Judo-Gemeinschaft Sachsenwald: Eine Erfolgsgeschichte in Hamburg

Die Judo-Gemeinschaft Sachsenwald (JGS) blickt auf eine lange Tradition und zahlreiche Erfolge zurück. Die Fusion mit der TSG Bergedorf machte vieles möglich.

Die Anfänge und Entwicklung

Im Februar 1974 standen die Brüder Lars, Olaf und Karsten Lange zum ersten Mal in Bergedorf auf der Matte, um Judo zu lernen. Das Training fand auf hartem Boden statt und es gab nur eine einzige Dusche für zwei Dutzend Schüler. Heute trainiert die JGS auf einem Schwingboden vor Spiegelwänden, mit ausreichend Duschen und Krafttraining für die Mitglieder.

Nachdem Karsten Lange Judo für sich entdeckt hatte, beschloss man im Familienrat, dass alle drei Jungs bei dem damals knapp zehn Jahre jungen Verein anheuern sollten. Die Entscheidung ersparte ihren Eltern viel Fahrerei und Sorge.

Karsten Lange erinnert sich: „Ich bin damals an der Grundschule Mendelstraße in Lohbrügge von Mitschülern vermöbelt worden. Ein Freund nahm Karsten kurz darauf mit zum Judo-Training. Sport und Atmosphäre gefielen ihm. Noch besser gefiel ihm, dass er „trotz inneren Zitterns“ ein halbes Jahr später auf dem Schulhof stand und den Jungs, die ihn wieder in die Mangel nehmen wollten, signalisierte, er sei bereit. Von diesem Moment an ließen sie ihn in Ruhe, ohne dass er hätte kämpfen müssen.

Bis heute gefällt Karsten Lange auch, dass man beim Judo als Erstes das Fallen lernt. Danach hat er sich mehr zugetraut.

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Erfolge und Leistungen

Können und Kampfgeist haben alle drei Brüder inzwischen zur Genüge bewiesen. Lars wurde mehrfacher Hamburger Meister in allen Jahrgängen, Karsten kämpfte ein Jahr in der ersten Bundesliga beim TH Eilbek und war Hamburger Vizemeister bei den Junioren, Olaf nimmt bis heute an Wettkämpfen teil.

Als mehrfacher Hamburger Meister kämpfte Olaf Lange zehn Jahre in der 1. Bundesliga.

Die JGS kann auf zahlreiche Erfolge ihrer Athleten zurückblicken:

  • Daniel Wiens: 5. Platz auf den DEUTSCHEN U21 Meisterschaften
  • Shamil Osanmaz: Hamburger Meister U15
  • Tala Herb: Dritte bei den Hamburger Einzelmeisterschaften U15
  • Gerrit Noack: Vizemeistertitel bis 81 kg bei den Deutschen Meisterschaften
  • HJT-Team: Bronzemedaille in der 1. Bundesliga
  • Celine Becker: Bronzemedaille beim Senior European Cup
  • Olaf Lange: Gold bei der Ü30 Europameisterschaft

Unsere Kämpferinnen und Kämpfer der U10 und U13 haben beim Has' und Igel Turnier in Buxtehude am 22.02.2025 starke Leistungen gezeigt!

U10 GOLD: Thora Schönberg, Dima Glanz, Davin Gorodilov und Danil Ruppel

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U10 SILBER: Michael Schreiner

U10 BRONZE: Leandro Garzon und Lia Korpiun

U13 GOLD: Ilian Gorodilov

U13 SILBER: Samuel Garzon und Paula Thon

U13 BRONZE: Ali Kadyrov, Nicolae Nederita, Henri Pouplier, Jay Hartwigund Lenny Woddow

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Mit insgesamt 7 Siegen bei 9 Einsätzen (einer noch davon bis 90 kg) seit der letzten Saison, hatte Gerrit wieder einen konstanten Anteil zum erreichen des Finals.

Janek Schumann, Maxim Pudov und Narin Bozkurt konnten sich bei einem internationalen Turnier auf Teneriffa platzieren.

Philosophie und Werte

Wie seine Brüder liebt Olaf Lange das Rangeln und den Reiz herauszufinden, wer stärker ist. Die Philosophie, die Judo dabei zu weit mehr als einem Wettkampfsport macht, hat alle drei geprägt.

Fairness und Respekt, die Verbeugung vor und nach dem Kampf als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung, all das gehört für sie dazu. Im Judo will man seinen Partner nicht kampfunfähig machen.

„Kampfsport heißt auch, mal unten zu liegen und auszuhalten, dass einer über dir steht und lächelt“, erklärt Lars Lange. „Heute will man eher der Beste sein, ohne dass sichtbar wird, wo man an seine Grenzen kommt.

Im japanischen Verständnis hingegen ist Judo ein (Lebens-)Weg von hohem erzieherischen Wert für die geistige, sittliche und moralische Entwicklung des Schülers. Hier kämpft man nicht gegen Feinde, sondern mit Partnern.

Dabei bedeutet der erste Grundsatz, dass ein kräftigerer Gegner unter Ausnutzung seiner eigenen Kraft besiegt wird. Der zweite Grundsatz drückt das moralische Prinzip des Judo aus. Es beinhaltet, dass Partner miteinander kämpfen können, ohne sich zu verletzen, einander Respekt und Achtung erweisen und sich gegenseitig helfen, ein Ziel zu erreichen.

Judo als Lebensweg

Lars Lange ist überzeugt, dass man Judo bis ins hohe Alter praktizieren kann. Weil man nicht nur körperlich, sondern auch geistig daran wächst: „Mit 40 dachte ich, jetzt habe ich das alles kapiert und mit 45 war ich wieder ein Stück weiter.

Auch bei Techniken, die sie seit Jahrzehnten beherrschen, lernt jeder von ihnen durch das Training wieder Neues dazu.

Hahn weiß auch, warum die Mitgliedszahlen bis heute konstant bleiben und die JGS mit mehr als 300 Mitgliedern, darunter viele erfolgreiche Mädchen und Damen, der größte Judoverein im Osten Hamburgs ist: „Es sind diese drei Brüder, die seit 50 Jahren auf der Matte stehen und das Ding zusammenhalten.

Veranstaltungen und Termine

Die JGS bietet regelmäßig Veranstaltungen und Trainingscamps an:

  • HJV Herbstlehrgang mit Frank Wieneke
  • JGS Judo-Ferien-Camp Herbstferien
  • Gemeinsames Wochenende im TSG-Zeltlager Behrensdorf

Die Judo-Gemeinschaft Sachsenwald in der TSG Bergedorf feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Was ist JUDO ?

Judo ist eine Kampfsportart. Sie ist seit 1964 olympisch. Sie wurde in Japan von Jigoro Kano entwickelt.

Kano entfernte aus dem alten Selbstverteidigungs-System Jiu-Jitsu alle gefährlichen Techniken wie Schläge und Tritte. Er legte bei der Entwicklung des Judo großen Wert auf die geistige und moralische Erziehung seiner Schüler.

Judo bedeutet soviel wie „Der sanfte Weg“ oder „Siegen durch Nachgeben“.

Größtmögliche Wirkung durch minimalen Krafteinsatz, gegenseitiges Helfen zum beidseitigen Nutzen. Judo ist eine Selbstverteidigungssportart. Judo lässt sich in einer Kunstform von Folgen vorgeschriebener Angriffe und Verteidigungs-Aktionen vorführen. In der Fachsprache heißt es dann Kata. Das Wettkampf-Judo.