Welche Kampfsportart ist die effektivste? Ein umfassender Leitfaden

Die Frage nach der besten, realistischsten und effektivsten Kampfsportart ist so alt wie die Kampfkünste selbst. Viele Kampfsportler sind von ihrem Stil so überzeugt, dass es immer wieder zu Diskussionen kommt. Wer heute Kampfsport ausübt, möchte oft außerdem die körperliche Fitness und das Selbstbewusstsein stärken.

Östliche und westliche Kampfsportarten

Mit Kampfkunst (engl.: martial art; martial heißt „kriegerisch“ und art „Kunst“) sind in der Regel Selbstverteidigungstechniken aus östlichen Kulturen gemeint, etwa chinesische Kampfkünste wie Kung-Fu, japanische wie Aikido oder das koreanische Taekwondo. Kampfsportarten mit einer langen Tradition in Europa sind Ringen, Boxen und Fechten. Zum Fechten gehört eine Waffe, weshalb diese Kampfsportart eine Sonderrolle einnimmt. Es gibt auch asiatische Kampfsportarten, die mit Waffen betrieben werden, etwa das japanische Kendo, eine Art Schwertkampf. Olympische Kampfsportarten sind Boxen, Fechten, Judo, Karate, Ringen und Taekwondo.

Technische Unterschiede bei Kampfsportarten

Jeder Kampfsport hat eigene Techniken und Schwerpunkte. Beim Ringen besteht ein enger Körperkontakt und beim Boxen werden Schläge primär aus der Distanz abgegeben. Bei einigen Kampfsportarten sind Tritte verboten, bei anderen geben sie gerade den Ausschlag. Manche Kampfsportarten lassen sich den Stilen „weich“ und „hart“ zuordnen. Weich bedeutet, die Energie von gegnerischen Angriffen aufzufangen und umzuleiten. Harte Kampfsportarten zielen ursprünglich darauf ab, das Gegenüber zu verletzen. Zu dieser Art Kampfsport gehört zum Beispiel Taekwondo.

In Deutschland etablierte Kampfsportarten wie Judo oder Karate werden in vielen Sportvereinen angeboten. Bei Disziplinen wie Krav Maga, die erst langsam an Bekanntheit gewinnen, gibt es meist nur in größeren Städten entsprechende Trainingsangebote. Generell ist jede Kampfsportart für alle Altersgruppen geeignet: Kinder lernen ihren Körper und körperliche Koordination besser kennen. Älteren Menschen kann Kampfsport helfen, körperliche Fähigkeiten aufrechtzuerhalten. Viele Sportvereine bieten altersgerechte Trainingsmöglichkeiten an, die die individuellen Voraussetzungen der Teilnehmenden berücksichtigen.

Allerdings beanspruchen bestimmte Kampfsporttechniken den Bewegungsapparat stark. Bei Rücken- und Gelenkproblemen ist Kampfsport daher nur bedingt zu empfehlen. Außerdem sollten schwangere Frauen bedenken, dass Kampfsport mit einer Sturzgefahr verbunden ist und vor allem bei „harten“ Disziplinen Tritte und Schläge die Kindesgesundheit gefährden. Auch für Menschen mit gesundheitlichen oder körperlichen Einschränkungen ist in jedem Fall eine ärztliche Beratung und Untersuchung vor dem ersten Training sinnvoll.

Lesen Sie auch: Kampfsportarten im Vergleich: Selbstverteidigung

Elf populäre Kampfsportarten im Kurzportrait

Um Ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben, welcher Kampfsport für Sie in Frage kommt, folgen hier elf populäre Kampfsportarten im Kurzportrait. Diese Kampfsportarten-Liste lässt Sportarten wie Fechten oder Kendo aus, für die eine (kostspielige) Spezialausrüstung erforderlich ist.

