Ralph Macchio ist in seiner Rolle des Daniel in „Karate Kid“ Teil eines noch heute andauernden Kultfilms. Noch heute bekommt er Fragen, wie „Können Sie wirklich Karate?“ oder „Können Sie uns bitte den Kranich zeigen?“ gestellt. Auch wenn er dies ab und an ermüdend findet, schätzt er die Anerkennung und Begeisterung, die damit einhergeht sehr.
Ralph Macchio: Vom "Dancing Kid" zum Karate-Idol
Ralph Macchio macht seine ersten Gehversuche vor der Kamera bei Werbefilmen der Marken Dr Pepper und Bubble Yum. 1980 hat er sein Fernsehdebüt als Jeremy Andretti in Eight Is Enough und 1983 erhält er seine erste große Hauptrolle in „Die Outsider - Rebellen ohne Grund“.
Nur ein Jahr später erobert er als „Karate Kid“ die Herzen von Groß und Klein. Aufgrund seines jungenhaften Aussehens hat er bis Ende der 90er Jahre eher sporadische Auftritte in Film und Fernsehen. Man sieht Macchio in „Crossroads - Pakt mit dem Teufel“, „Karate Kid II - Entscheidung in Okinawa“, „Karate Kid III - Die letzte Entscheidung“ und „Naked in New York“.
Seit Anfang der 2000er kann er langsam, sehr langsam sein ihn immer noch anhaftendes Karate-Kid-Image ablegen und er kann sich auch in reiferen Rollen beweisen. In der HBO-Serie Entourage spielt er in einer Folge sich selbst und in Ugly Betty ist er für einige Folgen mit von der Partie. 2011 nimmt er an der Fernsehshow Dancing with the Stars teil. Er schafft es bis ins Halbfinale, was auch daran liegt, dass er seit seinem dritten Lebensjahr Tanzunterricht nimmt und auch bekannt ist als „Dancing Kid". 2012 gehört er neben Helen Mirren, Anthony Hopkins und Jessica Biel zum Cast des Films „Hitchcock“, welcher auf dem Roman Alfred Hitchcock and the Making of Psycho basiert. Nach kurzen Auftritten in den Serien Psych und How I Met Your Mother sieht man ihn als Officer Haddix in The Deuce.
2018 feiert er sein Comeback als Ex-Karate-Kid aka Daniel-san in der YouTube-Premium-Serie Cobra Kai. Er will nichts anderes tun als Schauspieler und kreativ sein. Allerdings würde er alles dafür tun, für ein Konzert als Bruce Springsteen auf der Bühne zu stehen.
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Die Kampfkünste in Cobra Kai: Mehr als nur "Film-Fu"
Als The Karate Kid 1984 uraufgeführt wurde, beeilten sich neue Studenten, sich landesweit für Karate Dojos einzuschreiben. In jedem Film oder jeder Serie sind die Filmemacher und Showrunner keinem bestimmten Stil verpflichtet. Sie erzählen eine Geschichte, machen keinen Dokumentarfilm. Bei den meisten Produktionen sorgt ein Durcheinander von "Film-Fu" für bessere Action als authentische Kampfkünste.
Als The Karate Kid mit der Produktion begann, kannten Ralph Macchio (Daniel), William Zabka (Johnny) und Pat Morita (Mr. Miyagi) keine Kampfkünste. Zabka hatte einige Erfahrungen im Wrestling, aber das war es. Wie David Carradine in der 70er-Jahre-TV-Show Kung Fu verdienten sie ihre Rollen mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten, nicht mit ihren Kampfkunstfähigkeiten.
Die in The Karate Kid dargestellten Kampfkünste müssen Großmeister Pat E. Johnson zugeschrieben werden. Er war der Kampfkunst-Choreograf für die Originalfilme und spielte den Schiedsrichter. Johnson ist ein Schüler von Chuck Norris und Kapitän des Black Belt Competition-Teams von Norris, um 33 aufeinanderfolgende nationale und internationale Meisterschaften zu gewinnen.
Tang Soo Do und Cobra Kai
Tang Soo Do bedeutet "Weg der Tang-Hand". Angesichts von Johnsons Choreografie beeinflusst Tang Soo Do Cobra Kai mehr als Karate. In der gesamten Serie gibt es subtile Hinweise darauf. Vom ersten Film bis zu Cobra Kai setzt Johnny, wenn er sparsam ist, viele High Kicks ein, die für koreanische Kampfkünste charakteristisch sind. Nach dem ersten Film studierte Zabka noch viele Jahre Tang Soo Do bei Johnson, es ist also sein Grundstil.
Cobra Kai ist der Name der Schule, nicht der Stil. Das "Kai" in Cobra Kai bedeutet wörtlich "Versammlung" oder "Treffen" und innerhalb der Karate-Umgangssprache ist es ein Suffix, das eine Organisation oder Gruppe bezeichnet. Cobra ist nur ein Name, das Schulmaskottchen.
