Viele Kampfsportler, insbesondere MMA-Kämpfer, weisen eine auffällige Verformung der Ohren auf, die im Volksmund als Blumenkohlohr oder Ringerohr bezeichnet wird. Diese Veränderung ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern das Ergebnis von Verletzungen und deren Folgen.
Was ist ein Blumenkohlohr?
Ein Blumenkohlohr ist eine dauerhafte Veränderung der Ohrmuschel. Es entsteht durch Blutergüsse in der Ohrmuschel oder Knorpelverletzungen. Die Beobachtung dieser Veränderung begann Mitte des 19. Jahrhunderts, ohne genau zu verstehen, warum sie auftrat.
Ursachen
Solche Ohren entstehen dadurch, dass das Knorpelgewebe durch Hämatome im Ohr beschädigt wird. Das ist dann der Fall, wenn häufig in die Ohren gekniffen wird oder sie harte Schläge abbekommen. Heftige Attacken auf das Ohr - etwa beim Boxen oder auch beim Fußball - führen nicht nur zum Bluterguss, sondern verletzen den Knorpel.
Ein Blumenkohlohr entsteht durch einen Bluterguss zwischen Knorpelhaut und Knorpel der Ohrmuschel. Die Flüssigkeit trennt den Knorpel von der Knorpelhaut und daraufhin wird der Knorpel nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und kann sogar bei Nichtbehandlung absterben.
Im Laufe der Jahre und mit fortschreitender Forschung wurde entdeckt, dass das Blumenkohlohr durch die Bildung von Blutgerinnseln im Bereich verursacht wird. Ohne angemessene Durchblutung tritt eine Hypoxie und ein vollständiger Nährstoffverlust des Knorpels auf, wodurch er vollständig inaktiv wird.
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Risikofaktoren
- Kampfsportarten wie Boxen, Ringen, Rugby oder Judo
- Kicken, starkes Reiben oder Schläge auf das Ohr
- Falsch gesetzte Piercings in der Ohrmuschel
Wie erkennt man ein Blumenkohlohr?
Ein Blumenkohlohr entwickelt sich meist als Folge eines kräftigen Schlags auf das Ohr. Dabei wird die Haut um den Knorpel verletzt. In der Folge sammelt sich Blut zwischen Knorpelhaut und Knorpel - ein Bluterguss entsteht. Das führt dazu, dass der Knorpel nicht mehr ausreichend mit frischem Blut versorgt wird und stellenweise absterben kann.
Bleibt ein solcher Bluterguss unbehandelt, wird er nach und nach durch Bindegewebe und später neugebildetes Knorpelgewebe ersetzt. Verletztes Gewebe wuchert und bildet neuen Knorpel, welcher der Ohrmuschel ein blumenkohlartiges Aussehen verleiht.
Behandlung
Wenn es in einem frühen Stadium erkannt wird, können die Blutgerinnsel, die das Hämatoma auris bilden, abgelassen und die Folgen abgemildert werden. Eine erste Behandlung ist beim Hausarzt oder dem HNO-Arzt möglich. Dieser setzt eine Punktion und lässt das Blut abfließen. Danach legt er einen Druckverband an, damit sich der Knorpel nicht verformt.
Damit sich der Bluterguss nicht ausbreitet, ist es wichtig, ihn sofort zu kühlen und etwa mithilfe eines Kompressionsverbands zusammenzudrücken. Schmerzmittel können die akuten Beschwerden lindern. Aus kleineren Blutergüssen saugen Ärztinnen und Ärzte mit einer Nadel überschüssiges Blut ab. Dies geschieht unter lokaler Betäubung.
Ist der Bluterguss größer oder besteht er bereits seit mehr als zwei Tagen, ist häufig ein operativer Eingriff nötig. Dabei entfernt die Ärztin oder der Arzt unter lokaler Betäubung flüssiges und geronnenes Blut. Dadurch kann sich die Knorpelhaut wieder an den Knorpel anlegen und ihn über die Blutgefäße mit frischem Blut versorgen. Unterstützend legt man einen Kompressionsverband an.
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Wer allerdings schon länger mit einem Blumenkohlohr lebt und sich dieses wieder richten lassen möchte, kann sich mit einer ästhetischen Operation helfen lassen. Dazu entfernt der Chirurg über einen Schnitt den verknöcherten Bluterguss und bringt den Knorpel wieder in seine richtige Form.
Prävention
Hier greifen wir ein, um vor möglichen Verletzungen während des Sports zu schützen. Das Einzige, was wir tun können, ist, die Auswirkungen zu minimieren und das Ohr zu schützen, damit es nicht diese Form annimmt.
Ein geeigneter Schutz, um Blumenkohlohren zu vermeiden, gibt es einen speziellen Ohrenschutz, der von den meisten Profisportlern und Hobbysportlern getragen wird. Ein einfacher Ohrschutz und Helme mit integriertem Ohrschutz sind nicht unsportlich, sondern beugen Verletzungen und Hörschäden vor.
Mögliche Komplikationen
Folgeschäden in Bezug auf das Gehör können auftreten, wenn der durch den Bluterguss hervorgerufene Druck auf das Mittel- und Innenohr zu stark ist. Hörverlust können dadurch hervorgerufen werden. Zusätzlich können Kopfschmerzen, schwere Blutungen und eine verschwommene Sicht als Symptome auftreten. Im Fall einer Operation können unter anderem Komplikationen wie Blutung, Entzündung oder Wundheilungsstörungen vorkommen.
Blumenkohlohr als Statussymbol
Mittlerweile ist die Verformung der Ohrmuschel zu einem Statussymbol für einige Sportler geworden. Doch inzwischen tragen die meisten Profisportler einen Ohrenschutz, um Verletzungen vorzubeugen.
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