Aikido

Aikido ist eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet. Die Grundidee beim Aikido ist nicht, die angreifende Person zu bezwingen, sondern sie zur Aufgabe zu bewegen. Beim Aikido gibt es weder Alters- oder Gewichtsklassen noch eine Aufteilung nach Geschlechtern. Alle trainieren miteinander.

Boxen

Boxen gilt neben Ringen als die älteste Kampfsportart der Welt: Schon auf über 5000 Jahre alten Höhlenzeichnungen sind Boxer und Ringer abgebildet. Beim modernen Boxen versuchen die Sportler und Sportlerinnen Schläge auf den gegnerischen Kopf oder den Oberkörper zu landen, um Punkte zu erzielen oder einen Kampf durch K. O. zu gewinnen. Schläge auf den Kopf oder andere empfindliche Körperteile sind auch mit angemessener Schutzbekleidung gefährlich. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland das Leichtkontaktboxen. Hier sind harte Schläge verboten, um Verletzungen zu vermeiden. Es gibt keinen K. O.: Über Sieg und Niederlage wird ausschließlich nach Punkten entschieden.

Capoeira

Die afro-brasilianische Kampfkunst Capoeira vereint Kampf, Musik und Tanz. Capoeira entstand im 17. Jahrhundert unter den Sklaven auf den Plantagen Brasiliens als eine Art Kampftanz. Im 20. Jahrhundert kamen Einflüsse anderer Kampfsportarten hinzu. Bei Capoeira kämpft man nicht gegen sein Gegenüber, sondern spielt mit ihm. Zwei Personen inszenieren in fließenden Bewegungen einen Kampf. Es gibt eine Vielzahl von Bewegungen und Bewegungskombinationen, darunter Kopfstöße, Würfe und Fußfeger, wobei Angriffe im letzten Moment gestoppt werden oder der Gegner oder die Gegnerin ausweicht. Den Bewegungsabläufen liegen unterschiedliche erlernbare Regeln zugrunde. Es gibt Capoeira-Meisterschaften, aber nicht alle betrachten Capoeira als Wettkampfsport, da der Wettkampfgedanke nicht zum kulturellen Hintergrund der Capoeira passe.

Jiu Jitsu

Die Kampfsportart Jiu Jitsu geht auf die japanischen Samurai zurück. Die Grundidee ist „Siegen durch Nachgeben“. Deshalb ist die erste Verteidigungsmaßnahme beim Jiu Jitsu schnelles und geschicktes Ausweichen, um dann die Kraft eines Angriffs gegen die angreifende Person selbst zu verwenden. Dazu stehen verschiedene Wurf-, Griff-, Hebel- und Schlagtechniken zur Verfügung. Je nach Art des gegnerischen Angriffs gehören zur Selbstverteidigung beim Jiu Jitsu auch Tritte und Würgen. Es gibt verschiedene Schulen des Jiu Jitsu, in denen jeweils unterschiedliche Techniken bevorzugt werden.

Lesen Sie auch: Warum BJJ die beste Wahl ist

Judo

Der Jiu-Jitsu-Lehrer Jigoro Kano entwickelte Judo (deutsch: der „sanfte Weg“) Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu Jitsu. Kano setzte den Schwerpunkt beim Judo auf Griffe, Hebel und Würfe - gefährliche Kampftechniken wie Schläge und Tritte strich er zugunsten von Fallübungen aus dem Training. Bei einem Judo-Wettkampf ist das Ziel, den Gegner oder die Gegnerin zu Boden zu bringen und dort für eine bestimmte Zeit festzuhalten. Außerdem gibt es Punkte für eingesetzte Wurf- und Grifftechniken.

Karate

Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich diese Kampftradition in Japan unter dem Namen Karate als Sport mit eigenem Regelwerk. Beim Karate erlernt man Stoß-, Schlag- und Tritttechniken. Schläge und Tritte müssen aber im Training und im Wettkampf abgestoppt werden, bevor sie den Gegner oder die Gegnerin berühren. Das erfordert eine gute Körperbeherrschung, die bei dieser Kampfsportart systematisch trainiert wird.