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Miyagi-Do und Goju-Ryu
Es ist impliziert, dass Miyagi einen Karate-Stil namens Goju-Ryu lehrt. Goju bedeutet "hart weich". Goju-Ryu-Ostereier deuten darauf hin, dass dies die Inspiration für Miyagi-Do ist. In The Karate Kid Part II ist ein Goju-Ryu Zeichen deutlich auf Chozens (Yuji Okumoto) Gi zu sehen.
Ein weiterer wichtiger Hinweis liegt in der Kata, die Miyagi Daniel in The Karate Kid Part III unterrichtet. Es basiert auf Seiunchin, einer originalen Goju-Ryu Kata, die von Higaonna Kanryo erstellt und an Chojun Miyagi weitergegeben wurde. Dies ist dieselbe Kata, die Daniel in Cobra Kai rezitiert und seinen Schülern unterrichtet, darunter seiner Tochter Samantha (Mary Mouser) und Johnnys Sohn Robby (Tanner Buchanan).
Die realen Kampfsportfähigkeiten der Cobra Kai-Darsteller
In der Serien sieht man Xolo Maridueña, Mary Mouser und Jacob Bertrand als Miguel, Samantha und Hawk. Besonders der Kampfsport-Aspekt der Serie machte ihnen am Anfang der Serie zu schaffen. So wurden die drei Nachwuchs-Schauspieler/Innen von The Wrap zu ihren Kampfkünsten im echten Leben befragt. Diese seien bei allen deutlich besser geworden, wenn man sie mit dem Stand der ersten Staffel vergleicht. Besonders seit der zweiten Staffel sind alle motiviert, auch privat weiter zu üben.
So gesteht Jacob Bertrand zum Beispiel, dass er sich inzwischen auch privat für Kampfsport interessiere und viel UFC schaue. Mary Mouser geht sogar soweit, zu behaupten, dass sie hoffe, Karate ihre ganze Karriere lang weiter zu verfolgen und in Zukunft weitere Rollen mit einem so körperlichen Aspekt zu bekommen.
Auch wenn also noch keiner der Schauspieler/Innen einen schwarzen Gürtel hat, kommen die Fähigkeiten der Serie auch im echten Leben nach und nach zum Vorschein.
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Ein neues Kapitel: "Karate Kid" trifft "Karate Kid" trifft "Cobra Kai"
Als vor rund einem Jahr ein neuer „Karate Kid“-Film für 2024 angekündigt wurde, sorgte das für Rätselraten. Nun wissen wir es: ein riesiges Crossover! Ralph Macchio, der im originalen „Karate Kid“ von 1984, zwei Sequels sowie der Serie „Cobra Kai“ als Daniel LaRusso zu sehen ist, und Jackie Chan, der im Remake von 2010 die Mentor-Figur Mr. Han verkörpert, treffen aufeinander.
Der Webseite können wir dabei entnehmen, dass die Figur Li Fong heißt, wohl ein Teenager im Alter von 15 bis 17 Jahren (so alt soll zumindest der gesuchte Schauspieler sein) sowie chinesischer Abstammung ist, aber fließend englisch sprechen kann. Als „smart, rauflustig und ausgezeichneter Martial-Arts-Künstler“ wird die Figur Li Fong zudem beschrieben.
Gedreht wird wohl im Frühjahr 2024 - zumindest müssen Bewerber von März bis Juni 2024 Zeit haben. Mit der Produktion soll es dann alles sehr schnell gehen. „Karate Kid“ soll am 12. Dezember 2024 in die deutschen Kinos kommen.
Regie beim Projekt führt übrigens Jonathan Entwistle, der bislang vor allem für die Netflix-Serie „I Am Not Okay With This“ bekannt ist. Das Drehbuch stammt von Rob Lieber („Peter Hase“, „Gänsehaut 2“). Die Macher hinter Serien-Erfolg „Cobra Kai“ sind nach allem, was aktuell bekannt ist, nicht involviert. Große Verweise sollten also nicht unbedingt erwartet werden. Ob Figuren wie Johnny Lawrence (William Zabka), Robby Keene (Tanner Buchanan) oder Samantha LaRusso (Mary Mouser) trotzdem auftauchen, ist nicht bekannt. Bislang wird das Drehbuch auch noch geheim gehalten.
Tabelle: Kampfsport-Vorkenntnisse der Cobra Kai-Darsteller
| Schauspieler | Rolle | Karate-Vorkenntnisse (vor Cobra Kai) | Kampfsport-Training während Cobra Kai |
|---|---|---|---|
| Jacob Bertrand | Hawk | Karate (bis zum violetten Gürtel) | Karate, Griffkampfarten, Skateboard, Ultimate Fighting |
| Xolo Maridueña | Miguel | "Ein Jahr oder so" Karate als Kind | Stunts, Boxen |
| Mary Mouser | Samantha LaRusso | Unsportlich | Karate |
| Peyton List | Tory | Keine | Karate |
| William Zabka | Johnny Lawrence | Sportlich, keine Kampfsport-Erfahrung | Karate |
| Martin Kove | John Kreese | Shihan Tak Kobota, Kendo, Tae Kwon Do, Okinawa-te (schwarzer Gürtel) | Unbekannt |
| Thomas Ian Griffith | Terry Silver | Karate (High School), Kenpo Karate, Taekwondo (schwarzer Gürtel) | Unbekannt |
