Savate: Eine faszinierende französische Kampfsportart

Savate, auch bekannt als Boxe Française oder französisches Boxen, ist eine faszinierende Kampfsportart, die Elemente des Boxens und des Tretens auf elegante Weise kombiniert. Sie ist eine Mischung aus Tradition und moderner Kampfsporttechnik, die sowohl für Fitness-Enthusiasten als auch für Wettkämpfer attraktiv ist.

Was ist Savate?

Savate ist ein französischer Kampfsport, der auch als französisches Boxen bekannt ist. Der Name "Savate" stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie "alten Schuh" - ein Hinweis auf die ursprüngliche Verwendung von Schuhtritten in diesem Kampfsport. Savate kombiniert präzise Tritte mit Boxtechniken.

Ursprünglich wurde Savate im 19. Jahrhundert in den Straßen von Paris von französischen Arbeitern und Matrosen als Selbstverteidigungstechnik entwickelt. Im Laufe der Zeit hat sich Savate zu einem organisierten Kampfsport entwickelt, der sowohl in Frankreich als auch weltweit praktiziert wird.

Ein charakteristisches Merkmal von Savate ist die Verwendung von speziellen Schuhen mit dicker Sohle, die es ermöglichen, kraftvoll zuzutreten, ohne den Gegner ernsthaft zu verletzen. Savate umfasst sowohl Schlag- als auch Beintechniken und legt Wert auf Schnelligkeit, Flexibilität und Präzision.

Heutzutage wird Savate sowohl als Wettkampfsportart als auch als Selbstverteidigungstechnik gelehrt. Es gibt verschiedene Disziplinen und Regelwerke, darunter Savate Assaut (Leichtkontakt) und Savate Combat (Vollkontakt), die es den Teilnehmern ermöglichen, je nach Interesse und Trainingsziel zu wählen. Kämpfer tragen oft spezielle Schuhe, Handschuhe, Mundschutz und Schienbeinschoner. In Wettkämpfen gibt es klare Regeln, die Sicherheit und Fairness gewährleisten.

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Historische Entwicklung

Die Wurzeln der Savate liegen im Frankreich des 18. Jahrhunderts, genauer gesagt in den Hafenstädten wie Marseille. Dort war das Leben oft von Gewalt und Auseinandersetzungen geprägt, was bei Seeleuten und Hafenarbeitern den Bedarf nach einem wirkungsvollen Nahkampfstil erhöhte. Im Französischen bedeutet „Savate“ ursprünglich „alter Schuh“ oder „abgetragener Schuh“.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren diese Techniken, die auch Chausson („Hausschuh“) genannt wurde, in der Unter- und Halbwelt Frankreichs weit verbreitet. Michel Casseux (1794-1869), der Straßenkämpfer in Paris beobachtete, wie sie sich überwiegend mit Fußtritten, aber auch einigen Schlagtechniken und verschiedenen „Straßentricks“ bekämpften, eröffnete 1825 das erste Trainingszentrum für Savate. Er stellte dabei auch die ersten Regeln auf.

Nachdem Charles Lecour (1808-1894), ein Schüler von Casseux, einen Kampf gegen den englischen Boxchampion Owin Swift verlor, ergänzte er das Savate um die Fausttechniken des englischen Boxens. Savate wurde zunehmend zu einer beliebten Sportart, die sogar an Schulen und Universitäten unterrichtet wurde.

Durch den zweiten Weltkrieg und seine Folgen geriet der Sport aber etwas in Vergessenheit, was sich erst seit den 60er Jahren wieder änderte. Seit 1985 gibt es eine internationale Savate-Liga. Savate wird heute in allen Teilen der Erde praktiziert, hauptsächlich in Europa vom Westen bis hin nach Russland, aber auch in den USA und Kanada, Südamerika, Australien und sogar Japan und den ehemaligen französischen Kolonien in Afrika.

Savate, eine französische Kampfsportart, vereint Boxtechniken, dynamische Tritte und strategisches Denken. Mit einer langen Geschichte, die bis zu den Kriegszeiten der französischen Revolution zurückreicht, hat sich Savate von einer militärischen Anwendung zu einer beliebten Sportart entwickelt und wurde sogar bei den Olympischen Spielen 1924 in Frankreich vorgeführt.

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Techniken und Merkmale

Beim Savate-Boxe Française werden Füße und Fäuste benutzt, um den Gegner im Rahmen festgelegter Kampfregeln zu treffen. Savate Boxe Francaise unterscheidet es sich von anderen schlaglastigen Kampfstilen wie dem Kickboxenoder dem Karate durch die Ausführung der Techniken. Im Training werden alle Technikübungen situativ am Gegner durchgeführt, um eine rein mechanische Wiederholung der Übungen zu vermeiden.

Am Anfang stehen das Erlernen einer sauberen Technik, das Entwickeln von Schnelligkeit und Aufmerksamkeit, so wie Anpassungsfähigkeit an die Situation im Vordergrund.

Ergänzt wird das Repertoire durch Ausweich- und Abwehrtechniken sowie geschickte Finten. Das ultimative Ziel besteht darin, den Gegner zu treffen, ohne selbst getroffen zu werden.