Kickboxen

Kickboxen nahm als „Sport-Karate“ seinen Anfang in den USA der 1970er Jahre. Die Kampfsportart verbindet Schlagtechniken des klassischen Boxens mit Tritttechniken aus Karate und Taekwondo. Es gibt verschiedene Wettkampfarten des Kickboxens. Die Hauptvarianten sind Leicht-, Semi- und Vollkontakt. Die ersten beiden werden wie Karate auf der Matte ausgeübt. Es geht um die Anzahl der gelandeten Treffer und darum, wie sauber die Kämpfenden die Schlag- und Kicktechniken ausführen. Beim Vollkontakt-Kickboxen im Boxring ist ein Sieg auch über K. O. möglich.

Krav Maga

Krav Maga ist hebräisch und bedeutet auf Deutsch „Kontaktkampf“. Der Selbstverteidigungsstil wurde für israelische Sicherheitskräfte entwickelt. Nach eigenem Selbstverständnis ist Krav Maga kein Sport, sondern ein Selbstverteidigungssystem. Deshalb gibt es auch keine sportlichen Wettkämpfe. Krav Maga beruht vor allem auf den intuitiven menschlichen Reaktionsmustern und Reflexen. Es geht weniger um Spezialtechniken wie in der asiatischen Kampfkunst, sondern um einfache und dennoch effektive Methoden, um sich gegen Angriffe zu wehren

Ringen

Seit 708 vor Christus ist Ringen eine Disziplin der antiken olympischen Spiele und ist bis heute olympisch. Schon in der Antike waren beim Ringen Schläge und Tritte verboten. Heute geht es bei der Kampfsportart darum, den Gegner oder die Gegnerin mit beiden Schultern auf die Matte zu bringen oder Punkte zu sammeln. Es gibt zwei Ringstile: griechisch-römisch und Freistil. Beim griechisch-römischen Ringen dürfen nur die Arme und der Oberkörper eingesetzt und festgehalten werden. Beim Freistil setzen die Sportler und Sportlerinnen auch ihre Beine ein und dürfen ihr Gegenüber auch unterhalb der Taille festhalten. Punkte gibt es für Techniken wie Würfe, Schleuder- und Hebelgriffe.

Lesen Sie auch: Ratgeber zur Wahl der passenden Kampfsportart

Taekwondo

Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart und bedeutet auf Deutsch „Fuß, Faust, Disziplin“. Taekwondo stammt aus der Zeit um 50 vor Christus und ist seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts der populärste Kampfsport in Korea. Es ähnelt vordergründig chinesischen oder japanischen Selbstverteidigungsstilen, ist aber eine selbständige Kampfsportart, die seit dem Jahr 2000 olympische Disziplin ist. Besondere Merkmale von Taekwondo sind die ausgeprägten Fußtechniken, Tritte, Drehungen und Sprünge. Der Gebrauch der Hände ist erlaubt, sie werden aber nicht so oft eingesetzt wie etwa beim Karate.

Wing Chun (Wing Chun Kung-Fu, Wingtsun)

Wing Chun ist ein spezieller Kung-Fu-Stil. Kung-Fu ist der Oberbegriff für unterschiedliche chinesische Kampfkünste. Ähnlich wie bei Aikido kommt es auch beim Wing Chun darauf an, die Kraft des gegnerischen Angriffs durch Schritttechniken und geschickte Wendungen abzuleiten.

Kampfsport und Gesundheit

Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition. Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen. Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern.

Studien haben zum Beispiel eine verbesserte Knochendichte bei jungen Menschen nachgewiesen, die Judo, Karate und Taekwondo ausüben. Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet. Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Die Rituale für Achtsamkeit, die Teil traditioneller asiatischer Kampfkünste sind, fördern die Selbstachtung und die Wertschätzung des Gegenübers. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Und schließlich verleiht Kampfsport Sicherheit. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein.

