Ottman Azaitar: Die Gründe für seinen UFC-Rauswurf

Der Rauswurf von Ottman Azaitar aus der UFC sorgte für Aufsehen in der MMA-Welt. Doch was waren die genauen Gründe für diese drastische Entscheidung? Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe und Konsequenzen seines Verhaltens.

Der Vorfall auf Fight Island

Während der Mega-Week mit drei Events auf Fight Island in Abu Dhabi kam es zu einem Eklat um Ottman Azaitar. Nachdem sein Kampf von der Main Card in die Prelims verschoben wurde, was bereits für Verwirrung sorgte, entwickelten sich die Ereignisse zu einem wahren Abenteuerfilm.

Das Team von Ottman Azaitar soll die Handgelenksbänder, die den Kämpfern und Betreuern Zugang zum Fight Island Areal verschaffen, durchgeschnitten und an Personen außerhalb des Geländes gegeben haben. Mindestens eine Person gelangte so auf das Gelände, ging mit einer Tasche in das Hotel und kletterte über mehrere Balkone in das Zimmer von Azaitar. Dort hinterliess er die Tasche und versuchte mit neuer Kleidung das Gelände wieder zu verlassen. Die Security bemerkte den Eindringling, konnte ihn aber nicht aufhalten. Sicherheitskameras hatten auch die Übergabe der Zugriffsbänder gefilmt.

Kurz nach den Vorkommnissen gab UFC-Chef Dana White bekannt, dass Azaitar nicht mehr in der UFC ist - er wurde umgehend gefeuert. White schilderte die Ereignisse sichtlich um Fassung bemüht.

Verstoß gegen Sicherheits- und Corona-Regeln

Das Team von Azaitar hat nicht nur das Sicherheitskonzept der UFC verletzt, sondern damit auch die Corona-Regeln. Die UFC hatte Anfang des Jahres noch ein Video veröffentlicht und klar gemacht, wie aufwändig und einzigartig die Schutzmaßnahmen der Serie sind. Immerhin war die UFC nach der deutschen Fußball-Bundesliga die erste relevante Sport-Serie, die wieder professionelle und regelmäßige Events auf die Beine gestellt hat.

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Die Konsequenzen für Azaitar

Die Konsequenzen ihres Handelns werden den Protagonisten dieses Schmierenstücks wohl erste nach und nach bewusst werden. Bei der UFC sind die Türen zu, soviel ist sicher. Ob Bellator oder die PFL einen Kämpfer nach diesen Aktionen überhaupt aufnehmen würden, ist mehr als fraglich.

Die Zukunft von Abu Azaitar

Eine interessante Frage ist auch die nach der Zukunft von Ottmans Bruder Abu. Gilt die Suspendierung auch ihn? War Abu Azaitar an den Aktionen beteiligt? Wurde er ebenfalls aus der UFC entlassen oder wird er seine Karriere fortsetzen können?

Wenige Wochen nachdem Ottman Azaitar wegen eines gravierenden, vorsätzlichen Verstoßes gegen die Quarantäne-Richtlinien der UFC entlassen wurde, hat auch sein Bruder Abu Azaitar (14-2-1) Ärger. So wurde er für sieben Monate wegen mehrerer Doping-Verstöße gesperrt. Es soll gleich vier positive Tests im letzten August und September gegeben haben. Da die Sperre rückwirkend ab den Tests beginnt, dürfte er schon Ende März wieder antreten. Bisher hat er nur einmal in der UFC gekämpft und dabei Vitor Miranda besiegt.

Spekulationen über die Gründe

Was sich nicht erklären lässt, ist der Grund für die illegalen Aktionen Azaitars, was war so wichtig, dass er sehendes Auges dieses maximale Risiko einging? Die gesamte Veranstaltung mit Millionen-Umsätzen stand auf dem Spiel, die Karriere des Sportlers und nicht zuletzt das Leben des Balkon-Kletterers. Wieso geht man so ein Risiko ein? Was muss man dringend bei sich haben, dass man so respektlos alle Regeln der UFC und des gesunden Menschenverstandes ignoriert?

Es kann natürlich zum einen nichts gewesen sein, was man nach den UFC-Statuten regulär bei sich haben kann. Kleidung, Ausrüstung oder legale Medikamente hätte die UFC sicherlich bei einem sichtlich geschwächten Kämpfer erlaubt. Es muss also etwas illegales oder zumindest nicht geduldetes gewesen sein. Aber warum die Tasche? Medikamente oder ähnliches hätte man auch in der Kleidung transportieren können. Handelte es sich um nicht erlaubte Infusionsbeutel, um den durch den Weight Cut geschwächten Kämpfer wieder aufzupeppeln?

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Solche Infusionen mit Kochsalzlösung, Vitaminen und Mineralstoffen werden oft und gerne genutzt, um den Flüssigkeitshaushalt des Kämpfers nach der Waage wieder auszugleichen und die sogenannte „Re-Hydrierung“ zu beschleunigen.

Was auch immer die Gründe waren, es bleibt ein sehr schlechter Geschmack zurück.

Martin Buschkamp beendet seine MMA-Karriere

Als Martin Buschkamp vor zwei Jahren seinen UFC-Vertrag unterschrieb, war die Freude in Deutschland groß, allerdings nur von kurzer Dauer. Denn einen Kampf konnte der Tuttlinger nicht bestreiten, sein für Hamburg geplanter Debüt-Gegner Alex Enlund sagte kurzfristig wieder ab. Seitdem wurde es still um Buschkamp. Nun ist auch klar, warum. Denn der 27-Jährige hat seine MMA-Karriere beendet.

Die Gründe für den Rücktritt:

  • Verlust der Lust am Kämpfen
  • Zunehmender Druck
  • Fehlender Spaßfaktor
  • Erfüllung im Trainieren von anderen
  • Das Familienleben erfüllt ihn mehr, als einen UFC-Titel oder einen Kampf zu gewinnen.

Buschkamp bereut es nicht, dass es damals in Hamburg nicht mit dem UFC-Kampf geklappt hat. Er hat sich nie als jemand gesehen, der viele Fans hatte, aber, wenn man zurückdenkt, haben ihm doch ein paar Leute die Daumen gedrückt.