Die teuersten Edelsteine pro Karat: Eine umfassende Übersicht

Juwelen stehen für Luxus. Inzwischen vornehmlich von Frauen getragen, schmückten sich vor Jahrtausenden männliche Herrscher im alten Ägypten oder Syrien mit den glänzenden Steinen.

Wenn man an wertvolle Edelsteine denkt, kommen einem sofort Diamanten in den Sinn. Doch es gibt noch viele andere seltene und kostbare Mineralien auf unserem Planeten, die mit ihrem einzigartigen Glanz und ihrer Seltenheit faszinieren.

Edelsteine sind mineralische Schönheiten, die wegen ihrer Ästhetik und ihres Marktwerts geschätzt werden. Nicht alle von ihnen haben einen hohen Preis - umso mehr stechen die ganz besonderen Exemplare hervor.

Dabei sind diese Steine noch viel älter als unsere antiken Kulturen. Vor Millionen von Jahren bereits ist der Entstehungsprozess für Saphir, Rubin und Co. in Gang gesetzt worden - in weiter Tiefe, mehr als 100 Kilometer unter der Erdoberfläche.

Noch immer sind die geologischen Entstehungsprozesse im Erdinneren in vollem Gange - wie bei allen natürlichen Rohstoffen, gehen allerdings auch die Vorkommen der funkelnden Steine langsam, aber stetig zurück. Damit steigen Seltenheit und Nachfrage.

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Sie alle eint ihre Seltenheit sowie ihre natürliche Herkunft - denn obwohl viele Edelsteine heute im Labor gezüchtet werden können, stammen die hier vorgestellten ausschliesslich aus dem Schoss von Mutter Natur.

Die Wertbestimmung von Edelsteinen

Von Selbstläufern als Anlageobjekte sind Edelsteine jedoch weit entfernt. Zum einen, weil es so viele von ihnen gibt. Im Grunde bestehen Edelsteine schlicht aus Mineralien und unterscheiden sich damit nicht nennenswert von weniger edlen Gesteinsarten.

Gegenüber einfachen Schmucksteinen wie Bergkristallen, dem Lapislazuli oder Turmalin weisen sie jedoch eine besonders hohe chemische Reinheit auf. Ihre innere Struktur ist symmetrisch, ihre äußere Fassung hart.

Die Härte der Steine bestimmt sich anhand der sogenannten Mohs Skala. Namensgeber war der deutsche Mineraloge Friedrich Mohs, der als erster Wissenschaftler Minerale entsprechend ihrer Ritzhärte in insgesamt zehn Klassen einteilte. Danach gelten Steine mit den Klassifizierungen eins und zwei als weich, zwischen drei und fünf als mittel- und von sechs bis zehn als hart.

Hinweis: Diamanten fallen als einziges Gestein in die Klasse zehn.

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Dennoch: Die strikte Trennung zwischen Edelstein, Halbedelstein und unedlen Steinen gerät zunehmend ins Wanken. Denn immer mehr Steine gelten als wertvoll, die nicht alle der vorgenannten Kriterien aufweisen - sie sind zum Beispiel nicht ausgesprochen selten oder nicht ganz so hart.

Neben ihrer Seltenheit und möglichen individuellen Besonderheiten wie historischen Raritäten wird der Wert von Farbedelsteinen als Investment daher anhand der sogenannten „4C“ bestimmt:

  1. Color (Farbe): Je klarer und reiner der Farbton, desto höher die Qualität des Steins. Einige Schattierungen sind besonders unerwünscht. So sollten rote Rubine und grüne Smaragde auf keinen Fall einen Stich ins Braun aufweisen, bei blauen Saphiren wirken sich grüne Farbstiche wertmindernd aus. Die Ausnahme bilden changierende Steine wie der Alexandrit. Sie erkennen, dass für Laien schon beim ersten „C“ eine Preiseinschätzung kompliziert wird.
  2. Cut (Schliff): Die meisten Schleifer von Edelsteinen wissen, was sie tun. Doch wirklich exzellente Schliffe sind selten, und selbst erfahrenen Spezialisten können Fehler unterlaufen. Von besonderer Bedeutung erweisen sich hier der korrekte Winkel des geschliffenen Unterteils sowie seine Stärke. Ist er zu flach, tritt das Licht hindurch, wird nicht reflektiert und verliert an Brillanz. Legen Sie den Edelstein auf Ihre Fingerspitze und blicken von oben gerade hinab. Ein weiterer Blick gilt der Symmetrie. Trotz allem liegt Schönheit im Auge des Betrachters.
  3. Clarity (Reinheit): Sicher kennen Sie das geflügelte Wort des lupenreinen Diamanten? Bei Farbedelsteinen ist es die Augenreinheit, die Einfluss auf die Kostbarkeit nimmt. Ebenfalls anders als bei Diamanten gelten leichte Einschlüsse bei Farbedelsteinen allerdings nicht unbedingt als wertmindernd, sondern als Echtheitsmerkmale. Denn noch lassen sich bei künstlich gefertigten Edelsteinen diese Einschlüsse nicht exakt kopieren. Der Großteil der Einschlüsse gilt nicht als Qualitätsmerkmal. Für Sie allerdings kann dies ein Vorteil sein. Denn nur so sind für die meisten Budgets Edelsteine als Wertanlage überhaupt erschwinglich.
  4. Carat (Karat): Die Gewichtsangabe von Edelsteinen erfolgt in Carat (ct), wobei fünf Carat einem Gramm entsprechen (ein Carat = 0,2 Gramm). Das Gewicht gilt bei all den Edelsteinen als wertbestimmender Faktor, bei denen sich die Seltenheit an der Karat-Klasse orientiert. So erhielten Sie aktuell für einen dreikarätigen Rubin aus Burma ein Vielfaches von dem, das Sie im Verhältnis für einen qualitativ identischen roten Einkaräter aus dem heutigen Myanmar erhielten.

