Benjamin Brinsa, geboren 1989 in Wurzen, Sachsen, ist eine umstrittene Figur in der deutschen Kampfsportszene. Bekannt als Kampfsportler und Hooligan des 1. FC Lok Leipzig, erregt er auch als Stadtrat der AfD-nahen Kleinstpartei „Neues Forum Wurzen“ (NFW) Aufmerksamkeit.
Anfänge und Aufstieg im Kampfsport
Brinsa etablierte sich als gefeierter Kämpfer in der rechten Freefight-Szene und trug den Spitznamen „The Hooligan“. Seine Karriere erfuhr einen bedeutenden Aufschwung, als er 2013 vom weltweit größten Mixed Martial Arts (MMA)-Veranstalter, der Ultimate Fighting Championship (UFC), unter Vertrag genommen wurde.
Der UFC-Vertrag und die Kontroverse
Der Vertrag mit der UFC wurde jedoch schnell wieder aufgelöst, bevor Brinsa einen einzigen Kampf bestreiten konnte. Grund dafür waren mutmaßliche Verbindungen ins rechtsextreme Milieu. Diese Entscheidung kostete ihn die Karriere. Brinsa selbst bedauerte die Entscheidung sehr.
Verbindungen zur rechtsextremen Szene
Brinsa ist seit vielen Jahren in der rechten Szene aktiv. Er ist Hooligan des 1. FC Lok Leipzig und Mitorganisator der Kampfsport-Reihe „Imperium Fighting Championship“. Einige Mitglieder des Teams waren bei dem Nazi-Angriff auf Leipzig-Connewitz 2016 dabei.
Anfang 2018 war er mutmaßlich an einem Versuch beteiligt, schwer bewaffnet eine Gruppe von Journalist*innen anzugreifen, die eine antifaschistische Demonstration begleiteten. Auch Belltower.News berichtete darüber.
Lesen Sie auch: Vom Kampfsport ins Rampenlicht: Benjamin Piwko
Im Netz habe sich „The Hooligan“, wie sich Brinsa mit Kampfnamen nennt, mit einem alles andere als harmlosen Gewehr gezeigt. „Mit einer vollautomatischen AK-47“, erklärt Brinsa. „Es ist eine in Deutschland verbotene Waffe. Deshalb war ich auch auf einem Schießstand im Ausland.“ Die Polizei habe mit einer Hausdurchsuchung reagiert.
Politische Aktivitäten in Wurzen
Neben seiner Kampfsportkarriere ist Brinsa auch politisch aktiv. Er wurde 2019 in den Stadtrat von Wurzen gewählt und besetzt dort einen Sitz für das NFW. Im Umfeld des NFW agieren nicht nur unbeschriebene Blätter. Als „sachkundigen Einwohner“ entsandte das NFW Matthias Möbius in den Ausschuss für Kultur, Jugend, Schulen, Sport und Soziales. Möbius saß früher für die NPD im Stadtrat.
Jüngste Vorwürfe und Ermittlungen
Aktuell steht Brinsa erneut im Fokus der Ermittlungen. Die Polizei erwischte am Wochenende junge Männer, die den Schriftzug „Lok“ großflächig auf Lärmschutzwände an der Autobahn 14 bei Albrechtshain (Stadt Naunhof) sprühten. In der Nähe stoppte die Polizei einen VW Bus mit Benjamin Brinsa. In dem Auto fanden Polizisten mehrere Farb-Sprühdosen, die sichergestellt wurden. Ermittler gehen davon aus, dass Brinsa die anderen zu der Graffiti-Attacke angestiftet haben könnte. Die Polizei ermittelt jetzt gegen ihn und die fünf anderen wegen Sachbeschädigung.
Imperium Fight Team
Brinsa ist eine der zentralen Figuren vom Imperium Fight Team, jenem Gym, das wie Brinsa aus der extrem rechten Hooliganszene von Lok Leipzig stammt und als Paradebeispiel für die Verflechtung von organisierter Fußballfan-Szene, extremer Rechte und Kampfsport in Deutschland gilt.
Der Versuch von Imperium und seinen führenden Köpfen, eine eigene MMA-Veranstaltungsreihe mit aufzubauen, das Imperium Fighting Championship, scheiterte ebenfalls am Ruf, eine rechtsextreme Szeneveranstaltung zu sein.
Cage Fights
Einer der bundesweit bekanntesten extrem rechten Hooligans trat an diesem Nachmittag offenbar als Trainer zweier Kämpfer auf: Der 1989 geborene Benjamin Brinsa stammt aus Wurzen und blickt auf eine langjährige Karriere in der gewaltbereiten Neonazi- und Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig, Lok Leipzig, zurück. Brinsa war selber einmal MMA-Kämpfer.
Wenn das Imperium Fight Team Kämpfer auf MMA-Veranstaltungen schickt, werden berechtigterweise schnell kritische Einwände publik, die die Gewaltaffinität und Verstrickungen in die extreme Rechte problematisieren.