Kämpfer vs. Kampfkunst

Wenn man eine Liste der gefährlichsten Kampfsportarten erstellt, muss man ein paar Dinge beachten. Ganz wichtig: Es kämpfen immer zwei Menschen gegeneinander. Über die Stärke eines Kämpfers entscheidet nicht in erster Linie die Kampfart. Von Bedeutung ist, wie viel er trainiert hat: Wie viele Jahre? Wie viele Tage pro Woche? Wie viele Stunden am Tag?

Dann spielt eine Rolle, wie gut sein Trainer war: Wie viel versteht er vom echten Kämpfen? Hat er selbst gekämpft? Weiß er, wovon er redet? Und es kommt darauf an, mit welcher Einstellung man in einen Kampf geht. Kämpfen ist mindestens zu 50 Prozent Kopfsache. Die Frage ist: Kann man sich geistig schnell genug umstellen und verteidigen? Auch Menschen, die seit Jahren Kampfsport trainieren, schaffen das nicht immer.

Weitere Fragen, wenn es um „die beste Kampfart“ geht: Welche Zielsetzung gibt es? Welche Kampfart ist für eine bestimmte Anwendung am besten geeignet? Im Krieg muss man jemanden schnellstmöglich umbringen. Mitarbeiter einer Security-Firma, werden sofort verklagt, wenn sie jemanden zu hart anfassen. In einem Selbstverteidigungskurs lernen Frauen, wie sie sich einen Vergewaltiger vom Leib halten. Und wenn ich in den Ring gehe, muss ich innerhalb bestimmter Regeln besonders hart und effektiv kämpfen.

Die Frage müsste also sein: Was ist die beste Kampfart für mich und meine Ziele?

Die gefährlichsten Kampfsportarten

Die ersten vier sind Kampfarten, bei denen ständig gekämpft wird. Man kämpft wie man trainiert. Und wer die ganze Zeit im Training kämpft, der kämpft auch in der Realität gut.

  1. Mixed Martial Arts (MMA) - das Beste aus allen Kampfarten

    MMA ist im Moment die vielleicht gefährlichste Kampfsportart. Ein guter Kämpfer beherrscht das komplette Programm an Schlägen, Tritten und Bodenkampf. Wenn ein Kämpfer zu Boden geht können dort Griffe angewendet und es darf weitergeschlagen werden. Wer etwas erreichen will, muss im Ring kämpfen - und das ist eine harte Nummer. Die Kämpfer sind meistens sehr harte Gegner.

  2. Muay Thai - Vollkontakt mit Knien und Ellbogen

    Muay Thai und ähnliche süd-ostasiatische Kampfsysteme sind meistens sehr hart. Es wird immer Vollkontakt gekämpft, immer voll auf Angriff und es geht immer voll in den Mann - ein bisschen wie MMA, nur ohne Bodenkampf. Anders als beim Kickboxen wird neben Händen und Füßen auch mit Knien und Ellbogen gekämpft. Ein Ellbogen im Gesicht kann einen Kampf relativ schnell entscheiden.

  3. Kickboxen - Vollkontakt mit Händen und Fäusten

    Beim Kickboxen wird mit Füßen und Fäusten getreten und geschlagen. Es ist schon ein ziemlich guter Kampfsport. Ich habe Kickboxen nur an die dritte Stelle gesetzt, weil in Anführungszeichen „nur" mit Armen und Beinen gekämpft wird. Dennoch gilt auch hier: Wer ständig für den Kampf im Ring trainiert, der kämpft vermutlich auch auf der Straße gut, weil er die psychische Seite des Kampfes schon gemeistert hat.

  4. Boxen, Ringen - traditionelle europäische Kampfarten

    Boxen und Ringen sind viel gefährlicher als ihr Ruf. Sie werden im Zuge der modernen Selbstverteidigungskurse und der asiatischen Kampfarten oft völlig und zu unrecht vergessen. Dennoch lernen sie, in ihrer Disziplin äußerst effektiv zu kämpfen. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: Boxe keinen Boxer und ringe keinen Ringer!

