Benjamin Piwko: Vom Kampfsportler zum gefeierten Schauspieler

Benjamin Piwko beeindruckte auf dem Tanzparkett der RTL-Show 'Let's Dance', doch eigentlich ist seine Spezialität der Kampfsport. Diesem verdankt er auch seinen durchtrainierten Körper. Benjamin Piwko ist ein gehörloser Kampfkunst-Sportler und Schauspieler. 2019 nahm er an der RTL-Show "Let’s Dance“ teil und belegte den dritten Platz.

Bereits als Baby muss Benjamin Piwko einen Schicksalsschlag hinnehmen, der sein ganzes Leben beeinflusst. Aufgrund einer Virusinfektion verlor er sein Gehör, als er acht Monate alt war. Seither ist er taub.

Benjamin Piwko wurde einem breiten Publikum durch seine Teilnahme bei der RTL-Tanzshow 'Let's Dance' bekannt, wo er die Zuschauer mit seinen Tanzkünsten begeistert. Was man dem gebürtigen Hamburger nicht ansieht: Benjamin ist taub. Schon als Baby verlor er im Zuge einer Virusinfektion sein Gehör.

Gemeinsam mit seiner Mutter zog Benjamin Piwko im Kindesalter in die Schweiz, um dort auf einer Privatschule Sprechen, Lippenlesen sowie Gebärden- und Körpersprache zu erlernen. Nach seiner Rückkehr besuchte er eine Schule für schwerhörige Menschen. 2001 begann Benjamin Piwko eine Lehre zum Tischler.

Doch mit viel harter Arbeit erlernte er trotzdem das Sprechen und die Gebärdensprache, um mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren. Sich in einer hörenden Welt zurecht zu finden, war für Benjamin dennoch oft sehr hart, einen Ausgleich fand er im Sport: „Sport ist für mich Therapie“, erklärt er im 'FITBOOK'-Interview.

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Frühe Leidenschaft für den Kampfsport

Seine Leidenschaft für den Kampfsport entdeckte Benjamin Piwko bereits mit fünf Jahren. Er praktizierte zunächst Judo, startete später mit Aikido, Thaiboxing und Wing Chun. Seine Kampfsport-Karriere ist beachtlich. Benjamin Piwko machte 2005 auf Hawaii seinen Schwarzen Gürtel, später erhielt er die Auszeichnung "Real Intelligent Warrior“.

Schon mit fünf Jahren nahm Benjamin Piwko Judo-Unterricht und wechselte später zu Aikido und Kung Fu. Inzwischen hat er seinen eigenen Kampfsport-Stil entwickelt: Eine Mischung aus Kung Fu, Boxen und Selbstverteidigung.

Der gebürtige Hamburger entwickelte seinen eigenen Kampfstil. Wun Boxing Thai Style Self-Defense ist eine Mischung aus unter anderem Selbstverteidigung, Boxen und Kung Fu. Benjamin Piwko hat seine eigene Kampfsportschule (WBT Defence) in Hamburg, in der er Kindern und Erwachsenen diese Art der Selbstverteidigung lehrt.

Benjamin Piwko kam mit Körper- und Gebärdensprache in Berührung und eignete sich die Kommunikation mittels Mimik und Gestik an. Zurück in Hamburg besuchte Benjamin Piwko im Alter von sechs Jahren eine Schule für Schwerhörige und begann 2001 eine Tischlerlehre. Nach der Ausbildung arbeitete er als Choreograph und Stuntfighter für Show und Film. Über die Jahre hinweg hat Benjamin Piwko sich das Lippenlesen beigebracht und kann sich auch gut ohne Gebärdensprache verständigen.

Benjamin Piwko als Schauspieler

Doch nicht nur Kampfsport begleitet ihn durch sein Leben. Auch für das Schauspielern hat Benjamin Piwko seine Leidenschaft entdeckt. Als erster Gehörloser überhaupt erhielt der Hamburger 2016 eine Hauptrolle im "Tatort“.

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Benjamin Piwko feierte sein Debüt als Schauspieler 2004 in der Tatort-Folge "Todes-Bande". Weitere Auftritte in der beliebten ARD-Krimireihe folgten 2006 in "Feuerkämpfer" sowie im Sommer 2015 in einer größeren Rolle im Saarländischen "Tatort". In der Folge "Totenstille" stellte er einen gehörlosen Mann dar, der eine wichtige Situation beobachtet hatte.

Vor der Kamera spricht er überwiegend in Gebärdensprache, die gleichzeitig auch seine Muttersprache ist. Für seinen Auftritt erntete der Sportler viele lobende Worte. 2022 spielte Piwko im ZDF-Film "Du sollst hören" einen gehörlosen Vater, dem ein Sorgerechtsstreit drohte. Weitere Rollen hatte er in "Wer einmal stirbt dem glaubt man nicht" (2020) sowie in den Serien WaPo Bodensee (2023) und "Mordschwestern" (2024).

"Let's Dance" und neue Herausforderungen

Als erster gehörloser Kandidat nahm Benjamin Piwko an der 12. Staffel von "Let‘s Dance“ teil. Mit Isabel Edvardsson begeisterte er Jury und Publikum gleichermaßen. Das Frühjahr 2019 hielt für den Kampfsportler eine neue Herausforderung bereit: Obwohl er gehörlos ist, wagte sich Benjamin Piwko in der zwölften Staffel der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“ auf die Tanzfläche.

Das Tanzen stellte für ihn eine besondere Herausforderung dar, da er die Musik nicht hören kann, sondern diese nur durch Fühlen der Vibrationen und den Takt nur durch die Bewegungen seiner Tanzpartnerin wahrnehmen könne. Gemeinsam mit Tanzprofi Isabel Edvardsson schaffte er es bis ins Finale und belegte dort den dritten Platz hinter Sieger Pascal Hens und der Zweitplatzierten Ella Endlich.

Die beiden verständigen sich viel über Blicke und über den Händedruck. Das hilft ihm, um im Takt zu bleiben, gerade bei Tänzen wie dem Walzer: „Drückte Isabel zu, sind wir in die Knie gegangen. Ließ sie locker, gingen die Schritte wieder hoch.“ Das Einprägen der Schrittfolgen bereitet Benjamin kaum Probleme, sicherlich auch dank des jahrelangen Kampfsporttrainings, das seine Konzentrationsfähigkeit gefördert hat.

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Benjamin Piwkos Trainingsroutine

Wenn Benjamin nicht gerade für 'Let's Dance' trainiert, sieht seine Sportroutine wie folgt aus: Zwei mal pro Tag trainiert der Schauspieler. „Ich muss mich immer sehr konzentrieren. Training hingegen ist eine Kommunikation ohne Worte, dabei muss man nicht sprechen."

Morgens startet er in den Tag mit einer Stunde Ausdauertraining. Das besteht aus verschiedenen Übungen à jeweils 15 Minuten, die den Kreislauf gleichmäßig auf Trab bringen. Mittags gönnt sich das Model der Fitnesskette 'McFit' eine Pause, dazu gehört auch ein Power-Nap. So kann sich der Körper regenerieren und neue Energie tanken. Anschließend ist er bereit für die zweite Trainingseinheit.

Im Mittelpunkt von Benjamins Krafttraining steht der Bauch. „Der Bauch ist das Zentrum. Es ist wichtig, ihn am Anfang zu trainieren, damit man warm wird und der gesamte Körper besser arbeiten kann", begründet er sein Vorgehen.