Die Ausübung von Savate Boxe Française erfordert ein ausgezeichnetes Distanzgefühl, gute Kondition, Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit.

Ein wesentliches Merkmal der Savate ist das Tragen spezieller, leichter Schuhe. Diese Savate-Schuhe sind so konzipiert, dass sie zugleich Schutz für den Fuß bieten und präzise Tritte ermöglichen. Sie sind in der Regel eng anliegend, mit einer stabilen, aber flexiblen Sohle, um die Beweglichkeit nicht einzuschränken.

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Ausrüstung

  • Schuhe: Spezielle, leichte Schuhe für präzise Tritte.
  • Handschuhe: Boxhandschuhe (8, 10 oder 12 Unzen).
  • Mundschutz: Obligatorisch zur Vermeidung von Verletzungen.
  • Schienbeinschützer: Je nach Reglement und Trainingsabsprache.
  • Kleidung: Ganzkörperanzug oder enge Hose mit Trikot.

Disziplinen im Savate

Für Kampfsportinteressierte bietet Savate drei faszinierende Disziplinen:

  1. Assaut (Angriff): Hier steht Leichtkontakt im Fokus, bei dem Qualität der Techniken, Trefferanzahl und Strategie den Weg zum Sieg bestimmen.
  2. Précombat (Vorkampf): Eine Vorstufe zum Vollkontakt, bei dem K.O.s erlaubt sind, jedoch mit entsprechender Schutzausrüstung wie Kopf- und Schienbeinschutz.
  3. Combat (Kampf): Der Vollkontakt-Kampf, bei dem das Ziel Wirkungstreffer oder ein K.O. ist. Die Schutzausrüstung ist minimal (z.B. Handschuhe, Bandagen, Zahn- & Tiefschutz), und es wird mit einem Ganzkörperanzug gekämpft.

Diese Disziplinen sind in Gewichtsklassen und Technikgraduierungen (Blau- bis Silbergurt) organisiert, um faire Wettkämpfe zu gewährleisten.

Die Disziplinen im Überblick

Disziplin Kontakt Ziel Schutzausrüstung
Assaut Leichtkontakt Qualität der Techniken, Trefferanzahl, Strategie Standard
Précombat Vollkontakt (mit Einschränkungen) Wirkungstreffer oder K.O. Erweiterte Schutzausrüstung (Kopfschutz, Schienbeinschutz)
Combat Vollkontakt Wirkungstreffer oder K.O. Minimale Schutzausrüstung (Handschuhe, Bandagen, Zahn- & Tiefschutz)

Savate in Deutschland

Trotz der geographischen Nähe zwischen Deutschland und Frankreich dauerte es einige Zeit, bis sich Savate fest in der deutschen Kampfsportlandschaft etablierte. Mit der Zeit entstanden Kooperationen mit französischen Schulen und Verbänden, was zu einer deutlicheren Strukturierung und Professionalisierung führte.

Heute findet man Savate-Schulen in mehreren deutschen Städten wie Berlin, Hamburg, München oder Köln. Zwar ist die Disziplin immer noch kleiner als viele andere Kampfsportarten, doch das Interesse wächst stetig. In jüngerer Zeit haben auch Wettkämpfe in Deutschland an Bedeutung gewonnen.

Organisationen und Verbände

In Deutschland wird Savate vor allem über Kickbox- und Mehrsparten-Verbände gefördert, da die Disziplin hierzulande vergleichsweise klein ist und oft in Verbindung mit artverwandten Sportarten gelehrt wird. Dennoch gibt es auch Organisationen, die sich direkt an der Verbreitung von Savate beteiligen.

Auf internationaler Ebene ist die Fédération Internationale de Savate (FISav) zuständig. Dieser Dachverband vertritt die Interessen der Savate-Gemeinschaft weltweit, organisiert Europa- und Weltmeisterschaften und sorgt für einheitliche Regeln.

Savate lernen

Wie auch bei anderen Kampfsportarten geht es im Training um Körperbeherrschung, Kraft, Kondition, Beweglichkeit und Technik-Übungen. Unabhängig von Alter und Geschlecht ist jeder willkommen. Savate kann ich jedem Fall empfehlen.

Wer Savate erlernen möchte, findet in dieser Sportart eine anspruchsvolle Kombination aus Schnelligkeit, Körperbeherrschung und mentaler Stärke. Die Regeln, welche die Verwendung spezifischer Fußbereiche vorschreiben, geben Savate einen eigenen Charakter, der sich von anderen Kampfsportarten wie Kickboxen, Taekwondo oder Muay Thai klar unterscheidet.

Savate zur Selbstverteidigung

Savate kann in jedem Fall zur Selbstverteidigung empfohlen werden. Es gibt darüber hinaus auch Savate Défense, eine Variante also die speziell für die Selbstverteidigung angepasst ist.

Savate ist eine Kampfsportart, die ihren Ursprung im Frankreich hat.

Insgesamt ist Savate ein eleganter und anspruchsvoller Kampfsport, der sowohl körperliche Fitness als auch Kampftechniken trainiert und eine lange Tradition in der französischen Kampfkunstgeschichte hat.