Die nächsten fünf sind mehr oder weniger klassische Stile, bei denen mehr oder weniger viel gekämpft wird. Sie haben aber interessante, direkte und realistische stilistische Ansätze. Da es heute eine Flut von ähnlichen, neuartigen, verbesserten oder überarbeiteten Systemen gibt, sollen sie als Beispiele für ihre jeweilige Kategorie dienen.

  1. Jeet Kune Do - die Mutter aller Hybridsysteme

    Bei Jeet Kune Do handelt es sich um den von Bruce Lee entwickelten Kampfstil. Ich habe ihn als Beispiel für die verschiedenen Hybridsysteme genommen. Damals war das allerdings viel schwieriger, weil man die Kampfsportart nicht so einfach kennenlernen konnte. Für die damalige Zeit war die Idee des Jeet Kune Do und die damit verbundene Entwicklung wegweisend. Hinzu kam der extreme Ehrgeiz von Bruce Lee, der im Prinzip sein ganzes Leben mit Training verbracht hat.

  2. Filipino Martials Arts - Escrima, Kali, Arnis

    Philippinische Kampfsportarten wie Escrima, Kali und Arnis sind immer sehr realitätsbezogen, sehr direkt und sehr hart. Sie sind deshalb sehr gut zur Selbstverteidigung geeignet. Eigentlich sind diese Methoden kein Sport, sondern ein Kampfsystem, dass die Bevölkerung früher erfolgreich gegen die spanischen Eroberer einsetzte.

  3. Krav Maga, Wing Tsun - schnelle und direkte Selbstverteidigung

    Hierzulande werden realistische Selbstverteidigungssysteme wie Krav Maga oder Wing Tsun Menschen beigebracht, die nicht dauernd im Ring stehen möchten. Die Teilnehmer lernen in einem komprimierten Kurs oder einer längeren Ausbildung, wie sie sich verteidigen können, wenn sie auf der Straße angegriffen werden. Diese Systeme sind sehr wirksam und effektiv.

  4. Kajukenbo - neuere oder erneuerte Systeme zum Überleben auf der Straße

    Kajukenbo kommt aus den Armenvierteln Hawaiis. Es ist ein Mischsystem und besteht aus Karate, Judo, Jiu Jitsu, Kenpo und chinesischem Boxen. Mehrere Kampfsportmeister entwickelten Kajukenbo, damit ihre Familien sich verteidigen können. Da heute gerade in unserem Land viel Interesse auf Straßen-Selbstverteidigung gelegt wird, habe ich dieses System stellvertretend für viel andere wie zum Beispiel das russische Systema oder das moderne Heiwa-Kenpo gewählt.

  5. Tang Lang - traditionelle Systeme mit alternativen Kampfansätzen

    Ich habe Tang Lang, auf deutsch Gottesanbeterinnen-Kung-Fu, als Vertreter für die vielen traditionellen Kampfsportarten genommen. Es wird heute noch beim chinesischen Militär gelehrt und gilt dort als sehr gefährlich. Tang Lang ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Traditionelle oft sehr gut und gefährlich ist, wenn es richtig gelernt wird.

Zum Schluss ein kleiner Ausreißer: Hier lernt man keine Selbstverteidigungs-Techniken, sondern pures Kämpfen!

  1. Historical Medieval Battle (HMB) - gerüsteter Vollkontakt-Schwertkampf

    HMB kommt ursprünglich aus Russland, ist aber inzwischen auch zu uns herüber geschwappt. In kurzen Worten: Die Leute ziehen sich Rüstungen an und schlagen mit richtigen Schwertern und Äxten aufeinander ein. Die Waffen sind zwar nicht scharf geschliffen, aber dafür wird Vollkontakt gekämpft! Einzeln und in der Gruppe. Es gehört schon einiges dazu, hier anzutreten.

