle entstand und WWE warf den eigentlichen WrestleMania-Plan, Kevin Owens gegen Bryan antreten zu lassen, zu Kingstons Gunsten um.

"Kofi-Mania" ist ein Beispiel dafür, wie ein abgesprochener Showsport entgegen allen Vorurteilen echte Emotion und Bedeutung auszulösen vermag.

Nach so vielen Jahren gönnten Fans und Kollegen dem als Musterprofi geltenden Kingston den späten Aufstieg einfach von Herzen, nachdem er sich so lange in insgesamt fast 1800 Matches für WWE aufgerieben hatte. Nach Mania ging ein Video viral, wie seine WWE-Weggefährten Montel Vontavious Porter und Shad Gaspard gemeinsam Tränen der Rührung vergossen, als Kingston vor 80.000 Fans im MetLife Stadium seine Karriere krönen durfte.

Die Zeit nach dem Titelgewinn: Ernüchterung?

Müde Fehden und die ständig gleichen Promos und schließlich der Titelverlust in einem Squash-Match gegen Brock Lesnar. Hat WWE Kofimania rückblickend vor die Wand gefahren?

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Die Szenerie kam herüber wie eine klare Botschaft von WWE-Boss Vince McMahon, wen er für den eigentlichen Star hielt und sorgte auch für offene Kritik von Kollegen. Unter anderem drückten Kingstons WrestleMania-Gegner Bryan (mittlerweile auf dem Weg zu Konkurrent AEW) und Kingstons gerade selbst an der Schwelle zum Durchbruch stehender Partner Big E öffentlich ihre Enttäuschung aus.

Kofi Kingstons Reaktion

Kingston beklagte sich nicht, trug seine Demontage als Champion ebenso mit Fassung wie sein langes Warten zuvor. Niemals im Lauf seiner Karriere fiel er durch öffentliche Beschwerden in eigener Sache auf, Position bezog er lieber bei größeren Anliegen wie seiner Unterstützung für die Black-Lives-Matter-Bewegung.

Auf SPORT1-Nachfrage stellte der zweifache Familienvater seinerzeit auch, dass die vor seinem Titelgewinn angedeutete Story, dass New Day WWE verlassen könnten, sollte Kingston seine Titelchance nicht bekommen, keine reale Grundlage hatte.

"Wenn du ein Ziel wirklich erreichen willst, ist aufgeben keine Lösung", sagt er: "Ich habe immer an meinen Traum geglaubt. Zu gehen oder damit zu drohen, um etwas zu erreichen, ist nicht meine Strategie."

Aktuelle Entwicklungen

Ex-Champion Kofi Kingston besiegt bei WWE RAW überraschend den Titelträger Bobby Lashley.

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Ein alter Bekannter als neuer Rivale des Champions: Das Titelgeschehen bei WWE ist am Abend nach WrestleMania Backlash in eine überraschende neue Richtung abgebogen.

In der aktuellen Ausgabe der TV-Show Monday Night RAW sprach WWE-Champion Bobby Lashley nach seinem Sieg über Braun Strowman und Drew McIntyre am Sonntag eine offene Herausforderung aus. Ex-Titelträger Kofi Kingston beantwortete sie und feierte einen Sieg über den "All Mighty" - mit etwas Hilfe, allerdings.

Lashley und Manager MVP (Montel Vontavious Porter) eröffneten die Show mit einer Siegesfeier, bei der Lashley von Hostessen umringt war - und verkündeten dann ihre offene Herausforderung, von der sich zeigte, dass sie mehrere Haken hatte.

Als McIntyre - bei Backlash der moralische Sieger, weil er die entscheidende Aktion gegen Strowman anbrachte, ehe Lashley ihm den Pin "stahl" - die Herausforderung nämlich annehmen wollte, meinte MVP, dass die Herausforderung für alle außer McIntyre und Strowman gelte. Es sei Zeit für neue Gesichter und McIntyre hätte sich hinten anzustellen.

Letztlich entpuppte sich dann Kingston als derjenige welcher, bekam aber erstmal den zweiten Haken der Herausforderung serviert.

Während Kingston erst noch annahm, eine Chance zu bekommen, sich den 2019 extrem unrühmlich gegen Brock Lesnar verlorenen Titel zurückholen zu können, teilte MVP erst kurz vor Matchbeginn mit, dass er nie gesagt hätte, dass es um den Titel gehen würde.

Kingston - zuvor noch siegreich über seinen alten Rivalen Randy Orton - wollte dennoch die Gelegenheit nutzen, sich mit einem Sieg für ein richtiges Titelmatch zu empfehlen.

Das gelang ihm dann einerseits, andererseits bekam er dabei Hilfe sowohl von New-Day-Partner Xavier Woods, der Muskelpaket Lashley mehrfach ablenkte, als auch von McIntyre, der einen Eingriff von MVP unterband und Lashley letztlich selbst mit dem Gehstock von MVP schlug. Kingston rollte Lashley dann ein und pinnte ihn.

Während Lashley geschockt reagierte, jubelte Kingston mit Woods und McIntyre. Es sieht so aus, als ob Kingston demnächst ein Titelmatch bekommen wird, wohl aber eher bei RAW als bei der nächsten Großveranstaltung Hell in a Cell, wo wohl eher McIntyre zum Zuge kommen wird.

Von einer Wiederauferstehung von "Kofimania", die zu Kingstons spätem Titelgewinn bei WrestleMania 35 gegen Daniel Bryan geführt hatte, kann trotz des Siegs eher nicht die Rede sein: Mit Blick darauf, wie glücklich sein Sieg daherkam und dass am Ende eher McIntyre die Hauptrolle gespielt hat, wirkt Kingston wie ein Platzhalter und nicht wie eine ernsthafte Bedrohung für Lashley.

Kofi Kingstons Titel und Erfolge (Auswahl)

Titel Anzahl Bemerkungen
WWE World Tag Team Championship 1 Mit CM Punk
WWE Intercontinental Championship 4
WWE Tag Team Championship 2 Je 1 x mit Evan Bourne & R-Truth
WWE United States Championship 3