Ohne eine professionelle Expertise lässt sich der genaue Wert eines Edelsteins kaum ermitteln. Aus genau diesem Grunde sind offizielle Zertifikate im weltweiten Handel von besonderer Bedeutung. Ohne ein offizielles Zertifikat sollten Sie keine Edelsteine erwerben, um nicht ungerechtfertigter Weise zu viel zu bezahlen. Auch ein möglicher Wiederverkauf gestaltet sich entsprechend schwieriger.

Die teuersten Edelsteine der Welt

Edelsteine können richtig teuer sein. Doch die teuersten Varianten sprengen wohl jedes Budget. Hier eine Liste einiger der exklusivsten und teuersten Edelsteine:

  1. Painite: Gilt als äusserst seltener Borat und kostet etwa 50'000 Schweizer Franken pro Karat.
  2. Smaragd: Dessen Preis kann je nach Farbe und Klarheit bis zu 95'000 Schweizer Franken pro Karat erreichen.
  3. Blauer Diamant: Blaue Edelsteine haben in den letzten Jahren alle Preisrekorde gebrochen.
  4. Pink Star: Der rosafarbene Diamant wurde zu einem Höchstpreis von unglaublichen 67 Millionen Euro in einem Genfer Auktionshaus verkauft. Beim Verkauf hatte der vor 18 Jahren entdeckte Rohdiamant noch ganze 132,5 Karat. Nach aufwendiger und zweijähriger Perfektionsarbeit bekam er seinen heutigen Schliff.
  5. The Constellation: Die Bergbaugesellschaft Lucara Diamond hat nach eigenen Angaben einen Rohdiamanten für 63 Millionen Dollar verkauft. Der Stein mit dem Namen «The Constellation» habe ein Gewicht von 813 Karat.

Weitere bemerkenswerte Edelsteine

  • Benitoite: Kostet rund 3'500 Schweizer Franken pro Karat.
  • Paraiba-Turmalin: Kostet rund 4'300 Schweizer Franken pro Karat.
  • Schwarzer Opal: Kostet 8'700 Schweizer Franken pro Karat.
  • Demantoid-Garnet: Ein umstrittener Stein wegen Vorwürfen des Wärmebehandlungsprozesses zur Farbverbesserung.
  • Roter Beryll: Einer der seltensten natürlichen Edelsteine überhaupt.
  • Alexandrit: Mit seiner einzigartigen Fähigkeit, seine Farbe unter verschiedenen Lichtquellen zu ändern.
  • Musgravit: Gehört zu den seltensten und teuersten natürlichen Edelsteinen.
  • Taaffeite: Ein sehr seltener Edelstein, der nur für feinen Schmuck verwendet wird.

Der Markt für Edelsteine

Während der Wert von Gold, Silber und Co. täglich zweimal an spezifischen und im internationalen Handel anerkannten Edelmetallbörsen bestimmt wird, unterliegen Farbedelsteine einem ungeregelten Markt. Hier bestimmt fast ausschließlich die aktuelle Nachfrage den Wert - und diese wiederum richtet sich nach der Qualität jedes einzelnen Unikats.

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Seit 2004 gibt es mit dem IDEX einen weltweit gültigen Diamantindex für bearbeitete Diamanten im Brillantschliff und mit damit mindestens 57 Facetten.

Innerhalb Deutschlands orientieren sich Käufer und Verkäufer am Diamant Bericht Diamanten Index „DBDIX“. Für Farbedelsteine ist der Gemval Dax das Maß aller Dinge. 2005 ins Leben gerufen, stellt er die Wertentwicklung von insgesamt 26 Farbedelstein-Arten auf.

Generell erweisen sich Farbedelsteine gegenüber Diamanten als Anlageobjekte mit weit höheren Gewinnmöglichkeiten.

Edelsteine als Wertanlage

Inflation, schwankende Aktienkurse, kaum Zinsen: Immer mehr Verbraucher sehen sich nach Sachwerten als alternativen Anlagemethoden um. Im Vordergrund stehen dabei vor allem zwei Aspekte: Die Investition sollte krisensicher sein und ein möglichst hohes Wertsteigerungspotenzial aufweisen. Zu ihnen zählen beispielsweise Gold und Silber in Form von Barren oder Münzen.

Auch Edelmetalle wie Gold und Silber, Platin und Palladium unterscheiden sich von halb- und unedlen Metallen. Auch ihre Vorkommen sind begrenzt, auch sie ziehen aufgrund ihrer Schönheit ihre Liebhaber in ihren Bann. Doch es gibt wesentliche Unterschiede. Denn der Markt für Edelmetalle ist reglementiert.

Im Gegensatz zu Edelsteinen ist es für Laien schwierig, die Echtheit von Edelsteinen zu bewerten. Es gibt viele Fälschungen auf dem Markt, die schwer von echten Steinen zu unterscheiden sind.

Zusätzlich zu ihren stabilen Wert und ihrer Echtheit bieten Gold und Silber auch Schutz vor Inflation. Im Gegensatz zu Papiergeld, das im Wert schwanken und sogar verfallen kann, bleiben Gold und Silber konstant in ihrem Wert.