Die Top 7 Kampfsportarten zur Selbstverteidigung

  1. Krav Maga - Die Königsklasse der Selbstverteidigung

    Krav Maga wurde speziell für das israelische Militär entwickelt und legt den Fokus auf realistische Selbstverteidigungssituationen. Es kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten und simplifiziert sie für den Straßenkampf, sodass es leicht zu erlernen und anzuwenden ist.

  2. Wing Chun

    Wing Chun, eine traditionelle chinesische Kampfsportart, wurde speziell für die Selbstverteidigung entwickelt. Deren Philosophie beruht auf Effizienz und Schnelligkeit.

  3. Jiu-Jitsu

    Jiu-Jitsu, besonders in seiner brasilianischen Form, fokussiert sich auf Bodenkämpfe und den Einsatz von Hebeltechniken, um den Gegner zu kontrollieren.

  4. Muay Thai

    Muay Thai, oft „die Kunst der acht Glieder“ genannt, verbindet Schläge, Tritte, Ellenbogen- und Kniestöße zu einer effektiven Selbstverteidigungspraxis.

  5. Karate

    Karate, ursprünglich aus Okinawa, ist eine umfassende Kampfsportart, die Schlag-, Tritt- und Blocktechniken lehrt.

  6. Judo

    Judo, eine japanische Kampfsportart, konzentriert sich auf Würfe und Bodentechniken.

  7. MMA (Mixed Martial Arts)

    MMA kombiniert Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten zu einem umfassenden Kampfsystem.

Weitere Kampfsportarten für Selbstverteidigung

Es gibt weitere erwähnenswerte Kampfsportarten für Selbstverteidigung. Die nachfolgenden sind in Deutschland und...

  • Alpha Combat System
  • Atemi Combat System
  • Bojuka
  • Close Quarter Combat Systems (CQCS)
  • Combat Hapkido
  • Esdo (European Selfdefence Organization)
  • Hashita
  • Keysi Fighting Method
  • Komak
  • Modern Arnis
  • Pencak Silat
  • Taiho Jutsu
  • US Army’s Modern Army Combatives Program

Kampfsportarten im Vergleich

Die folgende Tabelle vergleicht einige Kampfsportarten hinsichtlich verschiedener Faktoren, um Ihnen bei der Auswahl der für Sie passenden Disziplin zu helfen:

Kampfsportart Effektivität Anwendbarkeit Zielgruppe Sicherheit Training & Disziplin Spaß & Motivation Erlernbarkeit Fitnessanteil Gesundheitsaspekt Waffentraining Zeitaufwand Verfügbarkeit (Deutschland) Online-Kurse Lernmaterial
Ju Jutsu 6/10 6/10 8/10 7/10 6/10 7/10 6/10 8/10 6/10 0/10 7/10 8/10 2/10 6/10

Hinweis: Die Bewertungen sind subjektiv und können je nach individuellen Präferenzen variieren.

Kampfsportarten gibt es zahlreiche. Dazu kommen immer neue Abwandlungen und Kombinationen. Krav Maga stammt ursprünglich aus Israel und wurde entwickelt, um sich gegen antisemitische Angriffe wehren zu können. Die bei uns praktizierte Variante dient nicht nur der Selbstverteidigung, sondern auch der körperlichen Fitness. Karate ist eine Mischung aus chinesischen Kung Fu-Elementen und japanischen Kampfelementen. Schläge und Tritte stehen im Vordergrund, zusätzlich kommen Hebel- und Wurftechniken vor. Ursprünglich entwickelte sich Judo aus der Kampfsportart Jiu Jitsu. Judo basiert auf Wurf-, Boden, Fall- und Schlagtechniken. Mixed Marterial Arts bedeutet übersetzt „gemischte Kampfkünste“. Bei dieser Sportart werden Schlag- und Tritttechniken mit Bodenkampf- und Ringtechniken aus verschiedenen Kampfsportarten miteinander gemischt.