Japanische Kampfsportart mit Stöcken: Eine Übersicht

In der Welt der japanischen Kampfkünste denkt man häufig zuerst an Samurai und das Katana. Jedoch war das Tragen dieser Waffe nur Angehörigen dieses Kriegerstandes erlaubt. Vielen anderen Ständen war das Besitzen und Nutzen jeglicher Art von Waffe untersagt. Um sich trotzdem gegen Banditen oder andere Angreifer zu wehren, haben die einfachen Leute gelernt, sich mit Alltagsgegenständen zu wehren.

Eine wichtige Verteidigungswaffe waren unter anderem Stöcke. Daraus haben sich die unterschiedlichsten Stockkampf-Variationen entwickelt.

Stockkampftechniken in japanischen Kampfkünsten

Wenn es um Langstocktechniken geht, ist "Bôjutsu" (Stockkampf) auch Teil des Trainings einiger japanischer Kampfkünste. Bei uns im Aikido gibt es beispielsweise Waffentechniken (bukiwaza) mit dem Stab (Aiki-Jô). Da sie aber auf den Bewegungskonzepten des unbewaffneten Aikido beruhen, werden sie häufig erst bei einem gewissen Fortschritt gelehrt.

Eine japanische Kampfkunst, die sich ausschließlich auf den Stab beschränkt, ist Jodo - dabei geht es letztlich um die Abwehr von Schwerttechniken durch einen Stab.

Tosei Ryu Tanjōjutsu

Das Tenshinkai Dojo Köln unterrichtet den vergleichsweise jungen Stockkampf-Stil Tosei Ryu Tanjōjutsu unter Luciano Gabriel Morgenstern Shinryu Sensei. Er ist der direkte Schüler des japanischen Großmeisters Niina Toyoaki Gyokusou Soke und trägt den 7. Dan Kyoshi im Tosei Ryu. Dieser äußerst effektive Stil wurde 1988 von dem Großmeister Niina Soke aus dem Shintō Musō Ryu (Kampfkunst mit dem Jō), Ikkaku Ryu (Kampfkunst mit Jitte und Tessen), Uchida Ryu und Mugai Ryu entwickelt.

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Das Stockkampf-Training in Köln lehrt den Umgang mit dem Tanjō, einem 90 Zentimeter langen Holzstock. Der Stil ist rein kampfbetont und dank seiner einfachen, direkten und effizienten Technik äußerst gut für Selbstverteidigungszwecke geeignet. Die Techniken des Tosei Ryu lassen sich auch mit verschiedenen alltäglichen Gegenständen wie einem Regenschirm oder Gürtel ausführen. Dadurch lernt der Schüler gleichzeitig, sich auch gegen unterschiedlichste Waffen zu verteidigen.

Im Rahmen unseres Stockkampf-Curriculums ist ein gradueller Übergang zu weiteren Holzwaffen inbegriffen. Startet der Schüler mit einem Tanjō, kommt mit steigender Sicherheit ein zweites hinzu. Zusätzlich wird im Stockkampf-Training in Köln der Umgang mit dem ca. 120 Zentimeter langen Jō, sowie dem ca. 180 Zentimeter langen Bō gelehrt. Um unterschiedliche Kampfsituationen im Stockkampf zu simulieren, werden die Waffen in Partnerübungen in den unterschiedlichsten Konstellationen und auch gegen ein Bukotō genutzt.

Weitere asiatische Kampfkünste mit Stockeinfluss

Wenn es dir auch um Kurzstöcke geht, so könnten die philippinischen Kampfkünste wie Arnis/Kali/Escrima für dich von Interesse sein.

Im Shaolin Kung fu werden viele Waffentechniken gelehrt, darunter auch solche, mit einem sog. Bo Stab (oder chinesisch "Gùn"). In verschiedenen chinesischen Stilen des Kungfu/Wushu werden ebenfalls Waffentechniken gelehrt, unter anderem auch mit Stäben unterschiedlicher Art.

Europäischer Stockkampf

Zuguterletzt gibt es aber auch Formen von europäischem Stockkampf, wie er beispielsweise auch auf Mittelaltermärkten aufgeführt wird.

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