Im Kampfsport verwendete Stangenwaffen

Stumpfe Trainingswaffen aus Holz, Aluminium und Stahl werden im Kampfsport verwendet.

Historische Fechtsysteme

Ob Langschwert, Rapier, Dolch, Säbel oder Stock - die verschiedensten historischen Fechtsysteme werden trainiert. Im historischen Fechten werden originale Techniken eingesetzt, die für das Sportfechten zu ‚realistisch‘ sind, und die Trainingssäbel sind auch schwerer. Deswegen wird im Freikampf zum Schutz spezielle Polsterkleidung getragen.

Sicherheit

Sicherheit geht grundsätzlich immer vor: Obwohl die Säbel stumpf sind, wird der Kopf durch eine Fechtmaske geschützt.

Unterschied zum Schaukampf

Historisches Fechten wird oft mit dem Schaukampf, wie man ihn auf Ritterspielen und Mittelaltermärkten sieht, verwechselt. Beim Schaukampf geht es darum, ein Publikum zu unterhalten - eine möglichst spektakuläre Show zu bieten. Historisches Fechten wirkt in den seltensten Fällen spektakulär. Manchmal passiert ganz lange gar nichts, manchmal geht es sofort los. Wenn man angreift, dann macht man das in der Regel, um den Gegner auch schon mit diesem Angriff zu treffen. Und wenn das gelingt, dann ist der Kampf auch schon vorbei! Beim Schaukampf werden also nur Techniken verwendet, die für das Publikum möglichst spektakulär und für den Partner möglichst ungefährlich sind.

Geisteshaltung

Der wichtigste Unterschied ist die Geisteshaltung: Beim historischen Fechten geht man davon aus, dass der Kampf echt, die Trainingswaffe wird als scharf und spitz angesehen.

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Ist das Training gefährlich?

Wie bei fast allen Sportarten besteht auch beim Historischen Fechten ein gewisses Verletzungsrisiko. Lange bevor es zu einem kämpferischen Vergleich zwischen zwei Fechtern kommt, trainieren die Schüler der „Alten Kampfkunst“ kooperativ miteinander. Denn zunächst müssen die künstlichen, idealen Bewegungen und Bewegungsabläufe so verinnerlicht werden, dass Sie vollkommen intuitiv erfolgen können. Ist das erreicht handelt der Trainingspartner immer weniger kooperativ, die Übungsabläufe werden variabler und der Druck so langsam erhöht.

Verschiedene Waffen im historischen Fechten

Historisches Fechten umfasst die verschiedensten Zeitalter und ganz unterschiedliche Hieb- und Stichwaffen. Die Bandbreite reicht vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert.

  • Mittelalterliches Langschwert
  • Säbel
  • Rapier / Reitschwert
  • Stangenwaffen
  • Dolchkampf

Mittelalterliches Langschwert

Das Langschwert ist eine rund 1,30 lange, zweihändig geführte Waffe mit rund 1 m langer zweischneidiger Klinge. Entgegen der populären Mythen beträgt das Gewicht allerdings nur 1,5 bis 2 kg! Die Blütezeit erlebt das Langschwert im 14. und 15. Jahrhundert. Das Fechten mit dem Langschwert ist keineswegs eine reine Kraftangelegenheit, sondern ein ausgeklügeltes System mit vielfältigen, komplexen Techniken. Unterrichtet wird die deutsche Schule nach Meister Johannes Liechtenauer (14. Jahrhundert).

Säbel

Im 18. und 19. Jahrhundert ist der gekrümmte Säbel die wichtigste Hieb- und Stichwaffe überhaupt. Die historischen Säbeltechniken sind nicht mit dem modernen olympischen Sportfechten zu vergleichen. Einerseits sind die modernen Sportsäbel viel zu leicht - sie stellen keine realistischen Waffen dar - andererseits begrenzen das Punktesystem und die Regeln die fechterischen Möglichkeiten sehr stark. Historisches Fechten mit dem Militärsäbel beinhaltet die volle Bandbreite an Techniken und Taktiken.

Rapier / Reitschwert

Das Rapier ist jene Waffe, die man landläufig mit dem Begriff „Degen“ verbindet, und die in Filmen wie „Die drei Musketiere“ oder „Zorro“ zu sehen ist. Das Rapier war im 16. und 17. Jahrhundert Bestandteil der Kleidung, wurde zur Selbstverteidigungszwecken und für das Duell benutzt. Unterrichtet wird das originale Rapierfechten des 16. Jahrhunderts.

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Stangenwaffen

Spieße oder Piken waren bevorzugte Waffen der Landsknechte. Der Umgang wurde mit einem Holzstab von 2,50 m Länge - der so genannten „halben Stange“ - trainiert.

Dolchkampf

Der Dolch diente in Mittelalter und Renaissance zur Selbstverteidigung im Alltag. Die Fechtmeister im 15. und 16. Jahrhundert lehrten verschiedene Techniken zur Entwaffnung des Gegners.

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