Der Käfig auf Netflix: MMA-Serie, Folgen und Kritik

Die Netflix-Serie Der Käfig (im französischen Original La Cage) entführt die Zuschauer in die Welt des Mixed Martial Arts (MMA) und erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der von einer großen Profikarriere träumt.

Handlung und Charaktere

Taylor (gespielt von Melvin Boomer) hat einen großen Traum: Er will als Mixed-Martial-Arts-Kämpfer ganz groß herauskommen! Bislang sieht es aber nicht sehr gut bei ihm aus, sein Trainer Boss (Franck Gastambide) hält nicht viel von diesen Ambitionen. Sein Rat ist, sich von einer professionellen Karriere zu verabschieden. Taylor will sich davon aber nicht abbringen lassen und arbeitet hart daran, dass er doch noch seine Chance bekommt. Und damit auch den Ruhm und die Anerkennung, nach der er sich sehnt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Taylor (Melvin Boomer), der sein Herz dem Mixed Martial Arts verschrieben hat. Taylor macht sich keine Illusionen über seine Situation: Auch wenn ihm der schulische und berufliche Erfolg verwehrt bleiben mag, ist er von seinem Kampftalent überzeugt und entschlossen, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Allerdings steht er vor einer gewaltigen Herausforderung: Sein Gegner verfügt nicht nur über mehr Kampferfahrung, sondern ist ihm auch physisch überlegen.

Die Serie zeigt den harten Aufstieg eines MMA-Kämpfers und beleuchtet dabei die kompromisslose Realität dieses Sports, wo nur die Ausdauerndsten bestehen können. In "Der Käfig" geht es um einen jungen Mann, der sich im gefährlichen Sport des Mixed Martial Arts (MMA) behaupten möchte. Es ist die Geschichte eines Außenseiters, der alles riskiert, um seinen Lebenstraum zu verwirklichen.

Kritik und Rezeption

Bei Der Käfig verzichtet Franck Gastambide jedoch auf jegliche Form von Humor. Das ist grundsätzlich erst einmal nicht verkehrt. Schließlich waren die Witze in den vorherigen Werken von Gastambide derart altersschwach, dass es vielleicht eine gute Entscheidung ist, auf diese gleich ganz zu verzichten.

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Allerdings ist er einfach kein begnadeter Geschichtenerzähler, Der Käfig ist inhaltlich schon ziemlich schwach auf der Brust. Beispielsweise ist der Protagonist völlig uninteressant und die Serie bleibt einen Grund schuldig, warum man unbedingt mit ihm mitfiebern sollte. Die anderen Figuren sind aber auch nicht besser. Hinzu kommen holprige Dialoge und überschaubare schauspielerische Leistungen.

Zwar gibt es später ein paar Punkte, mit denen man sich schon noch ein wenig abhebt von den vielen anderen Produktionen um junge Menschen, die sportlich hoch hinaus wollen. Der Zielgruppe könnte das aber alles egal sein, die wird eher der Kämpfe wegen dabei sein. Die sind auch ordentlich geworden, da geht es schon zur Sache. Außerdem dürfen sich MMA-Fans über diverse Gastauftritte und Namedropping freuen, man nimmt Gastambide schon ab, dass ihn dieses Themengebiet sehr interessiert.

Man bleibt bei Der Käfig gewissermaßen unter sich, ohne dabei aber ein außenstehendes Publikum abzuweisen. Es braucht keine Vorkenntnisse, um hier einsteigen zu können. Wer Gefallen hat an dieser Art Geschichte oder eben diesem Sport, kann deshalb auf jeden Fall einen Blick riskieren. Besser als die vorherigen Werke von Gastambide ist das schon.

Staffel 2: Was erwartet uns?

Die erste Staffel Der Käfig auf Netflix erfreut sich in zahlreichen Ländern großer Beliebtheit. An deren Ende bleiben viele Stränge offen und liefern Potential für eine zweite Staffel. Wie stehen die Chancen und was sagt der Schöpfer der Serie dazu?

