Der Einzelkämpfer: Eine Kritik des Action-Feuerwerks der Güteklasse Bums

Der Einzelkämpfer, auch bekannt unter vielen anderen Titeln, ist ein Actionfilm, der durch seine ungewöhnliche Mischung aus Elementen und Darstellern auffällt. Der Film, inszeniert von Al Adamson, bietet eine Mischung aus Kampfsport, Agenten-Thriller und B-Movie-Charme.

Handlung und Inhalt

Dr. Mason erfindet eine Kältebombe, die alles menschliche Leben in Sekundenschnelle einfrieren kann. Er transplantiert den Mikrofilm mit der Formel unter die Kopfhaut seiner Assistentin Felicitas Roberts. Bei dem Versuch, sich mit General Jameson in Los Angeles in Verbindung zu setzen, wird sie entführt. General Jameson setzt seinen besten Agenten, den Einzelkämpfer, auf die Spur. Doch nicht nur das Verbrechersyndikat, sondern auch eine Grossmacht versuchen Felicitas Roberts das Geheimnis der Bombe zu entreissen.

Die Geschichte beginnt in Nevada, USA, Sommer 1982. In einem Versuchslabor der Taipeh Chang Lee Corporation wird Felicitas Roberts von ihrem Chef Dr. Mason ein Mikrofilm mit den Plänen der Kältebombe eingepflanzt. Der Doktor erklärt, dass Felicitas die Pläne zum FBI bringen und dort General Jameson übergeben soll.

Der Film verfolgt eine Willkür von jagen und gejagt werden, schlagen und geschlagen werden. Eine Konstante bildet hingegen die Suche nach der Formel. Die Bösewichte sind der Assistentin hinterher gereist, die sich auf den Weg zu Masons Tochter gemacht hat, um ihr einen Brief zu überbringen.

Darsteller und Charaktere

  • Jim Kelly als Lt. Detective J. Ash, der Einzelkämpfer
  • Harold Sakata als Santo „The Pig“ Massino, der Bösewicht
  • George Lazenby als Capt. Gallagher
  • Myron Lee als Li, Ashs Sidekick
  • T.E. Forman als Dr. Mason

Jim Kelly gibt alles, um den Verkauf einer tödlichen Kältebombe zu verhindern. Unterstützt wird der nicht ganz so einzeln kämpfende Einzelkämpfer dabei von seiner fulminanten Frisur, dem Bruce-Lee-Lookalike Myron Bruce Lee und dem einmaligen James-Bond-Original-Darsteller George Lazenby persönlich. Aber der Film bietet noch mehr echtes 007-Feeling, denn auch der legendäre Goldfinger-Handlanger OddJob alias Harold Sakata tritt hier als Oberschurke auf!

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Keiner der Darsteller hat sich beim großen Karrierestart wohl erträumt, einmal in einem so lausigen Film aufzuspielen, aber so ist das Leben. Nicht jeder ist auf der Gewinnerstraße und so war für Jim Kelly, der durch die Kung Fu Serie, erste Martial Arts Importe wie Zhao - Der Unbesiegbare und durch die Blaxploitationwelle als Afro-Amerikaner rückengestärkt, jeglicher Bonus als Antwort auf Bruce Lee, wie auch Sonny Chiba zeitweise aufgebaut werden sollte, aufgebraucht. George Lazenby hatte sich nach seinem Ausstieg als Bond-Darsteller auf TV-Auftritte, B-Movies und einige Filme in Hongkong beschränken müssen. Harold Sakata dürfte vor allem sein schlechtes Englisch zur Last gefallen sein, welches ihn auf ein Asiatenklischee beschränkt.

Kritik und Bewertung

Der Film hält nichts von dem, was er verspricht. Stattdessen verfolgen wir eine Willkür von jagen und gejagt werden, schlagen und geschlagen werden. Eine Konstante bildet hingegen die Suche nach der Formel, wobei man doch eher den Eindruck gewinnen muß, daß dies als Kern gedrehte Aufnahmen sind, um die der Rest arrangiert wurde.

Insbesondere die Auseinandersetzung zwischen Kelly und Minor ist dabei dann auch noch viel zu kurz geraten, was vielleicht daran liegen könnte, daß Minors Präsenz, die er schon ohne eine Bewegung nur durch sein schwarzes Outfit mit Nietenarmband und seinen unfassbar finsteren Blick erreicht, Kellys ohnehin schon nur halbherzige Performance mit dem Eindruck, daß er dafür nicht mal seinem Pyjama entstiegen ist, in Grund und Boden geprügelt hätte.

Auch eine eingestreute Bordellsequenz bringt dem Film rein gar nichts. Anstatt hier die Erotikschraube anzuziehen, gibt es einen prüden Blick auf ein Paar Brüste und eine von weitem gefilmte Ansicht auf eine gemischte Gesellschaft im Jacuzzi. Selbst für das Amüsement vielversprechende Rollen wie Ashs Sidekick Li (Myron "Bruce" Lee) werden verheizt.

Der Film ist zwar absolut sinnlos und unwichtig, aber auf eine gewisse Art kann selbst Der Einzelkämpfer unterhalten. Sofern das Interesse an der Grindhouse-Mode-Erscheinung allerdings noch nicht abgeklungen ist, könnte der Film auch durchaus als authentischer Beitrag eines Double Features fungieren.

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Fazit

Der Einzelkämpfer ist ein Film, der polarisiert. Für Liebhaber von Trash-Filmen und B-Movies bietet er jedoch durchaus Unterhaltungswert.

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