Nach dem Sieg von Taylor gegen Imbrahim (gespielt von Rapper und Schauspieler Bosh) wird er neuer Champion und erhält ein Angebot, in der UFC-France zu kämpfen. Seine Karriere würde sich damit auf eine neue, internationale Bühne heben. Neue Kontrahenten und Antagonisten können implementiert werden, dazu kann tiefer in die professionelle Welt der MMA-Kämpfe eingetaucht werden: Wie geht Taylor mit der neuen Situation um, welche mentalen und körperlichen Auswirkungen hat der Kampfsport auf den Protagonisten?

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Kurz vor einer Dopingkontrolle hat der eifersüchtige Niko (Antoine Simony) Taylor zudem heimlich Steroide ins Wasser gemischt. Mögliche Konsequenzen und der Umgang damit sind ebenfalls noch offen. Dass Taylor positiv getestet wird, dürfte außer Zweifel stehen. Daher gilt es zu beweisen, wer ihm die Steroide untergemischt hat. Unklar auch, wie weitreichend die Folgen für den Kämpfer sein werden. Wird ihm der frisch errungene Meistertitel wieder aberkannt? Droht gar das Ende der MMA-Karriere?

Zudem liegt Taylors Trainer Boss (Franck Gastambide) nach einem Angriff noch immer schwer verletzt im Koma. Überlebt er die Attacke? Steckt, wie von Taylor vermutet, sein Kontrahent Ibrahim dahinter?

Offen ist auch, wie sich das Verhältnis von Taylor und seiner Mutter (Camille de Sablet) weiterentwickelt und wie sich dies auf seine weitere Karriere auswirkt. Am Ende der Staffel erfährt er, dass diese ihre Verletzungen, mit denen sie ihren Sohn unter Druck gesetzt hat, Kämpfe zu bestreiten und Geld zu verdienen, nur vorgetäuscht hat. Taylor entlarvt ihren Plan, mit seinem Geld die Stadt zu verlassen und anderswo ein neues Leben zu beginnen.

Das sagt der Macher der Serie

An spannenden Handlungssträngen und offenen Fragen mangelt es nach der ersten Staffel Der Käfig also nicht. Hoffnung auf eine zweite Staffel kann den Zuschauern außerdem eine Aussage von Serienschöpfer Franck Gastambide machen. Im Gespräch mit dem französischen Technikart Magazine sprach er erstmals offen über die Idee einer zweiten Staffel: Was wir in den letzten Monaten im MMA-Sport gesehen haben, ist, dass die Öffentlichkeit kompromisslos gegenüber den Kämpfern ist. Es könnte interessant sein, in einer zweiten Staffel damit umzugehen, fügt er an. Die größte Herausforderung für einen Kämpfer sei es, mit der Medienwelt und der Öffentlichkeit umzugehen. Vielleicht könnte das also die Fortsetzung von ‚Der Käfig' sein, Gewalt auch außerhalb des Käfigs.

Ob es eine Staffel 2 von Der Käfig geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Das wird - wie bei Netflix üblich - auch stark von den Zuschauer:innenzahlen der Serie abhängen.

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Netflix und der Sport

Netflix will groß ins Sportgeschäft einsteigen. Netflix fühlte bereits im November letzten Jahres vor, wie groß das Interesse an Boxkämpfen auf der Plattform ist. Doch die Bilanz fiel positiv für Netflix aus: Rund 60 Millionen Haushalte haben den Kampf live verfolgt - illegale Streams nicht mit eingerechnet.

Der Streaming-Gigant plant ohnehin nicht, ganze Ligen einzukaufen oder Sportarten zu dominieren, sondern will sich auf ausgewählte, reichweitenstarke Events fokussieren und damit expandieren. Durch die Reichweite von Netflix ergibt sich ein Wechselspiel mit der investierenden Seite: Sportorganisationen und Promoter wissen um die Bedeutung, die Netflix für das Marketing hat.

Allerdings muss sich Netflix für kommende Events technisch besser aufstellen. Da viele Abonnements nur für ein spezifisches Sportevent abgeschlossen werden, muss das Produkt einwandfrei sein.